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«Die Gemeinde Crans-Montana setzt auf öffentliche Sicherheit»: Der Artikel ist von der Website der Gemeinde verschwunden. © Bildschirmfoto archive.org

Crans-Montana löscht Artikel im Internet

Marco Diener /  Die «Constellation»-Betreiber haben Einträge auf Facebook und Instagram gelöscht. Die Gemeinde tut das Gleiche. Aber stümperhaft.

Was einmal im Internet ist, das lässt sich gar nicht mehr so leicht löschen. Diese Erfahrung haben die Betreiber der Bar «Constellation» in Crans-Montana gemacht, als sie versucht haben, Einträge auf Facebook und Instagram zu löschen.

Die gleiche Erfahrung machen gerade die Gemeindebehörden. Sie haben einen Artikel vom 21. Juli 2025 unter dem Titel «Die Gemeinde Crans-Montana setzt auf öffentliche Sicherheit» gelöscht.

Aber sie haben nicht bedacht, dass der Artikel kurz davor im Gemeinde-Magazin «Vue d’ensemble» erschienen war. Und dort lässt er sich über die Website der Gemeinde noch immer aufrufen.

Ein Loblied

Der Artikel ist ein regelrechtes Loblied auf die Bemühungen um die öffentliche Sicherheit im Kurort. Nachdem herausgekommen ist, dass die Gemeinde die Brandschutzkontrollen sträflich vernachlässigt hat, wirkt der Artikel wie ein Hohn.

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So sieht die Website heute aus.

Er beginnt so: «In der Gemeinde Crans-Montana wird die öffentliche Sicherheit als Priorität behandelt». Nach der Fusion der Gemeinden Chermignon, Mollens, Montana und Randogne im Jahr 2017 habe sich die Gemeinde entschieden, eigens für die öffentliche Sicherheit eine Dienststelle zu errichten: «Diese Dienststelle ist dafür da, die Bevölkerung zu begleiten, einen Rahmen für Anlässe zu schaffen und Risiken vorzubeugen.»

«Die erste Gemeinde»

Anfangs habe ein Angestellter die Dienststelle alleine geführt; «heute besteht das Team aus fünf Personen, die zeitweise von Praktikanten unterstützt werden». Crans-Montana sei «die erste Gemeinde in der Region, die eine Dienststelle hat, die sich ausschliesslich der öffentlichen Sicherheit widmet. Nur wenige Gemeinden im Wallis haben eine solche Dienststelle (Bagnes, Monthey, Nendaz …).»

«Überprüft jährlich»

Letzte Woche kam heraus, dass die Gemeinde in der Bar «Constellation» letztmals 2019 eine Brandschutzkontrolle durchgeführt habe. Im Gemeinde-Magazin behauptet sie hingegen: Die Dienststelle «überprüft jährlich öffentliche Einrichtungen».

Und weiter: «Das Ziel ist klar: Risiken vorbeugen, die Einhaltung von Vorschriften gewährleisten, die Bevölkerung schützen.» Allerdings deutet die Gemeinde an, dass sie nicht allzu streng ist: «Bei Problemen reicht oft ein Anruf, damit man eine Erklärung oder eine Fristverlängerung bekommt.»

Geprüfte Fluchtwege

Jede öffentliche Veranstaltung – auch auf privaten Grundstücken – brauche eine Bewilligung. Bevor diese erteilt werde, «analysieren» die Gemeinde-Angestellten «die Sicherheitsvorkehrungen, beurteilen, wie viele Besucher erlaubt sein sollen, prüfen die Fluchtwege und die Anlagen (Gas, Feuer, Strom …).» Damit das Verfahren einfacher werde, habe die Gemeinde ein schlankes Formular geschaffen.

Ein Beruf ohne eigene Ausbildung

Für öffentliche Sicherheitsbeauftragte, hält die Gemeinde im gelöschten Artikel weiter fest, gebe es keine Ausbildung mit EFZ-Abschluss. Sicherheitsbeauftrage hätten «Erfahrung aus verschiedenen Berufen, Weiterbildungen und aus der Praxis». Konkret: «In Crans-Montana haben der Dienststellenleiter und sein Stellvertreter viel Erfahrung als Feuerwehrleute. Diese wenden sie nun im zivilen Rahmen an.»


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4 Meinungen

  • am 12.01.2026 um 14:53 Uhr
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    Aprikosensterben sowie Umwelthorror im Unterwallis (ob Alusuisse oder Indoxacarb), verurteilte Weinpanscher im industriellen Massstab, Gondo (Missbrauch öffentlicher Gelder, inkl. Glückskette), Zermatt (Abwasser, Abfuhr) und nun Crans-Montana. Untersucht wird letzteres durch eine Staatsanwältin welche sich auf «Kommunikation» beschränkt und Adlaten mit engem Kontakt zu Beschuldigten gewähren lässt! Alles unter Ägide der Bundesheuchler welche Kränze niederlegen statt Bundesrecht durchzusetzen. Quo vadis Helvetia?

    • am 14.01.2026 um 05:31 Uhr
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      Wohl eher quo vadis vallis.
      Sie sind halt „speziell“ die Walser. Nicht zu vergessen: Blatter, Amherd, Infantino, …
      Alle gebärden sich in ähnlicher Manier. Hatten wohl die gleichen Lehrer.

  • am 12.01.2026 um 20:22 Uhr
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    Ein schönes Beispiel für das übliche Blahblah seitens der Politik und der Wirtschaft der letzten Jahrzehnte hier in Geschwurbel für Behörden gegossen, das als Lockduft für Investoren dient, auf dass sofort die Kasse stimmt. Was dahinter steckt ist zweitrangig.

    Es sind die Realitäten der Werber, die schon seit langem wissen, dass, wenn genügend lang gelogen und Stimmung gemacht wird, die Lüge für viele Menschen wahr wird, womit Umsatz generiert werden kann. In Cash oder auch in politischer Münze.

    Es sind Phantasiegebilde, die funktionieren, weil beim Menschen die Emotion grösser als der Verstand. Ab und an zerbrechen die Lügengebilde und die Realitäten zerstören Gefühle und Meinungen. Und die Demokratie schmilzt damit im Wortschwall der Ideologien.

  • am 13.01.2026 um 18:02 Uhr
    Permalink

    Bestandsschutz und Brandschutz. Bei praktisch jedem Bauvorhaben oder Bestand stellt sich die Frage nach den Voraussetzungen und rechtlichen Folgen des sog. Bestandsschutzes. Auch ohne bauliche Änderungen eines bestehenden Gebäudes stellt sich diese Fragen, sobald nachträglich behördliche Anforderungen erhoben werden. Die Folgen für die Wirtschaftlichkeit der weiteren Bebäudenutzung können in beiden Fällen immens sein. Rechtliche Grundsätze des Bestandsschutzes wurden hier grob fahrlässig missachtet. Es gab wohl auch keinen Brandschutz Rettungsplan, aus dem zu erkennen war, wie im Falle eines Brandes zu reagieren sei. Der Notausgang war verschlossen, laut Aussage des Betreibers. Fahrlässig, da dieser Fluchtweg immer offen sein muss. Die Decke aus PUR bedeutet im Brandfalle hohe Flammen und Explosionsgefahr. Hier wurde von Seiten der Aufsicht fahrlässig gehandelt.

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