Christian Imark © Urs Fitze
Kaspar Schuler © Urs Fitze

Zukunft mit oder ohne AKW?

Urs Fitze / 13. Nov 2016 - Nach 45 Jahren soll Schluss sein. Verlangen die einen. Schweizer AKWs sind sicher. Sagen die andern. Ein Streitgespräch.

Red. Am 27. November stimmt die Schweizer Bevölkerung über die «Atomausstiegs-Initiative» ab, die ein Abschalten der Atomkraftwerke nach 45 Jahren verlangt. Danach müssten 2017 drei der fünf Meiler abgeschaltet werden. Aus diesem Anlass führte Urs Fitze ein Gespräch mit den Kontrahenten Christian Imark (Contra) und Kaspar Schuler (Pro).

Christian Imark wurde im Herbst 2015 als Vertreter der Solothurner SVP in den Schweizer Nationalrat gewählt. Als Mitglied der Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie beschäftigt er sich schwergewichtig mit Energiethemen.

Kaspar Schuler ist Geschäftsleiter der 2007 gegründeten «Allianz für den geordneten Atomausstieg». Sie vereint 39 Mitgliedorganisationen, darunter medizinische, menschenrechtliche, kirchliche und Friedensorganisationen, Parteien aus dem links-grünen Lager sowie Umwelt- und Naturschutzorganisationen.

«Ich sehe keine Sicherheitsprobleme bei unseren fünf Atomkraftwerken in der Schweiz»

Herr Imark, weshalb sind Sie gegen das Volksbegehren für den geordneten Atomausstieg?

Christian Imark: Mir ist die Versorgungssicherheit wichtig. Ich sehe keine Sicherheitsprobleme bei unseren fünf Atomkraftwerken in der Schweiz, und ich sehe keine Alternative zum Atomstrom, wenn wir schon im nächsten Jahr auf 15 Prozent und ab 2025 auf 40 Prozent unseres Stroms verzichten müssen.

Herr Schuler, was sind Ihre Argumente, die für den Atomausstieg nach 45 Jahren Betriebsdauer sprechen?

Kaspar Schuler: Wir haben, wenn wir auf die europäische Landkarte schauen, einen Zubau an erneuerbaren Energien, der alle 18 Tage die Produktion eines kleineren Schweizer Atomkraftwerks abdeckt. Die Technik ist da. Wir werden bei einem Ausstieg positive Auswirkungen auf die Beschäftigung haben, nicht nur für die Installation und den Betrieb von erneuerbaren Kraftwerksanlagen von Privaten und Elektrizitätsunternehmen, sondern auch für die Isolation von Gebäuden.

Christian Imark

Imark: Es mag ja sein, dass viel investiert wird in Windkraft und Sonnenenergie. Doch dieser Strom ist keine Bandenergie, die konstant fliesst, wie sie unsere Wirtschaft braucht. Herr Schuler spricht von einer Stärkung der Bau- und Installationsbranche. Natürlich ist das Arbeit, aber das sind nun nicht gerade die hochwertigen Arbeitsplätze, und alles hängt am Subventionstopf. Das schafft Abhängigkeit und nicht Innovation. Und es ist schlicht nicht wahr, dass die Photovoltaik so wirtschaftlich sei wie die Atomkraft. Die Kosten sind viel höher.

Schuler: Schweizer Atomkraftwerke gehen von fünf bis neun Rappen aus, je nach Alter des AKWs. Europäischer Ökostrom ist für vier bis sieben Rappen zu haben. Die Fördergelder für den Bau von grösseren erneuerbaren Stromanlagen werden in der Schweiz im übrigen nach sechs Jahren auslaufen, es kann also keine Rede sein von nicht endenden Subventionsgeldern.

«Wenn also jemand für Chaos sorgt, dann sind es die Betreiber dieser Anlagen»

Imark: Dieses Volksbegehren zwingt uns bei einer Annahme schon nächstes Jahr zum Abschalten von drei Atomkraftwerken, die in das 220 Kilovolt-Netz einspeisen, während der importierte Strom auf dem 380 Kilovolt-Netz transportiert wird. Da fehlt es schon schlicht an den Transformatoren, um diesen Strom kompatibel zu machen.

