Wachstumswahn führt zu einer Wegwerfgesellschaft auf Kosten der Ärmsten und künftiger Generationen © Frogbox

Mit Ecopop gegen den Wachstumswahn – wie sonst?

Urs P. Gasche / 23. Nov 2014 - Die Mehrheit der Ecopop-Gegner bekämpft eine strikte Raumplanung, Landschaftsschutz und den Zweitwohnungs-Stopp. Profit geht vor.

Die Wirtschaft und deren Politiker möchten ein möglichst starkes Wachstum der Wirtschaft. Darum sind sie an möglichst vielen Einwohnern interessiert. Denn Industrieunternehmen, Banken und Versicherungen können mit 12 Millionen Einwohnern Umsätze erzielen, die ein Drittel grösser sind als mit 9 Millionen.

Von Migros oder Coop über die Bauwirtschaft, die Versicherungen und Banken bis zu den Fluggesellschaften profitieren alle. Denn wenn sich in der Schweiz mehr Menschen ansiedeln, können diese Unternehmen mehr von ihren Flugtickets, Policen, Lebensmitteln, Möbeln, Immobilien oder Medikamenten verkaufen sowie mehr Häuser und 6-spurige Autobahnen bauen. Damit erzielen sie höhere Umsätze und Gewinne, ohne sich anstrengen zu müssen.

Kleinere Kuchenstücke

Pro Kopf gerechnet bliebe das Bruttoinlandprodukt BIP allerdings unverändert. Der grössere Kuchen würde einfach auf 12 statt auf 9 Millionen Menschen aufgeteilt. Bereits seit dem Jahr 1990 wächst die Wirtschaft zu mehr als der Hälfte nur «dank» dem Wachstum der Bevölkerung. Doch auch das noch leicht wachsende Bruttoinlandprodukt pro Person verbessert die Lebensqualität vieler Menschen schon lange nicht mehr. Im Gegenteil: Mehr Wohnlagen mit Lärm, zersiedelte Landschaften, längere Reisen zur Arbeit, längere Wege in die Natur, weniger Bewegung, mehr Stress. «Die Bevölkerungszunahme hat zwei Drittel der Bevölkerung nicht reicher, sondern ärmer gemacht», bilanzierten die Wirtschaftsautoren Philipp Löpfe und Werner Vontobel in ihrem Buch «Aufruhr im Paradies».

Nach Annahme der Ecopop-Initiative könnte die Bevölkerung jedes Jahr noch um über 30'000 Personen zunehmen: um 16'000 durch Netto-Zuwanderung (bei 75'000 Auswanderern also 91'000 Einwanderer) und um 15'000 wie bisher durch Geburtenüberschuss.

Pro-Kopf-Konsum soll zunehmen

Die Wirtschaft träumt allerdings nicht nur von einem ewigen Wachstum der Bevölkerung. Sie träumt auch von einer ewigen Steigerung der Konsumausgaben pro Person. Erfreulicherweise gelingt es dem Erfindergeist, dass wir die gleichen Waren und Dienstleistungen mit immer weniger Arbeit herstellen können. Man nennt das Produktivitätsfortschritt. Dieser erlaubt uns, entweder für die gleichen Bedürfnisse weniger zu arbeiten, oder gleich viel zu arbeiten und dafür immer mehr Produkte zu kaufen. Die Konzerne möchten das Zweite: Wir alle sollen unseren Konsum möglichst steigern. Euphorisch meldet die Tagesschau, die Wirtschaft sei jetzt um 1,8 statt «nur» 1,2 Prozent gewachsen. Was denn genau gewachsen ist, wird nicht erwähnt. Den Wachstumspredigern ist es egal, ob mehr Häuser energetisch saniert oder mehr Zweitwohnungen gebaut wurden, ob mehr Velos oder mehr benzin- und rohstofffressende Off-Roader verkauft wurden. Hauptsache, die Wirtschaft und das BIP wachsen.

In unserem Buch «Schluss mit dem Wachstumswahn» haben Hanspeter Guggenbühl und ich aufgezeigt, dass die weitere blinde Fixiertheit auf das Wachstum des Bruttoinlandprodukts uns und nachfolgenden Generationen mehr Schaden als Nutzen bringt und einschneidende Wirtschafts- und Finanzkrisen unausweichlich machen.

Nicht enkeltauglich

Die Verschwendungswirtschaft der Industriestaaten ist schon längst nicht mehr enkeltauglich. Selbst die bereits lebenden 3,5 Milliarden Menschen in China, Indien und Afrika könnten unmöglich so leben wie wir. Trotzdem sollen wir jedes Jahr noch mehr konsumieren und noch mehr Energie, Rohstoffe und fruchtbares Land für uns beanspruchen.

Die Wachstumspolitik der Industriestaaten hinterlässt dem Rest der Welt und den eigenen Nachkommen einen geplünderten Planeten, hochradioaktiven Atommüll und einen riesigen finanziellen Schuldenberg.

Zum Glück spüren immer mehr Menschen, dass ein blinder Wachstumswahn unsere Lebensqualität und diejenige unserer Nachkommen verschlechtert.

  • Eine konsequente Raumplanung,
  • einen besseren Landschaftsschutz,
  • eine ökologische Steuerreform,
  • Kostenwahrheit im Verkehr,
  • Einschränkungen für Wegwerfprodukte,
  • das Abschaffen der Mengenrabatte beim Stromverbrauch,
  • eine konsequente Umsetzung des Zweitwohnungsverbots.

Für alle diese und ähnliche Anliegen hatten sich die meisten Ecopop-Initianten und -Sympathisanten jahrzehntelang eingesetzt, jedoch vergeblich.

Die Mehrheit unserer Parlamentarier und heutigen Ecopop-Gegner haben diese Anliegen stets bekämpft und verhindert. Jetzt lehnen Bundesrat und die Mehrheit im Parlament – alles Ecopop-Gegner – sogar die Abschaffung der Pauschalsteuern für reiche Ausländer ab.

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ZU EINIGEN BEHAUPTUNGEN VON ECOPOP-GEGNERN

«Fremdenfeindlich»

1. Die verlangten maximal 0,2 Prozent Netto-Zuwanderung jährlich entsprechen einer höheren Zuwanderung, als alle Länder Europas (ausser Luxemburg) im Durchschnitt der letzten Jahren hatten.

2. Der Bundesrat kann die «ständige Wohnbevölkerung» so definieren, dass Flüchtlinge, vorläufig Aufgenommene, Grenzgänger und Studenten nicht dazu gezählt werden.

3. Die meisten, welche die Ecopop-Initiative mit dem Argument Fremdenfeindlichkeit ablehnen, hatten das Schengenabkommen unterstützt und akzeptieren einen eisernen Vorhang um Europa, der schon mehr als 23'000 Todesopfer gefordert hat (Siehe «23'000 Todesopfer wegen Schengengrenze»).

4. Die meisten Kritiker der Ecopop-Initiative stören sich nicht daran, dass Bauern in Afrika und Asien den Spekulationspreisen von Getreide-, Kaffee-, Kakao oder Baumwollbörsen ausgeliefert sind, während sie es für selbstverständlich halten, dass unsere Bauern von festen Preisen und Subventionen profitieren. Die fremden Bauern in Afrika behandeln sie als Menschen zweiter Klasse.

«Katastrophal für das Verhältnis zur EU»

Die Ecopop-Initiative ist mit der EU kompatibler als die Masseneinwanderungsinitiative, denn Ecopop verlangt keine Kontingente. Die maximal 0,2 Prozent Netto-Zuwanderung könnten ohne Ritzen an den Bilateralen und mit dem Festhalten an der Personenfreizügigkeit erreicht werden: Mit einer strengen Definition der ständigen Wohnbevölkerung (Ausklammerung aller ohne Niederlassungsbewilligung, also auch der Grenzgänger), mit Abreizen statt Anreizen für ausländische Unternehmen und Steuerflüchtlinge, sowie mit Massnahmen, die einer internen Aufwertung gleich kommen; oder einfacher mit der Aufwertung des Frankens nach aussen mit einem Eurokurs von 1.10 CHF oder 1.00 CHF.

Mit solchen Massnahmen könnten die Bauwirtschaft und die Exportindustrie ihre Umsätze nicht mehr so leicht erhöhen und bräuchten weniger Arbeitskräfte. Alle diese Massnahmen würde die Schweiz für Ausländer weniger attraktiv machen.

Die erwünschten, ständigen Produktivitätsfortschritte der Wirtschaft erlauben es, einen gleichen Wert an Gütern und Dienstleistungen mit weniger Arbeitsstunden herzustellen. Statt dann trotzdem gleich viel zu arbeiten und immer mehr Produkte und Dienstleistungen zu konsumieren, können wir die Arbeitszeiten reduzieren und Teilzeitarbeit fördern. Eine Stabilisierung der Konsumausgaben senkt automatisch die Attraktivität der Schweiz als Einwanderungsland. Würde ein solche vernünftige Politik ebenfalls mit dem Vorwand «fremdenfeindlich» bekämpft?

«Zehn Prozent für Kondome ist kolonialistisch»

Der vorgeschlagene Verfassungsartikel verlangt von keiner Frau in Afrika, gegen ihren Wunsch und Willen weniger Kinder zu gebären. Er will ihnen nur das bei uns selbstverständliche Recht geben, über ihren Körper selber zu entscheiden, falls sie von diesem Recht Gebrauch machen wollen.

