Religion Aufklärung © Christian Müller

«Gott kehrt zurück, und zwar mit Macht.»

Nicht totzukriegen – Die ewige Rückkehr der Götter

Jürgmeier / 16. Mai 2016 - Gott ist, wo er gebraucht wird. Die Verzweiflung hält den Wunsch, der Götter hervorbringt, lebendig. Ein Besprechungs-Essay.

Obwohl Friedrich Nietzsche den «tollen Menschen» schon im 19. Jahrhundert rufen liess «Gott ist tot! Gott bleibt tot! Und wir haben ihn getötet!» machten und machen Götter & Göttinnen beziehungsweise ihre AnhängerInnen immer wieder von sich reden – Päpste als Popstars, indische Gurus, christlich-fundamentalistische US-TV-Pfarrer, Sektenführer à la Scientology, pantheistische NaturanbeterInnen und neuerdings (konvertierte) islamistische Hassprediger.

Gott ist zurück

Der ehemalige Chefredaktor (u.a. von Die Welt und Cicero) Wolfram Weimer behauptet 2006 in seinem Buch «Credo»: «Das 21. Jahrhundert wird ein Zeitalter der Religion. Gott kehrt zurück, und zwar mit Macht.» Viele mögen ihm angesichts des islamistischen Terrors recht geben, wobei noch zu klären wäre, ob der Terror eine Konsequenz des Religiösen ist oder sich nur religiös maskiert. Kein Zufall also, dass auch das politische Kulturmagazin Die Gazette Glaube und Macht zum Hauptthema der Frühjahrsnummer 2016 macht. Der Leipziger Religionssoziologe Gert Picker aber hält am Ende seines Beitrags «Wiederkehr des Glaubens – Die Religionen wieder im Aufwind: Realität, Vision oder Fehldeutung?» fest: «So wenig die Religion je verschwunden war, so wenig kehrt sie wieder.»

Das hat mit widersprüchlichen Entwicklungen in unübersichtlichen Zeiten zu tun. Zum einen basteln sich in aufgeklärten Gegenden selbst Konfessionslose ihren eigenen Gott aus verschiedensten religiösen & ideologischen Versatzstücken oder glauben zwar nicht mehr an einen personalen Gott, dafür an Horoskope, Dogmen aller Art, Homöopathie, Genetik und Fussball. Trotz der Rückkehr des Irrationalen in die Rationalität der Moderne, u.a. in Form «religiöser Halbprodukte», brauchten, so Gert Pickel, immer mehr Menschen «keine Religiosität mehr für die Gestaltung ihres Lebens». Allerdings, und das macht die Widersprüchlichkeit aus: «Dieser Siegeszug säkularer Weltdeutung schliesst nicht aus, dass andere Menschen verschiedene Angebote des religiösen Marktes für sich in Anspruch nehmen.»

Gott ist, wo er gebraucht wird

Zudem trifft womöglich zu, was der in der Gazette zitierte US-amerikanische Sozialwissenschaftler Ronald Ingelhart postuliert, «dass Europa immer säkularer, aber die Welt immer religiöser» werde. Daran wird auch die muslimische Immigration kaum etwas ändern, denn es ist zu vermuten, dass es in unseren Breiten mittelfristig eher zu einer Säkularisierung des Islams als zu einer Islamisierung Europas kommt. Pickel seinerseits setzt auf die Möglichkeit, die er selbst eine überdenkenswerte Spekulation nennt, dass in Afrika «der Drift von Stammesreligionen und traditionaler Ethnoreligiosität hin zu den verfassten Religionen des Islam und des pfingstlerischen Christentums» als «Säkularisierungsschritt» interpretiert werden könnte, welcher «der Säkularisierung, wie wir sie kennen, vorausgeht».