Und das lässt sich technisch nicht beheben?

Imark: In dieser kurzen Frist sicher nicht. Das haben wir im vergangenen Winter gesehen, als zwei Atomkraftanlagen für Wartungs- und Reparaturarbeiten abgeschaltet werden mussten.

Schuler: Wenn also jemand für Chaos sorgt, dann sind es die Betreiber dieser Anlagen. Im vergangenen Jahr wurde das Problem übrigens so gelöst, dass der Preis für den Strom aus Speicherseen erhöht wurde. Das war eine lehrreiche Erfahrung, die uns die weitere Entwicklung aufzeigt. Die Stauseen werden in Zukunft wieder vermehrt ihre ursprüngliche Rolle als Batterie für die Schweizer Stromversorgung einnehmen, während der Stromhandel, für den sie heute vorwiegend genutzt werden, an Bedeutung verlieren wird.

Imark: Es sind doch genau die Kreise von Herrn Schuler, die den dringend nötigen Ausbau von Leitungen, aber auch von erneuerbaren Energien verhindern. Das ist unseriös. Man kann nicht zu allem Nein sagen.

Herr Imark, die Schweiz betreibt in Beznau die weltweit ältesten Atomreaktoren. Das Parlament hat deren Laufzeit unbefristet verlängert, solange die Sicherheitsauflagen erfüllt werden. Was machen die Schweizer Nuklearbetreiber besser als die Kollegen in anderen Ländern, die solche Anlagen längst stillgelegt haben?

Imark: Diese Anlagen sind sicher, und sie laufen solange, als dass sie sicher sind. Ich habe vollstes Vertrauen in die zuständigen Behörden.

«Auch ein altes Flugzeug ist sicher, solange es gewartet und erneuert wird»

Sie zweifeln auch nicht an der technischen Machbarkeit, alte Atomanlagen weiter zu betreiben?

Imark: Auch ein altes Flugzeug ist sicher, solange es gewartet und erneuert wird.

Werden die Probleme, die Sie ansprechen, mit einer unbefristeten Laufzeit nicht einfach auf die lange Bank geschoben?

Imark: Wenn wir nichts unternehmen, werden wir Probleme kriegen. Es werden ökonomische Gründe sein, die zum Abschalten der Atomkraftwerke führen. Dann brauchen wir sicher Lösungen, etwa in Form von Gas-Kombi-Kraftwerken oder vermehrten Stromimporten. Aber das sind alles unbefriedigende Wege.

Herr Schuler, die durch einen Tsunami ausgelöste Katastrophe in Fukushima traf Atomkraftwerke, die vom selben Typ waren wie jene in Beznau. In der Schweiz hätte eine ähnliche Flutwelle keine Katastrophe ausgelöst, weil das AKW laufend nachgerüstet worden ist, heisst es seitens der Betreiber. Haben diese recht?

Kaspar Schuler

Schuler: In der Schweiz sind nicht die Behörden, sondern die Betreiber für die Sicherheit verantwortlich. Sie müssen nachweisen, dass ihre Anlagen sicher sind. Sie haben aber auch die Möglichkeit, eigene Lösungen vorzuschlagen, wenn sie mit jener der Behörden nicht einverstanden sind. Das relativiert den Aspekt der Sicherheit. Mich beunruhigt etwa der seit 17 Jahren fehlende Nachweis einer verbesserten Erdbebensicherheit, die heutigen Risikoszenarien gerecht wird. Darum geht es, wenn wir von Sicherheit sprechen.

Herr Imark, in Deutschland läuft seit 15 Jahren ein geordneter Atomausstieg, das letzte AKW wird Ende 2022 abgeschaltet. An der Machbarkeit zweifelt in Deutschland quer durch alle politischen Lager niemand. Wäre das nicht ein Modell für die Schweiz?