Die in Entwicklungsländern aktive «Bill and Melinda Gates Foundation» hat soeben geschätzt, dass 225 Millionen Frauen über die Zahl ihrer Kinder bestimmen möchten, jedoch keinen Zugang zur Familienplanung haben. Die «freiwillige Familienplanung» ist ein von WHO und UNO anerkanntes Recht, das vielen Frauen in armen Verhältnissen verwehrt wird. Noch im November 2012 erklärte der Bundesrat dem Parlament: «Der Zugang zur freiwilligen Familienplanung muss verbessert werden, insbesondere in Subsahara-Afrika, wo immer noch 40 Prozent der Schwangerschaften unbeabsichtigt sind und jugendliche Frauen einen Viertel der Sterbeopfer von illegalen Abtreibungen ausmachen.»

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«SCHEINHEILIGE ÖKO-FASCHISTEN»

Statt sachlich zu argumentieren, griffen viele Ecopop-Gegner in die unterste Schublade der persönlichen Verunglimpfungen. Infosperber-Leser Werner Zumbrunn hat einige dieser persönlichkeitsverletzenden Äusserungen zusammengestellt. Von Seiten der Initianten oder der Mitglieder des Pro-Komitees Ecopop sind keine ähnlichen Beleidigungen der Gegner bekannt:

Die Initianten haben eine «Desperate Housewives»-Ideologie mit einer Weitsicht bis zum eigenen Vorgartenzaun: bieder, kleinkariert, besserwisserisch, moralisierend und bigott (NR Alexander Tschäppät, SP, Stadtpräsident von Bern); sie sind inhuman und Egoisten, denen jeder Grashalm auf Schweizer Wiesen oder jeder Bach in den Schweizer Bergen um einiges wichtiger ist als ein Mensch aus Nigeria oder Mali (NR Gerhard Pfister, CVP); Herrenmenschen (NR Andreas Gross, SP); Landfresser, die grünen Tee predigen und braunes Bier trinken (der Theologe und ehemalige Blick-Chef Werner De Schepper); Ökofaschisten (EDA-Staatssekretär Yves Rossier); Birkenstock-Rassisten und verwirrte Akademiker (NR Roland Rino Büchel, SVP); Scheinheilige (Guy Morin, grüner Basler Regierungspräsident); fremdenfeindlich (BR Simonetta Sommaruga, SP); Hüslipopers (Tages-Anzeiger); Nationalisten und Lügner (Prof. Aleksander Berentsen, Uni Basel); Kolonialisten (SR Urs Schwaller, CVP); Fremdenfeindliche, die ein grünes Mäntelchen tragen (NR Bea Heim, SP); Chauvinisten (NR Martin Naef, SP); Imperialisten (NR Philipp Hadorn, SP); Kondom-Abwerfer (Peter Niggli, Geschäftsleiter der Arbeitsgemeinschaft Alliance Sud: Caritas, HEKS, Brot für alle, Helvetas, Swissaid, Fastenopfer); Ausländer-raus-Fordernde (Peter Schrank, Karikaturist); Eugeniker (NR Maria Roth-Bernasconi, SP); Menschenrechtsverletzende (Schweizerische Energiestiftung); braune Traditionalisten (Daniel Wiener, Geschäftsleiter ECOS); Wirtschaftsfeinde (SR Ivo Bischofberger, CVP); Planwirtschaftler und Theoretiker, die vom grünen Tisch aus die Welt beglücken wollen (Roger Köppel, Weltwoche); Wölfe im Schafspelz (NR Geri Müller, Grüne Partei, Stadtpräsident von Baden).

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Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

Keine. Co-Autor des Buches «Schluss mit dem Wachstumswahn – Plädoyer für eine Umkehr».

Weiterführende Informationen

Zum Dossier Pro und Contra Ecopop

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57 Meinungen

@Rothenbühler. Das stimmt nun wirklich nicht. Praktisch alle Ecopop-Leute, welche die Initiative lanciert haben, haben sich jahre- und jahrzehntelang für griffige Raumplanungsinstrumente, Beschränkungen der Baumöglichkeiten, die die Zweitwohnungsinitiative, für eine ökologische Steuerreform, für Kostenwahrheit im Verkehr und gegen Steuerprivilegien zugunsten reicher Ausländer und ausländischer Unternehmen gewandt.
Wirtschaftswachstum habe nichts mit der Zahl von Menschen zu tun, behaupten sie. Die Zahlen sprechen eine andere Sprache: Bereits seit dem Jahr 1990 wächst die Wirtschaft zu mehr als der Hälfte nur wegen dem Wachstum der Bevölkerung.
Urs P. Gasche, am 23. November 2014 um 11:41 Uhr
Dass Urs P. Gasche den Mut hat, sich in dieser Sache «so weit aus dem Fenster» zu lehnen, macht den Unterschied zu einem herkömmlichen Publizisten und Journalisten aus, scheint angesichts der ausgezeichneten Studie «Schluss mit dem Wachstumswahn», verfasst zusammen mit Hanspeter Guggenbühl, eine Konsequenz der damals (2010) formulierten Kritik. «Leben die Bücher bald?» fragte einst der genialische Revolutionär und Poet Hölderlin. Er meinte allerdings Rousseau, Schelling, seinen Zimmerkameraden in Tübingen, und Fichte. der nationalistischer dachte als die Ecopop-Leute.

Meine eigenen Reserven gegenüber der Initiative, verbunden mit Kritik an einem grossen Teil von deren Gegnern, welche die Probleme um keinen Preis lösen wollen, habe ich in den Diskussionen um die Beiträge von Herrn Müller-Muralt und Christian Müller angedeutet. Mein Ceterum censeo: Bei der Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative, einem Thema auch nach dem 30. Nov., sollte sich Frau Sommaruga vielleicht auch mal mit Gasche und Guggenbühl unterhalten (die zur Zweitwohnungsinitiative ebenfalls was zu sagen hätten) statt mit den Parteispitzen der SVP und deren Themengeber, deren Haltungen weitestgehend schon bekannt sind.
Pirmin Meier, am 23. November 2014 um 12:03 Uhr
PS. Die objektiv feststellbaren Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Info-Sperberredaktion betreffend dieser umstrittenen Frage sind wohl so zu erklären, dass Müller-Muralt vielleicht mehr Einblick hat in diplomatische Vorgänge, ein profilierter und im Prinzip vernünftig argumentierender sozialdemokratisch orientierter Bildungsbürger zu sein scheint mit Sinn u.a. für Aussenpolitik; Christian Müller wiederum verfügt über eine durch Auslandaufenthalte stark mitgeprägte Sachkompetenz, hat sich auch immer einen Rest von alt 68er bewahrt, im Gegensatz zu meinem Studienkollegen Held; Urs P. Gasche hat sein Journalistenleben mit konkreter Kritik an Missständen in der Schweiz ausgefüllt, vor allem auf dem Gebiet von Wirtschaft und Konsum, auch als humaner Gesundheitspolitiker, und zwar mit einem reformorientierten und glaubwürdigen Engagement. Nach meiner Meinung ist er gewissen Versuchungen, die mit wachsender Prominenz verbunden sind, weniger erlegen als etwa Roger Schawinski. Mit diesen Feststellungen ist keine Wertung verbunden, wer von diesen Publizisten recht habe. Es scheint aber eine gute Basis zur Einschätzung des Diskussionsniveaus bei Infosperber. Man muss sich nicht verstecken, wozu schon?
Pirmin Meier, am 23. November 2014 um 12:23 Uhr
@Rothenbühler. Es stimmen bei einem Volksvorschlag, besonders wenn er mit Erfolg verbunden ist, immer Leute mit einem, die man nicht gerufen hat und mit denen man in vielem nicht einverstanden ist. Bei der erfolgreichen Initiative gegen die Abzockerei, ein Begriff, der aus dem Jiddischen stammt, sind mir bei einer näheren Untersuchung empirischen Materials sowohl Antisemiten als auch Kommunisten aufgefallen; unter denjenigen, die den Abstimmungssieg in SH mitfeierten, befand sich auch Susanne Leutenegger-Oberholzer, die nach Smartspider zeitweilig als die linkste Schweizer Politikerin galt. Bei den Jastimmern zur Masseneinwanderungsinitiative könnte ich Ihnen ehemalige oder aktuelle Kommunisten mit Migrationshintergrund konkret und namentlich aufzählen sowie Schriftsteller, die einmal zur Gruppe Olten gehörten.
Pirmin Meier, am 23. November 2014 um 12:33 Uhr
@Rothenbühler. Eine Zwangs-Einkindpolitik ist nicht praktikabel. Für die Durchsetzung einer solchen würde es auch keine Entwicklungshilfegelder brauchen, eher schon für spezifische Projekte der Frauenbildung in der sog. Dritten Welt, auf die jedoch, wie ich anderswo, in der Diskussion Müller-Muralt, schon hingewiesen habe, nicht die geringste Erfolgsgarantie besteht. Das mit der Einkindpolitik in der Schweiz ist ein Nullthema, wird von niemandem gefordert und lenkt also von einer qualifizierten Diskussion ab. Das sage ich nicht als Befürworter, sondern als gelegentlicher Diskussionsleiter mit Verpflichtung zu Neutralität und Fairness. Es ist keine Kleinigkeit, im Staatskundeunterricht zu diesem Thema wirklich fair zu bleiben.
Pirmin Meier, am 23. November 2014 um 12:44 Uhr
Die Mehrheit der Ecopop-Gegner bekämpfe eine strikte Raumplanung, Landschaftsschutz und den Zweitwohnungs-Stopp - so die Argumentation des Artikels. Ich behaupte: bei den BefürworterInnen von Ecopop ist die Mehrheit derer, welche eine strikte Raumplanung, Landschaftsschutz und Zweitwohnungs-Stopp bekämpfen, noch viel grösser. Wer aus Verzweiflung die Allianz mit den Kreisen sucht, die für alles nur «die Anderen» (ImmigrantInnen, Menschen in Afrika) in der Verantwortung sehen, tut weder der Schweiz noch den Anliegen, die er/sie zu vertreten vorgibt, etwas Gutes.