Der in Lutz Lichtenbergers Gazette-Beitrag «Auf dem geo-religiösen Schlachtfeld» zu Wort kommende Enoch Adeboye, Anführer der expandierenden nigerianischen Redeemed Church und einer der reichsten beziehungsweise mächtigsten Männer Afrikas, macht den technischen Fortschritt und die Wissenschaften dafür verantwortlich, dass «die westliche Welt damit begonnen hat zu fühlen, sie bräuchten Gott nicht mehr so sehr wie früher. Wogegen wir in Afrika ihn brauchen. Wir wissen, dass wir ihn brauchen, um zu überleben.» Das heisst, Gott ist, wo er gebraucht wird. Oder, um es mit Karl Marx zu formulieren: «Der Mensch macht die Religion, die Religion macht nicht den Menschen» (Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie, zitiert in Gazette). Was es nicht gibt und nie gegeben hat, kann weder für tot noch für auferstanden erklärt werden. Aber der menschliche Wunsch, der Götter hervorbringt, ist und wird immer wieder lebendig. Das hat Gründe. Unterschiedliche.

Das irdische Elend

«Armut und Unsicherheit verstärken den Wunsch nach Religion». schreibt Gert Pickel und verweist auf die empirischen Ergebnisse «der World Values Surveys, die einen recht stabilen Zusammenhang zwischen Armut und Religiosität feststellen. Not lehrt also doch beten, so scheint es zumindest …» Und damit bekäme Karl Marx mit seinem berühmten (selten ganz und manchmal falsch zitierten) Diktum vom «Opium des Volks» doch noch recht. Dank Rudolf Walther bekommen es die Gazette-KäuferInnen wieder einmal im Kontext zu lesen: «Das religiöse Elend ist in einem der Ausdruck des wirklichen Elendes und in einem die Protestation gegen das wirkliche Elend. Die Religion ist der Seufzer der bedrängten Kreatur, das Gemüt einer herzlosen Welt, wie sie der Geist geistloser Zustände ist. Sie ist das Opium des Volks.» Das heisst, Marx kritisiert nicht in erster Linie die Religion – etwa als «Opium für das Volk» –, er versteht, so Walther, «Religion nicht als Geschäft betrügerischer Priester, sondern als Ausdruck der wirklichen sozialen Verhältnisse und des menschlichen Elends … Religion ist nur insofern ‹Opium des Volkes›, als dieses in seiner Not und seinem Elend eben keinen Zugang zu kostbareren Dingen der realen Welt hat, sondern mit billigen abgespeist wird.» So gesehen, ist die Rückkehr des Religiösen nicht in erster Linie eine Niederlage der Aufklärung, sondern Indiz dafür, dass die materiellen Verhältnisse der Menschen in grossen Teilen unserer «herzlosen», weil ungerechten Welt und auch für Teile der Bevölkerungen in den «reichen Ländern des Nordens» Anlass für jenseitige Glaubenshoffnungen sind.

Die aufgeklärte Unsicherheit

Die Aufklärung – die ausgezogen, die Welt zu erklären – hat uns in vielfältige Unsicherheiten gestürzt. Die vom Baum der Erkenntnis essen, haben hinterher mehr Fragen als Antworten. Je weiter die Aufklärung fortschreitet, desto mehr alte Sicherheiten dekonstruiert sie, ohne sie durch neue zu ersetzen. Sie versetzt den modernen beziehungsweise post-modernen Menschen in die ungemütliche Lage, dass er oder sie sich immer wieder auf ein (vorläufiges) Weltbild festlegen muss, so wie wir uns täglich entscheiden müssen, welcher medialen Wahrheit wir glauben wollen. Auf die als Kontingenz bezeichnete Unsicherheit, «dass es zwar ist, wie es ist, aber auch gut anders hätte sein können» (Pickel, Gazette) haben Religionen & religionsähnliche Bewegungen Antworten, nicht aber die Aufklärung in ihren vielfältigen Ausprägungen.

Der Trost gegen den Tod

«Solange die Menschen sterben müssen, wird es Gott geben», schrieb der Philosoph Michel Onfray im Spiegel 2007 (Nummer 22), «er existiert als Ausflucht vor der existentiellen Furcht, der Unfähigkeit, zu akzeptieren, dass wir und die Menschen, die wir lieben, verschwinden werden.» Religionen bieten den Menschen in der verzweifelten Stunde des Todes – der, zumindest für das Individuum, alles beendet – Trost an. Auf das irrationale Versprechen der Erlösung, Auferstehung und Überwindung des Todes bis in alle Ewigkeit hat die rationale Aufklärung keine attraktive Antwort. Sie sieht die Welt so schön & elend, wie sie ist, und hat nur die eine Hoffnung – die gesellschaftliche Entwicklung vermöge das individuelle Leiden im Leben vor dem Tod immer kleiner zu machen.