Imark: Sicher nicht. Deutschland kompensiert den Atom-Ausstieg mit Kohlekraft, weil auch unsere Nachbarn Bandenergie brauchen. Heute haben wir extrem tiefe Strompreise, weil Billig-Kohlestrom sowie subventionierter erneuerbarer Strom aus Deutschland den Markt überschwemmen und unsere Wasserkraftwerke unrentabel macht. Das nachzuahmen, wäre katastrophal. Diesbezüglich mache ich mir aber wenig Sorgen. Die Schweiz ist mit der Wasserkraft so gut bedient, dass solche Experimente gar nicht nötig sind.

«Atomausstieg vergleichsweise einfach zu bewerkstelligen»

Schuler: Es stimmt: Kein Land ist so gut aufgestellt mit Wasserkraft wie die Schweiz. Das verschafft uns auch den Vorteil, den Atomausstieg vergleichsweise einfach zu bewerkstelligen. Das sagen nicht die Umweltorganisationen, sondern die verantwortlichen Behörden.

Herr Schuler, die deutsche Energiewende hat einen Haken: Kohlestrom, der den Atomstrom ersetzt. Macht das Sinn?

Schuler: Nein. Man hat bei der Gesetzgebung sicher gravierende Fehler gemacht, aus denen übrigens auch die Schweiz gelernt hat. Die Deutschen unterschätzten vor allem den raschen Preiszerfall bei erneuerbarem Strom. Für den billigen Kohlestrom sind aber primär die stark von der Kohle abhängigen osteuropäischen Nachbarn verantwortlich, die sich weigern, die Preise für die Emissionszertifikate zu erhöhen. Ich weise aber auch darauf hin, dass schon heute jedermann zertifizierten Ökostrom kaufen kann, auch und erst recht die grossen Strombezüger. Kein Land wird, wenn die Schweiz aussteigt aus der Atomenergie, auch nur ein halbes Kohlekraftwerk bauen. Lösen liesse sich das Problem auch regulatorisch, mit einer Dreckstromabgabe. Und seit der Einführung der kostendeckenden Einspeisevergütung in der Schweiz ist bereits soviel an Stromproduktion zugebaut worden, die einem kleinen AKW entspricht. In der Pipeline sind 55’000 weitere Anlagen.

Imark: Flatterstrom…

Schuler: Das Argument zieht nicht. Die technische Entwicklung läuft. In Deutschland können sie ganze Windparks schon so steuern, dass sie je nach Nachfrage die Flügel mehr oder weniger hart in den Wind stellen. Damit haben Sie eine Regulierungsenergie und keinen «Flatterstrom» mehr.

Imark: Die technische Entwicklung läuft in eine falsche Richtung, nicht nur wegen des Flatterstroms. Wenn wir unsere Energiezukunft auf – notabene subventionierten – chinesischen Solarzellen aufbauen, bleibt uns letztlich nur noch die Montagearbeit. Derweil gehen hochqualifizierte Arbeitsplätze rund um die Wasserkraft und damit die Wertschöpfung verloren.

Schuler: Das stimmt einfach nicht. Die Schweizer Wasserkraft wird fast bis zum Maximum genutzt, wir reden beim weiteren Ausbau von wenigen Prozent. Da kann man doch nicht behaupten, es gingen Arbeitsplätze verloren.

Imark: Weshalb werden Schweizer Wasserkraftwerke denn nun subventioniert? Weil sie nicht mehr rentieren. Und das kostet Arbeitsplätze.

Schuler: Atomkraft ist schlicht zu teuer, das gilt gerade auch für die neuen Kraftwerksgenerationen, bei denen Kostenüberschreitungen um das Dreifache zur Regel geworden sind. Dazu kommt eine wesentlich schlechtere Ökobilanz als bei allen erneuerbaren Energien.