Denn: Die meisten Ecopop-Befürworter, die ich in den letzten Monaten kennenlernte, sind genau gegen Beschränkungen im eigenen Lebensstandard und Konsum. Sie sagen: nur wenn es weniger Leute in der Schweiz hat, können «wir» weiterleben wie bisher. Das ist für mich weder umweltschützerisch, noch solidarisch, noch nachhaltig.
Balthasar Glättli, am 23. November 2014 um 13:07 Uhr
Please stop nonsense, warten wir erst mal das nächste Wochenende ab!
Beda Düggelin, am 23. November 2014 um 13:07 Uhr
Typisch für die heutige Politidiskussion in der Schweiz: mit Problemen anstelle von nachhaltigen Lösungen argumentieren.
Die Argumente der Ecopop passen nahtlos zur aktuellen populistischen Denkhaltung und Taktik der Parteiführer und wird das Zukunftsmodell unser aller Schweiz massiv beeinträchtigen. Wir dürfen nicht zulassem, dass die Zukunft unserer Schweiz einfach mit einem idealisierten Bild der Vergangenheit überpinselt wird.
Ecopop ist keine Lösung sonder das Problem.
Leonhard Loew, am 23. November 2014 um 13:19 Uhr
@Rothenbühler. Familienplanung der Einheimischen «klappt» so gut, dass ohne Zuwanderung das AHV-Problem gar nicht zu lösen ist. Die Frage ist, mit welchen Vorschlägen Mass halten gegen die 12-Millionenschweiz, eine Absurdität, erreicht wird. Mit Kritik an Ecopop wird, bei den meisten, die hier argumentieren, das Problem ebenfalls nicht gelöst. Dass aber Ecopop neue Probleme schaffen könnte, das ist ein Punkt, bei dem weder Loew noch Binder noch Müller-Muralt einfach widersprochen werden kann. Die wichtigste Frage bleibt wohl, wie es nach dem 30. Nov. weitergeht. Ich hoffe als Minimum, dass wenigstens so stark reagiert wird wie einst auf die Schwarzenbach-Inititiative, die aber, im Vergleich zu Ecopop, klar eher die Kritik «unmenschlich» verdiente. Es ging damals darum, einer höchst fragwürdigen Initiative eine nicht zu starke Niederlage zu bereiten, angesichts etwa des Plans, Wettingen (nur ein Beispiel), einen «Endausbau» von 80 000 Einwohnern zu verpassen. Das war damals auch braven Gewerkschaftern zu viel, etwa dem Aargauer Gewerkschafter Holzherr. Kloter, SP-Gemeinderat von ZH, und Buchautor ein Gegner von Schwarzenbach, postulierte eine Bevölkerungszahl in der Schweiz von 4,5 Millionen Einwohnern im Rahmen einer Stabilisierung der Bevölkerungszahl und der Einwanderung, bei Ablehnung von Ausschaffungen. Vgl. Karl Kloter, Salvatrice, Schweizer Verlagshaus 1969. Für mich wie sonst nur Bichsel ein bedeutender Schweizer von damals. Ecopop muss nicht angenommen werden.
Pirmin Meier, am 23. November 2014 um 13:55 Uhr
„(Quantitativer, meine Anmerkung) Wachstumswahn führt zu einer Wegwerfgesellschaft auf Kosten der Ärmsten und künftiger Generationen“. Doch im Interesse der Ärmsten und künftiger Generationen müssen wir mit globalen, ökoeffizienten, qualitativen Innovationen und Investitionen das aktuelle globale Wirtschaftssystem umbauen.
Sorry, Herr Gasche, Ecopop löst unsere Probleme und Unzufriedenheit nicht, sondern verschärft sie nur; darüber könnte ich Ihnen viele Argumente liefern. Ich bin Schweizer, Europäer und Weltbürger. Ich habe 1990 ein halbes Jahr in Szeged (Südungarn) verbracht und in einer lebensfrohen Bevölkerung – die grösstenteils in Armut lebte – deren Wärme, Herzlichkeit, Nächstenliebe geniessen dürfen. Deren häufigste Frage: Woher kommst Du? Meine Antwort: Aus der Schweiz. Du kommst ja aus dem Paradies! Zurück in der Schweiz: Unfassbar, wenig lebensfrohe Mitmenschen, Stänkern und Jammern überwiegt! Fazit: Materialismus verdirbt unsere Lebensfreude!
Seit dem Mauerfall und dem Bankrott der Sowjetunion haben Oligarchen weltweit Feudal-strukturen aufgebaut und die globale Finanzwirtschaft mit dem sechstgrössten Finanzplatz Schweiz (globaler Jahresumsatz ca. USD 800 Billionen) fröhnt einem Casino-Kapitalismus, der in Geschichte seinesgleichen sucht. Auch in der Schweiz haben wir mit Deregulierungen und Steuersenkungen die Masseneinwanderung verursacht und so die aktuelle Unzufriedenheit der Mitbürgerinnen und Mitbürger selbst verschuldet.
Willi Herrmann, am 23. November 2014 um 15:14 Uhr
Sorry, aber gerade auch die bürgerliche Mehrheit in der Legislative und Exekutive hat flankierende effiziente, EU-kompatible Massnahmen zur Personenfreizügigkeit immer wieder verhindert.
Gerne zitiere ich die Neujahrsansprache des Bundespräsidenten Ueli Maurer vom 1.01. 2013: „Die Kernaussage des Bundesbriefes von 1291 ist zeitlos und hat unsere Gesellschaft geprägt. Zusammengefasst sagt er uns: Einer für alle, alle für Einen. Worte, die wir auch in der Kuppel des Bundeshauses finden. Oder ganz einfach ausgedrückt: Miteinander und füreinander. Das ist so etwas wie eine Erbschaft, ein Vermächtnis. Nun wissen wir, was man mit einem Erbe machen kann. Man kann es pflegen und weitergeben, oder man kann es in kurzer Zeit verprassen. Wir müssen unseren Wurzeln und Werten auch in Zukunft Sorge tragen. Die Gemeinschaft Schweiz funktioniert nur dann, wenn wir uns alle immer wieder fragen, was wir für unser Land tun können.“
Das Miteinander und für einander verlangt von uns Schweizer Bürgerinnen und Bürgern eine relativ hohe Sozialkompetenz (Nächstenliebe). Wir leben in der Schweiz, in Europa und auf diesem Einen Planeten. Das verlangt von uns mit unserer einzigartigen humanitären Tradition auch immer wieder die Auseinandersetzung mit den teilweise miserablen Lebensbedingungen unserer Mitmenschen in der Dritten Welt und selbst in einigen sog. Industriestaaten.
Willi Herrmann, am 23. November 2014 um 15:16 Uhr
Was hat die Schweiz seit 1848 bis Anfang der 70erJahre ausgezeichnet? Konsensorientierte, kompromissfähige Politik dank hoher Sozialkompetenz der Politiker; das sind unsere Wurzeln und Werte, denen wir in Zukunft vermehrt Sorge tragen müssen. Ich wünsche mir im Wahljahr 2015 die Wahl von konsensorientierten National- und StänderätInnen, die unsere gemeinsamen Wurzeln und Werte über ihre individuellen Interessen stellen, einander zuhören, bessere Argumente akzeptieren, voneinander lernen wollen.
Zudem brauchen wir eine zweite (globale) friedliche Französische (R-)Evolution wie anno 1789 mit den Parolen Liberté, Egalité Fraternité.
Willi Herrmann, am 23. November 2014 um 15:18 Uhr
@Rothenbühler. Wenn es Ihnen wohl ist in einer Zwölfmillionenschweiz: Sie können auch in Mexico City ein guter Mensch sein. Nach diesem Gesichtspunkt kann es einem auch in einer Zwölfmilliardenmenschheit wohl sein, warum nicht, wäre doch machbar? Ich kann Ihnen nicht mal empfehlen, katholisch zu werden, weil die kath. Kirche seit den 50-er Jahren das Problem der Notwendigkeit einer Geburtenregelung anerkennt, bloss bei den Methoden den Grundsatz unterläuft. @Hermann. Die 1848-er Schweiz war weniger konsensorientiert als die Schweiz des 20. Jahrhunderts, wiewohl Ständerat ein erster Schritt in unsere Richtung war. In wichtigen und wichtigsten Fragen mussten einige Problem auch ohne Konsens gelöst werden. Ein Konsens bloss unter Freisinnigen war nun mal nur bedingt ein nationaler Konsens. @Buholzer: Einigeln tun sich vielleicht Australien und die USA, die Schweiz verhältnismässig weniger als jene. «Geranienfaschisten von Schwamendingen» ist verbal keine Antwort auf Urs P. Gasche. @Willi Hermann. Ich möchte Ihnen zum Teil recht geben. Die Lösung heikelster Probleme mit knappsten Mehrheiten übers Knie zu brechen, führt wohl doch nicht zum erwünschten Resultat. Dass einige Leute wegen Ecopop Angst, um nicht zu sagen Panik verspüren, gibt zu denken. Mir scheint es aber auf alle Fälle wichtig, diesmal nicht einfach ein Zeichen setzen zu wollen, sondern die Abstimmung ernst zu nehmen und im Ja-Fall Verzichtleistungen, auch Wohlstand u. Bequemlichkeit betreffend, in Kauf zu nehmen.
