Jean Ziegler Hunger Israel Menschenrechtsrat © 3sat

Der Genfer Professor Jean Ziegler: ein Leben im Kampf gegen den Hunger

Kesseltreiben gegen Jean Ziegler

Christian Müller / 18. Aug 2013 - Die Gesellschaft Schweiz-Israel läuft Sturm gegen die Kandidatur von Jean Ziegler für den UNO-Menschenrechtsrat. Die Hintergründe.

Spätestens seit dem 13. August, als es im Zürcher TagesAnzeiger stand, weiss man es: Die (offizielle) Schweiz hat den emeritierten Genfer Soziologie-Professor und Publizisten Jean Ziegler erneut als Vertreter der Schweiz im UNO-Menschenrechtsrat vorgeschlagen. Dass der streitbare Professor, der in seinem Kampf für mehr Gerechtigkeit auf dieser Welt in den einen oder anderen afrikanischen und lateinamerikanischen «Revolutionär» zu viel Vertrauen gesetzt hatte und mitansehen musste, wie diese ihre Macht später missbrauchten, ist zwar unbestritten. In der Bilanz aber darf sich der nimmermüde Kämpfer für die Hungernden und Ärmsten dieser Welt durchaus zeigen. Davon jedenfalls scheint auch das Eidgenössischen Departement für Auswärtige Angelegenheiten EDA überzeugt zu sein, das hinter der Nominierung Zieglers für den UNO Menschenrechtsrat steht.

Der UN Watch ins Auge gegangen

Jean Zieglers Nominierung hat allerdings eine Organisation auf den Plan gerufen, und dies nicht zufällig: die die israelischen Staatsinteressen vertretende UN Watch. Und wenn diese ruft, treten auch die Interessenvertreter Israels in der Schweiz in Aktion. Der Präsident der Gesellschaft Schweiz-Israel, Sektion Bern, Lukas Weber, hat seine Mitglieder per Email aufgefordert, beim EDA mit einem Brief gegen die Nominierung Zieglers für den Menschenrechtsrat zu protestieren. Und er lieferte einen Musterbrief als Vorlage gleich mit. Man müsse ihn nur noch ausdrucken, unterschreiben und abschicken, schrieb er. (Siehe am Ende des Artikels unter «Weiterführende Information». Dort kann der Musterbrief als pdf eingesehen werden.)

Pikantes Detail: Der Brief stammt, wie Lukas Weber selber schreibt, aus der Küche der Stiftung Audiatur, die ihrerseits als Propaganda-Organisation für die Interessen Israels arbeitet. Im Stiftungsrat von «audiatur» sitzen zwei nicht ganz Unbekannte: der Theologie-Professor Ekkehard W. Stegemann von der Uni Basel und der Zürcher PR-Profi Sacha Wigdorovits. Infosperber hat schon im Juli 2011 ausführlich über die Methoden dieser PR-Stiftung und Wigdorovits Vorschläge für eine bessere PR zugunsten Israels berichtet: »Pro-Israel-Meinungsmache wird professionalisiert».

Ob allerdings der von der Israel-Lobby konzertierte Sturm der Entrüstung das EDA umstimmen wird, darf bezweifelt werden. Denn noch sind es keine zwei Wochen, dass Israel – nur Tage vor der nächsten Sitzung der neuen Friedensverhandlungen mit Palästina – erneut über tausend neue Wohnungen für israelische Siedler im von Israel besetzten Westjordanland angekündigt hat. Ein erneutes Signal, dass Israel an einem dauerhaften Frieden mit den Palästinensern gar nicht ehrlich interessiert ist. Das Verständnis für die imperialistische Politik Israels ist deshalb weltweit im Sinken, da helfen auch die Aktivitäten der PR-Agenturen nicht mehr.

Auch Jean Ziegler selber zeigt sich im übrigen wenig beeindruckt: Das sei die Retourkutsche für seine an Israel geübte Kritik in seinem Bericht zur Nahrungssituation in den von Israel besetzten Gebieten im Jahr 2002, sagte er dem Zürcher TagesAnzeiger.