Aus der Ohnmacht zur Allmacht

«Werft alle Sorgen auf Gott. ER sorgt für euch», lockt es christlich von einer Hauswand am Rande der Zwinglistadt Zürich. Und manchmal bin ich fast etwas neidisch auf die Gläubigen, die so bedingungslos auf eine höhere Kraft vertrauen (können). «Du musst alles alleine machen», sagte ein sozialdemokratischer Nationalrat & Mitglied der religiös-sozialen Bewegung einmal zu mir. Er vertraue darauf, dass einer über ihm ihn unterstütze. (Darauf setzten allerdings auch seine GegnerInnen.) Er hatte recht – die Welt beziehungsweise mein grössenwahnsinniger Anspruch, sie in eine Heimat für alle verwandeln zu müssen, überfordert mich, fast immer. Und die Aufgeklärtheit raubt mir da die letzte Hoffnung: Es wird keine Rolle gespielt haben, dass ich gelebt. Die Religionen aber weisen Menschen einen Weg aus der (einsamen) Ohnmacht – den Glauben an und die Identifikation mit dem Allmächtigen.

In einem Interview für die Zeitschrift Psychologie heute erklärte mir der Zürcher Psychoanalytiker Mario Erdheim 1997: «Faschismus wie Esoterik versprechen, menschliche Grössen- und Allmachtsphantasien zu befriedigen.» U.a. durch die Identifikation mit der allmächtigen & beschützenden Figur des «Führers». Mit «Esoterik» meinte er durchaus auch die traditionellen Religionen: «Sicher, Religion und Esoterik auseinanderzudividieren, wäre ein sehr schwieriges Unterfangen.» Angesichts gegenwärtiger Symbiosen von Religion & Gewalt sind seine Aussagen beklemmend aktuell: «Die Vorstellung der Esoterik als einer geheimen Lehre, die nicht allen zugänglich ist, provoziert das Gefühl, zu einer Elite zu gehören. Das bringt einen in die Nähe der faschistischen Vorstellung, es gebe wertvolle und minderwertige Menschen, und die minderwertigen seien auszurotten …»

Gelassene Ohnmacht der Privilegierten

Eine reformierte Pfarrerin erzählte mir einmal, nach Ausschwitz sei Gott in religiösen Kreisen auch als ein ohnmächtiger gedacht worden. Es war der verzweifelte Versuch, nicht vom Glauben abzufallen, nachdem der Allmächtige das grosse Morden zugelassen. Gläubigen waren und sind in dieser Welt nur zwei Varianten geblieben: Allmächtiger & grausamer Gott oder hilfloser & lieber Gott. Dem aufgeklärten Menschen – wobei mit-gedacht werden muss, dass Religiosität & Aufgeklärtheit sich auch in einem Individuum verbinden können – nur die verzweifelte Gelassenheit und ein klein wenig Hoffnung, dass die eine oder andere Bemühung doch noch zu begrenzt besseren Zeiten führt.

Die gelassene Ohnmacht allerdings ist die privilegierte Reaktion derer, die in dieser Welt nicht zu denen gehören, die, so Rudolf Walther in der Gazette, «vom realen Reichtum der wirklichen Welt ausgeschlossen» und deshalb auf «die illusorische Sonne» angewiesen sind, «die sich um den Menschen bewegt, solange er sich nicht um sich selbst bewegt» (Karl Marx, Gazette).

Ohne Religion bleibt denen, die im Dunkeln leben, nur Trauer & Wut beziehungsweise die Frage, wie Trauer & Wut – ohne, Stichwort Selbstvergottung, aus «narzisstischer Ohnmacht in die Illusion narzisstischer Allmacht» (Horst Eberhard Richter in: Der Gotteskomplex) zu verfallen – in die Welt hineinzuwirken vermögen, ohne sie zu zerstören.

Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

Keine. Jürgmeier ist mit 20 aus der reformierten Kirche ausgetreten.