Pirmin Meier, am 23. November 2014 um 16:42 Uhr
@Rothenbühler. Stelle eine Annäherung fest. Das ist nicht für Sie und mich wichtig, wohl aber, unabhängig des Abstimmungsresultates, für diejenigen, welche ihr Problembewusstsein kontrovers austragen müssen, aber dann trotzdem Verantwortung für Lösungsvorschläge übernehmen. Dass der Bürger im Zweifelsfalle eher Nein stimmt als Ja, könnte Ihren, Herr Rothenbühler, am nächsten Sonntag entgegenkommen. Fussballerisch gesprochen ist das Nein in der schweizerischen Politik in der Regel der Heimvorteil. Deswegen werden viele Initiativen abgelehn, nicht zuletzt solche aus dem linken und grünen Lager. Fast die einzige angenommene Initiative, bei der ich ein total gutes Gefühl hatte, war «Rothenturm» und mit gewissen Einschränkungen die Alpeninitiative. Das EWR-Nein war zusätzlich eine Wohltat, obwohl es am Anfang schmerzte. Kollege Meienberg war auch dagegen, neigte aber, weil er die Macht Blochers nicht stärken wollte, zu einem Ja. Für das politische Klima war bedeutsam, dass auch viele damalige Jastimmer das Nein zum EWR nachträglich gutheissen konnten. So weit sind wir bei MEI nicht, mit Ausnahme des ersten Satzes, betr. dass die Schweiz selbständig über die Einwanderung bestimmen wolle. Das bleibt vermutlich eine Bedinung für das Gemeinwohl eines freien und unabhängigen Vater- und Mutterlandes.
Pirmin Meier, am 23. November 2014 um 17:14 Uhr
... natürlich eine «Bedingung» für das Gemeinwohl, sicher nicht eine «Bedinung» oder gar «Bedienung». Ich schreibe vielleicht, weil man oft erst viel später sieht, was für das Gemeinwohl richtig ist und was nicht. Man kann oft nicht wissen, ob man richtig gestimmt habe.
Pirmin Meier, am 23. November 2014 um 17:18 Uhr
gegen den Wachstumswahn... wie sonst...?
Das ist eine gute Frage!
Das Rezept von ecopop überzeugt mich nicht ganz. Hingegen ist klar, dass dieses Problem gelöst werden muss.
Die Argumente der Gegner stimmen mich allerdings nachdenklich, ich empfinde viele Voten als oberflächlich und auch als beleidigend.
Wenn mich auch die Argumente der Initianten nicht ganz zu überzeugen vermögen, so schaffen dies vielleicht die Argumente der Gegner.
Ich muss wohl ein Nein auf den Zettel schreiben, bevor die Gegner noch mehr beleidigenden Unsinn verbreiten. Weshalb geht es denn nicht sachlicher?
Es ist traurig, dass die Initiative gegen die Aufwandbesteuerung von superreichen Ausländern zu scheitern droht. Es zeigt den Erfolg der idiotischen Rethorik: Ohne Reiche geht es nicht... purer Egoismus! Dabei wäre genau hier ein sanftes Korrektiv in ethischer Haltung und widerspruchsfrei möglich!
Urs Lachenmeier, am 23. November 2014 um 18:29 Uhr
Die Redaktion hat Einträge von Katharina Buholzer gelöscht, weil sie mehrmals
und trotz Abmahnung den Vorwurf einer faschistischen Gesinnung verbreitet hat. Wir bitten alle Meinungsschreibenden, sich an einen normalen Umgangston zu halten und unnötig Verletzendes und Herabsetzendes zu unterlassen.
Urs P. Gasche, am 23. November 2014 um 18:53 Uhr
Herr Gasche, wenn es den Ecopop-Initianten so ernst ist mit dem Umweltschutz, warum fehlt dann jedwede entsprechende Forderung im Initiativtext? Wie können Sie eine Initiative ernst nehmen, die das Übel nur bei den anderen sieht und deren Inhalt sich durchaus verkürzen lässt auf den Satz: Pflanzt euch gefälligst nicht fort, damit wir umso mehr Ressourcen verbraten können? Und mögen auch die Autoren selber angeblich nicht fremdenfeindlich motiviert sein - ihre Anhänger sind es durchaus, das sieht man jeden Tag in den Foren. Warum also fehlt in der Initiative jegliche Forderung, dass auch die Schweizer Bevölkerung masshalten soll? Ich denke, es gibt nur eine Erklärung dafür: Man könnte sonst den grossen Anteil der fremdenfeindlich Gesinnten nicht abholen. Ohne sie hat Ecopop, wie Rothenbühler oben plausibel ausführte, nicht den Hauch einer Chance. So aber bleibt nur ein Verdikt über die Initiative: Sie ist eine heuchlerische Mogelpackung. Man kann doch nicht einerseits Umweltschutz als Hauptmotiv vorschieben und gleichzeitig allen den Traum vom eigenen Hüsli vorgaukeln, indem man (wie auf den Plakaten) verdichtetes, umweltverträgliches Wohnen als den blanken Horror darstellt. Ich weiss wirklich nicht, wie Sie auf diesen Zug aufspringen können.
Sam Pirelli, am 23. November 2014 um 20:33 Uhr
Lieber geschätzter Kollege Doktor Thomas Binder! Als Klaus von Flüe 1457 gegen den Nassen Zehnten, eine Kirchensteuer, prozessierte, auch als er in Stans? Kirchgemeinde und anderswo Schiedsrichter war, war er klar kompetenter als ein heutiger durchschnittlicher Politiker, der Probleme viel komplizierteren Zuschnitts lösen muss. Aber schon am 1. September 1465, beim ersten bilateralen Vertrag Obwaldens/Nidwaldens mit grosskapitalistischem Inhalt, 4mal so viel Text wie der Bundesbrief von 1291 und von einem Juristen verfasst, löschte es ihm ab und er empfand nachweisbar einen «tiefen Ekel» vor der Politik, die zu verlassen er sich bald anschickte. Seine Vernunft musste aber trotzdem von der Politik nicht extra hervorgebracht werden, sein Misstrauen gegenüber dem reichen Mötteli oder Mettele von Ravensburg, auch Bürger von Bremgarten, Zürich, Luzern und St. Gallen, Besitzer der Feste Regensberg und des Katzensees, war zutiefst gerechtfertigt. Das war der erste Beckenbauer in Obwalden. Über seinen Konkurs berichtet auch die Wettinger Sage. Die Meinung, Baroso und Schulz oder auch nur ein unschuldiges Mädchen, das beim Gericht in Strassburg arbeitet, könne uns besser helfen als wir uns selber, ist falsch. Sogar auch Geri Müller kann in Baden einigermassen kompetent eingeschätzt werden, wiewohl wir, Du und ich, hier wahrscheinlich eine Minderheitsmeinung vertreten. Die Demokratie ist, wie Churchill mit Recht sagte, die schlechteste aller Staatsformen mit Ausnahme noch der anderen.
Pirmin Meier, am 23. November 2014 um 20:43 Uhr
Herr Zumbrunn, ich verstehe denn Sinn Ihrer Antwort nicht. Die Energiesteuerinhalt hat einen klaren ökologischen Gedanken: Wer mehr Energie verbraucht, zahlt mehr, wer sich einschränkt, entsprechend weniger. Da muss man nicht zwischen den Zeilen lesen. Ecopop baber hat ur zwei Inhalte: Das Bevölkerungswachstum soll eingeschränkt werden, und die in Afrika (oder wohin auch immer die Gelder flössen) sollen sich gefälligst nicht vermehren wie die Karnickel. Mit Ecopop wird das eigentliche Übel, nämlich unser überzogener Ressourcenverschleiss, in keiner Weise angegangen - auch nach der Annahme könnte jeder täglich mit zwei Monstertrucks unterwegs sein, wenn ihm danach gelüstete. Laut Bundesgericht gilt immer der Wortlaut einer Initiative, und im Ecopop-Wortlaut findet sich davon nichts. Ihr Argument ist etwa so faul wie das der Gold-Initianten, die nun merken, dass sie mit dem Verkaufsverbot geschludert haben, und die Bedenken wegwischen mit dem Hinweis, das solle dann der Gesetzgeber richten. Nein, kann er nicht, denn es gilt der Wortlaut. Genauso übrigens wie der Schweizervorrang in der MEI: Auch wenn Blocher nun die Realität zu ändern versucht, indem er immer von «Inländern» spricht - in der BV ist ganz klar der Vorrang der SCHWEIZERINNEN UND SCHWEIZER festgehalten.
Auch bei Ecopop gilt der Wortlaut. Also verkürzt: Kommt ja nicht her und pflanzt euch nicht fort, denn wir wollen uns weiterhin nicht einschränken müssen. Von Umweltschutz steht da gar nichts.
Sam Pirelli, am 23. November 2014 um 21:39 Uhr
Das sollte in der ersten Zeile natürlich heissen: «den» und «Energiesteuerinitiative». Und in der dritten: «Ecopop aber hat nur». Pardon.
Sam Pirelli, am 23. November 2014 um 21:42 Uhr
@Felix Rothenbühler

