Wissenschaft hilft verschleiern

Christian Müller © aw
Christian Müller / 28. Mai 2016 - Die NZZ erklärt, was Buchgeld ist. Aber die Erklärung dient der Verwirrung. Vermutlich absichtlich.

Was ist Buchgeld? Das ist die Frage, die mit dem neusten Video-Beitrag des NZZ-Finanz-Lexikons beantwortet wird – oder besser: beantwortet werden sollte. Denn was da präsentiert wird, ist schlicht lächerlich.

1. Der NZZ-Mitarbeiter befragt Felix Kübler, einen deutschen Professor am Institut für Banking und Finance an der Universität Zürich. Schon rein akustisch ist es äusserst schwierig, den Erklärungen des deutschen Professors überhaupt zu folgen.

2. Das im Video aufgezeigte Beispiel besagt, dass die Bank von einem Garagisten 1000 Franken cash auf sein Konto erhält und dass die Bank davon 900 Franken wieder an eine andere Person ausleiht. Erst mit den dann ausgeliehenen 900 Franken, die von der Kreditnehmerin dazu benützt werden, beim Garagisten etwas zu kaufen und die der Garagist seinerseits benützt, um seinen eigenen Kontostand bei den Bank um 900 Franken zu erhöhen, entstehe Buchgeld. Es wird damit der Anschein erweckt, dass die Bank zuerst Cash haben muss, bevor sie einen Kredit ausgeben kann. Gerade dies ist nicht der Fall. Die Banken geben Kredite raus, ohne das ausgeliehene Geld überhaupt zu haben. (In der Schweiz müssen sie dazu nicht einmal 5% bei der Nationalbank als Sicherheit hinterlegen.)

3. Der Professor erwähnt (schlecht verständlich), dass die Banken insolvent werden, wenn viele Bankkunden ihr Guthaben cash abheben wollen, und redet da über den Bank Run – was zur Frage «Was ist Buchgeld?» nichts beiträgt und in einem Beitrag, der mit allem Schnickschnack zusammen nicht mehr als 2 Minuten und 46 Sekunden dauert, nichts zu suchen hat.

4. Die einfache Antwort, dass Buchgeld (oder Giralgeld, was das gleiche ist) jenes Geld ist, das früher nur auf dem Papier und heute nur im Computer der Banken als Darlehen oder Guthaben besteht, aber von der Bank selber geschöpft worden ist und nicht etwa von der Nationalbank kommt, diese Antwort wird nicht gegeben. Und natürlich wird nicht erwähnt, dass die Bank den Zins auf dem vollen Betrag eines vergebenen Kredites verlangt, obwohl sie ja Geld ausgeliehen hat, das sie selber gar nicht hat.

Dieser unverständliche Finanz-Lexikon-Beitrag kann nur einen Sinn haben: den NZZ-Leserinnen und -Lesern weiszumachen, dass sie sich um dieses Problem bitte nicht kümmern sollen, weil es viel zu komplex ist. Denn in ein paar Monaten wird es eine Abstimmung geben über die Einführung des Vollgeld-Systems, also des Systems, bei dem die Banken nur noch Geld ausleihen dürfen, das sie selber von der Nationalbank bezogen haben. Und die hinter dieser Abstimmung stehende Vollgeld-Initiative muss im Interesse der Banken rechtzeitig bekämpft werden, denn durch sie würden die Banken endlich an die kurze Leine genommen und würden ihr «Recht» verlieren, Geld auszuleihen, das sie selber nicht haben – auf dem ganzen Betrag aber Zins zu verlangen.

Um es anständig zu sagen: das seit dem 27. Mai online geschaltete Video der NZZ zur Frage «Was ist Buchgeld?» ist alles andere als eine Meisterleistung – aber eine für die Banken willkommene und also vermutlich absichtliche Verwirrung.

Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

Keine

Weiterführende Informationen

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16 Meinungen

Obwohl ich das Video nicht gesehen habe, gehe ich bereits damit einig, dass es eine sehr stark versimplifizierte Erklärung darstellt!
Aber nun mal ganz langsam: Die Banken üben seit Jahrzehnten die Funktion des Multiplikators aus, Bankkredite haben das Wachstum der Volkswirtschaften erst ermöglicht. Dass die Bank dabei über ihre Verhältnisse leben, ist nicht erst seit der Finanzkrise klar. Das heisst aber nicht, dass dieses System abgeschafft werden muss, die Notenbanken können diese Funktion gar nicht übwernehmen, ohne die Volkswirtschaften masslos zu kontraktieren und zu schädigen, was in niemanden Interesse sein kann. Der Wettbewerb unter den Bank sorgt dafür, dass die Kreditkonditionen nicht explodieren und der Kreditnehmer masslos «abgezockt» wird. Das Problem der uferlosen Kreditexpansion kann mit der «Vollgeld-Initiative» nicht gelöst werden, ohne die Wirtschaft zu schädigen. sollte der Souverän diese Initiative annehmen, würde dies einen ungeahnten Höhenflug des Schweizerfrankens zur folge haben, weil dann der Franken rarer als Gold würde. Das kann wohl nicht im Interesse der Schweizer Volkswirtschaft und insbesondere der Exportwirtschaft liegen!
Beda Düggelin, am 29. Mai 2016 um 12:59 Uhr
Buch- oder Giralgeld gibt es tatsächlich seit Jahrzehnten oder gar Jahrhunderten, zumindest seit der praktischen Erfindung des Wechsels, um grosse Geldtransporte zu vermeiden. Der Machtmissbrauch der Banken hat weniger mit dem Buchgeld als vielmehr mit finanzkapitalistischer Wirtschaftsweise und Profitstreben zu tun. Deutlich höhere Eigenkapitalvorschriften für die Banken, Vorschriften über Mindestreserven bei der Zentralbank oder je nach Lage vergleichbare Notenbankinstrumentarien sind m.E. dagegen wirksamer als das unklar definierte und im Vollzug wohl bürokratische Vollgeld, das wohl leicht mit Geldersatzmitteln umgangen werden könnte. Hüten wir uns vor Illusionen.
Rolf Zimmermann, am 29. Mai 2016 um 15:41 Uhr
@Rolf Zimmermann: Völlig Ihrer Meinung! Es gilt höhere, wesentlich höhere Eigenkapitalvorschriften durchzusetzen! Sie haben mehr als recht! «Hüten wir uns vor Illusionen"!
Beda Düggelin, am 29. Mai 2016 um 16:52 Uhr
@Beda Düggelin: Ja, dass der Franken als Vollgeld dann die einzige Währung sein wird, die mit realen Werten hinterlegt ist, sehe ich auch als «Problem»: Vollgeld müsste eigentlich weltweit eingeführt werden, um wirklich gut funktionieren zu können.

Die Initianten antworteten mir zu diesem Aspekt, man könne dies mit Negativzinsen lösen. Damals hatten wir das aber noch nie wirklich real durchgespielt. Jedenfalls sind Negativzinsen kaum die Lösung, das ist inzwischen klar.

Meines Erachtens müssen wir besorgt sein, dass es bei Einführung des Vollgeld-Frankens zu einer ständigen Entwertung kommt (Silvio Gsell lässt grüssen ;-). So könnte man die Vollgeld-Idee mit der Grundeinkommen-Idee kombinieren: Die Zentralbank schöpft das Geld für das Grundeinkommen – und zwar dynamisch und nicht nach irgendwelchen Fixbeiträgen über Jahre hinweg: Die Grundversorgung mit einfachem Wohnen, einfachem Essen und der gesundheitlichen Grundversorgung gilt es zu decken. So haben wir nicht nur die Finanzierung eines Grundeinkommens geregelt, wir beflügeln damit auch den heimischen Markt, da monatlich neues Geld verkonsumiert werden kann. Und der Franken würde «weicher».

