«Gesichtsbesamung» auf Litauisch?

Christian Müller © aw
Christian Müller / 01. Apr 2014 - Das Schweizer Sexgewerbe sucht Frauen vor allem in Osteuropa.

Mein Service: 69, Dildospiele, Eierlecken, Facesitting, Feinmassagen, Fingerspiele, flotten 3-er und Lesbenspiele, Französisch pur (auf Wunsch bis zum Schluss), Fusserotik, Gesichtsbesamung, Körperbesamung, Nackt-Ölmassagen, NS, Umschnalldildo, Zungenanal, usw. (Wörtlich aus dem Angebot eines sogenannten Privat-Girls auf einer Zürcher Sex-Website).

Welche Frau ist bereit, das alles zu bieten? Wohl keine, die mit menschenwürdiger Arbeit ihren Lebensunterhalt zu verdienen in der Lage ist. Aber es gibt sie, vor allem in Ländern, in denen Arbeitsplätze für Frauen Mangelware sind. Nicht zuletzt in Osteuropa.

Und wie kommt man an diese Frauen? Mit Inseraten natürlich. Ein Zürcher Sexvermittlungsbetrieb sucht deshalb ganz öffentlich sprachkundige Leute: «Wir suchen zuverlässige Personen, welche für uns direkt in Osteuropa (H, CZ, SK, PL, RO, LT, LV) Stelleninserate (Zeitungen/Internet) aufgeben. Unser Text muss vorher übersetzt werden. – Ihre Bewerbung an ...» So eine Kleinanzeige in der AZ vom 26. März 2014.

Ob den Frauen im Osten dabei auch wirklich klarer Wein eingeschenkt wird? Zum Beispiel dass sie dann, um Männer mit extravaganten Bedürfnissen zu befriedigen, auch bereit sein müssen, sich deren «NaturSekt», sprich: deren Urin in den Mund pissen zu lassen (im Angebot: NS)?

Und wenn diesem Sexvermittlungsbetrieb die Sprachkenntnisse fehlen, in Polen, in Tschechien oder in Litauen Stellen-Inserate aufzugeben: Wie redet er dann mit den Frauen, wenn sie hier angekommen sind und zu arbeiten beginnen sollten?

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Eine Meinung

Danke, Christian Müller, dass da nicht «weggeschaut» wurde. Unglaublich, dass die frauenbewegte Szene, die doch Freude hat am Verbieten, nicht selber hinschaut, dass man allenfalls Lärm macht, wenn sich eine Kabarettistin wie Frau Steinegger schwarz schminkt, aber diese totale Entwürdigung des Menschen bzw. der Frau offenbar als etwas Selbstverständliches hinnimmt.
Pirmin Meier, am 01. April 2014 um 09:23 Uhr

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