Sie sagen:

…“Unser eigener(!) Fussabdruck ist zu gross. Da hilft es einfach nicht, die Anzahl Füsse zu reduzieren, schon gar nicht wenn die Reduktion lediglich daraus besteht, die Füsse über die Grenze zu weisen.“ …

Das Problem sind nicht die fremden sondern die Situation die sich ergibt wenn zunehmend mehr Menschen (Füsse) (ca. 90'000 innerhalb eines Jahres), sich auf ein begrenztes Territorium befinden und alle ihre sakrosankten Bedürfnisse, ausleben wollen / dürfen.
Es betrifft doch alles was das leben ausmacht, das Wohnhaus muss gebaut werden (viel grünes Land geht drauf), die Nahrung muss beschafft werden (übrigens den Grosseinkauf über die Grenze, was viele Einwanderer aus „Produkt-Gewohnheit“ beibehalten, bringt uns nichts als Abgase …), Fleisch und Gemüse müssen von links nach rechts transportiert werden, daraus entsteht mehr Verkehr, dann wollen die Leute sich noch selbst bewegen x Auto, Bahn, Tram (40 % des Verkehrs ist privatem Ursprunges), was wiederum mehr Strassen, Parkflächen und sonstige Infrastrukturen benötigt. Dann all die Abfälle, das Abwasser, das Wasser, (240 lt. im schnitt x Tag und Person konsumiert ein Mensch), usw. … ach, dies ist doch alles längst bekannt und muss doch hier nicht wieder erwähnt werden …

… Und da kann noch jemanden behaupten dies alles betrifft die UMWELT nicht ?
Wie „bewusst blind“ (oder ist es eher „perfid-Manipulativ“ ?), kann man noch sein um so was zu verkünden ?
Frau Carmey Bruderer, am 24. November 2014 um 02:03 Uhr
Diese Probleme nicht zu sehen, da möchte ich aber niemanden persönlich angegriffen haben, Frau Bruderer, grenzt wohl schon an politische Unzurechungsfähigkeit. Dies dispensiert uns nicht davon, die Lösungsvorschläge kritisch zu begutachten und ev. mit besseren oder noch besser durchführbaren zu kommen. Dies ist meine Hoffnung für nächsten Montag. Wer sagt, es macht nichts, dass so viele kommen, ist natürlich politisch unbrauchbar. Mit deutschen Linken, z.B. Lafontaine und Wagenknecht, kann man über diese Frage ziemlich vernünftig diskutieren.
Pirmin Meier, am 24. November 2014 um 07:03 Uhr
Zunächst vielen Dank an Herrn Gasche für seinen mutigen Artikel!

Seine Punktliste, was zu tun wäre, um die Schweiz und die Welt enkeltauglich zu machen, deckt sich mit den Forderungen von uns Grünen. Es irritiert mich deshalb, mit welcher Vehemenz Grüne Entscheidungsträger Ecopop bekämpfen, und zwar hauptsächlich mit «ad hominem» Attacken. Ich denke Werner Zumbrunn brachte es gestern 18:35 auf den Punkt. Grüne (und Rote) haben die richtigen Ideen, solange sie in der Opposition sind, aber es sind politisch unrealisierbare Minderheitsmeinungen. Grüne und Rote, die tatsächliche Machtpositionen erlangen, können oder wollen diese Ideen nicht umsetzen, weil sie sonst schnellstens abgewählt oder sonst isoliert werden. (Kleine Verbesserungen werden natürlich schon erreicht.)

Da dies eigentlich unerträglich ist, wird verdrängt und in Sachen Ecopop sogar eine Allianz mit genau denjenigen Kräften eingegangen, welche die grüne Punkteliste ablehnen, und die eigentlich Gleichgesinnten in derber Manier attackiert.