* * * * * * *

Wortlaut des Emails an die Mitglieder der Gesellschaft Schweiz-Israel, Sektion Bern:

Liebe Israel-Freunde

Die Schweiz hat Jean Ziegler als Vertreter der Schweiz im UNO-Menschenrechtsrat vorgeschlagen.

27 der 33 bisher gefällten Resolutionen des UNO-Menschenrechtsrats sind gegen Israel gerichtet. Diese Institution hat sich auf Israel eingeschossen und tut es weiter (www.unwatch.org/site/c.bdKKISNqEmG/b.3820041)

Jean Ziegler hat sich mit seinem Engagement beim Gadhaffi-Menschenrechtspreis (!) und bei verschiedenen anderen Anlässen als Menschenrechtler desavouiert. Würde er die Schweiz in dieser Institution der UNO vertreten, wäre dies eine Schande für unser Land und seine humanitäre Tradition.

Was können wir dagegen unternehmen?

Sie können beim Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA), welches für die Nominierung verantwortlich ist, protestieren.

Beiliegend finden Sie einen Briefvorschlag. Dieser wurde von der Audiatur-Stiftung (www.audiatur-online.ch) basierend auf Unterlagen der Menschenrechtsorganisation «UN Watch» erarbeitet und uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt.

Das EDA versucht bereits sich herauszureden. Das heisst, dass es sich in der Sache nicht mehr sicher ist. Jetzt heisst es, den Druck erhöhen, damit das EDA seinen Entscheid überdenkt.

Tragen Sie mit Ihrem Brief dazu bei! Sie müssen nur noch den Ort und das Datum eintragen (1. Seite, rechts).

Danke.

Mit freundlichem Gruss,

Lukas Weber

***

Dr. Lukas Weber, Präsident, Gesellschaft Schweiz-Israel, Sektion Bern, Postfach 8104, 3001 Bern, www.schweiz-israel.ch, bern@schweiz-israel.ch

(Auszeichnungen im Text von Lukas Weber von cm)

* * * * * * * * * *

Nachtrag:

Die Stiftung Audiatur legt Wert auf die Feststellung, dass der Urheber des Briefes die UN Watch ist und dass sie den Brief nur «aufgegriffen, übersetzt und angepasst» hat. Wir nehmen das gerne zur Kenntnis und geben das auch so weiter. (cm)

Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

Keine

Weiterführende Informationen

UN Watch agiert erfolgreich gegen Jean Ziegler (auf Infosperber)
Zu weiteren Aktivitäten Jean Zieglers (auf Infosperber)
Zum Buch von Jean Ziegler: Wir lassen sie verhungern (auf Infosperber)
Zur Buchbestellung "Jean Ziegler: Der Hass auf den Westen"
Israels Strategen drohen offen mit der Atombombe (auf Infosperber)
Musterbrief von "audiatur" für den Protest beim EDA

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23 Meinungen

Inhalt? Ja, Herr Müller - in Ihrem Artikel machen Sie vor allem Stimmung. Was ist schlecht daran, Interessen professionell(er) zu vertreten? Und macht das nicht auch «die andere Seite"? Diese allerdings mit Unterstützung von etlichen internationalen Organisationen, die in vielen Fällen eine völlig einseitige Position einnehmen. Und dass Jean Ziegler bei allem Engagement sicher NICHT die geeignete Person ist, ein neutrales Land zu vertreten, dürfte auch klar sein...

Apropos Friedensverhandlungen: lassen Sie das sehr grosszügige Entgegenkommen von Israel bewusst weg?