Nun noch ein ganz anderes Szenario. Was glauben Sie wäre passiert, hätten wir zu Beginn der Krise den Franken als Zahlungsmittel in Griechenland eingeführt? Weder hätten wir so ungeheuer viel kritische Devisen aufkaufen müssen noch wäre die griechische Wirtschaft derart am Boden. Und unserer Wirtschaft hätte es enorm gedient…
Fred Frohofer, am 29. Mai 2016 um 21:57 Uhr
@Fred Frohofer: interessante Gedankengänge! Aber würde nun der Franken bei einem Ja zur Vollgeldinitiative stärker oder schwächer werden? Ich denke, er würde stärker!
Ja, Griechenland, da gab es mal eine Meinung, die Schweiz sollte alle griechischen Schulden tilgen (gut 300 Milliarden Euro) und dann würde Griechenland zu einem guten Teil der Schweiz gehören und wir hätten eine Meerzugang und erst noch die Strände Griechenlands....... Ich bin mir allerdings nicht so sicher, ob ein solches Investment nachhaltig wäre, denn die griechische Wirtschaft hat neben dem Tourismus nur Oliven und Feta-Käse zu bieten. Gemäss Udo Jürgens vielleicht auch «Griechischer Wein»....
Wenn man den Schweizerfranken unbedingt schwächen will, bis auf welches Niveau das es allen passt, könnte ja die SNB auch unbeschränkt Devisen kaufen. Sobald sich die Finanzmärkte bewusst sind, dass die Schweiz einen Devisenvorrat in mehrfacher Höhe des BIP vor sich hinschiebt, würde der Franken automatisch viel schwächer: «Die Geister die ich rief, werd ich nimmer los.... Goethe Faust I» Der Devisenberg der Schweiz beträgt heute schon ca. einen Fünftel desjenigen der USA. Man vergleiche die Grössenordnungen in Bezug auf Bevölkerungszahl, Landfläche, Wirtschaftsleistung etc.!
Beda Düggelin, am 30. Mai 2016 um 07:40 Uhr
einverstanden - einverstanden? Ist nun die Darlegung in der NZZ eine Versimpelung (Düggelin) oder eine Verwedelung (Müller)?
Ich teile die Einschätzung Müller's.
Einverstanden sind alle, dass die Kapitaldeckung der Banken höher werden muss. Wieviel? Ich meine es sollten 100% sein, damit werden wir beim Vollgeld ankommen. Es geht doch nicht, dass Banken Geld ausleihen dürfen, das es gar nicht gibt! 5% Kapitaldeckung macht aus 1,3% Hypozins mit (Faktor 20) 26%! Ist das «normal"? Hat es im Kapitalismus schon immer gegeben, ja, leider, deshalb auch immer wieder die Zusammenbrüche.
Wenn das Wachstum des Giralgeldes dem Wachstum der Wirtschaft davon läuft, ist es nur eine Frage der Zeit, bis sich dieses Missverhältnis schlagartig in Enteignungen zeigen wird.
Die Enteignung kommt aber schleichend mit dem übertriebenen und unkontrollierten Vermehrung der Geldmenge.
Logisch, wird auch das Vollgeld nicht alle systemischen Fehler der Vergangenheit wegputzen. Es wird aber das Verhältnis von WertABschöpfung zu echter Wertschöpfung zum Guten korrigieren.
Urs Lachenmeier, am 30. Mai 2016 um 09:31 Uhr
"Urs Lachenmei: Leider nicht ganz richtig, ihre Rechnung, obwohl ich nicht die «reine Wahrheit» für mich beanspruchen will, ich bin lernfähig!
Wir sind uns einig, dass die Kapitaldecke der Banken viel zu dünn ist, man müsste sie verdrei- oder vervierfachen. Aber eine Kapitaldecke von 100 Prozent ist eine Vision die zu Illusionen führt. Was meinen Sie, was würden die EU-Länder und Mario Draghi von einer solchen Lösung halten? Das Finanzsystem würde zusammenbrechen!
Aber schliesslich haben Sie wohl recht, wir haben alle über unsere Verhältnisse gelebt, die einen mehr (EZB), die anderen, wir beide, gar wenig. Da bleibt nur noch eine Lösung: Währungsreform und Schuldenschnitt!!.....
Beda Düggelin, am 30. Mai 2016 um 09:58 Uhr
@Beda Düggelin: Vollgeld würde den Franken grundsätzlich stärken, daher ist es ja wichtig, die Geldmenge vernünftig auszuweiten, eine gewisse Inflation zuzulassen (faktisch haben wir weltweit eine Rieseninflation, denn die Effektivitätsgewinne durch Automatisierung und Digitalisierung werden nur beschränkt weitergegeben: Man schaue sich nur mal die Goldpreisentwicklung seit der Kündigung von Bretton Woods an: Kehr man es um und nimmt Gold als festen Wert, hat sich der Dollar und mit ihm alle anderen Währungen zigfach entwertet).