Da wir unfähig sind, uns selber zu beschränken, wird unser Wachstum wohl erst durch grosse Krisen vielleicht in einigen Jahrzehnten zu Ende sein. Länder und Gemeinden, die sich dann nicht selber ernähren können, werden grosse Schwierigkeiten haben, da das Geld kaum noch einen Wert haben wird. Deshalb macht es in vielen Gegenden Sinn, das Bevölkerungswachstum so stark wie ethisch vertretbar zu reduzieren.
Theo Schmidt, am 24. November 2014 um 07:25 Uhr
"Ethisch vertretbar» scheint mir sehr wichtig. Hier geht es um die Ausführungsbestimmungen. Nichts tun ist in vielen Fällen das, was am wenigsten ethisch vertretbar ist.
Pirmin Meier, am 24. November 2014 um 07:28 Uhr
@Werner Zumbrunn: Gratuliere zu Ihrem letzten Beitrag, Sie liegen goldrichtig! Deshalb habe ich mich von allen weiteren Kommentaren enthalten! Es ist endlich Zeit, abzustimmen, es wird ohnehin Gewinner und Verlieren geben!
Ganz wichtig: man sollte auch über Pflichten und nicht nur über Rechte sprechen, alle wollen Rechte für sich in Anspruch nehmen, aber keiner fühlt sich verpflichtet.
Oder haben Sie schon mal gehört, dass selbst der Europäische Menschengerichtshof über Menschenpflichten gesprochen hat. Die jetzige Diskussion wird im gleichen Stile bei der SVP-Initiative weitergeführt werden.
Beda Düggelin, am 24. November 2014 um 09:02 Uhr
@Düggelin. Die These von den Menschenpflichten, die den Menschenrechten mindestens gleichberechtigt seien, wurde von Gotthelf gegen die Liberalen und Radikalen von damals ins Feld geführt. @Zumbrunns Kommentar verdient wohl unter den bisherigen 44 Meinungen den Kranz, weil der Text nahe an reiner Analyse ist, nicht bloss Meinung absondert (was dem Normalverbraucher genügen mag). Aus dieser Analyse ergibt sich freilich nicht zwingend, wie man abstimmen soll. Aber man ist besser über die Spielanlage informiert. Was kann eine Blog-Diskussion oder ein guter Artikel schon mehr bringen?
Pirmin Meier, am 24. November 2014 um 09:26 Uhr
Ich gehe mit Ihrer Analyse nicht ganz einig, Herr Zumbrunn. Nach wie vor finde ich, dass die Initiative einen durchaus fremdenfeindlichen Grundgedanken hat - sonst wären zwingend ökologische Ziele und Forderungen in den Text eingeflossen. Und wenn man die Diskussion auf Newsnet verfolgt (an der ich rege teilnehme, aufgrund massiver Drohungen allerdings nicht mehr unter meinem Namen), dann wird das auch sofort offensichtlich. Ginge es den Befürwortern tatsächlich um Zersiedelung und Ökologie, würde nicht der Traum vom eigenen Hüsli unterschwellig derart inszeniert - Ecopop-Aktivisten wie Patrick Tanner äussern das auch ziemlich direkt. Ecopop hat von Anfang an auf die stark zunehmenden fremdenfeindlichen Tendenzen gesetzt - weil die Initiative sonst von vornherein chancenlos geblieben wäre. Und wirft man auf Google Earth einen Blick auf die Grundstücke der Initianten, kann man gar nicht mehr zu einem anderen Schluss kommen: Wer auf so grossem Fuss lebt, ist unehrlich, wenn er behauptet, gegen die Zersiedelung vorgehen zu wollen. Es fehlt also in Ihrem Argument eine sehr grosse Befürwortergruppe: die der Fremdenfeinde. Oder warum hat Ecopop bei den SVP-Anhängern wohl fast 85 Prozent Zustimmung? Wann hat die SVP sich je für Umweltschutz engagiert? Im Gegenteil: Alle entsprechenden Massnahmen werden torpediert, koordinierte Raumplanung sowieso - und man sichert den Bauern eben wieder 500 Mio. Steuererleichterung beim Landkauf zu. Das ist äusserst unsauber.
Sam Pirelli, am 24. November 2014 um 09:42 Uhr
Ich gebe allerdings zu, dass man die dritte von Ihnen genannte Gruppe als höfliche Umschreibung der von mir als fehlend betrachteten ansehen kann - zumindest dürfte die Schnittmenge gross sein. Aber warum die Dinge nicht beim Namen nennen?
Sam Pirelli, am 24. November 2014 um 09:45 Uhr
Herr Düggelin, was verstehen Sie unter «Menschenpflichten"? Und ergeben die sich nicht aus den Menschenrechten selbst?
Sam Pirelli, am 24. November 2014 um 09:46 Uhr
@"präkonzeptioneller Genozid», Dr. Thomas Binder, 23. November 12.48. Thomas, bist Du Dir bewusst, dass Du hier die Meinung des Missionsbischofs Pirminius aus Buch «Scarapsus», verfasst 724, übernimmst, des Gründers der Reichenau u. des Namensheiligen v. Pirmin Zurbriggen, Pirmin Bischof u. des berühmten Ethikprofessors Pirmin Stekeler-Weithofer, geboren am 21. Dezember 1952 in Heideggers Messkirch? Der Alemannenmissionar Pirmin war in seinem Büchlein im Ernst der Meinung, jede Art Verhinderung der Zeugung bei geschlechtlichen Vorgängen sei Mord. Er bezeichnete es als häufigste Form des Mordes, also wie Du, Dr. med. Thomas Binder, «präkonzeptionellen Genozid», wiewohl er das Wort so noch nicht brauchte. Medizinhistorisch ist Pirmins Missionsbüchlein von 724, dessen Kenntnis mir 1975 bei einer Prüfung die Maximalnote eintrug, der früheste Beleg im alemannischen Raum für Empfängnisverhütung u. Abtreibung, was Bischof Pirmin aber damals rigoros bekämpfte. Aus der gleichen Zeit haben wir, nach St. Galler Quelle, einen Beleg für Kaiserschnittpraxis, ein St. Galler Abt hiess «Burchardus ignatus», also Burkhart der Ungeborene. Ich stelle fest, bei Dir, lieber Thomas, pflanzt sich unfreiwillig das Gedankengut Deiner katholischen Vorfahren fort. Du bist für mich ja auch der Sohn des eindrucksvollsten kath. Politikers des Kt. Aargau in den letzten 70 Jahren, er machte mir aber zuletzt einen ziemlich skeptischen Eindruck. Mein Verhältnis zu St. Pirmin ist kein Glaubensbekenntnis mehr.
Pirmin Meier, am 24. November 2014 um 10:01 Uhr
Ausländerfreundlich oder Schmarotzer?
Ecopop-Gegner spielen sich gerne als ausländerfreundlich auf. Sind sie es wirklich? Für die Ausbildung der zugezogenen Ausländer kommt das Herkunftland aus, rund 10 Milliarden Franken pro Jahr. Derweil streiten wir uns, wo wir in unserem Bildungssystem noch sparen können! Zugezogenen Ausländer stopfen Lücken in den Schlagseiten unseres AHV-Systems, hervorgerufen durch den starken Pillenknick in unserer Bevölkerungspyramide. Die Pille hat unser Bevölkerungswachstum jäh gestoppt - mit positiven und negativen Folgen.
Wir loben mit kurzsichtigem Blick unsere heile Schweiz mit den Steuervergünstigungen für reiche Ausländer und Briefkastenfirmen sowie ermöglichen Steuerflucht durch unser Bankgeheimnis. - auch zu Lasten dieser Länder.
Wir sind kein Schlaraffen- sondern ein Schmarotzerland. Ecopop wäre ein kleiner Schritt für eine gerechtere Schweiz - wir warten darauf, bis das Ausland auch bezüglich Steuerflucht und Steuervergünstigung eingreift.
Jürg Schiffer, am 24. November 2014 um 11:40 Uhr
Der «Blick auf die Grundstücke der Initianten» als Argument ist wie der Blick auf die Unterwäsche der Initianten bei Initiativen betr. das Sexualstrafrecht.
Pirmin Meier, am 24. November 2014 um 12:37 Uhr
Das hätte ich gern erklärt, Herr Meier. Bitte beachten Sie dazu auch die aktuelle Empörung über Kiener Nellens PK-Einmaleinlage. Ein Mindestmass an Glaubwürdigkeit sollte schon sein - man könnte hier durchaus auch das ausgelutschte Wort vom Wasser predigen und Wein trinken verwenden.
Sam Pirelli, am 24. November 2014 um 13:22 Uhr
Ich mag den Hick-Hack der vielen Stellungnahmen gar nicht mehr lesen. Es ist die gleiche Diskussion wie bei den Religioten, wo auch immer einige glauben die absolute Wahrheit allein gepachtet zu haben. Wird EcoPop, wie die SVP-Einwanderungsbeschränkung im Februar, angenommen werden wir sehen wie es weitergeht… auf jeden Fall sollten die jeweiligen Aufwiegler dann zur Verantwortung gezogen werden. Die heutige Spaltung des Schweizervolkes und die Miesmachung unserer Institutionen (ähnlich wie durch die US-Teaparty) haben wir eindeutig dem Zampano aus Meilen zu verdanken.
Rolf Raess, am 24. November 2014 um 13:24 Uhr
Eine Philosophische (meine) sicht der Dinge …

Eine Begrenzung der Menschen Zahl auf diesem Planeten ist zwingend, denn wenn wir auch Philosophisch das Thema angehen dann müssen wir uns überlegen WELCHER VORTEIL hat der Planet Erde wenn sich immer mehr Menschen (anstatt Tiere …) darauf aufhalten !

Der grosse unterschied zum Tier ist dass der Mensch ein grosser „Verschmutzer“ ist.
Müllberge überall, in den Meeren und Bergen, dazu Atommüll welches sich fast nicht mehr abbauen lässt, Ressourcen verschleiss und Verursachung eines gewaltigen Klima Wandel.
Den Menschen so wie er sich entwickelt hat hätte es FÜR DIE ERDE nicht gebraucht.
Die Tierwelt hingegen ist Neutral, hinterlässt praktisch die Erde wie sie ist. Kein Müll, keine hässliche Bauten, verursacht wenn sich selbst überlassen (durch natürliche selbst Regulierung), keine dauer Schäden und keinen Klima Wandel.

Also nehmen wir uns nicht so wichtig, wir sind (leider) nicht die Krönung der Schöpfung ! Und mit Gott (Mensch gemacht) soll mir keiner kommen … Die Religion ist nur gut für die „Ethische & Moralische“ Richtlinien die sie uns auferlegt (auch hier von vielen Gesetze Heute ersetzt bzw. ergänzt), sonst für nichts zu gebrauchen … im Gegenteil, siehe all die Kriege die sich aus „Fanatismen“ ergaben und weiterhin ergeben ! …
Frau Carmey Bruderer, am 24. November 2014 um 13:39 Uhr
@Sam Pirelli. Im Einzelfall blamiert sich jeder, so gut er kann. Das Schnüffelprinzip ersetzt nicht vernünftiges Argumentieren. Jemanden seine Kinder vorwerfen oder ein Haus mit Bio-Beeten, von denen man sich natürlich nicht ernähren kann, ist untere Schublade. Die US-Teaparty, ich erhalte regelmässig Mails von Sarah Palin, macht nur Institutionen mies, wo die anderen in der Mehrheit sind, hoffentlich haben Sie, Herr Raess, weder die Armee noch die Kirche oder die Gefängnisse oder irgendeine Schule oder gar die Alkoholverwaltung oder die Fremdenpolizei je mies gemacht. Das Leben von C.B. ist noch nicht ausreichend erforscht. Ich verfüge über ungedrucktes Originalmaterial, worin er sich gegen politischen Übereifer, lies Extremismus, verwahrt. Der Gynäkologe, der bei seiner Geburt am 11. Oktober 1940 anwesend war, hiess übrigens Dr. Theodor Vogelsanger und war der Schwager der Grossmutter eines Schaffhauser Politikers, der sich für Ecopop einsetzt. Die Stätte der Geburt Ihres Zampano kann nicht mit einer Gedenktafel versehen werden, weil sie am 1. April 1944 von den Amerikanern in Schutt und Asche gelegt wurde, das bewahrt uns vor einer Gedenktafel. Das ist alles zwar nicht sehr wichtig, Herr Raess, aber man sollte alles so genau wissen und nicht einfach eine allgemeine Meinung nachplappern. Die Beispiele dienen nur als Modell.
Pirmin Meier, am 24. November 2014 um 13:45 Uhr
Da muss ich ja nur lachen, wenn S i e mich als Plapperer apostrophieren… Gucken Sie doch ihre Ergüsse oben an… und ihr Umfeld scheint auch nicht ohne Zweifel erhaben, wenn sie von der Palin Post bekommen - um auch, wie Sie Herr Meier, ohne Argumente zu politisieren.
Rolf Raess, am 24. November 2014 um 14:03 Uhr
@Menschen statt Tiere, @C. Bruderer: Wie an anderer Stelle schon mal ausgeführt, hat sich gleichzeitig zur Verdoppelung der Bevölkerungszahl in der Schweiz die Zahl der Spatzen, Haussperling, passer domesticus, halbiert. Das ist wahrscheinlich bedeutungslos, aber nicht total bedeutungslos und passiert konkret vor unserer Haustür, nicht dümmer als Mitleid mit den Eisbären, probates
Erziehungsmittel für Kinder betr. Klimaerwärmung.

