Hersteller Merck: Werbung für den Impfstoff Gardasil © cc

Gebärmutterhalskrebs: HPV-Impfung am Pranger

Barbara Marti / 06. Apr 2014 - Die Impfung soll vor Krebs schützen. Jetzt leidet eine junge Frau unter schweren Nebenwirkungen – und hat den Hersteller angezeigt.

In Frankreich hat eine junge Frau den Hersteller einer Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs und die Behörden schon vor einigen Monaten angezeigt, doch liegt noch keine Anklage vor. Gutachten machen für ihre gesundheitlichen Probleme die Impfung mitverantwortlich.

Der Hausarzt hatte Marie-Océane Bourguignon vor vier Jahren geraten, sich gegen Gebärmutterhalskrebs impfen zu lassen. Danach spürte die damals 15-Jährige Kribbeln in Armen und Beinen und hatte manchmal kein Gefühl mehr in den Beinen. Sie bekam Schwindel- und Brech-Anfälle und verlor zeitweise die Sehkraft.

Im Krankenhaus stellten die Ärzte eine Entzündung des zentralen Nervensystems, eventuell multiple Sklerose, und einen möglichen Zusammenhang mit der Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs fest. Der Gesundheitszustand der jungen Frau stabilisierte sich erst nach zwei Jahren. Bis heute leidet sie unter gesundheitlichen Beschwerden, berichtet die Regionalzeitung «Sud Ouest».

Gutachten stellen Zusammenhang fest

Aufgrund zweier Gutachten hat die Schlichtungs- und Entschädigungskommission für medizinische Unfälle der Region Aquitaine einen «Kausalzusammenhang» zwischen Gardasil, einer Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs, und der entzündlichen Reaktion des Nervensystems von Marie-Océane Bourguignon festgestellt. Die Kommission sprach der jungen Französin eine Entschädigungszahlung zu, wenn auch in reduzierter Höhe. Es müsse berücksichtigt werden, dass ihr Zustand vor der Impfung unbekannt sei. Möglich sei eine genetische Empfindlichkeit.

Hersteller bestreitet Zusammenhang

Der Gardasil-Hersteller Sanofi Pasteur MSD will jedoch gar keine Entschädigung zahlen. Wissenschaftlich sei bisher kein Zusammenhang zwischen der Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs und den Beschwerden der jungen Frau nachgewiesen worden. Der Entscheid der Schlichtungs- und Entschädigungskommission basiere nicht auf wissenschaftlichen Beweisen, sondern bloss darauf, dass die Impfung und die Beschwerden zeitlich zusammengefallen sind.

Aufsichtsbehörden mit am Pranger

Letzten Herbst hat Marie-Océane Bourguignon aufgrund der beiden Gutachten Klage eingereicht gegen den Gardasil-Hersteller Sanofi Pasteur MSD und gegen die französischen Gesundheitsbehörden. Der Nationalen Agentur für Sicherheit von Medikamenten und Gesundheitsprodukten wirft die Klägerin vor, die Risiken von Gardasil aufgrund wiederholter Warnungen gekannt zu haben. Trotzdem werde die Impfung jungen Frauen weiter empfohlen und die Kosten erstattet.

Mit der Klage will die heute 19-Jährige die Öffentlichkeit auf die Risiken der Impfung aufmerksam machen. «Meine Mutter und ich haben uns die Frage nach den Nebenwirkungen oder irgendeiner Gefahr nie gestellt.» Ende des letzten Jahres haben in Frankreich neun weitere Frauen Klagen eingereicht. Camille Kouchner, eine Anwältin der Klägerinnen, hat weitere Klagen angekündigt. Sie spricht von einem «Arzneimittelskandal».

Wirksamkeit und Risiken sind unbekannt

Gardasil ist 2006 als erste Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs zugelassen worden. Mittlerweile empfehlen Gesundheitsbehörden weltweit, junge Mädchen zu impfen. Die Wirksamkeit und die langfristigen gesundheitlichen Risiken und Nebenwirkungen sind jedoch bis heute weitgehend unbekannt.