Und nur damit keine «Enthüllung» verkündert werden muss: ja, ich bin auch Vertreter der GSI (Sektion Basel).
Patrick Hafner, am 18. August 2013 um 12:47 Uhr
Es ist gut, dass es Infosperber gibt.
Walter Schärlig, am 18. August 2013 um 17:55 Uhr
Ich bin kein Mitglied der GSI. Ich habe mit viel Freude in Israel gearbeitet und bin ein grosser Freund von Land und Leuten. Selbstverständlich gestehe ich Israel auch ein Recht auf Schutz und Verteidigung zu. Dennoch: Was der offizielle Staat Israel in den besetzten Gebieten anstellt, wie er die arabische Seite schikaniert, wie er immer wieder palästinensische Bauern von ihrem Land vertreibt um dort Siedlungen zu bauen, lehne ich ganz dezidiert ab und weiss mich da mit vielen Israelis in bester Gesellschaft. Prof. Ziegler ist wohl eine schillernde Persönlichkeit, aber er ist ein aufrechter, engagierter Kämpfer gegen schreiende Ungerechtigkeit und so soll er weiterhin seine Stimme im UNO Menschenrechtsrat erheben.
Ueli Ganz, am 18. August 2013 um 19:27 Uhr
Wenige haben die Courage wie Jean Ziegler. Das Israel, welches ich Liebe und wenn ich reisen könnte trotz meiner Behinderung wäre es mit Lourdes mein nächstes Ziel, als anthroposophischer freidenkender Faszinierter von den Mysterien von Golgatha einfach ein Muss. Das politische Israel, also einige wenige davon, haben ihre Geschichte noch nicht überwunden. Darum gibt es Menschen in Israel, die können aus der Kritik von Herrn Ziegler nicht sein wohlwollen für die Menschen heraushören. Würden Israelis hungern, würde er genauso für diese eintreten. Menschen welche ihre Geschichte noch nicht transzendiert, verarbeitet und überwunden haben, vertragen keine Kritik, nicht die geringste. Der Vergangenheit verhaftet zu bleiben, ist oft einfacher als sich den Schmerzen der Vergangenheit zu stellen. Jeden Tag verhungern 20'000 Kinder, dies zu ändern, dafür ist Jean Ziegler der richtige Mann. Doch wie gesagt, die Kritiker von Jean Ziegler sehen diese Kinder womöglich nicht, sie sehen nur ihre Vergangenheit, und jeder welcher Kritik an ihnen übt, wird so zu unrecht als Feind gesehen, obwohl er es gar nicht ist. Das ist schade und sehr traurig.
Beatus Gubler, am 19. August 2013 um 04:24 Uhr
Jean Ziegler ist für den UNO-Menschenrechtsrat der richtige Mann!
Engagiert vertritt er die Rechte der Rechtlosen. Weisst, teilweise unkonventionell, auf Missstände hin und benennt die Schuldigen. Das passt nicht allen und schafft viele Feinde.
Was sich aber die Israel-Lobby seit Jahren leistet ist hanebüchen. Der Staat Israel tritt die Menschenrechte in den besetzten Gebieten mit Füssen und enteignet laufend die Ansässigen. Dass kurz vor den neuen Friedensverhandlungen Wohnungen in den besetzten Gebieten durch die israelischen Behörden bewilligt werden, zeigt einmal mehr dass das offizielle Israel kein Interesse an einem Frieden hat.
Deshalb ist es unerlässlich, dass der internationale Druck gegen Israel erhöht wird. Statt dass die Schweiz Rüstungsgüter und anderes in Israel kauft muss die Schweiz alle Handelsabkommen von echten Menschenrechtsverbesserungen abhängig machen – dies aber nicht nur gegenüber Israel.
Urs Dietschi, am 19. August 2013 um 06:24 Uhr
Gute Idee, doch das System Belohnung und Bestrafung sollte erst angewendet werden, wenn zuvor alle anderen Mittel ausgeschöpft worden sind. Die Israelische Regierung ist nicht Israel, das Volk denkt und handelt anders als die politische Elite. Ich denke es gibt noch, wenn auch mit Druck, Verhandlungs und Gesprächsraum. Nicht vergessen, wir haben es mit einem traumatisierten, von der Geschichte geprägten Volk zu tun. Das entschuldigt Vergehen an der Menschlichkeit nicht, aber das Bewusstsein darüber ermöglicht es, Verhandlungsstrategien zu finden welche eventuell erfolgreicher sind als die bisherigen. Gruss Beatus Gubler www.streetwork.ch
Beatus Gubler, am 19. August 2013 um 13:33 Uhr
Wenn ich an das israelische Kesseltreiben gegen den Bericht und die Person von Herrn Goldstone denke, dann ist es eine Ehre von diesen Kreisen verunglimpft zu werden. Jetzt erst recht den Ziegler schicken, der nimmt - wenn er auch Fehler gemacht hat, wer nicht…? - kein Blatt vor den Mund. Er lässt sich auch nicht fertig machen, wie der arme Herr Goldstone durch seine «Freunde".
Rolf Raess, am 19. August 2013 um 16:27 Uhr
Sehr geehrte Herausgeber
Sie behalten sich ausdrücklich vor, «beleidigende, rassistische oder nicht sachbezogene Beiträge zu entfernen". Ich würde Ihnen vorschlagen, solche Beiträge überhaupt nicht aufzunehmen. Sie haben auf dieser Seite allerdings eine üble, auch strafrechtlich relevante Beschimpfung veröffentlicht.