Über das Grundeinkommen und/oder indem der Franken zu einer Handelswährung in einem wirtschaftlich angeschlagenen Land wird, erreichen wir meines Erachtens die nötige, gefahrlose Entwertung: Denn in diesen beiden Fällen werden immer reale Wirtschaftsleistungen abgegolten und nicht etwa derivate Produkte finanziert. So wird Blasenbildung vermieden und das Geld lässt die Wirtschaft brummen.

Grundsätzlich bin ich übrigens mit meinen Vorschreibern einig, dass das Eigenkapital der Banken höher sein muss: Es geht doch nicht an, dass ein Kreditnehmer mehr Sicherheiten bieten muss, als die kreditgebende Bank! 20 bis 30 Prozent Eigenkapital wären wohl ein guter Wert.
Fred Frohofer, am 30. Mai 2016 um 10:21 Uhr
@Urs Lachenmeier: Unser Wirtschaftssystem beruht auf Krediten (siehe etwa David Graeber: «Schulden – die ersten 5000 Jahre»). Eine 100% Kreditabdeckung durch die Banken bedeutet faktisch, dass Wachstum nicht mehr möglich wäre. Grundsätzlich finde ich das Wachstum auch sehr problematisch (ausser bei nicht krebsartigen Organismen wie Pflanzen oder Kindern ;-), denn es bedeutet im Endeffekt Ausbeutung von Mensch und/oder Natur.

Die Vollgeldinitiative will ja eine Monetative schaffen, welche die Geldmenge regulieren kann. So kann bei Bedarf von Wirtschaft oder Staat die Geldmenge ausgeweitet werden. Dahingehend erinnere ich daran, was Infrastruktur-Investitionen vom Staat in Bildung, Eisenbahnbau etc. erst eine modernen Wirtschaft ermöglichen. Und übrigens wurde die Industrialisierung der Schweiz, die erst den Wohlstand und den Finanzplatz Schweiz ermöglichten, durch den Staat angestossen: Die ersten mechanisierten Textil-Produktionsbetriebe wurden mit Staatsgeldern finanziert.

100% Eigenkapital der Banken ist also mitnichten zu vergleichen mit dem, was die Vollgeld-Initiative erreichen will. Grössere Investitionen etwa in einen Gotthardtunnel wären nicht mehr möglich.
Fred Frohofer, am 30. Mai 2016 um 10:21 Uhr
@Düggelin
"Das Finanzsystem würde zusammenbrechen!
Aber schliesslich haben Sie wohl recht, ........ Da bleibt nur noch eine Lösung: Währungsreform und Schuldenschnitt!!.....
Ja genau.
Währungsreform = Zusammenbruch des Finanzsystems.
Oder auch nicht... wenn der Zauber wieder wie bis jetzt von vorne beginnen sollte. Etwas müssen wir ändern, jetzt oder nach dem Zusammenbruch... ääh Währungsreform.
Einverstanden, der Schuldenschnitt wäre längst sinnvoll und dringend. Dass mit Steuergeldern die Risikogeschäfte der Banken saniert wurden, hat wohl mit «Rettung Griechenlands» nichts zu tun. Es ist klar, dass genau damit die Binnenwirtschaft GR abgewürgt wurde.
Illusionen..... eine davon ist, dass mit der Erhöhung der Geldmenge die (Real-)Wirtschaft zum brummen käme.
Urs Lachenmeier, am 30. Mai 2016 um 10:36 Uhr
Verschiedene Meinungen über unser Geldsystem gibt es zweifelsohne, unnötigerweise in Unmengen, dazu kann man auch die Kommentare dieses Beitrages lesen.

Doch aus wissenschaftlicher Sicht ist das elektronische Buch- oder Giralgeldsystem im Kern nichts anderes als eine Software. Diese bildet Geschäftsvorfälle ab und verknüpft diese untereinander. Genau nach diesen Regeln funktioniert auch unser Geldsystem, nach den Regeln also, nach denen das Computersystem passend dazu, gebaut wurde.