In Japan hat die Regierung letztes Jahr die Empfehlung, junge Mädchen gegen Gebärmutterhalskrebs zu impfen, ausgesetzt. Das Gesundheitsministerium will Berichte von schweren Nebenwirkungen überprüfen, bevor es erneut entscheidet.

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upg. Dieser Beitrag erschien zuerst auf frauensicht.ch. Die grossen Schweizer Medien haben über den Fall «Marie-Océane Bourguignon» nur mit einer Mini-Meldung berichtet. Der Bundesrat verteidigte Gardasil im Dezember 2013: Der Impfstoff gelte als sehr effektiv und sein Nutzen-Risiko-Profil sei positiv, sagte Bundesrat Alain Berset während einer Fragestunde im Nationalrat.

Seit Einführung im Jahr 2006 habe Swissmedic insgesamt 154 Meldungen vermuteter unerwünschter Wirkungen erhalten. 26 Prozent der Meldungen seien als medizinisch wichtig eingestuft worden, 11 Prozent oder rund 16 Fälle hätten eine Hospitalisierung zur Folge gehabt. Der Bundesrat sieht jedoch keinen Handlungsbedarf, da es keine Häufungen von Meldungen gegeben habe. Allerdings gibt es in der Schweiz keine Meldepflicht.

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Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

Keine.

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21 Meinungen

Guten Tag liebe Leser und Leserinnen
Mich wundern diese Ereignisse schon lange nicht mehr. Manches Medikament ist gar keines, sondern lediglich ein Tauschmittel gegen ein kleineres oder grösseres Übel. Man vertreibt sozusagen Flöhe mit Läusen, und umgekehrt. Mit dem Kauf unterschreibt man sozusagen einen unsichtbaren Vertrag, dass wenn sie an den Flöhen sterben, die sie nun anstelle von Läusen bekommen, dann sind sie ganz alleine selber Schuld, denn es trifft ja nur einen von 1000, die an Flöhen schaden davon tragen. Medikamente sind oft Mehrheitsrechnungen, wenn ein Medikament 1000 Personen rettet, aber 200 umbringt, so ist der Nutzen 800 überlebende, und eine volle Kasse der Pharmaindustrie. Getestet werden Medikamente nicht an Einzelpersonen, deren Stoffwechsel und somit Reaktion eventuell abweicht von den Reaktionen anderer, sondern an der breiten Masse. Und hier beginnt das Problem: Die breite Masse trinkt zu 60% Alkohol, raucht zu 30%, nimmt Psychopharmaka zu 12%, und dann kommt noch die Dunkelziffer des einen oder anderen dazu. Natürlich wird bei der Auswahl der Testpersonen auf solche Dinge geachtet, doch was für ein Witz, die Testpersonen sind meistens Arme, welche sich so ein Brötchen extra verdienen müssen, und sich Ehrlichkeit beim rekrutieren als Versuchsperson kaum leisten können. Und es wird erst aufhören, wenn der Staat die volle Kontrolle über Pharmazie, Krankenkasse und Ärzteschaft hat. Denn Raubtierkapitalismus und «Heilen» sind nicht kompatibel.
Beatus Gubler, am 06. April 2014 um 16:50 Uhr
http://www.zgf.bremen.de/sixcms/media.php/13/hpv_impfung_dokumentation_fachtagung_201311.pdf findet
"Insgesamt waren sich die anwesenden ExpertInnen
darin einig, dass die HPV-Impfung eindeutig wirksam ist
und vor den Virentypen, gegen die geimpft wird, sowie
vor durch diese Typen ausgelösten Läsionen schützt,
allerdings nur, wenn vorher keine Infektion vorlag."

http://www.bmj.com/content/348/bmj.g1458 findet
"The adjusted odds ratio for exposure to three doses of HPV vaccine compared with no vaccine was 0.54 (95% confidence interval 0.43 to 0.67) for high grade cases"