Weiterführende Informationen

Wenn Menschenrechte für Religionen nicht gelten (auf Infosperber)
Integration in Zeiten des Terrors (auf Infosperber)
Versöhnung mit dem Tod – Das Stockholm-Syndrom (auf Infosperber)

Meinungen / Ihre Meinung eingeben

Ähnliche Artikel dank Ihrer Spende

Möchten Sie weitere solche Beiträge lesen? Ihre Spende macht es möglich:

Mit Kreditkarte oder Paypal - oder direkt aufs Spendenkonto für Stiftung SSUI, Jurablickstr. 69, 3095 Spiegel BE
IBAN CH0309000000604575581 (SSUI)
BIC/SWIFT POFICHBEXXX, Clearing: 09000

Ihre Spenden können Sie bei den Steuern abziehen.

Einzahlungsschein anfordern: kontakt@infosperber.ch (Postadresse angeben!)

18 Meinungen

Leider sind mit der Erfindung der patriarchalen Religionen auch der Dualismus und die Dichotomie in unsere Denkweise und in die Erklärung der Welt eingekehrt. Die Gottesideologie funktioniert nicht ohne den Teufel, denn sonst könnte man das Gute nicht vom Bösen unterscheiden.
In obigem Artikel wird grundsätzlich von einer autonomen Existenz des Guten und des Bösen ausgegangen und von einem zwangsläufigen irdischen Leid, was der Minderwertigkeit des irdisch-natürlichen Lebens zuzuschreiben ist.
Der verzweifelte Versuch, den Religionen das Gute zuzuschreiben, scheitert immer wieder an der Realität, weil der utopische Absolutheitsanspruch nichts mit der realen Erfahrbarkeit zu tun hat und von ihr abstrahiert wird. Religionen beinhalten ebenfalls einen Suprematsanspruch, der die Menschheit in Gläubige und Ungläubige spaltet. Nicht die Geburt soll der Beginn der Menschwerdung sein, sondern das glaubensbasierte Gottesbekenntnis macht den Menschen zum wahren Menschen. Damit ist klar, dass Religionen nichts mit Erfahrbarkeit zu tun haben, sondern mittels Glaubens-Indoktrination den Menschen von seiner Erfahrbarkeit abtrennen sollen und einer Obrigkeitshörigkeit zuführen sollen.
Die Religionen wurden mit Gewalt, Zwang und Krieg verbreitet und mittlerweile wird kollektiv von einem irdischen Jammertal ausgegangen. Nein, das Leid ist die Folge der Patriarchalisierung und ist, weder vom Himmel gefallen, noch wächst es aus der Erde. Glaube ersetzt nicht das erfahrbare Wissen.
Gisela Weber, am 16. Mai 2016 um 17:11 Uhr
Mensch ist Mensch. Es gibt eine innere natürlich-mütterliche Ordnung, die der Erhaltung des Lebens und der Erhaltung der existenziellen Grundlagen zugeordnet ist. Diese Verbundenheit mit dem Sein ist Spiritualität und wirkt im Namen der nachkommenden Generationen. Religion ist Abspaltung von der Natur und der Seinsverbundenheit und Beherrschung der natürlichen Welt im Namen des Herrn. Leider gerät die Welt dadurch in Dilemmata und wird zerstört - siehe Kriege und Umweltzerstörung.
Gisela Weber, am 16. Mai 2016 um 18:34 Uhr
Gratuliere zu diesem hervorragend sachgerechten und intelligenten Essay!! Müsste Pflichtlektüre in Journischulen sein.
Zu dem, was uns Mario Erdheim mitteilt, ist kaum was beizufügen aber leider wird die Welt halt nicht von aufrechten Menschen verwaltet sondern von solchen, die all den religiösen Unsinn glauben oder ihn zur Machterhaltung benutzen.
Jürg Schoop, am 16. Mai 2016 um 19:27 Uhr
> es ist zu vermuten, dass es in unseren Breiten mittelfristig eher zu einer Säkularisierung des Islams als zu einer Islamisierung Europas kommt.

Oder zumindest könnte man wenigstens daran glauben, und gar noch dafür beten. Und es ist wahrscheinlich auch weniger die Verzweiflung, und eher noch die ewige Hoffnung, und der Glaube, sicher von Gott nicht einfach als Fischlein ins Leben geworfen worden zu sein, nur mit dem einzigen Zweck, der Erhaltung der Art zu dienen, einer Art, wo die Allermeisten davon doch letztlich nur Futterreserve für die Grösseren sind.