Prof. Dr. Ekkehard W. Stegemann
Ekkehard W. Stegemann, am 21. September 2013 um 04:34 Uhr
Sehr geehrte Damen und Herren

Ich fordere Sie auf, den Kommentar von Herrn Werner T. Meyer zum Artikel von Herrn Christian Müller vom 18. August 2013 auf infosperber umgehend zu entfernen und dem Publikum mitzuteilen, dass der Kommentar wegen beleidigender Passagen über mich entfernt wurde. Falls Sie den Kommentar nicht entfernen und den Grund dieser Entfernung nicht mitteilen, werde ich Sie in eine Klage einbeziehen, die ich gegenwärtig vorbereite.
Ich bitte Sie, mir möglichst zeitnah mitzuteilen, wie Sie zu reagieren gedenken.

Mit den besten Grüssen
Prof. Dr. Ekkehard W. Stegemann

Wir haben den Kommentar von Werner T. Meyer vom 19. August vorderhand entfernt, um abzuklären, ob darin, wie von Prof. Stegemann erwähnt, strafrechtlich relevante Aussagen enthalten sind.

Christian Müller, Mitglied der Redaktionsleitung Infosperber
Ekkehard W. Stegemann, am 21. September 2013 um 08:15 Uhr
@Weber Meyer, Kommentar auf dieser Seite vom 19. August 2013
Sehr geehrter Herr Meyer
Da ich Ihre Adresse nicht besitze, fordere ich Sie auf diesem Weg auf, Ihre monströsen Beleidigungen meine Person betreffend umgehend zurückzunehmen und sich öffentlich an dieser Stelle dafür zu entschuldigen. Ich werde anderenfalls strafrechtliche Schritte gegen Sie einleiten. Ich teile Ihnen vorsorglich mit, dass ich auch weitere Fortsetzungen Ihrer Verleumdungen, in welcher Art auch immer Sie von Ihnen vorgetragen würden, nicht hinnehmen werde.

Prof. Dr. Ekkehard W. Stegemann

Wir haben auch den zweiten Kommentar von Werner T. Meyer entfernt und werden mit ihm Kontakt aufnehmen. Das heisst allerdings nicht, dass wir uns mit der Androhung juristischer Schritte von Seite Prof. Stegemann davon abhalten lassen, die Politik Israels und die Aktivitäten von UN Watch genau zu beobachten und ggf. zu kommentieren.