Also doch wirksam.
Dan Kegel, am 07. April 2014 um 00:31 Uhr
Kann sein, die Zeit wird es Zeigen. Medikamente sind immer eine Kosten-Nutzen Rechnung, nicht nur im Portemonnaie, sondern auch in den Nebenwirkungen. Das lässt sich nie ganz verhindern, aber minimieren. Deshalb sind ja Medikamente nicht einfach schlecht, im Gegenteil. Aber ein anderer Umgang mit Marketing, Testen und beobachten und erfassen möglicher Nebenwirkungen wäre schon wünschenswert.
Beatus Gubler, am 07. April 2014 um 01:28 Uhr
Na, hervorragende, industrieunabhängige Studien über Wirksamkeit ( siehe z.B. http://www.bmj.com/content/348/bmj.g1458 ) und Sicherheit ( siehe z.B. http://www.bmj.com/content/347/bmj.f5906 ) gibt es schon.
Was darf es sonst noch sein?
Dan Kegel, am 07. April 2014 um 05:49 Uhr
Wenn jemand etwas einfach zu 100% vorbehaltlos glaubt, weil Studie, Statistik, ein weisser Kittel, eine Bibel oder jemand mit viel Geld etwas behauptet, oder ein finanzträchtiger berühmter Name darüber steht, kann man nichts machen. Wenn jemand glaubt dass es absoluta gibt, oder dass ein Stein ein Baum sei, sind wir alle völlig machtlos. Da bringt keine Diskussion etwas. Alles nur verlorene Zeit. Die Literatur ist voll von solchen Beispielen, für das Glauben, das zwanghafte Glauben um eventuell Ängste zu binden, wurde früher gemordet, sogar von der Kirche. Also entziehe ich mich hier der Diskussion. Diejenigen welche gemeint sind, werden es schon merken. Am Schluss ist die Erde dann plötzlich wieder eine Scheibe. Ich will Fakten, will diese Fakten sehen, und ich sehe immer wieder dass es keine einzige Studie gibt, welche im nachhinein zu 100% mit den Fakten übereinstimmt. Ich habe Augen im Kopf und ein Gehirn um selber zu denken und nicht um einen vorverdauten Brei eines Pharmavertreters oder Leichtgläubigen zu schlucken. Es gab schon zu viele Tote welche nicht hätten sein müssen. (Z.B. Buch: Bittere Pillen...u.s.w.) Wünsche allen einen schönen Tag.
Beatus Gubler, am 07. April 2014 um 16:47 Uhr
Beatus hat völlig recht, wenn er sagt, «Wenn jemand glaubt dass es absoluta gibt, oder dass ein Stein ein Baum sei, sind wir alle völlig machtlos."
Gerade darum sind objective Beweismittel so wichtig.

