Für einmal kein Kommentar ...

Christian Müller © aw
Christian Müller / 21. Apr 2013 - Manchmal brennt es einen auf den Nägeln, etwas zu sagen. Aber oft sagt es ein Anderer besser. Zum Beispiel heute.

Ich war und bin Journalist. Ich bin es gewohnt, zu kommentieren. Aber nicht immer ist es nötig, selber zu schreiben. Manchmal sagt es eine Kollegin oder ein Kollege schlicht besser.

Heute ist das der Fall. Kollege Christof Moser schreibt in der «Schweiz am Sonntag» über den zunehmenden Populismus in der Schweiz. Sein Kommentar verdient grosse Beachtung. Hier kann man ihn lesen. Einfach nur anklicken.

Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

Keine

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Uwe Pawlowski hat zu Christof Mosers Kommentar einen Cartoon gezeichnet

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7 Meinungen

http://theschlupfive.wordpress.com/2013/04/19/voll-retro/
Danke - bin gleicher Meinung.
Kathrin Schlup, am 21. April 2013 um 22:05 Uhr
Christian Müller hat recht. Was Christof Moser schreibt ist wahr. Es ist die Unfähigkeit und der Unwille der Asyl-Populisten, dass das Problem nicht gelöst wird! Ständige Verschärfungen im Asylwesen mögen allenfalls den fehlgeleiteten Teil der Bevölkerung in ihrer falschen Meinung bestätigen und gleichzeitig streuen ihnen diese Populisten Sand in die Augen. Heute die Asylsuchenden und morgen? Ein Blick auf unverfälschte Statistiken zeigt ein etwas differenzierteres Bild als die Populisten es sehen oder à la SVP «herfrisieren".
Lösungen, die an die Wurzel des Migrationsproblems gehen, wollen die Populisten mit dem Hinweis, dass da die Schweiz eh nichts machen könne, nicht angegangen. Lösungen wären zum einen mit korrupten Regimen keine Geschäfte mehr zu machen und halt doch mehr in den Aufbau von Ländern zu stecken, wo die Menschen vor lauter Perspektivlosigkeit zum Futtertrog im reichen Norden drängen. Ausserdem drängen viele Menschen aus von uns ausgebeuteten Ländern (Glencore etc.) in den EU-Raum.
Eine Basis für ein anständiges Leben zu schaffen ist ein langwieriger und mühsamer Weg. Und den sind die Populisten leider nicht bereit zu gehen! Sie verdienen vielfach mit dem Zustand, der in den Migrationsländern die Leute zur Flucht treibt, Geld…
Und die Populisten hier wie im umliegenden Schengenraum bauen weiter an der Festung Europa. Es ist an der Zeit, dass sich auch die etwas einfacheren Gemüter etwas mehr informieren statt den falschen Heilsbringern auf den Leim zu kriechen!
Das Migrationsproblem lässt sich nicht mit Mauern lösen. Vor rund 100 Jahren wanderten viele SchweizerInnen aus wirtschaftlichen Gründen aus – und ein grosser Teil nicht freiwillig. Sie kamen anderswo unter. Und wir wollen andern das verbieten? Und auf lange Sicht hängt unser Wohlstand auch vom Zustand der Migrationsländer ab. Wir können uns nicht ewig hinter Mauern und irgendwelchen Populisten verstecken!
Urs Dietschi, am 22. April 2013 um 07:24 Uhr
Herrn Ulrich Hertig wünsche ich selbstverständlich, dass er sich nie auf der anderen Seite wiederfindet.
Zum Beispiel dass er unverschuldet von der Gesellschaft wo er gerade drin lebt, abhängig wird. Er weiss schon dass er den Darwinismus pur predigt. Solange er gesund bleibt hat er auch keinen Anlass daran zu zweifeln und sich als Mensch erster Klasse zu fühlen. Ihm sage ich nur, das Eis ist dünn.