Christian Müller, Mitglied der Redaktionsleitung Infospeber
Ekkehard W. Stegemann, am 21. September 2013 um 08:31 Uhr
@Prof. Dr. Ekkehard W. Stegemann: kann man Sie monströs beleidigen? Diesen Ausdruck aus den Mittelalter habe ich lange nicht gelesen… xlol
Rolf Raess, am 21. September 2013 um 10:09 Uhr
@ Rolf Raess

Ich empfehle Ihnen, einmal in das Schweizerische Strafgesetzbuch zu schauen, um sich über die zulässigen Grenzen von Meinungsäusserungen zu orientieren. Wenn ich Ihnen dabei behilflich sein soll, lassen Sie es mich wissen.

Prof. Dr. Ekkehard W. Stegemann
Ekkehard W. Stegemann, am 21. September 2013 um 11:15 Uhr
Es gibt keinen Weg zum Frieden, der Friede selbst ist der Weg. Ich empfehle den Konfliktbeteiligten das Buch von Marshall Rosenberg, mit dem Titel: Die gewaltfreie Kommunikation. Diese Empfehlung ist an alle Seiten gerichtet, auch an die Personen, deren Bedürfnisse bei diesem Meinungsabtausch verletzt worden sind. Eine Kommunikation welche die jeweiligen Beduerfnisse der Beteiligten sichtbar macht, und sich auf das Bewerten des Verhaltens und der Ansichten beschraenkt, dabei die Person jedoch unangetastet lässt, wäre sehr zu begruessen. Danke Gruss Beatus Gubler www.streetwork.ch.
Beatus Gubler, am 21. September 2013 um 13:16 Uhr
@ Beatus Gubler
Ich kann das nur unterstützen. Ich kenne das Buch noch nicht, das Beatus Gubler empfiehlt. Aber sicher ist richtig, dass wir sorgsam diskutieren müssen. Wer einen Kommunikationspartner verteufelt, hat das Prinzip einer Diskussion in demokratischen Verhältnissen nicht verstanden. Wenn Herr Meyer bereit ist, seine monströsen Vorwürfe gegen mich zurückzunehmen und sich zu entschuldigen, habe ich kein Problem mehr mit ihm.
Ekkehard W. Stegemann, am 21. September 2013 um 14:21 Uhr
Sehr geehrte Herren Müller und Gasche
Ich hoffe sehr, dass Sie nicht nur «prophylaktisch» entfernt haben, was Herr Meyer bei Ihnen absondern durfte. Was Sie jetzt entfernt haben, habe ich natürlich gespeichert. Wenn Sie es wieder aufschalten, hat das Konsequenzen.
Herr Meyer hat mich einen «Palästinenserfeind", einen «Islamophoben» genannt. Das haben Sie leider durchgehen lassen, obwohl es eine pure Verleumdung ist und keinerlei Anhalt an der Realität hat. Dies ist keine zulässige Meinungsäusserung, sondern eine Beschimpfung gewesen. Ferner - und das nehme ich Ihnen besoders übel - hat er mich bei Ihnen zu einem «Christlichen Zionisten» erklären dürfen, der nach seiner Definition am Ende die Juden, alle, vernichtet sehen will. Sie haben diesen Dreck auch noch veröffentlicht. Bei Ihnen hat er schon im Juni mitgeteilt, wie er Christliche Zionisten definiert. Ich hänge das an.
Sie können Israel, die UN-Watch, Audiatur und alles, was Ihnen meinungsmässig nicht passt, kritisieren. Wir leben Gott sei Dank in einem demokratischen Staat. Ich teile Ihre Meinung zu Israel wahrlich nicht. Aber ich bin ein Demokrat, der Meinungsäusserungen auf demokratische Weise, das heisst: argumentativ, kritisiert. Die Vorstellung, ich wollte Sie in Ihrer Kritik mundtot machen, ist absurd, verrät aber viel über Sie.
Gleichwohl ist es nicht hinnehmbar, dass Sie einen beleidigenden und verleumderischen Kommentar ins Netz gestellt haben. Der überschreitet jegliche Grenze, die im Strafgesetzbuch gezogen wird. Und diese Veröffentlichung desavouiert auch Ihren journalistischen Anspruch.
Ich hoffe sehr, dass Sie zur Seriosität kommen und bei ihr bleiben. Wenn Sie mit Herrn Meyer Kontakt aufnehmen, wie Sie ankündigen, bestellen Sie ihm, bitte, dass es mir sehr ernst ist. Ich werde gegen ihn rechtliche Schritte einleiten, falls er nicht seine Anschuldigungen auf Ihrer Seite zurücknimmt und sich entschuldigt. Das wird teuer für ihn. Und Sie werden mit infosperber dann in jedem Fall in der Verhandlung präsent sein, selbst wenn Sie in eine Klage nicht einbezogen würden. Letzteres hängt von Ihnen ab.
Beiträge an Ihre Stiftung infosperber sind steuerabzugsfähig. Stellen Sie dieses Privileg nicht auf die Probe. Ich werde nicht zögern, das in Frage zu stellen, wenn Sie weiterhin verleumderische und rufschädigende Kommentare veröffentlichen.

