Ilyse Hogue und Mitglieder des US-Parlamentes, die das Recht auf Abtreibung verteidigen. © Naral Pro-Choice-America

Ilyse Hogue und Mitglieder des US-Parlamentes, die das Recht auf Abtreibung verteidigen.

Google entfernt Werbung von Abtreibungsgegnern

Barbara Marti / 15. Jul 2014 - Jetzt endlich hat Google reagiert: In den USA verletzen Schwangeren-Beratungsstellen mit Online-Werbung Google-Richtlinien.

Die Werbung der betroffenen Schwangeren-Beratungsstellen ist aus der Suchmaschine entfernt worden, nachdem «Naral Pro-Choice America» aufgedeckt hatte, dass diese irreführend ist. Eine Google-Suche mit den Worten «Abtreibung Klinik» hatte ergeben, dass 79 Prozent der Beratungsstellen, welche diese Suchworte für ihre Google-Werbung benutzen, gar keine Abtreibungen anbieten.

Irreführende Werbung

Laut den Richtlinien von Google muss Werbung sachlich korrekt und wahr sein. «Naral» habe beweisen können, dass die Beratungsstellen die Google-Richtlinien verletzen, sagte «Naral»-Präsidentin Ilyse Hogue gegenüber der «Washington Post». Sie werde nun andere Suchmaschinen auffordern, die irreführende Werbung ebenfalls zu entfernen. Keine Suchmaschine solle sich zum Komplizen derjenigen machen, die Frauen in ideologisch einseitige Beratungsstellen locken. «Naral» setzt sich dafür ein, dass Frauen und Mädchen frei über eine Abtreibung entscheiden können.

Regierung informiert

In Frankreich hat die Regierung letztes Jahr eine Webseite aufgeschaltet, die über das Recht der Frauen auf einen Schwangerschaftsabbruch und professionelle Informations- und Hilfsangebote informiert. Sie stellte vorerst 10’000 Euro (12’000 Franken) zur Verfügung, damit die Seite bei der Google-Suche zuerst erscheint. Zuvor hatte die Nachrichtenagentur AFP aufgedeckt, dass Frauen, die anonym im Internet Rat suchen, mit hoher Wahrscheinlichkeit zuerst auf eine Seite fundamentaler Abtreibungsgegner geraten. Diese informieren vordergründig «neutral». Wer die Webseiten tatsächlich betreibt, ist oft nur mit aufwändiger Suche herauszufinden. Marie-Laure Brival von der «Association des centres d’interruption de grossesse» sprach von einer «heimtückischen» neuen Taktik. Mit ihrer Desinformation im Internet würden die Abtreibungsgegner Frauen den Zugang zu einer Abtreibung mehr erschweren als mit provokativen Protesten auf der Strasse.

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Dieser Beitrag erschien auf FrauenSicht.ch