Franz Kengelbacher, am 25. April 2013 um 21:23 Uhr
Ich danke Ihnen auch Herr Hertig. Ich teile ihre Sorgen. Nur mit der Benennung der Schuldigen bleibe ich vorsichtig. Sicher sind aber nicht Staatsangestelle am Debakel ihrer Pensionskassen schuldig. Sie haben lediglich auf Treu und Glauben eingezahlt und wurden von Managern beschissen. Bei vielen Politikern gebe ich Ihnen recht. Da sind sicher einige darunter welche sich vornehmlich von persönlicher Bereicherungsabsicht leiten lassen. Einige lenken auch gerne davon ab und bewirtschaften darum auch gerne populistische Themen wie den Asylmissbrauch. Stellen sie sich nur vor, das Problem wäre plötzlich gelöst. Dann würde vielleicht plötzlich in den eigenen Kellern nachgeschaut. Noch was, für mich gibts auch keine «Gutmenschen.» Das ist für mich nur ein gelinde gesagt saublöder und vor allem trennender Kampfbegriff. Wer möchte das denn eigentlich?
Franz Kengelbacher, am 26. April 2013 um 18:24 Uhr
Nun Herr Hertig Ihre Argumentation und Ihre Unterstellungen (lateinische Völker usw.) sind schwach und liegt ganz auf der Linie der Populisten und Ausbeuter à la Glencore etc. Ihre Einstellung ist eine Bankrotterklärung unserer so gelobten Moral- und Wertevorstellungen!
Der katastrophale Fabrikeinsturz in Bangladesh zeigt einmal mehr wohin unsere ausbeuterische Gier in diesen Ländern führt. Hier sind wir als verwöhnte Konsumenten mitverantwortlich und können mit unserem Konsumverhalten zu Änderungen beitragen.
Mit Vorgaben z.B. bezüglich Arbeitssicherheit und Entlöhnung, die auch den Lebensunterhalt garantieren, werden in jenen Ländern Kräfte gestärkt, die eine gesellschaftliche Änderung herbeiführen wollen. Dies ist ein mühseliger und langwieriger Weg. Die Kosten für die Überwachung die aus einem solchen Vorgehen entstehenden sind um einiges günstiger als die Abwehr von Migrationsströmen!
Es ist klar, dass die heutigen Profiteure jeglicher Couleur in jenen Ländern ihr Feudalwesen und ihre Diktaturen nicht kampflos aufgeben werden. Wir brauchen jenen Gesellschaften auch nicht unsere Werte aufzuzwingen – es hat dort auch Kräfte, die gesellschaftliche Änderungen wollen und daran auch arbeiten. Und dies trotz Repressalien und teilweiser Verfolgung.
Unsere, von Ihnen gelobte Werte können wir nicht mit Ihrer Argumentation verteidigen und noch viel weniger auch halten!
Urs Dietschi, am 29. April 2013 um 07:39 Uhr
Es scheint, dass wir ein weiteres mal einander nicht verstehen.
Zuerst unterstellen Sie mir „ein Plädoyer für die unzähligen gut bezahlten Mitarbeiter der Helferindustrie“ und nun soll ich Sie noch an Zeiten erinnern „als christliche Missionare in anderen Kulturen mit Feuer und Schwert den richtigen Gottesglauben durchsetzen wollten und damit immenses Unrecht und ebensolchen Schaden anrichteten“.
Die einzige Möglichkeit, Migrationsströme zu verhindern, ist, dass man jenen Menschen hilft eine eigene Existenzgrundlage zu schaffen. Mit „Helferindustrie“ hat das nichts zu tun. Beim Ausbeuten sind und waren wir, vertreten durch die Glencore‘s, an vorderster Front.
Religionen liegt mir fern. Ich sehe die verschiedenen Religionen und der daraus abgeleiteten Ansprüche als eine der grössten Ursachen für verschiedenen Kriege und Unterdrückungen. Kriege, bei denen der eine oder andere Gott vorgeschoben wurde um irgendwelche nicht so hehre Absichten und Machtansprüche durchzusetzen; Menschen zu unterdrücken, auszubeuten oder zu vernichten. Hier ist ein weiterer Grund, dass ganze Ethnien flüchten.
