Flugzeugentführer und Terroristen von 9/11: Keiner kam aus einem mit Einreisesperre belegten Land © cc

Flugzeugentführer und Terroristen von 9/11: Keiner kam aus einem mit Einreisesperre belegten Land

9/11-Hijackers könnten weiter in die USA einreisen

Urs P. Gasche / 07. Mrz 2017 - Trumps Einreisesperre verschont die Saudis, obwohl diese Terroristen finanzieren und in die 9/11-Anschläge verwickelt waren.

Aus sechs armen islamischen Ländern darf drei Monate lang niemand mehr in die USA einreisen, der nicht bereits ein Visum besitzt. Allerdings gilt auch die neue Version von Präsident Trumps Einreisestopp nicht für Saudis, Ägypter und Bürger der Emirate.

Polizeispitzel Carlos: Abgetaucht oder umgebracht?

Zwei Mal wurde Carlos in Brasilien einvernommen. Dann verschwand er, ohne eine Adresse zu hinterlassen. Abgetaucht oder umgebracht? Die Meinungen gehen auseinander. Der Haftbefehl der schweizerischen Bundesanwaltschaft gegen Carlos indes gilt noch immer. Man ahnte es schon. Dieser Widerruf ist nicht das Papier wert, auf dem er protokolliert wurde – trotz Unterschriften brasilianischer und schweizerischer Magistraten.

Saudi-Arabien fördert den extremsten Fundamentalismus und verfügt über Milliarden

[[Die Prozessakten sind der reinste Irrgarten]]

2010 erklärte die damalige Aussenministerin Hillary Clinton, dass «Geldgeber in Saudiarabien die grössten Finanzierer von terroristischen Sunniten-Gruppen weltweit» sind. Diese Aussage Clintons geht aus geheimen Memos hervor, welche Wikileaks veröffentlicht hatte. Zu den finanziell unterstützten Terroristen-Gruppen gehörten Al-Kaida, die Taliban oder die Lashkar-e-Tauba – eine islamistische Terrororganisation in Kaschmir – präzisierte Clinton.

Bundesanwalt Ottinger hatte Carlos nicht nur einvernommen. Mehr noch: Er und seine Polizisten hatten die Aussagen von Carlos während Monaten überprüft. Ottinger reiste nach Frankreich, beschaffte sich Unterlagen über die berühmten Polizeioperationen Nizza I und Nizza II, wo Polizisten mit Hilfe von Polizeispitzeln selber als Drogenverkäufer aufgetreten waren. Und: Zusammen mit seinen Mitarbeiten fuhr er wenigstens ein Dutzend Mal nach Italien. Was haben sie herausgefunden? Hatte Carlos bei seinen ersten Aussagen tatsächlich alles frei erfunden oder doch die Wahrheit gesagt?

Einen Grund für das Verschonen von Saudi-Arabien, Ägypten und den Emiraten sieht Rechtsprofessor Richard W. Painter der Universität von Minnesota darin, dass das Trump-Imperium in diesen Ländern gute Geschäfte gemacht hat und immer noch macht. Der Vizepräsident der «Citizens for Responsibility and Ethics in Washington» meinte in der New York Times vom 31. Januar etwas überspitzt: «Offensichtlich dürfen Menschen aus Ländern, mit denen die Trump-Gruppe Geschäfte betreibt, frei in die USA reisen und wieder zurück. Dagegen riskieren Einwohner aus Ländern, die sich keine solchen Geschäfte leisten können, an den Flughäfen festgehalten und wieder nach Hause geschickt zu werden – selbst wenn sie dort an Leib und Leben bedroht sind.»

Nach offiziellen saudischen Angaben besitze die Trump-Gruppe dort mehrere Unternehmen, schreibt Painter. In Ägypten seien zwei Trump-Unternehmen registriert. In den Emiraten lasse sich die Trump-Gruppe dafür bezahlen, dass ein Golfplatz mit einem Luxusresort seinen Namen tragen darf.

Es gehe natürlich nicht darum, noch über weitere Länder einen Einwanderungs-Stopp zu verhängen, erklärt Professor Painter. Vielmehr sei es schwachsinnig, das Reisen in die USA und das Arbeiten in den USA aufgrund einer Nationalität zu verbieten. Dieses Kriterium und die Begründung der Terrorbekämpfung seien von Trump vorgeschoben, um Menschen aufgrund ihrer Religionszugehörigkeit zu diskriminieren.

Das reiche Saudi-Arabien könnte Gegenmassnahmen ergreifen. Das Land hortet eine Unmenge von US-Staatsanleihen. Nachdem der US-Kongress einen Gesetzesentwurf angenommen hatte, der Angehörigen von 9/11-Opfern die Möglichkeit geben soll, gegen Saudarabien zu klagen, drohte Saudi-Arabien letztes Jahr damit, US-Staatsanleihen im Wert von bis zu 750 Milliarden US-Dollar zu verkaufen. Der Wert der US-Währung würde in der Folge stark sinken. Saudi-Arabien ist auch der beste Kunde der US-Rüstungsindustrie.

Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

Keine

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3 Meinungen

Nun ja, interessant dabei ist auch, dass die USA keines der Länder angegriffen haben, aus denen die 9/11-Attentäter stammen. Seit Dekaden ist Saudi Arabien der engste Verbündete der USA in der arabischen Welt. Ich denke, da geht es um weit mehr als die Geschäfte des neuen POTUS.
Jacqueline Zwahlen-Stucki, am 07. März 2017 um 14:27 Uhr
BITTE HIER KEINE DISKUSSION ÜBER DIE 9/11 ANSCHLÄGE. DIESE WURDE UND WIRD SCHON UNTER BEITRÄGEN ÜBER DIESE ANSCHLÄGE GEFÜHRT. DIE REDAKTIONSLEITUNG.
Urs P. Gasche, am 07. März 2017 um 17:00 Uhr
Es ist nicht unüblich, dass Machtpolitiker ihre Feinde zum Freund machen, um andere Feinde zu bekämpfen. Nicht nur «Sex sells° sondern auch «Krieg sells». Manche der Mächtigen finden Kriege sogar sexy. Donald Trump: «Wir müssen wieder Kriege gewinnen.» Gegen wen? Fragt mich nicht!
Uwe Pawlowski, am 07. März 2017 um 17:15 Uhr

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