Gas – in der Schweiz bald ein heisses Thema © flickr/splorp

Gas – in der Schweiz bald ein heisses Thema

Gas kostet in der Schweiz fast das Doppelte

Christian Müller / 28. Apr 2012 - Der Schweizer Gaspreis ist an den Ölpreis gebunden. Die Gaskonsumenten zahlen viel zu viel. Ein übler Fall von Monopol-Missbrauch.

»Der Erdgas-Preis befindet sich im freien Fall: Seit Anfang Jahr hat der Energieträger fast 30 Prozent an Wert eingebüsst und notiert an der New Yorker Rohstoffbörse nun auf dem tiefsten Stand seit zehn Jahren. Grund sind die schleppende Weltkonjunktur und ein massives Überangebot. Dieses verursacht haben die Vereinigten Staaten. Deren aggressive Erschliessung neuer Gasquellen in Sand und Schiefer haben die globalen Marktverhältnisse auf den Kopf gestellt. Die USA als grösste Volkswirtschaft sind vom Gas-Importeur zum Exporteur geworden. Dies führte dazu, dass Flüssiggastanker aus Nordafrika, dem Nahen Osten und Asien vermehrt ihre Routen ändern und nun Kurs auf Europa nehmen. Mit der Konsequenz, dass die Gasschwemme auch auf den alten Kontinent überschwappt und dort die Preise ebenfalls ins Rutschen kommen. Einzig die Schweiz scheint von dieser Marktentwicklung unberührt zu bleiben: Seit 2000 ist der Erdgaspreis hierzulande um 70 Prozent gestiegen.»

Der Text stammt aus einem Bericht von Sven Millischer in der Aargauer Zeitung vom 26. April 2012. Endlich wird der Schweizer Gaspreis zum öffentlichen Thema. Denn die Gaslieferanten verdienen sich hierzulande dank ihren regionalen de-facto-Monopolen mehr als nur eine goldene Nase.

2.5 Milliarden CHF jährlich für Gas

Ein um 70 Prozent höherer Gaspreis seit dem Jahr 2000! «Nimmt man die US-Marktpreise als Massstab (inklusiv Wechselkurseffekt), dann müssten die Schweizer Gasbezüger gegenüber dem Jahr 2000 die Hälfte weniger zahlen», schreibt Millischer. Was dazwischen liegt, verschwindet in den Taschen der Gasversorger. Und dabei geht es nicht um kleine Summen. In der Schweiz werden im Jahr 2.5 Milliarden Franken für Gas ausgegeben. Etwa die Hälfte davon entfällt laut AZ auf die privaten Haushalte.

Ein Grund für die massiv zu hohen Gaspreise in der Schweiz sind die regionalen Quasi-Monopole der Gasversorger. Mal rechnen, wie Doris Leuthards geplante Gas-Kraftwerke zum jetzigen Schweizer Gaspreis aussehen und wie zum gegenwärtigen internationalen Gaspreis. Die Differenz dürfte nahe bei einem Faktor 2 liegen.

Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

Keine

Weiterführende Informationen

Der Gaspreis in der Schweiz ist viel zu hoch (aus der AZ)

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