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10 Meinungen

Gut gemeinte Zensur ist gut, nicht gut gemeinte ist nicht gut.
Pirmin Meier, am 15. Juli 2014 um 15:12 Uhr
@Meier: Was hat das mit Zensur zu tun?
@Raffa: Wer Informationen oder deren Zugangsmöglichkeit manipuliert, IST gefährlich, egal auf welcher Seite.
Felix Rothenbühler, am 16. Juli 2014 um 15:39 Uhr
Herr Raffa, wer das Publikum derart hinterhältig in die Irre führt, wie in diesem Beispiel, hat in unserer Gesellschaft nichts anderes verdient. Zensur kann man das wohl kaum nennen. Sonst müsste man gemäss Ihrer Logik und etwas überspitzt gesagt auch rassistische Äußerungen bis hin zum Leugnen des Holocaust stehen lassen.
Peter Jaeggi, am 17. Juli 2014 um 14:48 Uhr
Nehmen Sie, Herr Raffa, die Geschichte mal auf die rein sachliche Ebene, weg von ideologisch und religiös Gefärbtem. Hier wird etwas versprochen, was nachher nicht gehalten wird. Sie möchten doch auch nicht belogen werden, nicht? Auf welchem Feld auch immer.
Peter Jaeggi, am 17. Juli 2014 um 15:41 Uhr
Rein ideologische Diskussion. Natürlich haben Abtreibungsgegner, es geht in jedem einzelnen Fall um die Tötung eines menschlichen Wesens, aber noch keiner juristisch anerkannten Person, das gleiche Recht auf Meinungsfreiheit wie Kernenergiegegner, es gibt auch solche, die beides zugleich sind, in jedem Lager gibt es Fanatiker, die bei ihren Methoden vor nichts zurückschrecken.
Pirmin Meier, am 17. Juli 2014 um 17:14 Uhr
@Meier: Seltsame Wendung, hier gleich auch noch pauschal auf Kernenergiegegner einzudreschen. Ich erinnere daran, dass z.b. auch im Namen der Kirche Köpfe gerollt sind. Wollen Sie jetzt alle, die unfaire Methoden anwenden, einzeln aufzählen, oder bleiben wir hier bitte bei den fundamentalistischen Abtreibungsgegnern? Ich wüsste jedenfalls nicht, wann AKW-Gegner je Webseiten gefälscht und damit ganz persönliche Lebensentscheide einzelner Menschen beeinflusst hätten.
Felix Rothenbühler, am 17. Juli 2014 um 17:51 Uhr
Es wird hier auf niemanden eingedrescht, es ist ja klar, dass Demagogie betrieben wird und bei Widerstandshandlungen immer wieder vor nichts zurückgeschreckt wird, notfalls legt man sich auf Schienen usw. und auch beim Umgang mit Zahlen schreckt man oft vor nichts zurück. Wenn Sie sich nicht betroffen fühlen, sind Sie auch nicht gemeint. Dass es einen irrationalen Angstfanatismus gibt, gilt für viele Protestgruppen, die genannten gehören zu den auffälligsten.
Pirmin Meier, am 17. Juli 2014 um 17:58 Uhr
@Meier: «Wenn Sie sich nicht betroffen fühlen, sind Sie auch nicht gemeint.» Hm. Dann könnte ich mich als Mann also eh einfach zurück lehnen, betrifft ja Schwangerschaften und damit per se nicht mich?
Falls es nicht klar ist: Mir gehts um den freien Zugang zu verifizierbaren Informationen, um eine klare Deklaration der Informationsersteller oder -übermittler. Die Information als solche ist hier m.E. nicht wirklich Gegenstand der Diskussion. Weder wird Demagogie betrieben noch eine ideologische Diskussion geführt - ausser Sie würden sie dort hinführen oder, von anderen dorthin geführt ebenda breit treten.
Felix Rothenbühler, am 17. Juli 2014 um 18:12 Uhr
@Rothenbühler. Es mag sein, dass ich mich nicht in der gebotenen Vorsicht geäussert habe. Sie haben recht, es geht um den Gebrauch und Missbrauch des Internets. was aber mutmasslich durch Verbote und Massnahmen kaum in den Griff zu bekommen ist, dasselbe ist wegen den Zensurnebenfolgen wohl nicht einmal wünschbar. Ich glaube Ihnen also grundsätzlich recht geben zu können. Was mir und wohl auch noch anderen hundertmal mehr Kopfzerbrechen bereitet als die fanatischen Abtreibungsgegner ist die Frage, wie ernst man alles nehmen kann, was im Internet betr. die Kontakte der russischen Separatisten betrifft. Diese sind möglich, es könnte sich aber auch um eine Massnahme der Schuldzuweisung handeln. Mit anderen Worten: höchste Vorsicht ist geboten. Auf allen Gebieten, wo es um Leben und Tod geht, und nicht nur auf diesen Gebieten, kann das Internet auch Schauplatz psychologischer Kriegsführung sein. Dies macht mir Sorgen. Im übrigen war es wohl nicht ungebracht, an Ihren Äusserungen ein mutmasslich nicht ganz treffsichere und möglicherweise missverständliche Kritik zu üben.
Pirmin Meier, am 18. Juli 2014 um 12:05 Uhr
Im übrigen war es nicht angebracht, (nicht ungebracht, freudscher Verschreiber, weil viele dieser Tage umgebracht wurden), an Ihren Äusserungen eine möglicherweise missverständliche Kritik zu üben. Das Gute an dieser Diskussion bleibt, dass über das Internet als Schauplatz psychologischer Kriegsführung diskutiert wird.
Pirmin Meier, am 18. Juli 2014 um 12:08 Uhr

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