Andreas, haben Sie konkrete Einwände gegen die zwei obergenannte Studien ( http://www.bmj.com/content/348/bmj.g1458 und http://www.bmj.com/content/347/bmj.f5906 ) ?
Dan Kegel, am 07. April 2014 um 17:02 Uhr
Andres, wo denn? https://www.google.com/search?q=hpv+site%3Awww.infosperber.ch findet nur diese Seite :-(
Dan Kegel, am 07. April 2014 um 18:28 Uhr
Ich werfe hier einfach mal die Begriffe: Gefälligkeitsgutachten und Gefälligkeitsstudien in die Runde. Und erinnere an den Witz von 1968 wo eine Studie auftauchte in den Usa, welche angeblich rauchen als unschädlich bezeichnete, unterschrieben war die Studie von einem Dr. Marlboro. Studenten hatten damals diese gefälschte Studie in Umlauf gebracht, und es dauerte Monate bis jemand merkte, dass es nur ein Witz war. Und weiterhin kennt ja fast jeder die Heisenbergsche Unschärferelation. Studien sind meiner Erfahrung nach «Annäherungen an womögliche Muster» und nicht mehr. Sie sind sinnvoll, das ist klar, sofern sie nicht als Absoluta betrachtet werden, sauber geführt werden, und nicht Gefälligkeitsstudien sind. Studien in den Bereich von Dogmen zu rücken, betrachte ich als sehr riskant. Z.B. Die Beipackzettel der Medikamente haben sich in den letzten 10 Jahren dank Studien verbessert.
Beatus Gubler, am 07. April 2014 um 20:32 Uhr
OK, aber haben Sie http://www.bmj.com/content/348/bmj.g1458 oder http://www.bmj.com/content/347/bmj.f5906 gelesen, und haben Sie etwas konkretes gegen diese zwei Studien (statt Studien im allgemeinen) einzuwenden?
Dan Kegel, am 07. April 2014 um 20:40 Uhr
Meine Fachkenntnisse und meine Englischkenntnisse reichen nicht aus, um explizit eine möglichst objektive Beurteilung dieser beiden Studienfassungen ab zu geben. Aber das haben Sie schon im voraus gewusst, darum haben sie mir diese Frage gestellt. Meine Vorurteile gründen auf den bisherigen Erfahrungen, auch das wissen sie. Wer weiter denkt als nur bis zur eigenen Haustüre, wird deshalb mich hier nicht als diskreditiert ansehen, und auch meine Zweifel nicht. Für wen arbeiten Sie, Herr Kegel?
Beatus Gubler, am 08. April 2014 um 08:42 Uhr
Verzeihung! Ich bin Amerikaner, habe eigentlich keine Ahnung wie weit verbreitet Englischkenntnisse in Deutschland sind.

http://www.tagesspiegel.de/wissen/schutz-gegen-krebs-impfung-verhindert-vorstufen-von-gebaermutterhalskrebs/9570456.html beschreibt http://www.bmj.com/content/348/bmj.g1458 so:

"Mithilfe von Registern und Gewebedatenbanken haben Forscher um Elizabeth Crowe von der Universität von Queensland in Brisbane den Impfstatus von 103 353 Australierinnen, die zwischen 2007 und 2011 ihren ersten Abstrich (Pap-Test) beim Frauenarzt hatten, mit den jeweiligen Testergebnissen abgeglichen. 10 887 der Frauen hatten auffällige Zellveränderungen am Gebärmutterhals, schreiben die Forscher im Fachblatt „British Medical Journal“. 19 Prozent hatten alle drei Impfdosen bekommen. Bei 1062 Frauen stuften die Ärzte die Veränderungen als „schwer“ ein – von ihnen hatten elf Prozent einen vollständigen Impfschutz.
Aus den Daten errechnete das Team um Crowe, dass die Impfung 46 Prozent aller schweren, behandlungsbedürftigen Krebsvorstufen und 34 Prozent der anderen Zellveränderungen verhindert."

Also Impfung vor dem ersten Abstrich scheint das Risiko von CIN3 in Australien halbiert zu haben.

Ich werde eine deutsche Kurzfassung von der anderen Studie suchen, jetzt muss ich aber den Rasen mähen :-)

(Ich habe Biologie bei Caltech studiert, und bekam ein Bachelor's degree in Biologie und Ingenierwesen. Seitdem arbeite ich als Softwareingenieur, und Biologie ist nur mein Hobby.)
Dan Kegel, am 08. April 2014 um 16:48 Uhr
http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/56143/Studie-bestaetigt-Sicherheit-von-HPV-Impfstoff beschreibt http://www.bmj.com/content/348/bmj.g1458 so:

"Die Impfung gegen humane Papillomviren (HPV) hat in Dänemark und Schweden im Allgemeinen nicht zu einem Anstieg von Autoimmunerkrankungen, neurologischen Erkrankungen oder venösen Thromboembolien geführt....

Die Assoziation des Influenza A/H1N1-Impfstoffs Pandemrix mit vermehrten Narkolepsien bei Kindern hat zu der Befürchtung geführt, dass auch die HPV-Impfung diese oder andere Autoimmunerkrankungen auslösen könnte. Lisen Arnheim-Dahlström vom Karolinska Institut in Stockholm und Mitarbeiter haben deshalb zu diesen Fragen die Patientenregister in Schweden und Dänemark ausgewertet.