Ich teile mit Ihnen die Ansicht, dass andere Völker andere Wertvorstellungen haben. Mit keinem Wort verlangte ich dass unsere Wertvorstellungen auch von jenen Völkern übernommen werden müssen. Dies habe ich jedoch schon geschrieben.
Sie unterstellen lateinischen Völkern: „der Norden soll weiter bezahlen“. Mit verlaub: solche Aussagen liegen genau auf der Argumentationslinie der Populisten und Ausbeuter und treffen allenfalls die sogenannte Elite.
„In Afrika und Arabien sind die Frauen Menschen 2. oder 3. Klasse, ebenso in Indien wo dazu noch das Kastenwesen kommt.“ Mit andern Worten: wir können eh nichts machen - oder noch schlimmer: was geht uns diese Kultur an solange wir billige Ware bekommen - und legen deshalb die Hände in den Schoss. Mit der passiven Hinnahme des Ist unterstützen wir die reaktionären Kräfte, die in jenen Gesellschaften keine Änderung wollen.
Dass die Globalisierung zum Nachteil der dritten Welt und zur weiteren Ausbeutung führte ist auch klar. Aber mit Ihrer Aussage „Hat bis heute nicht funktioniert und wird es auch in Zukunft nicht.“ lassen wir die Sache auf sich beruhen und schauen zu wie sich die „Stärkeren“ weiter bedienen und die korrupten Machthaber sich weiter an der Macht halten. Wir verkaufen Ihnen gerne Waffen und andre Unterdrückungsmittel und wundern uns dann, wenn plötzlich wieder ein Migrationsstrom einsetzt.
Wie ich geschrieben habe, haben wir mit unserem Verhalten die Möglichkeit Veränderungen zu unterstützen - Veränderungen, die aus jenen Gesellschaften kommen und nicht von aussen aufoktroyiert werden. Um die kriminellen Kräfte in jenen Ländern (als Beispiel führte ich die neuste Tragödie in Bangladesh an) nicht weiter als Handlanger unserer Ausbeuter gewähren zu lassen sind Rahmenbedingungen von uns aufzustellen. Dies hat nichts mit kulturellen Unterschieden zu tun.
Die Globalisierung wird sich nicht rückgängig machen lassen - also ist es unserer Pflicht daraufhin zu wirken, dass die dritte Welt nicht einfach ausgewunden wird; die Despoten nicht weiter mit Gütern (Waffen) beliefert werden!
Dieser Weg ist, wie schon gesagt, nicht einfach. Wir werden aber nicht darum herum kommen ihn einzuschlagen!
Urs Dietschi, am 29. April 2013 um 22:19 Uhr
Herr Hertig, ich halte mich an das was ich schrieb. Es gelingt nicht immer aber meistens. Mit Ihrem «Es hat nicht funktioniert und wird nie funktionieren.» haben Sie die beste Ausrede die Sache nicht anzugehen und alles beim Status quo zu belassen. Dass es bei jedem einzelnen beginnt habe ich bereits erwähnt (z.B. Konsumverhalten). Mit unserem Verhalten haben wir es in der Hand Dinge zu bewegen - bei Glencore und in Bangladesh. Aber es ist auch jedem einzelnen überlassen darüber nachzudenken und entsprechend zu handeln. Nur darf im Nachhinein nicht gejammert werden, wenn dann immer mehr Menschen an den Honigtopf wollen und Populisten und andere Gesundbeter mehr Überwachungen und Einschränkungen in der persönlichen Freiheit verlangen. Einen Widerspruch in meinen Aussagen sehen allenfalls Sie, indem Sie eventuell Ihre Gedankengänge in meine Aussagen hineininterpretieren. Aber das dürfen Sie auch - wie Sie auch in dieser Sache das letzte Wort haben dürfen.
Urs Dietschi, am 30. April 2013 um 18:02 Uhr

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