Mit den besten Grüssen
Ekkehard Stegemann

Hier der Text bei Ihnen:

Das typische SCHWEIZER Problem ist, dass wir hierzulande schlicht zu wenig und immer weniger Juden/Jüdinnen haben und daher im Gegensatz zu den USA das Thema Israel hauptsächlich von der Botschaft und den Christian Zionists bearbeit wird. Zu deren Geschichte siehe das oben zitierte Standardwerk von Mearsheimer und Walt. Die Sekte ist hierzulande ein US-Import. Das perfide daran ist, dass diese «Zionisten» eigentlich daran glauben, dass beim nahen Weltuntergang alle Juden zuerst dran glauben müssen und sie selber dann dann als das WAHRE Israel das Heil erlangen. Chomsky nennt sie daher zu Recht die HÄRTESTEN ANTISEMITEN. Nun ist aber die (pseudo)christliche Apokalypse für die israelischen rechtsaussen-Regierungen kein Problem. Für religiöse ist sie ein irrevanter Text, für säkulare kommt weder der jüdische noch der christliche Messias so bald. Was zählt ist deren fanatische Unterstützung des biblischen Gross-Israel und insbesondere die Spenden für die Siedlerbewegung. Sie heissen diese falschen Freunde deshalb ebenso scheinheilig willkommen. Auch wenn diese den nahen Osten in Kriegen untergehen sehen wollen, damit der Messias textkonform kommen kann.