Imark: Photovoltaik und Windkraft sind bei Weitem nicht so gut, wie es behauptet wird. Und Ihre Argumente laufen darauf hinaus, dass wir gerade nicht auf die bestehenden AKWs verzichten sollten. Dieser Strom ist günstig und sicher zu haben. Auch die Entsorgungsprobleme sind technisch gelöst.

Schuler: Es gibt ja noch keinen Standort…

Imark: Aber das heisst doch nicht, dass die technischen Probleme ungelöst sind. Es geht um die Umsetzung, nicht mehr um die Technik.

Schuler: Gar nichts ist gelöst. Das zeigt ja schon die Geschichte der Suche nach Endlagern. Auch die verantwortliche Nagra sagt im persönlichen Gespräch: Gebt uns Zeit, lasst uns zuerst vor Ort einen Versuchsstollen bauen, dann wissen wir mehr.

«...nur mit Grosskraftwerken in den Griff. Und AKWs sind dafür am besten geeignet»

Herr Imark: Wie sehen Sie den Strommix der Zukunft?

Imark: Wir müssen weg von den fossilen Energien. Gleichzeitig wird der Strombedarf zunehmen. Das Problem kriegen wir nur mit Grosskraftwerken in den Griff. Und AKWs sind dafür am besten geeignet. Umso mehr bedaure ich das Verbot, neue Atommeiler zu bauen. Das kommt einem Denkverbot gleich.

Herr Schuler: Können erneuerbare Energien den wahrscheinlich stark steigenden Strombedarf der Zukunft tatsächlich decken?

Schuler: Atomenergie ist wie die Kohle eine Technologie des 20. Jahrhunderts, ein Auslaufmodell. Erneuerbare Energien haben mehr als genug Potenzial, um die Elektrifizierung zu schaffen. Ich bin guten Mutes.

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Eine ungekürzte Fassung dieses Gesprächs ist erstmals auf der Homepage «Mensch und Atom» erschienen.

Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

Keine

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5 Meinungen

Über die Zukunft mit AKWs brauchen wir eigentlich gar nicht zu diskutieren, denn mit AKWs wird es über kurz oder lang für niemanden mehr eine Zukunft geben!
Dietrich Michael Weidmann, am 13. November 2016 um 13:36 Uhr
Dieses Interview lässt mich ratlos.
Wie ist es möglich, dass NR Imark, ein Jungpolitiker mit 34 Jahren zwei erfahrene Journalisten; Kaspar Schuler zusätzlich als Kampagnenleiter der Initiative «geordneter Ausstieg» so schnell in die Defensive drängen kann und seinen ganzen PR-Schlagworte abspulen kann, der vom Nuklearforum detailliert vorgegeben ist. Warum wurde er nicht auf seine vielen politischen Widersprüche, Halb- und Unwahrheiten angesprochen?
Kaspar Schuler hat zwar mit viel Detailkenntnis und vielen zusätzlichen Informationen versucht, den Diskussionsverlauf in eine konstruktive Richtung zu lenken, aber er und der Interviewer blieben bis zuletzt in der Defensive. Hier die Schlagworte von Imark, die er schon in den ersten Voten platzieren konnte, und die die Ausstiegsgegner seit einem Jahr subtil einsetzen: Versorgungssicherheit - keine Sicherheitsprobleme - keine Alternativen - zuwenig Transformer - Kohlestrom - Grüne als Verhinderer - «Volles Vertrauen in die Behörden» (dies aus dem Mund eines SVP-Hardliners!) - Flatterstrom.
Nach dem ersten Ärger machte ich eine kleine Recherche:
Die Geschäftsstelle des Nuklearforums wird vollständig durch Angestellte der PR-Agentur Burson-Marsteller betrieben. Grundsatz von B-M lauteten:
«Stay off killing fields» - meidet tödliche Minenfelder (z.B. AKW-Sicherheit); «verwendet Symbole statt Logik»; «Erzählt Geschichten» Sachargumente hätten keinen Newswert. Hier mehr zu diesen Meistermanipulatoren:
www.woz.ch/-af6
Heini Glauser, am 13. November 2016 um 16:03 Uhr
Angstkampagnen sind bei anständigen Leuten verpönt. Unanständige Promotoren setzen trotzdem auf Angstmacherei, aus der Sicherheit wird die Versorgungssicherheit. Angesichts der der unlösbare Sicherheitsprobleme eine Bagatelle...
Mit dem Thema Versorgungssicherheit werden Atomkritiker in die Zuständigkeit für Versorgungssicherheit geschoben, obwohl sie (wir) leider keine Zuständigkeit haben. Das ist der alte Trick, vom Grund des Ausstiegs auf sekundäre Fragen aus zu weichen.
Wir sollten keine Hemmungen haben, die realen Gefahren der Kernspaltung klar zu nennen!
Der Grund des Ausstiegs ist nicht, dass wir die Stromversorgung ohne Atomenergie machen können, sondern, dass wir die Atomkraft nicht wollen, weil diese die Existenz von Leben und Land gefährdet.
Ich bin für den sofortigen Ausstieg, selbst wenn die Stromversorgung nicht gegeben wäre.
Urs Lachenmeier, am 13. November 2016 um 17:58 Uhr
Danke Urs Lachenmeier,
ich teile Ihre Meinung zum sofortigen Ausstieg. Interessanterweise argumentiert BR Leuthard ja auch ganz in diesem Sinn: «Wenn die AKW nicht sicher wären, müsste man sie sofort alle abstellen». Leider ist diese Aussage zur «Nicht-Sicherheit» weitgehend zutreffend, s.
www.mahnwacheensi.ch
Die Initiative «für einen geordneten Ausstieg» ist ein Kompromisanliegen, das nach Fukushima zustande kam, um einen politisch mehrheitsfähigen Ausstiegsbeschluss zu erreichen, und nicht eine Maximalforderung!
Dass sogar von der GegnerInnenseite der Ausstieg grundsätzlich als notwendig oder logisch bezeichnet wird, diese Inititiative aber wegen ihrer genauen Formulierung abgelehnt wird, ist mehr als zynisch.
Ein Ausstieg ohne Datum ist kein Ausstieg!
Heini Glauser, am 13. November 2016 um 18:38 Uhr
Warum lässt sich 'infosperber' auf ein Streitgespräch ein? Erfahrungsgemäss ergibt dies selten neue Erkenntnisse, sondern es prallen zwei Kataloge von Argumenten auf einander. Je faktenfreier der Gegner drauflosbehauptet, desto defensiver bringt der Ausstieg-Befürworter seine Vernunftargumente. Mit dem im Initiativtext klar definierten Atomausstieg werden die lebensbedrohenden Risiken alter AKW ausgeschaltet. Ihnen statistisch und technisch höchst unwahrscheinlichen Stromknappheitsrisiken entgegenzuhalten ist zynischer Verhältnisblödsinn. Es gibt heute schon Tage mit Importmengen, die über der Produktion aller Schweizer AKW liegen, ohne Blackout. Es geht mit der Ausstiegsinitiative also nur darum, ob wir das «Restrisiko» einer Atomkatastrophe im dichtestbesiedelten Schweizer Mittelland sofort (Mühleberg und Beznau I+II) reduzieren und ab 2029 ganz ausschalten wollen. Jede menschliche Vernunft gebietet ein Ja! Die Gegner vernebeln die Debatte mit falschen 'Lichtaus-Behauptungen', die mit der Initiative nichts zu tun haben. Kein Problem so lang wir uns selber nicht einnebeln lassen und Fukushima oder Tschernobyl nicht vergessen, wo trotz schwach besiedeltem Umfeld unzählige Menschen getötet oder lebenslang geschädigt worden sind. Alte und Kinder, Familien und Alleinstehende, Fabriken, Fischer oder Landwirte sind über Jahrzehnte betroffen. Ein Ja reduziert dieses Risiko entscheidend. Die Alternativen zur überholten A-Technologie haben sich schon bestens bewährt.
Rolf Zimmermann, am 14. November 2016 um 11:12 Uhr

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