Markus Spillmann, Noch-Chefredaktor der NZZ, und Markus Somm, designierter Chefredaktor der NZZ © AZ

Markus Spillmann, Noch-Chefredaktor der NZZ, und Markus Somm, designierter Chefredaktor der NZZ

NZZ: schlimme Befürchtungen werden zur Gewissheit

Christian Müller / 14. Dez 2014 - Die «Schweiz am Sonntag» berichtet ausführlich über die Vorgänge bei der NZZ. Das Horror-Szenario scheint wahr zu werden.

Der «NZZ-Verwaltungsrat will Markus Somm als Chefredaktor». So steht es heute über einem ganzseitigen, bereits auf der Frontseite prominent angekündigten Artikel in der Schweiz am Sonnntag. Der Name des Autors, Christof Moser, bürgt für intensive und saubere Recherche. Um blosses Blablabla kann es sich also nicht handeln.

Der Artikel zeigt den Ablauf der Entlassung des Chefredaktors der Neuen Zürcher Zeitung NZZ en détail auf. Danach ist Markus Spillmann, der bisherige Chefredaktor der NZZ, erst am vergangenen Sonntagabend von Verwaltungsratspräsident Etienne Jornod über seine bevorstehende Absetzung telefonisch informiert worden. Spätestens am Montag wurde klar, dass der Verwaltungsrat den jetzigen Chefredaktor der Basler Zeitung als neuen Chefredaktor im Auge hat. Erst dies macht die ganze Geschichte so richtig brisant. Denn wenigstens die Leser der Basler Zeitung wissen es seit langem: Markus Somm ist ein Journalist, der Christoph Blocher politisch sehr nahesteht. Er habe sich, so schreibt die Schweiz am Sonntag, denn auch schon selber als «Statthalter Blochers» bezeichnet.

Christoph Blocher ist das, was östlich von Deutschland als Oligarch bezeichnet wird: Ein schwerreicher Mann, der nicht nur politisch Strippen zieht, sondern auch über Medien-Macht verfügt. Er hat sich, dank seinem Geld, nicht nur die Basler Zeitung unter den Nagel reissen können, er ist auch in der Lage, vor Abstimmungen mehrseitige Sonderzeitungen in sämtliche Briefkästen der Schweiz zu verschicken, so geschehen zum Beispiel vor der Masseneinwanderungsinitiative am 9. Februar 2014, die schliesslich mit einer 0,3 Prozent-Mehrheit der Abstimmenden angenommen wurde.

Das Ende der NZZ

Ein Blocher-Vasall an der publizistischen Spitze der NZZ? Das ist, so es nicht noch verhindert werden kann, das Ende der NZZ als Blatt, wie es sich seit 1780, also seit 235 Jahren, selber verstanden hat: als die liberale Stimme der Schweiz.

Im sehr ausführlichen Bericht der Schweiz am Sonntag ist stets vom «Verwaltungsrat» der NZZ die Rede. Ob da stets der vollständige VR mitdiskutiert und beschlossen hat, scheint offen sein. Dass ein Verwaltungsrat einstimmig Markus Somm zum Chefredaktor der NZZ ernennt, ist schwer nachvollziehbar. Immerhin steht in den Statuten der NZZ unmissverständlich, der Zweck sei «die Herausgabe der Neuen Zürcher Zeitung als ein von Sonderinteressen unabhängiges politisches, wirtschaftliches und kulturelles Organ von hoher Qualität und freisinnig-demokratischer Grundhaltung». Mit einem Chefredaktor, der politisch auf der Linie des Oligarchen Christoph Blocher operiert, wäre dieser Punkt der Statuten klar verletzt. Und damit würde die NZZ für ihre Leserinnen und Leser denn auch wertlos und unzumutbar.

Siehe auch den Bericht auf Infosperber: NZZ-Chefredaktor gefeuert – es verheisst Übles.

Nachtrag vom 16. Dezember 2014: Am 15. Dezember hat Markus Somm der Öffentlichkeit bekanntgegeben, dass er «nach reiflicher Überlegung» beschlossen habe, nicht Chefredaktor der NZZ zu werden. Gleichzeitig bestätigte er expressis verbis die Gespräche. – Zwischenzeitlich haben über 60 Korrespondenten der NZZ VR-Präsident Etienne Jornod einen offenen Brief geschrieben. Dieser ist hier einsehbar und kann downgeloadet werden (siehe weiter unten).

Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

Keine

Weiterführende Informationen

Hauptangriff auf die NZZ kommt von innen (SonntagsZeitung)
Brief der NZZ-Korrespondenten an VR-Präsident Etienne Jornod

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23 Meinungen

Jetzt sagen alle: «alles ausser Markus Somm». Vielleicht ist das auch nur die Strategie, um René Zeller mehrheitsfähig zu machen? Wer ist schlimmer?
Jan Muschg, am 14. Dezember 2014 um 09:00 Uhr
Wenn Markus Somm die NZZ wieder zu einer Zeitung macht, welche selber recherchiert statt den Vorgaben von CIA und co. zu folgen, dann kann jedem Leser herzlich egal sei, ob der Mann Herrn Blocher nahe oder fern steht.

Oh. CIA. Da wird hier wohl gleich wieder einer kommen und mich mit der Verschwörungstheoretikerkeule zusammenhauen.

Bitte erst mal zum Beispiel Udo Ulfkotte anhören. Danke. Der Mann hat 17 Jahre bei der ach so hochnoblen FAZ genau das gemacht - und alle machen es: Schreiben, was CIA wünscht.
Bitte sehr, ich erspare das Gockeln:
http://bumibahagia.com/2014/10/14/udo-ulfkotte-gekaufte-journalisten-das-imperium-schlagt-zuruck/#more-12514
Thomas Ramdas Voegeli, am 14. Dezember 2014 um 12:21 Uhr
Zeitungen verschwinden. Es entstehen neue. Alle offenen, kritischen Geister in unserem Land müssten halt mal über den eigenen Schatten springen und sich zu einer sozialliberalen Partei zusammenschliessen, von der SP über die Grünen, der EVP, der Grünliberalen, den linken Flügeln von CVP, BDP und den liberalen Restbeständen der FDP. Eine solche Koalition könnte 80% der Ständeratsmandate zwei Drittel der Nationalmandate besetzen. Die Rechtspopulisten, die Antimenschenrechtsparteien und Befürwortern einer «sanften» Folter - als das hat sich jetzt die SVP geoutet -, wäre nicht mehr in der Regierung, was ein Segen für die Schweiz bedeutete. Auf dieser Basis könnten sich Medien durchsetzen, die als Leitplanken eine vernünftige Volksmeinung garantierten. Die real längst nicht mehr existierende Grenze zwischen «Bürgerlich» und «Linken» würde entgültig der Vergangenheit angehören.
Peter Beutler, am 14. Dezember 2014 um 13:04 Uhr
Jede deutliche Abweichung vom Zelebrieren der Einheitsmeinungen innerhalb des Medien-Mainstreams ist für Christian Müller also ein «Horror-Szenario». Wenn man dermassen davon überzeugt ist zu wissen, was für die Allgemeinheit richtig und was falsch ist, dann erstaunen solche reisserischen Klassifizierungen (besser wäre vielleicht Abkanzelungen Andersdenkender - denn beim Lesen von Christian Müller sehe ich ihn immer bildlich als «von der Kanzel herab» vor mir) natürlich nicht.
Albert Eisenring, am 14. Dezember 2014 um 13:21 Uhr
Man muss sich nur einmal die «Kultur"-Spalten von BaZ online anschauen, um zu erahnen, was aus dem Feuilleton der NZZ zu werden droht, wenn Somm Chefredaktor ist: ein Lifestyle-Kommerz-Wellness-Teil. Rechtskonservative verstehen unter Kultur nur Brot und Spiele. Deshalb werde ich mein Abonnement unverzüglich kündigen, sollte Somm gewählt werden.
Thomas Läubli, am 14. Dezember 2014 um 14:27 Uhr
Ach, @Voegeli, nur noch die CIA? Wurden Sie aber bescheiden. Wo bleiben denn die Rothschilds und die anderen «nicht mehr heimlichen Drahtzieher» (O-Ton von Ihnen), die Sie sonst so gerne anführen?

