Heizöl sparen, ohne zu frieren: Der rekordwarme Winter machte es möglich © cc

Rekordwärme: Energiekonsum ist massiv gesunken

Hanspeter Guggenbühl / 25. Mrz 2015 - Der Energieverbrauch in der Schweiz sank letztes Jahr um fünf bis sieben Prozent. Grund: Der Wärmerekord während der Heizperiode.

Der Verbrauch von Erdgas verminderte sich 2014 in der Schweiz um 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das teilte der Gas-Dachverband VSG am Montag mit. Die für Gasverkäufer schlechte Nachricht schönte der VSG in seiner Medienmitteilung mit dem positiven Titel: «50 Prozent mehr Biogas ins Netz eingespeist.» Diese Botschaft wird allerdings relativiert durch den Umstand, dass der Biogas-Anteil immer noch weniger als ein Prozent des Schweizer Gaskonsums deckt.

Rückgang auch bei Öl und Strom

Der Absatz von Heizöl sank laut Angaben der Erdölvereinigung sogar um 30 Prozent. Ein Teil dieses Einbruchs ist allerdings auf den Abbau der Lagerbestände in den (Ende 2013 überdurchschnittlich gefüllten) Heizöltanks zurück zu führen. Der tatsächliche Verbrauch von Heizöl hat 2014 um schätzungsweise 20 Prozent abgenommen. Bei den Treibstoffen hingegen blieb der Konsum in der Schweiz nahezu stabil.

Bei der Elektrizität, so zeigen die Daten bis Ende November, zeichnete sich 2014 ein Verbrauchsrückgang von drei Prozent ab. Elektrizität, Erdgas und alle Erdölprodukte zusammen decken immer noch über 90 Prozent des Energiekonsums in der Schweiz; der Rest verteilt sich auf Kohle, Abfälle, Holz und weitere erneuerbare Energieträger.

Rekordwarme Heizperiode

Aus den verfügbaren Daten (die offiziellen Zahlen liegen erst im Sommer vor) lässt sich abschätzen: Wirtschaft und Bevölkerung in der Schweiz konsumierten 2014 insgesamt fünf bis sieben Prozent weniger Energie als im Vorjahr; dies obwohl die inländische Wirtschaft letztes Jahr um zwei und die Bevölkerung um ein Prozent gewachsen ist. Der Hauptgrund für diese Entwicklung: das rekordwarme Klima während der Heizperiode. So sank die Zahl der Heizgradtage 2014 in der Schweiz gegenüber dem Vorjahr um 20 Prozent – und damit auf den tiefsten Wert seit Messbeginn.

Bemerkenswert ist die langfristige Entwicklung: Von 1960 bis zum Jahr 2000 hat sich der Energieverbrauch in der Schweiz trotz Klimaerwärmung nahezu verdreifacht. Seit 2000 hingegen gab es – bei jährlichen klimabedingten Schwankungen – nur noch einen kleinen Zuwachs: Klimabereinigt lag der Energiekonsum in der Schweiz 2014 um schätzungsweise zwei bis drei Prozent über dem Niveau von 2000. Pro Person und pro Wirtschaftseinheit konnte die Schweiz ihre Energieeffizienz also etwas erhöhen; dies vor allem dank strengeren Vorschriften für neue Gebäude und Elektrogeräte.

Mehr Strom, weniger Heizöl

Eine Verschiebung gab es bei den Energieträgern: Der Marktanteil von Elektrizität, Erdgas und Erdöl-Treibstoffen stieg seit 2000 weiter, während der Anteil von Heizöl deutlich schrumpfte. Der Konsum von erneuerbarer Energie wuchs ebenfalls, aber ihr Anteil (exklusive Wasserkraft) blieb unter zehn Prozent des Gesamtverbrauchs.

Nachtrag: Ein Minus von 7,7 Prozent

Der gesamte Schweizer End-Energieverbrauch hat 2014 gegenüber dem Vorjahr um 7,7 Prozent abgenommen und damit noch etwas stärker, als wir im März aufgrund der bis damals verfügbaren Daten schätzten (minus 5- bis 7 %). Das zeigt die Ende Juni veröffentlichte Gesamtenergie-Statistik. Wir haben insbesondere den Rückgang des Heizölverbrauchs (minus 24,7 % statt minus 20 %) unterschätzt. Die zentrale Begründung für den massiven Rückgang bleibt: Der Wärmerekord während der Heizperiode im Jahr 2014.

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