Religion. Wird in ihrer Rolle für Moral überschätzt, schadet manchmal, weil sie gutes Gewissen produzieren kann für Dinge, die trotzdem nicht gut sind. Ich erkläre Ihnen den Nutzen der Religion im Vergleich zur Physik am Beispiel eines Flugzeugabsturzes (vgl. Nationalrätin B., die einen solchen überlebt hat. Also, Sie stürzen ab, und stehen vor folgenden Varianten:
a) wissenschaftlich. Sie sagen Newtons Schwerkraftformel auf u. bereiten sich so auf den Aufprall vor, ev. im Internet noch ein paar Leichenbilder von der Ukraine anschauen.
b) Sie rufen Allah, Allah akbar. Islam heisst Gott ergeben!
c) Ihr Stossgebet heisst «Jesus Barmherzigkeit"
d) Che Guevara sagte bei seiner Erschiessung, Kommunist hin oder her: «Ave Maria Purissima», das können Sie bei Enzensberger nachlesen. Che hätte bei einem Flugzeugabsturz ohne Rücksicht auf Marx/Engels dasselbe gesagt.
e) Ester Vilar bezeichnet die Liebe als Privatreligion: also rufen Sie Ihren Geliebten an, oft auch die tote Mutter, das nennt man volkskundlich die Hilfe der armen Seelen. So nützt Religion.
Pirmin Meier, am 24. November 2014 um 14:12 Uhr
@Raess. Ich bekomme auch von Putin Post ("Stimme Russlands"), bevorzuge aber im Vergleich zu Palin und Putin die Artikel von Peter Achten bei Infosperber. Beteiligte mich auch schon bei Blogs im «Vorwärts» und habe im Netz auffindbar einen würdigenden Nachruf geschrieben auf den früheren Chef der deutschen Linkspartei, Lothar Bisky, einen ziemlich anständigen Politiker. C.B. und Oskar Lafontaine haben sich vor 2 Wochen in Baden offenbar besser miteinander verstanden als Sie und ich. Die Beispiele mit den Details gehen auf einen polit-erkenntnistheoretischen Satz von Lenin zurück: «Nicht nur das Ziel, auch die Details besser kennen als der Feind». Jedes Detail, das sich der Forschung öffnet, ist wissenwert, vermerkte Jacob Grimm. Zurück zu Ecopop: Es kommt auf die Details an, nicht nur darauf, ob die Leute unsympathisch sind und zu viele Kinder haben, zwar auch ein Detail, aber auch dann müssen die Zusammenhänge geordnet werden. Und bei den Details sind Urs P. Gasche, oft auch Guggenbühl, fast immer Peter Achten sackstark, diese Leute finde ich manchmal, nicht immer, bewundernswert!
Pirmin Meier, am 24. November 2014 um 14:25 Uhr
Ich breche doch keine Neiddebatte vom Zaun. Und der Vergleich mit Al Gore ist unzulässig, da er seine Initiative mit etlichen Angestellten von zu Hause aus betrieben hat - wenn schon müsste sein Energieverbrauch also mit dem anderer KMU von ähnlicher Grösse verglichen werden, und dann steht Gore wieder gut da: Er hat 2007 nach jahrelangem Kampf mit den Behörden endlich die Bewilligung erhalten, Solarzellen und eine Geothermie-Anlage einzubauen.
Es bleibt jedoch die Frage: Wenn den Ecopoppern der Umweltschutz so wichtig ist, warum fehlt dann jede entsprechende Forderung in der Initiative? Die Antwort dünkt einen, wie gesagt, klar: weil man sonst nicht mehr auf die Unterstützung der rechten Fremdenfeinde hätte zählen können, für die Umweltschutz und Raumplanung traditionell des Teufels sind. Ich bleibe dabei: Ecopop ist eine Mogelpackung.
Sam Pirelli, am 24. November 2014 um 14:44 Uhr
@Sam Pirelli: Was «Menschenpflichten» sind, ist einfach zu beantworten! Es geht darum, dass selbst Asylanten und Schlepper Pflichten haben, nämlich nicht aus einem Staat Gurkensalat zu machen und sich an die Rechtsordnung und Gesetze dieses Staates zu halten! Deshalb muss selbst der EGMR mit seinen vielen nicht nachvollziehbaren Urteilen als «Falschfahrer» bezeichnet werden, er leidet offenbar an «déformation professionelle"! Vielleicht ist Geisterfahrer noch die treffendere Bezeichnung!
Beda Düggelin, am 24. November 2014 um 14:51 Uhr
@Rolf Raess, am 24. November 2014 um 13:24 Uhr: Schade, mit Ihrem Beispiel der Religionen haben sie absolut recht, aber warum verhalten Sie sich denn nicht entsprechend und vermuten alle Schuld in Meilen?
Beda Düggelin, am 24. November 2014 um 16:46 Uhr
@Sam Pirelli: Ich gebe allerdings zu, dass man die dritte von Ihnen genannte Gruppe als höfliche Umschreibung der von mir als fehlend betrachteten ansehen kann - zumindest dürfte die Schnittmenge gross sein. Aber warum die Dinge nicht beim Namen nennen? Sam Pirelli, am 24. November 2014 um 09:45 Uhr
Sind Ihre Pirelli fürs Eis geeignet, Sie haben sich nämlich aufs Eis mit Ihren gewagten Aussagen begeben, ohne die Biellmann-Pirouette zu beherrschen!
Ihre Schnittmenge ist tatsächlich zu gross ausgefallen, wenn Sie der FDP, meiner Partei und den Wirtschaftsverbänden Fremdenfeindlichkeit vorwerfen, wobei Fremdenfeindlichkeit mehrere Abstufungen beinhaltet. Als echt fremdenfeindlich sind vielleicht 5 Prozent der Schweizer Bürger zu bezeichnen, aber diese sind bei der Ecopop-Initiative nicht massgebend und auch nicht das Zünglein an der Waage. Bitte keine Pauschalurteile, sie bringen uns nicht weiter, disqualifizieren aber leider den Verfasser solcher Botschaften!
Die Schweiz ist mit einem Ausländeranteil von 23,8 Prozent das fremdenfreundlichste Land auf dieser Erde, das schleckt keine Geiss weg, stellen Sie sich mal vor, Deutschland hätte einen solchen Ausländeranteil, da wäre aber Mutti Merkel längst nicht mehr Bundeskanzlerin! Als bitte, das Wort «fremdenfeindlich» aus dem Vokabular streichen, wenn es darum geht, vernünftig zu argumentieren! Danke!
Beda Düggelin, am 24. November 2014 um 16:53 Uhr
Urs P. Gasche reflektiert als einer der ganz Wenigen seriös über Folgen, Lösungsansätze zur Migration. Dabei macht er zu Recht den Vorschlag einer Wechselkursfreigabe mit einer neuen Parität von 1 bis 1.1 Franken zum Euro. Das Experiment dürfte grundsätzlich gelingen. Aber, erinnern wir uns, in den 70-er Jahren wurde mit der Wechselkursfreigabe wohl mit der 10-MillionenSchweiz von Kneschaurek gebrochen. Innert weniger Jahre wurden rund 300'000 Arbeitsplätze - vor allem Frauen und Ausländer - abgebaut. Die CH-Bevölkerung ging zurück und die Prognosen wurden schleppend nach unten angepasst.
Ein erneuter Wechselkursschock ist unter den neuen Bedingungen eines gestärkten Sozialsystems zu analysieren. Kurz- und mittelfristig ist mit noch markanteren öffentlichen Defiziten zu rechnen. Ein Teil der relativ produktiven Aussenwirtschaft würde als erstes wegbrechen. Falls die Produktivität beibehalten - oder sich sogar weiter erhöhen sollte - müsste der (relativ) unproduktive Binnensektor massiv unter Druck gesetzt und das Sozialsystem umgebaut werden. Der Verlust an relativer Produktivität und internationaler Wettbewerbfähigkeit würden Diskussionen um Arbeitszeitreduktionen rasch verdrängen. Letztlich erwarten uns im Szenario 'Freigabe Wechselkurs/verminderte Migration' nicht zu unterschätzende Anpassungsprozesse bzw. Wohlstandsverluste. Es müsste aber - neben der 12 MillionenSchweiz- zumindest mal vertieft analysiert werden, unter Beachtung von Wohlfahrts- und Verteilungseffekten.
ruedi meier, am 25. November 2014 um 07:26 Uhr
@Ruedi Meier. Auf diesem Niveau müsste die Sachdiskussion erfolgen.
Pirmin Meier, am 25. November 2014 um 08:05 Uhr
@ Balthasar Glättli: Sein Zitat: «Die meisten Ecopop-Befürworter, die ich in den letzten Monaten kennenlernte, sind genau gegen Beschränkungen im eigenen Lebensstandard und Konsum. Sie sagen: nur wenn es weniger Leute in der Schweiz hat, können «wir» weiterleben wie bisher. Das ist für mich weder umweltschützerisch, noch solidarisch, noch nachhaltig.»
Dann ist es offenbar so, dass Glättli sich diese Leute explizit ausgesucht hat. B. Glättli als bauernschlauer, opportunistischer Pharisäer.