@Roelli: Haben Sie eigentlich den HLS-Artikel gelesen, denn Sie da verlinken? Josef Munzinger und alle anderen Radikalen würden ja geradezu im Grab rotieren, wenn sie von Ihrer hanebüchenen Theorie wüssten, die SVP wäre freisinnig ...
Michael Gisiger, am 14. Dezember 2014 um 14:31 Uhr
@ Dominik Roelli

Danke für die Bestätigung. In meinem Gesichtsfeld gibt es nur zwei Blätter, welche, wenn es um Geldsystem und um Internationales geht, eigenständige Recherchen und eigenständiges Denken zelebrieren: Die WOZ CH und die Junge Welt DE.
Es war zum Beispiel die WOZ, in der ich, vor vielen Jahren, zum ersten Mal davon las, dass die lieben Israeli aus dem Gazastreifen ein KZ machten, indem sie die Mauer errichteten. In allen grossen Kasperlizeitungen war noch jahrelang danach kein Wort davon zu vernehmen.

Ob es ein neuer Chefredaktor fertig bringt, aus einem Abschreibblatt wieder eine Informationsquelle zu machen? Nicht nur ist es vertrackt, wahre Informationen reinzuholen, mehr noch, der Druck ist gewaltig und die Mittel derer, welche die international zelebrierten Einheits"nachrichten» steuern, enorm, von den Geldmitteln her, um sich durchzusetzen, gar unbeschränkt.

Ich denke, dass ein redlicher Chefredaktor einer NZZ leicht aus dem Fenster fällt oder einen Autounfall hat, so im Stile von Haider oder Möllemann oder Dyana oder die ganze Phalanx von Spitzenbankern, welche mehr und mehr dazu neigen, unerwarteterweise gestorben zu sein.

Mögen die Leute aufwachen und redliche Menschen in jeder Hinsicht unterstützen, denn einer allein richtet in der Tat nix aus.
Thomas Ramdas Voegeli, am 14. Dezember 2014 um 14:44 Uhr
Oooch, Herr Gisiger, «NUR» die CIA ist doch ein bisschen bescheiden ausgedrückt. Immerhin wickelt die CIA weltweit den gesamten Drogenhandel ab. Da springt schon mal es bitzeli was raus, habe ich mir sagen lassen.
Darf ich Sie bitten, vielleicht mal anzuhören, was zum Beispiel Udo Ulfkotte von seinen 17 Jahren bei der FAZ zu berichten weiss?
Aber ein Udo Ulfkotte ist für Sie vermutlich ein Spinner, von Wahnideen verfolgt?
Thomas Ramdas Voegeli, am 14. Dezember 2014 um 14:54 Uhr
Wer die Verwandlung der BaZ durch Somm erlebt hat, diesen Verehrer der US-Teaparty und aufgeblasenen «Historiker», der nicht einmal weiss, dass Alfred Escher nie Bundesrat war, den kann es nur frieren, wenn der die NZZ übernehmen soll.
Werner Baumann, am 14. Dezember 2014 um 15:20 Uhr
Falls sich die Befürchtungen über die Blocherisierung der NZZ bewahrheiten sollten, wird das Leit-Medium von der Zürcher Falkenstrasse wohl bald zum Light-Medium.
Christine Schwyn
Christine Schwyn, am 14. Dezember 2014 um 15:55 Uhr
@D.Roelli
Im Internet gibt es viele.
An Mitleser:
Mein Einstieg war http://info.kopp-verlag.de/index.html, dann lernte ich die wahre deutsche Geschichte der letzten 100 Jahre in lupocattivoblog.com, ein Muss für jeden Europäer, der aus den Geschichtslügen aussteigen will.
Ich kann locker ein Dutzend aufzählen - allerdings sind das eben Internetseiten, keine Zeitungen.
Es gibt Menschen, denen ich mehr Redlichkeit zutraue als meine Nachbarn. Mittlerweile gehört Herr Blocher dazu. Von Wladimir Putin keine Rede. Was DER Mann die letzten 14 Jahre in Russland geflickt hat, ist enorm.
.
Zurück zum Thema.
Nichts Schöneres gäbe es für mich, als wenn NZZ und Tagi sich aus den Krakenarmen entwinden würden und die Journalisten das tun dürften, was die meisten von ihnen in der Tat wollen: Nicht verbrecherische, kriegsstiftende Lüge abschreiben, sondern recherchieren und berichten.