Der Uni Professor, Felix Kübler im NZZ Film scheint solche Tatsachen zu ignorieren, dies obwohl heute bekannt ist wie Geld entsteht. Dazu gibt es genug Informationen von der SNB, der Deutschen Bundesbank, Bank of England und namhaften Ökonomen. Beispiele unter:
http://www.vollgeld-initiative.ch/wie-entsteht-geld/

Spannend auch die Stellungnahme des Chefökonomen der UBS, Daniel Kalt und Michael Rasch von der NZZ, zu dem besagten Video, auf Twitter. Sie beide wissen genau wie unser Buchgeld entsteht. Beide haben aber offensichtlich die notwendige Bandbreite nicht, dieses Wissen auch öffentlich zu Vertreten.

Die Nervosität der Vollgeld Gegner scheint enorm zu sein. Deren Argumentationen fehlen oder basieren, wie im aktuellen NZZ Video, auf einem maroden Fundament, welches schon vor 40 Jahren als falsches und irreleitendes Erklärungsmodell von den Hochschulen vertreten wurde. Das zeigen auch folgende Stellungnahmen: http://www.vollgeld-initiative.ch/stellungnahmen/
Daniel Gamper, am 30. Mai 2016 um 11:56 Uhr
Es ist erstaunlich, dass bei der Buchgeldherstellung immer noch soviel irreführende Sachen verbreitet werden.
Auch was die Ängste angeht, scheinen sich die meisten Leute (resp. die sich hier austauschenden Kommentatoren) nicht wirklich bei der Initiativen-seite zu informieren. So ist es zum Beispiel nicht nötig, dass die ganze Welt gleichzeitig Vollgeld einführt.
Und es sollte nicht ausser Acht gelassen werden, dass bereits heutzutage die Postfinance mit «Vollgeld» geschäftet, sprich sie kann nicht eigenmächtig Buchgeld herstellen, sondern geschäftet ausschliesslich mit Geld das bereits existiert, sprich Kundeneinlagen und Geld das sie sich von der SNB ausleiht.
Und wie man sehen kann ist sie sehr erfolgreich dabei.
Cristobal Tostado, am 31. Mai 2016 um 11:40 Uhr
Eigentlich einige gute Kommentare, aber kann mir jemand heute schon sagen, ob der Franken mit der Vollgeldinitiative stark oder schwach werden wird? Wird der Euro auf CHF 2 steigen und der Dollar auf CHF 1.80 oder wird der Franken steinhart? - Dann könnte ich bereits meine Devisengeschäfte tätigen......
Beda Düggelin, am 31. Mai 2016 um 13:26 Uhr
@Düggelin
Ob der CHF stärker wird....?
Wenn die SNB die Geldschöpfung alleine machen kann (und nicht nur die ca. 15% wie bist jetzt...), dann hat sie mehr Sicherheit in ihrem Tun. Das heisst, sie könnte die Geldmenge bei Notwendigkeit gar erhöhen, weil niemand sonst mitspielen kann.
Urs Lachenmeier, am 31. Mai 2016 um 22:46 Uhr
@Lachenmeier: Leider haben Sie meine Frage nicht beantwortet. Was sind die Konsequenzen auf den Wechselkurs, fragte ich?
Beda Düggelin, am 01. Juni 2016 um 09:16 Uhr
@Düggelin
Eine indirekte Antwort war das schon, weil die Geldmenge nebst den unkontrollierbaren Verhaltendweisen der «Marktkräfte» ein bestimmendes Mass ist.
Die SNB wird m.E. wirksamer agieren können. Ob und wie sie das tun wird, weiss noch niemand, nicht einmal die HSG ;-)
Über mögliche Verhaltensweisen von Anlegern könnten ev. die Kunden Behrings etwas verraten.
Wenn viele Menschen etwas wollen, dann steigen die Preise davon. Wie lange dieses Spiel andauert ist nicht nur eine Frage des Marktes, sondern auch der Psyche.
Deshalb gibt es kaum freie Medien...
Urs Lachenmeier, am 01. Juni 2016 um 10:50 Uhr

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