Aber diese Erkenntnis, es doch eigentlich auch nur zu sein, auch wenn ich selber zwischen Samsung und Apple auswählen darf, reicht einfach nicht, um sich auch als ganzheitlicher Mensch fühlen zu können, längerfristig zumindest. Auch nicht als FAN, denn letztlich siege ich selber ja über nichts, nur weil mein Verein zufälligerweise gewinnt.

Aber wir vermuten ja lieber, und glauben, und hoffen, und wenn Shiva und Flathan nichts mehr nützen, dann wenigstens vielleicht noch irgend ein Gott. Oder zumindest die Meisterin im Tele Zueri, die jeweils voraus schon weiss, was nicht passieren wird.

Aufwachen aber werden wir trotzdem, früher oder später. Und vielleicht auch glauben, wir hätten nur geschwitzt, aufgrund des etwas nassen Bettes. Immer noch viel einfacher, auf jeden Fall, als uns einfach einzugestehen, wer und was wir wirklich sind.

Und, vor Allem, damit zu beginnen, Glaube nicht immer mit Wissen gleichzustellen.
Ernst Jacob, am 16. Mai 2016 um 20:35 Uhr
Mit Bezug auf Mario Erdheim wird erklärt, dass die Aussagen dieses Zürcher Psychoanalytikers angesichts gegenwärtiger Symbiosen von Religion & Gewalt beklemmend aktuell seien. Weiss denn der Artikelschreiber nicht, dass sich unter den islamistischen Terroristen viele befinden, die von der Religion «Islam» gar nichts verstehen und demzufolge religiöse Analphabeten sind. Es ist doch bekannt, dass die «Führer» des IS den Islam nur als Vorwand benutzen, um ihre Ziele voranzutreiben.
Auch die Bemerkung «Auf das irrationale Versprechen der Erlösung, Auferstehung und Überwindung des Todes bis in alle Ewigkeit....» lässt den Respekt gegenüber zahlreichen Gläubigen verschiedener Religionen vermissen. Es steht beispielsweise kein Wort im Artikel, dass das Christentum eine Religion der bedingungslosen Liebe ist.
In einem Kommentar zum Artikel wird behauptet, dass Geistliche hilflos den Dialog verweigern, wenn man sie in die Enge treibt. Das ist gerade der springende Punkt, dass kein Theologe eingeladen wurde, in einen Dialog zu treten. Aber der Artikelschreiber und die Kommentatoren wollen ja in ihren festgefahrenen Überzeugungen nicht gestört werden.
Es ist besser, wenn sich infosperber in Zukunft zu Themen äussert, von denen er etwas versteht.
Hans-Ruedi Brunner, am 16. Mai 2016 um 22:27 Uhr
Herr Brunner, Sie erwähnen es absolut richtig, auch wenn die christlich-abendländische Kultur doch längst schon die Bibel ( fast schon ähnlich wie die Bundes-Verfassung ) nur noch als unverbindliches Empfehlungs-Schreiben irgendwelcher damaliger Gutmenschen betrachtet, und die sich selber ja in einigen Dingen völlig widersprachen. Dass man, unter solchen Bedingungen, so halt auch eine gewisse Bandbreite an Toleranz akzeptiert, vor Allem LINKS, ist so zumindest menschlich nachvollziehbar.

Daher ist es auch kein Zufall, dass der Themenschreiber vermutet, es werde, wohl unter dem Eindruck des freien Marktes, der allnächtlichen Pornografie auf vielen Sendern, der relativ offen getragenen weiblichen Sexualität und der gross-esotherischen Verbreitung, dann sicher auch eine Mehrheit von Muslimen geben, die unter den Gegebenheiten des täglichen Geschehens ihre Kultur, die ja auf dem ständigen Dialog mit dem muslimischen Gott + Glauben basiert, mehrheitlich ablegen, und sich der Freuden und Lüste der multikulturell-sexuellen Gesellschaftform bedienen.