Du sagst, die Schweiz schaffe es nicht allein. Oben sagte ich, einer schaffe es nicht allein.
Das sind eigentlich Quarksprüche. Es geht nicht darum, dass wir uns überlegen, ob wir es schaffen. Es geht darum, dass wir wissen, was wir wollen, und dass wir das täglich anstreben, ehrenwerte Gisigers hin oder her.

Hier lese ich wenig Berauschendes über Herrn Somm. Teapartyfan, klingt wenig eigenständig. Kann er auch anders?
Thomas Ramdas Voegeli, am 14. Dezember 2014 um 16:27 Uhr
@ Bregy

Berichtet der Bote:
Unsere Armee, unsere 22000 Mann, sie haben gesiegt.
Sagt der König:
Ich schmeisse dich ins Gefängnis, du sprichst Lüge. Es waren 21900 Mann.
Thomas Ramdas Voegeli, am 14. Dezember 2014 um 17:42 Uhr
Wieder mal Blocher bashing, nun ist er sogar zum „Oligarchen“ avanciert, … grins. Leute das nervt !
Könnte dies nicht die logische folge einer zu sehr „Links-Lastige-Sonstige-Zeitungslandschaft“ sein (Mainstream),… diese tendiert bekanntlich stets zum hyperventilieren sobald der Name Blocher auftaucht !

Das Pendel schwenkt (vielleicht) mal wieder auf die andere Seite, na und ... ?
Frau Carmey Bruderer, am 14. Dezember 2014 um 18:08 Uhr
Habe eben die Nachrichtensendung Echo der Zeit gehört. Im Moment sieht es ganz so aus, dass Somm nicht zur NZZ kommt; die dezidiert ablehnende Haltung der Redaktor_innen scheint ihre Wirkung nicht zu verfehlen. Die NZZ würde sowieso auf Blochers Klientel passen wie eine Faust aufs Auge. Seine Anhänger gehören doch eher zur intellektuellen Unterschicht. Ein guter Teil von ihnen dümpelt an der Grenze zum funktionalen Analpabetismus und die verköstigen sich höchstens an Boulervardpostillen. Dazu kommt, dass politisch die NZZ bislang alles andere als einen Linkskurs steuerte. Sie hat sich einigermaßen über Wasser halten können, weil das linksliberale Lager an ihrem Niveau im Kultur- und allenfalls Wirtschaftsteil Gefallen fand. Dieses Niveau vermöchten die rechtspopulistischen Holzacker nach Herrliberger Stil mit Sicherheit nicht weiterzuführen. Eine Somm-NZZ dürfe den nächsten Sommer nicht überleben.
Peter Beutler, am 14. Dezember 2014 um 19:55 Uhr
@ Peter Beutler

"Ein guter Teil von ihnen dümpelt an der Grenze zum funktionalen Analpabetismus und die verköstigen sich höchstens an Boulervardpostillen."
Gemeint sind Blocher - Anhänger.

Gemach gemach, Herr Beutler. Ich kenne zwar nicht viele, aber ich kenne einige CH Zeitgenossen aus den Sozialen Rängen, die Sie meinen. Beispiel Schulhausabwart.

Was ich da mehrheitlich höre, erstaunt mich immer auf's Neue. Viel mehr Wissen als ich vermuten würde. Gesunde Intuition für «was ist wahr und was riecht nach Lüge».