Werner T. Meyer
Ekkehard W. Stegemann, am 21. September 2013 um 14:41 Uhr
@Dr. Prof. W. Stegemann : Als ehemaliger Informatiker muss ich aufklärend anfügen, keinesfalls gewalttätige Kommunikation billigend, dass diese Blogs einen Nachteil haben. Sie können nur geprüft und korrigiert werden, wenn der Inhalt bereits in der Öffentlichkeit steht. Denn sie funktionieren in Echtzeit. Der zweite Nachteil ist, daß womögliche starke Gefühle dadurch verstärkt werden, das man sich nicht gegenüber sitzt, sondern meist alleine am PC befindet. Es fehlt also an einem direkt anwesenden Mediator, einem Diskussionsleiter. Somit wird es oft auch schwierig, dass das was Personen sagen, und dass was man automatisch aus dieser Aussage interpretiert, auseinander gehalten und differenzierend betrachtet werden kann. Auch fehlt die Sichtbarkeit der Koerpersprache. Das jemand etwas in einen Blog schreibt, bedeutet auch nicht, dass der Halter des Blogs damit einverstanden ist oder den Inhalt erlaubt. Darum ist es wichtig, den Halter eines Blogs sofort auf verbale Uebergriffe aufmerksam zu machen, da es immer eine gewisse Zeit dauert, bis er erst alles kontrollieren kann. Ohne zu verharmlosen, werden aufgrund dieser Nachteile in den Blogs oft Suppen genau so heiss gegessen wie sie auch gekocht wurden. Ich denke, diese Faktoren gilt es, trotz womoeglich schmerzlicher Erfahrungen, zu beruecksichtigen. Mit freundlichen Gruessen B. Gubler
Beatus Gubler, am 21. September 2013 um 15:40 Uhr
Lassen Sie doch die Suppen kochen, Herr Gubler. Es ist doch lustig, wie sich einige Teilnehmer an diesen schriftlichen Diskussionen immer wieder selbst entblössen ohne es zu merken. Das lässt oft tief blicken…
Rolf Raess, am 21. September 2013 um 16:09 Uhr
@Rolf Raess, danke, das ist wahr, jedoch, verhindern kann ich es ohnehin nicht, aber ein Bewusstsein dafür schaffen, dass die Beteiligten dies bemerken, wie sie selber unter dem Einfluss des Fühlens und der eigenen Bedürfnisse interagieren, das war mir wichtig. Es erweitert den Horizont, meinen sowie diejenigen der Anderen. Das kann ja nicht schaden, und eben, es lässt tief blicken, so ganz nebenbei....... Gruss und einen guten Wochenstart allen Beteiligten Beatus Gubler www.streetwork.ch
Beatus Gubler, am 22. September 2013 um 22:53 Uhr
Lieber Professor Stegemann,
Die Sache ist doch ganz einfach. Ich bin noch so gern bereit, eventuelle Missverständnisse zwischen uns auszuräumen.
Stellen Sie doch kurz klar dass:
- Sie den Christlichen Zionismus nicht unterstützen. Dass man also aus Christlicher Sicht aus der Bibel keine Aussagen über politische Grenzen im nahen Osten ableiten kann.
- Sie auch einen Palästinenserstaat (Zweistaaten- oder Einstaaten-lösung) befürworten.
- Dass auch Sie unser kulturelles Erbe als Judäo-Christlich-Islamisch sehen.
Dann will ich gerne anerkennen, dass Sie kein Feind von Palästinensern oder Muslimen sind.
Wenn Sie sich auch dazu entschliessen können,
- Unseren Genossen Jean Ziegler nicht persönlich zu attackieren,
- Keine Vorwürfe von Antisemitismus gegen unseren verehrten Professor Johan Galtung – den Pionier der Friedensforschung in Europa – mehr zu erheben,
wird es zudem kaum mehr Anlass geben, dass wir persönlich aneinander geraten und ich werde Ihnen ihren guten Willen gerne bestätigen.
Mit freundlichen Grüssen
Danzig, 25.9.2013
Werner T. Meyer
Werner.meyer7@bluewin.ch
Werner Meyer, am 25. September 2013 um 11:19 Uhr
Sehr geehrter Herr Meier
Sie schreiben offenbar aus dem polnischen Gdansk - Revanchisten gebrauchen den Begriff «Danzig". Da hätten Sie eigentlich Gelegenheit, antisemitischer und rassisstischer Verbrechen zu gedenken und darüber nachzudenken, welches Unheil angerichtet wurde und wird, wenn man Juden, aber auch andere Mitbürger verleumdet und herabsetzt. Antidemokraten jeder Couleur haben sich immer mit Brutalität (in Wort und später auch mit Tat) über eine differenzierte demokratische Diskussion hinweggesetzt und jeden, der sie argumentativ in Frage gestellt hat, verleumdet, wenn möglich auch gefoltert und vernichtet. Sie haben aus ihrer mich betreffenden Verleumdungsperspektive eingefordert, dass ich mich doch deutlich zu bekennen hätte, damit sie mich nicht weiter verfolgen. Die Bedingungen dafür stellen natürlich auch Sie. Der Rechtsstaat, der Ihnen vorschreibt, die Ehre von Mitmenschen nicht zu verletzen, interessiert Sie überhaupt nicht. Das erinnert mich an ziemlich unselige Zeiten in Nazideutschland. Sie stehen mit Ihrer absoluten Wahrheit darüber. Sie sind natürlich der Richter. Aber anderes als das, was Sie sich in Ihrem ziemlich engen Weltbild vorstellen können und mit quasi-religiösem Fanatismus für Ihre Götzen Ziegler und Galtung sektiererisch und ohne die Einschaltung eines ethischen Teils Ihres Gehirns hier vortragen, ist die Wirklichkeit. Ziegler ist ein erbärmlicher Wicht, sowohl philosophisch wie ethisch. Er hat zunächst gelogen, aber nun doch eingeräumt, einen «Menschenrechtspreis» angenommen zu haben, den sein Freund Ghadaffi, ein Kapitalverbrecher, ihm überreicht hat. So lese ich jedenfalls. Und Ziegler hat das offenbar gerade selbst eingeräumt. Und der seine antiisraelischen Vorurteile auslebende Galtung wurde mit Recht aus Basel rausgeworfen.Nun soll er in Lörrach sein Unwesen treiben.
Sie haben Ihre Götzer, Ihre Idole. Aber ich finde es sehr gut, den Verstand zu gebrauchen und sich nicht von negativen Affekten des Hasses und Rattenfängern verführen zu lassen.
Senden Sie mir doch bitte Ihre Adresse, so dass ich dann persönlich mit Ihnen Kontakt aufnehmen kann.
Beste Grüsse aus Basel ins polnische Gdansk
Ekkehard Stegemann
Ekkehard W. Stegemann, am 25. September 2013 um 20:28 Uhr
Sehr geehrter Professor Stegemann,