In beiden Ländern wird der quadrivalente Impfstoff Gardasil von Sanofi Pasteur MSD eingesetzt. Zwischen 2006 und 2010 wurden fast 300.000 Mädchen im Alter zwischen 10 und 17 Jahren geimpft. Sie erhielten fast 600.000 Impfdosen. Die Forscher haben untersucht, ob es in den ersten 180 Tagen nach den einzelnen Impfungen häufiger zu Einträgen zu 53 Diagnosen in landesweiten Patientenregistern gekommen ist, die sowohl ambulante als auch Krankenhausbehandlungen erfassen....
Für drei Autoimmunerkrankungen wurde ein Signal gefunden. ...
Arnheim-Dahlström ist der Ansicht, dass die Signale ... nicht auf tatsächliche Risiken hinweisen, da bei allen drei Erkrankungen nur jeweils eines von drei Kritierien zur „Signalverstärkung“ erfüllt waren."
Dan Kegel, am 09. April 2014 um 04:56 Uhr
Ich denke, diese Studien zeigen, dass die Autorin falsch hatte, als sie schrieb «Wirksamkeit und Risiken sind unbekannt". Oder?
Dan Kegel, am 11. April 2014 um 04:32 Uhr
Ich würde es sicher anders formulieren. Doch bei den vielen Vorfällen welche es schon gab, wundert es mich nicht, das bei Pharma-Kritik oft mit einer heissen Feder geschrieben wird. Was sind die Langzeitfolgen des Wirkstoffes ist dann immer noch die zweite Frage, ich erinnere an den Fall Contergan. Als die dramatische Nebenwirkung von Contergan bekannt wurde, wurde wieder überreagiert, und das Medikament welches ansonsten hervorragende Eigenschaft besitzt, wurde nun vom Himmel in die Hölle befördert. Das ganze Studien, Zulassungs und Beurteilungswesen von Medikamenten ist von existentialistischen Aengsten, Erfolgsdenken und Marktanteilkämpfen so durchzogen, Patienten wie Aerzte wurden so oft belogen, betrogen und manipuliert, siehe Tamiflu, dass es eigentlich Zeit würde ein zu sehen, dass das ganze Pharmawesen in die Hände des Staates gehört, jenseits von Konkurrenzkampf und Gewinnstreben. Nur so werden Studien objektiver werden, und objektive gute Studien auch wieder die Anerkennung erhalten welche ihnen zusteht.
Beatus Gubler, am 11. April 2014 um 07:14 Uhr
Andreas schrieb «Die HPV Impfung ist sicherlich wirksam". Beatus, stimmen Sie ihm zu?

Er schrieb auch «haben wir alle Daten absolut transparent zur Sicherheit unserer Mädchen / jungen Frauen tatsächlich analysieren können?!"

Nehmen wir die schwedische Sicherheits-Studie ( http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/56143/Studie-bestaetigt-Sicherheit-von-HPV- / http://www.bmj.com/content/347/bmj.f5906 ) unter die Lupe.
Andreas, haben Sie etwas gegen diese Studie einzuwenden?

Sie ist von der Schwedische Stiftung für strategische Forschung finanziert
( http://www.stratresearch.se/en/wwwstratresearchcom/Research/?IFrameUrl=http://web.ssf.3ddata.se/page.asp?goto=Ansokan.&eid=QHU9MiBGb25kSUQ9MTk1IEFuc0lEPTQ3NTY= ), ist also wenigstens nicht direct von der Industrie abhängig.
Dan Kegel, am 11. April 2014 um 15:58 Uhr
Herr Keusch,
Sie haben geschrieben, dass man die Studien von den Pharmafirmen nicht vertrauen kann, und Sie haben unabhängige Studien gefördert. Ist diese Kurzfassung akkurat?