Klassebeispiel: Vor etwa 20 Jahren war ich glühend für EU Beitritt. «Wir wollen gemeinsam. Wir setzen uns zusammen. Wir machen zusammen die grossen Projekte usf. war meine Meinung.» Die «einfachen Menschen», die ich kannte, stimmten allesamt «nein» - und ich schämte mich damals.
Das Argument der Nein - Stimmer?
"Wir wollen uns nicht von Vögten in Brüssel befehlen lassen.» DIE haben den Braten gerochen. Ich Schöngeist und Gutmensch lag voll 100%ig falsch.
Thomas Ramdas Voegeli, am 15. Dezember 2014 um 06:39 Uhr
Herr Ramdas, Schulhausabwarte gibt es nicht mehr. Sie heissen Hauswarte. Diejenigen, die ich kenne, und das sind berufsbedingt einige, wählen SP und gehören dem VPOD an. Es sind in der Tat keine Halbschlauen, die, ihre braune Zunge herausstreckend, dem Guru aus Herliberg nachhecheln. Sie wissen zu unterscheiden zwischen Brüssel und Straßburg. Sie kennen den Unterschied zwischen EMRK und Brüssel. Anders diejenigen, aus deren dumpfen Mündern bescheuerte Worte wie «fremde Vögte», «Schöngeist» und die Goebbelskreation «Gutmensch» nur so heraussprudeln. Diese erbärmlichen Leihgaben unserer Rechtsaussen-Strippenzieher, wie satt habe ich sie.
Peter Beutler, am 15. Dezember 2014 um 08:27 Uhr
@Beutler. Betrifft: funktionaler Analphabetismus. Für mehr als 90% der heutigen Gymnasiasten ist nach meiner Erfahrung mit Klassenlektüre der Zeitung die NZZ klar «zu hoch».
Pirmin Meier, am 15. Dezember 2014 um 13:58 Uhr
Herr Roggweiler, es stimmt: Gegen Blocher sein, ist kein tragfähiges politisches Konzept. Aber die weitaus meisten, die Blochers Politik kritisch beurteilen, geben dafür durchaus Gründe an. «Schreibtischtäter» ist eine Floskel aus der Propagandaküche der SVP. Unter einem Täter versteht man jemanden, der etwas Kriminelles anstellt. Die Punkte 3 und 4 könnte ich unter gewissen Vorbehalten unterschreiben. Nicht alles, was in den Rignier-Blättern steht, ist volksverdummend, einiges leider schon. Das mit der absoluten Israelfreundlichkeit stört mich auch. Ganz besonders bei einer kritischen Beurteilung der Politik Jerusalems einfach als Antisemit abgestempelt zu werden. Ein Stein des Anstosses ist auch die Kreigshetze gegen Russland. Man muss kein Putinfan sein, um das daneben zu finden. Dass der Tagi bisweilen durch Irrelevanz glänzt, muss ich zu meinem Leidwesen auch feststellen. Dass diese Zuckerwasserartikel und journalistischen Schleimereien dann auch von drei, vier oder mehr ändern Bättern übernommen werden, das stößt mir ebenfalls sauer auf. Leider ist nicht von der Hand zu weisen: Das langsame Sterben unserer herkömmlichen Presse ist teils selbst verschuldet. Die journalistische Qualität oft unter einem akzeptablen Limit. Die Löhne der Zeitungsmacher allerdings auch. Ich sehe eine Gefahr: Die Printmedien könnten demnächst von einem Lager am rechten Rand kontrolliert werden, wie z.B. in Australien oder Kanada. Damit wäre eine freie Meinungsäußerung akut gefährdet.
Peter Beutler, am 15. Dezember 2014 um 14:02 Uhr
… Damit wäre eine freie Meinungsäußerung akut gefährdet …
Sagt Erfolgsautor P.Beutler …

Damit ist natürlich (was denn sonst) eine „Links-lastige-Meinungsäusserung“ ... gemeint !
Nun wie erfreulicherweise Heute da und dort festzustellen ist:
Das Pendel schlägt wieder (versuchtes es zumindest), wieder etwas nach rechts.
Und der Grund dafür ?
Die Ur-Volksvernunft scheint wieder die Oberhand zu bekommen, die alt 68iger sind definitiv OUT.
Deren „Gebetsmühlenartige-Krawall und Aufwühlworte“ … passe’, teils sogar Abstossend und wirkungslos.