Meine Email-Adresse habe ich in meiner letzten Mail ja angegeben:
Darauf habe ich wohl am Freitag wieder Zugriff.

werner.meyer7@ bluewin.ch

Die Snail-Mail-Adresse ist
Werner.Meyer
Jupiterstrasse 1/ 2391
CH-3015 Bern
(Bitte bis Montag auf Antwort warten - Sorry)

I habe mich in meinem letzten Blog-Eintrag darauf konzentriert, die sachlichen Differenzen aufzulisten. Ich hoffe, wir können dort wieder ansetzen.

Mit freundlichen Grüssen
Werner T. Meyer
Werner Meyer, am 25. September 2013 um 22:15 Uhr
Wie Rolf Raess, am 21. September 2013 um 16:09 Uhr schrieb, lässt dieser Schriftverkehr sehr tief blicken.
Über den letzten Beitrag von Ekkehard W. Stegemann, vom 25. September 2013 um 20:28 Uhr bin richtig gehend erschrocken: der Hass der dort Jean Ziegler - bei allen Fehlern die er gemacht hat - entgegenschlägt. Ungeheuerlich!
Das von Ekkehard W. Stegemann Werner Meyer unterstellte «ziemlich enge Weltbild» trifft offensichtlich auch auf ihn zu. Anders ist das und die Drohung, gegen Werner Meyer rechtlich vorzugehen, nicht zu interpretieren...
Urs Dietschi, am 26. September 2013 um 06:52 Uhr
Jaja, es ist hochinteressant, auch wenn ich die Wunden und Bedürfnisse der streitenden Parteien nicht berühren will. Hinter allem was ein Mensch ja tut, und sei es noch so dramatisch, verbirgt sich ja immer eines seiner Bedürfnisse. (M. Rosenberg) Es ist offenbar für beide Parteien eine schwierige Situation, da Personen angesprochen und bewertet werden, statt einfach deren Handlungen. Ich finde viele Handlungen von Jean Ziegler eine grossartige Leistung, und eine eventuelle Entgegennahme des Gaddafi-Preises könnte eine gute Strategie gewesen sein, um damals die angespannte Situation zu verbessern. Zudem, wer perfekte Vorbilder oder Freunde sucht, wird ein sehr einsamer Mensch sein. Gruss Beatus Gubler www.streetwork.ch Basel
Beatus Gubler, am 26. September 2013 um 07:53 Uhr

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