Ich bin aber nicht Islam-Kenner, ich kenne eher noch eine Anzahl Christen, die sich sogar wünschen würden, es gäbe wieder etwas mehr Anstand und Würde, wie im ISLAM, auch in unserer Kultur. Und mit jeder Million, die wir real schrumpfen, innert max. 20 Jahren, löst sich das Problem ja sowieso, die knapp 10 Prozent alt-echte Schweizern, die es in 100 J. gibt, interessieren dann sowieso höchstens noch als Selfie-Motiv für Touristen.
Ernst Jacob, am 16. Mai 2016 um 23:23 Uhr
Die nächsten göttlichen Anordnungen, wie mit den übriggebliebenen Stämmen zu verfahren sei,
lesen wir im Deuteronomium 7, 1 ff. :

"Wenn der Herr, dein Gott, dich in das Land geführt hat, um es in Besitz zu nehmen, wenn er dir viele Völker aus dem Weg räumt, wenn der Herr, dein Gott, sie dir ausliefert und du sie schlägst, dann sollst du sie der Vernichtung weihen. Du sollst keinen Vertrag mit ihnen schließen, sie nicht verschonen und dich nicht mit ihnen verschwägern …, sonst wird der Zorn des Herrn gegen euch entbrennen und wird dich unverzüglich vernichten. So sollt ihr gegen sie vorgehen: Ihr sollt ihre Altäre niederreißen und ihre Götterbilder [die Ascheren, die Kultpfähle der Göttin Astarte] im Feuer verbrennen. Du sollst in dir kein Mitleid mit ihnen aufsteigen lassen. Du wirst ihren Namen unter dem Himmel austilgen. Keiner wird deinen Angriff standhalten können, bis du sie schließlich vernichtet hast."

Es ist ein erschütterndes Buch, dieses Dokument des Patriarchats, das voller Hass, Gewalt und Grausamkeiten strotzt. Warum fällt das den Gläubigen nicht auf? Warum empören sie sich nicht? Wir wurden ganz offensichtlich einer Jahrtausende dauernden Hirnwäsche unterzogen, die die meisten von uns blind für die Gräuel der Religionen macht; eine Blindheit, von der die Anhänger aller drei monotheistischen Religionen geschlagen sind.(Doris Wolf)
Gisela Weber, am 17. Mai 2016 um 08:40 Uhr
> Dokument des Patriarchats... voller Hass und Grausamkeiten..

zwingt mich fast, darauf noch zu antworten, denn wenn auch die Religionen meist von Männern 'geleitet' wurden, im römischen Glauben zumindest waren es ja weniger noch so richtig handfeste, arttypische Männer, sondern doch überwiegend Solche, die ihre dunkle Seite entweder sehr gut zu verbergen fähig waren, oder dann zumindest wirklich fast bis gar keine hatten, zumindest mit dem anderen Geschlecht. Kinder einmal ausgenommen.

Das verändert aber auch den Zustand und die Situation, denn ein Patriarchat ist so etwas nicht, nur weil die Herren zufälligerweise auf ihrer dunklen Seite in Etwa so aussehen wie andere, handfeste, arttypische Männer auch.

Und wo beginnt denn Grausamkeit ? Mit den kleinen verbalen Stichen, oder dann erst mit dem Messer ? Und in dieser Beziehung sind Frauen, wie im Meisten Anderen ja auch, viel konsequenter, Frauen können ein Leben lang hassen, und Gift sprühen, und wie älter, wie mehr, echte Männer wären für sowas zu faul.

Kinder lernen meist von ihrer Mutter hassen. Und das Allermeiste Andere auch. Und wenn und weil es nicht mehr reicht, nur ewig zu hassen, und zu schelten, verlieren halt Männer gelegentlich noch eher die Geduld, und schlagen (auch) zu.