Ich habe keine Interessenskonflikte; ich arbeite nicht in der Branche, und besitze (so weit ich weiss) keine Pharmaaktien.

Ich habe den gleichen Zugang zu Rohdaten wie Sie. Wie ich schon gesagt habe, Biologie ist nur mein Hobby.
Dan Kegel, am 12. April 2014 um 08:24 Uhr
Also, was halten Sie von http://www.alltrials.net/home/german-translation/ ?
Dan Kegel, am 12. April 2014 um 16:18 Uhr
Und was halten Sie von http://www.badscience.net (Blog von einem der Gründer von AllTrials)?
Dan Kegel, am 12. April 2014 um 17:46 Uhr
@ Andreas Keusch, Ihr Text: Zu jeder Studie, egal welcher Herkunft, muss gegenüber interessenskonfliktfreien Spezialisten...usw. Mit diesem Text, seinem Inhalte, kann ich voll übereinstimmen. Vortrefflich formuliert. Und solange Staat und Wirtschaft noch nicht strikte von einander getrennt sind, kann man eine Kontrolle auch nicht dem Staatsapparat überlassen. Unsere Regierung ist dermassen von den Multinationalen Grosskonzernen unterwandert und korrumpiert, dass eine staatliche Kontrolle den Filz und die vielen Gefälligkeitsgutachten und Gefälligkeitsstudien nur noch fördern würde.
Beatus Gubler, am 12. April 2014 um 18:23 Uhr
Herr Keusch,
Sie fordern, dass «gegenüber interessenskonfliktfreien Spezialisten... volle Transparenz der Studienrohdaten gewährt werden". Erfüllt die Studie http://www.bmj.com/content/347/bmj.f5906 dieses Kriterium? Mal sehen:

Sie nennt drei Quellen für dänischen Rohdaten:
- das Zentralen Personenregister (CPR), http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17150149
- the childhood vaccination database at Statens Serum Institut, http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17181438
- the Danish National Patient Register, http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21775347
Zugang ist Wissenschaftler gestattet:
http://sjp.sagepub.com/content/39/7_suppl/12.full.pdf

Es scheint Ihre Kriterium zu erfüllen, wenn ich nichts verpasst habe.

Also... bleibt etwas übrig, bevor Sie zu dieser Studie Stellung nehmen können?
Es ist ja lesenswert.
Dan Kegel, am 14. April 2014 um 05:44 Uhr
Wissen Sie, Herr Keusch, ich lese seit Jahren die Metaanalyse von Cochrane; die sind echt gut (wenn auch noch nicht perfekt - z.B. https://www.iqwig.de/download/Vortrag_High_dropout_rates_in_trials_included_in_Cochrane_Reviews_.pdf )
Also, ich bin schon mit http://en.wikipedia.org/wiki/Hierarchy_of_evidence vertraut, Sie mussen mich nicht belehren.

Ich bin auch mit diesem Wald vertraut. Es hat Bäume (Studien) von verschiedene Qualität, und man muss mal näher gucken, wenn man gutem Holz holen will.

Also, Sie finden http://www.bmj.com/content/347/bmj.f5906 (eine ganz grosse Studie von 300.000 Beimpften) lesenswert, und wahrscheinlich auch unabhängig und transparent. Gut. Zum nächstem Baum! Was halten Sie von http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21907257 (volltext: http://media2.wishtv.com/_local/pdf/Vaccine_Safety_Datalink_HPV_vaccine_study.pdf )? Das ist noch eine grosse Sicherheitsstudie, mit ungefähr 200.000 Beimpften, ebenfalls mit Rohdaten aus Register zu denen Zugang für Wissenschaftler gestattet ist.

Beiden Studien haben keine Sicherheitproblemen mit Gardasil gefunden.

Können Sie eine seriöuse Studie vorlegen, die ein Sicherheitsproblem mit Gardasil gefunden hat?
Dan Kegel, am 14. April 2014 um 16:58 Uhr

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