Das „Volk“ (auch das einfachste), hat einen guten Riecher entwickelt und ist dagegen resistent geworden !
Frau Carmey Bruderer, am 15. Dezember 2014 um 14:58 Uhr
Lieber Pirmin. Wenn nicht politisch, aber doch beruflich sind wir aus dem selben Lager. Ja, leider, leider hast du recht. Mit unserer gymnasialen Bildung läuft definitiv etwas schief. Eine Maturaquote von 30, 40 oder wie in Deutschland von 50%, das kann nicht funktionieren. Eine Qäulerei für all diejenigen, die nicht dort hinpassen, ganz zu schweigen von den Lehrpersonen. Ich trauere der alten Zeit nicht nach. Vieles war damals schlecht. Doch der Bildungsstand an den Gymnasien, der war entschieden höher als heute. Damals waren die Zeitungsmacher sprachlich kompetenter, auch wenn sie meiner Meinung nach (häufig) politisch verquere Ansichten vertraten. Nicht alle hatten ein Gymnasiem besucht, aber vielleicht die gute alte Sekundarschule und eine anspruchsvolle Berufslehre. Wie wäre es, diesbezüglich ein wenig zurückzuschauen? Vielleicht könnte das ein wenig dazu beitragen, das Zeitungssterben etwas zu bremsen. Man darf dabei auch die neuen Errungenschaften wie iPad oder iPhon - die ich sehr schätze - mit einbeziehen.
Peter Beutler, am 15. Dezember 2014 um 15:04 Uhr
... der Sturm im Wasserglas hat sich gelegt ...
Somm hat abgesagt und Blocher hat sich bei Tele Züri, schmunzelnd, «distanziert», also wozu der ganze Aufschrei ?
Christian Müller und Anhängerschaft können wieder ruhig durchatmen !
Frau Carmey Bruderer, am 15. Dezember 2014 um 16:36 Uhr
@Lieber Peter. Das Problem ist, dass es die gute alte Sekundarschule kaum mehr gibt, wobei es mit Jammern nicht getan ist, da sind wir uns einig. Es ist schon viel erreicht, wenn man ehrlich zugibt, dass unser Schulwesen nicht an «Überintellektualität» leidet, wobei die rein abstrakte Intellektualität nicht überzubewerten ist. Das Schlimmste scheint, dass man kaum mehr echte Neugier feststellen kann, weder in den Lehrerinnen- und Lehrerzimmern noch in den Schulzimmern. Bildungspolitisch habe ich mich relativ am besten mit Deinem Kollegen und Parteifreund Hans Widmer verstanden, auf jeden Fall in vielen Fragen. Und das mit dem Lagerdenken ist so eine Sache, darum schrieb ich heute eine Hommage auf den Atheisten Christopher Eric Hitchens, abrufbar auf www.textatelier.com. Warne dich vor dem Dummschreiben derjenigen, die Du politisch verabscheust. Bei der SS war das Niveau mutmasslich höher als bei heutigen Rechten, sie hätten Grass nicht genommen, wenn er ein Dummkopf gewesen wäre, will nun aber keine falschen hinkenden Vergleiche machen. Unter den bedeutenden Analphabeten der letzten 1500 Jahre würde ich Mohammed und Klaus von Flüe nicht unterschätzen, wiewohl beide wiederum nicht miteinander vergleichbar sind und auch nicht mit der SS und der SVP. So wie ich Dich kenne, ist aber letztlich intellektueller Dünkel nicht Deine Art. Las heute abend drei Stunden lang die höchst skeptischen und fortschritts- und auch demokratiekritischen Gedanken des Oesterreichers Grillparzer.
Pirmin Meier, am 15. Dezember 2014 um 22:55 Uhr
Ob die NZZ vom Markt verschwindet, wird für die Zukunft der Schweiz nicht von Bedeutung sein. Und eigentlich genausowenig, wer sie vielleicht kauft. Die politischen Fronten sind relativ klar abgesteckt, was sollte da eine NZZ überhaupt noch für einen Einfluss darauf haben, wie die zukünftige Schweiz wohl aussehen wird ?!

Ob die SVP wieder auf Erfolgskurs kommt, und bleibt, hängt doch nur davon ab, wieviele Gegner sie hat, und darauf hat die NZZ, in welcher Form auch immer, sowieso keinen Einfluss (mehr). Die SVP sorgt zudem energisch selber dafür, es nicht allzuviele werden zu lassen, bei Initiativen, zum Beispiel, wie die der Verdingkinder, wo sie es wahrscheinlich mit einem einzigen Fraktions-Entscheid schaffte, einige Zehntausend 'Likes' mit einem einzigen NEIN loszuwerden.

Die Freisinnigen würden verlieren, zugegeben. Die verlieren aber auch ohne NZZ, denn wer, der/die noch an Freiheit und Unabhängigkeit glaubt, würde wohl noch einen Freisinn wählen, der doch auch nur nach Europa will.

So schaffen sich halt alle nur noch noch Feinde. Und die, die am Wenigsten Feinde haben, werden dann wohl gewinnen. Auch wenn es vielfach nicht mal Freunde waren, die ihnen dazu verhalfen. NZZ hin oder her.
Ernst Jacob, am 24. Dezember 2014 um 01:44 Uhr

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