Etwas provokativ formuliert: Das Boot ist voll. Wer jetzt mit der Rassismuskeule kommt, sieht sich ertappt; die Schweiz kann nämlich nur in Sachen Qualität zulegen. Quantität ist aus geografischen Gründen nicht mehr möglich. Um diese Qualität zu pflegen, ist es unumgänglich, die Zuwanderung zu drosseln, und zwar auf ein qualitativ hohes Niveau. Genau; einen Numerus Clausus für Einwanderungswillige. Nicht etwa Schweizermacher-Folklore. Ich selber bin seit vielen Jahren Auslandschweizer und weiss, dass ich in meinem Gastland nur so lange meinen qualifizierten Job ausübe, wie er eben benötigt wird. Und vor allem nur so lange, wie ich mich an die Regeln in diesem Land halte. Das tumbe Solidaritäts-Geschwätz vieler Politiker und weichgespülter Weltverbesserer ist widerlich und anmassend.

Urs P. Gasche hat es mit seinem klugen Bericht zu fast 100% auf den Punkt gebracht. Dafür möchte ich mich im Namen der Stimmberechtigten in diesem Land bedanken. Dazu gehört der Mut des Weiterdenkenden.
Renato Stiefenhofer, am 25. November 2014 um 20:47 Uhr
Das «Gesetz des Umschlages der Quantität in Qualität» ist ein Grundsatz des dialektischen Materialismus von Karl Marx und Friedrich Engels. Es ist eines der dialektischen Kaninchen, die nach Popper die Philosophen Hegel, Marx und Engels aus dem Zylinderhut zaubern. Mit diesem Prinzip lässt sich, da hat Felix Rothenbühler recht, die Welt nicht verbessern. Es ist wahr, mit dem Kriterium Quantität kann man nicht Qualität machen. Es kommt primär, da hat Rothenbühler noch einmal recht, auf qualitative Massnahmen an.

In der Ethik ist aber schon seit den sieben Weisen aus dem Altertum noch der Satz «Meden agan» wichtig, also nicht zu viel, bei der Quantität Mass halten, beim Wein, beim Fettverbrauch, bei der Sexualität, bei der Bevölkerungszunahme usw. Es gibt bei der Quantität das Kriterium «zu viel» und «zu wenig», siehe die Abwanderung etwa aus Tessiner Bergdörfern. Das ist unbestritten. Dass die Reduktion des zeitlichen Ausmasses der Einwanderung der Alemannen zur Zeit der Völkerwanderung, welche über 200 Jahre anhielt und rund 90 000 Personen in die Schweiz brachte, auf die Quantität heute der jährlichen Einwanderung gebracht wird, ist eher zu viel als zu wenig. Noch Fragen?
Pirmin Meier, am 25. November 2014 um 21:18 Uhr
Ist Ecopop fremdenfeindlich?

Jeder von uns verbraucht so viel Energie wie ein ganzes – wenn auch kleines – somalisches Dorf. Aber ausgerechnet diese Afrikaner, Menschen mit dem «ökologischen Fussabdruck» einer Wüstenspringmaus, werden uns von den Ecopopianern als Umweltproblem präsentiert. Wenn die Schuld immer bei anderen gesucht wird, bei „Fremden“, bei bestimmten Gruppen, bei den Schwächsten – wie soll man dies nennen? Sündenbockpolitik ist es allemal. Trotz der Fadenscheinigkeit ihrer Rationalisierung und obwohl es nicht selten zum Himmel stinkt, ist Sündenbockpolitik so erfolgreich, weil sie uns davon entbindet, selbst etwas zu verändern. Schuld sind ja immer die anderen. Ob dieses Jahrtausende alte Rezept, Probleme mittels Opferritual «aus der Welt schaffen», der Umwelt nützt?
Matthias Bertschinger, am 25. November 2014 um 23:06 Uhr
@Bertschinger. Sie haben recht, das somalische Dorf hat keine Heizprobleme, dafür vielleicht Hungerprobleme und Probleme mit der medizinischen Versorgung, ev. Mädchenbeschneidung. Dies festzustellen hat nichts mit Sündenbockpolitik zu tun. Sie konstruieren da sehr viel schlechtes Gewissen.
Pirmin Meier, am 25. November 2014 um 23:30 Uhr
Gegen Hungerprobleme, medizinische Versorgung und Mädchenbeschneidung ist mit Kondomen aber nicht beizukommen.
Matthias Bertschinger, am 25. November 2014 um 23:37 Uhr
...sondern mit Aufklärung, wie die Initiative betont. Allerdings liegt das Hungerproblem tiefer, wird mutmasslich mit Entwicklungshilfegeldern nicht gelöst, welche den Charakter von Ablasszahlungen haben, hängt aber zum Teil doch auch mit der im Vergleich zur Wirtschaftsentwicklung disproportionalen Bevölkerungszunahme zusammen. Das würden alle sagen, wenn es nicht darum ging, eine Initiative, deren Schwächen vielleicht anderswo liegen, mit den allerschwächsten Argumenten zu bekämpfen.
Pirmin Meier, am 25. November 2014 um 23:46 Uhr
Vor fünfzig Jahren standen Italiener im Verdacht, sich «disproportional» zu vermehren. Wir finden immer einen Sündenbock. Mich wundert nur, dass das so wenigen auffällt.
Matthias Bertschinger, am 25. November 2014 um 23:53 Uhr
Das Kapital vermehr sich auf «wunderbare Weise». Der Wettbewerb lässt es in gewisse Ländern konzentrieren, je mehr von dem Zeug angezogen wird, um so tüchtiger seien die Leute dort. Sie ziehen Reichtum aus andern Gegenden der Welt an, schaffen damit ein Ungleichgewicht. Die Menschen folgen dem Kapitalfluss, das Bauland nimmt unwahrscheinlich stark zu an «Wert». Es herrscht «Dichtestress» unter Menschen, Bahnen, Autos, Häuser, Hallen... und Geld.
Weshalb nicht auf ein bischen Geldzuzug verzichten? Weshalb haben soviele Parteien Angst vor der Abschaffung der Aufwandbesteuerung?
Urs Lachenmeier, am 26. November 2014 um 08:59 Uhr
@Pirmin Meier: «Aufklärung».... wer wird bestimmen, was darunter zu verstehen und zu fördern ist? Wahrscheinlich die WHO als Interessenvertreterin der Pharmaindustrie... Nestle & CocaCola klauen Wasser, die Landgrabber kaufen den unaufgeklärten Kleinbauern das Land ab bisweilen auch mit Hilfe korrupter Regierungen. Aufklärung ja, das wird nicht genügen, die «Erfolgreichen» müssen aufhören zu klauen, aber wie erreichen wir dies? Eine «Aufklärung», die zur Eigenständigkeit hilft - JA! Wie zB. die kleine biovision.ch. Eine dogmatische Aufklärung nach WHO und WTO welche alles mit FORT-Schritt und Wachstum erreichen wollen bringt immer mehr Verlierer als Gewinner.
Urs Lachenmeier, am 26. November 2014 um 09:14 Uhr
@Bertschinger: Problem «dispropotionale Vermehrung» liegt tiefer, hat nichts mit supponiertem Rassismus zu tun. Heiratsbeschränkungen für Knechte/ Mägde/Arme im alten Bern usw. waren damalige Massnahmen; galten als Prävention gegen das Armenproblem, das noch 1855 zu Ausschaffung von 355 Armen von Rothrist nach Amerika führte. Das Problem hatte und hat objektive Grundlagen, die Lösungsvorschläge, wer wollte es bestreiten, waren und sind gelegentlich inhuman. Bei ihrem Italienerbeispiel vor 50 Jahren dokumentierte ich als Volkskundler Beispiele von Gebärneid, so bei einer kinderlosen Chefsekretärin: «Diese Italienerinnen und Spanierinnen wissen auch nichts Gescheiteres als jedes Jahr einen dicken Bauch zu haben.» Mit Prof. Niederer machten wir damals eine Exkursion nach Sardinien, die Sache wurde recht gut erforscht. @Lachenmeier: Ich bestreite keinen Augenblick, dass Sie echtes Problem ansprechen. Gäbe es allerdings das Nestlé-System nicht, ich schliesse nicht aus, dass die Gesamtbevölkerungszahl auf der Welt geringer wäre; desgleichen ohne den Kolonialismus; Haiti, seit 212 Jahren unabhängig (wiewohl im Moment in vielem ganz von den USA abhängig), machte die vergleichsweise geringsten Fortschritte. In Eritrea ist in letzter Zeit die Kindersterblichkeit massiv gesunken, die Lebenserwartung um 20 Jahre gestiegen. Ohne Massnahmen gegen Bevölkerungszunahme wird Lage kritisch, Asyl in CH ist keine Lösung. Programme betr. Mädchenbeschneidung wären mit Ecopop-Vorschlägen kompatibel.
Pirmin Meier, am 26. November 2014 um 09:46 Uhr
In der Diskussion im neuesten Artikel Christian Müller habe ich betont, wozu Thomas Binder aufruft. Aber über seine Argumentation betr. den präkonzeptionellen Genozid, ein absurdes Argument, musste trotzdem diskutiert werden! Ich kann sehr wohl zwischen falschen Argumenten für oder gegen die Initiative unterscheiden und dem End-Entscheid über den Initiativtext. Auf diesen kommt es beim Abstimmen tatsächlich an. Man kann trotz der Absurdität einiger Gegenargumente bei den Zweifeln bleiben.
Pirmin Meier, am 26. November 2014 um 16:43 Uhr

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