Hat aber mit Religion auch alles nochts zu tun. Ganz abgesehen davon, dass Frauen Religionen inhaltlich spwieso bis zur Unkenntlichkeit verstümmeln würden, bis es jeder passt, und logischerweise, dann auch kein Mann mehr daran glaubt
Ernst Jacob, am 17. Mai 2016 um 20:56 Uhr
Ja, Herr Brunner, das ist allgemein bekannt, dass der IS die Religion nur für seine Machtgewinne benutzt. Nun hat das von Ihnen vertretene, an bedingungsloser Liebe hingegebene Christentum genau solche Untaten begangen oder zumindest beschützt. Denken Sie an die Raubzüge und Abschlachtung von Eingeborenen in Südamerika. Die Konquestadoren waren alle gesegnete Katholiken. Denken Sie an die 4 Millionen Indianer in den USA, die von den Siedlern um die Ecke gebracht wurden - das waren äusserlich zumindest alles Christen, die Gott gehorchten. Und die Folterungen von Andersgläubigen und die Hexenverbrennungen? Und das Verbot, Selbstmörder auf dem Friedhof zu bestatten? Zeugt das alles von grosser Liebe zu den Mitmenschen? Die Kluft, zwischen dem, was vorgegeben wird und dem, was der Fall ist, besteht auch in der christlichen Religion. Bleiben Sie mir weg damit! Auch in der Theorie macht die christliche Religion nicht viel Punkte: Man lese nur, was Apostel Paulus geschrieben hat, dem die Frauen das Allerletzte waren - keine Liebe, keine Wahrheit. ... Mit Jesus hat das alles gewiss nichts zu tun. Die Freiheit der Religion wird jetzt oft erwähnt, wie kann man denn unter einem Despotismus (ob islamischer od. christlicher Herkunft) frei sein? Der Mensch wird erst frei, wenn er sich auf seine Tatsächlichkeit besinnt (die Idealgestalten mal beiseite lässt) und darüber nachdenkt, wie denn ein Zusammenleben in der modernen Gesellschaft noch möglich ist,.
Jürg Schoop, am 21. Mai 2016 um 13:37 Uhr
Was Sie beschreiben, Herr Schoop, soll nicht verschwiegen werden, denn dies würde bedeuten, an einem Auge blind zu sein. Es waren schreckliche Verbrechen, welche früher begangen wurden. Auch hier wurde die Religion als Vorwand benutzt, wie dies heute eine kleine Minderheit von sogenannten Muslimen tut. Dies sind gar keine Muslime. Echte, gläubige Muslime stehen für den Frieden ein.

Ihre Aussage zum Apostel Paulus kann ich nicht beurteilen, weil ich seine von Ihnen erwähnten Aussagen zu den Frauen nicht kenne. Ich werde seine Aussagen aber jetzt studieren und mir dann eine Meinung bilden. Was mir jedoch schon jetzt klar scheint, ist die Tatsache, dass der Apostel Paulus in einer Welt gelebt hat, in der Machismo als die normalste Sache angesehen wurde. Davon wurde er sicherlich beeinflusst, denn jeder Mensch ist ein Kind seiner Zeit.

Was ich bei Ihnen, Herr Schoop vermisse, ist, dass sie offenbar nicht mitbekommen haben, dass sich die Gesellschaft in den letzten 2'000 Jahren weiterentwickelt hat. Oder kennen Sie in unseren Breitengraden einen christlichen Würdenträger, welcher die Schandtaten in Amerika. die Folterung von Andersgläubigen oder die Hexenverbrennungen verteidigen oder sogar gutheissen würde?

Deshalb bleibe ich dabei, dass das Christentum eine Religion der bedingungslosen Liebe ist. Es ist die Pflicht von uns allen, von Gläubigen und Nichtgläubigen, wachsam zu sein und dafür zu sorgen, dass die Barbaren in ihre Schranken gewiesen werden.

Hans-Ruedi Brunner
Hans-Ruedi Brunner, am 22. Mai 2016 um 12:04 Uhr
> Deshalb bleibe ich dabei, dass das Christentum eine Religion der bedingungslosen Liebe ist. Es ist die Pflicht von uns allen, von Gläubigen und Nichtgläubigen, wachsam zu sein und dafür zu sorgen, dass die Barbaren in ihre Schranken gewiesen werden. <

Richtig, und mit Kain und Abel fing es auch schon an, Beide waren überzeugt davon, selber im Besitz der absolut glaubenden Wahrheit zu sein, und weil Abel das ums Verrecken nicht akzeptierte, wurde Kain zum ersten Brudermörder der Geschichte.

Und seitdem hat sich die Menschheit auch nicht mehr weiter entwickelt. Und die Geschichte wiederholt sich ununterbrochen. Im Namen der bedingungslosen Liebe, zu sich selbst, und dem eigenen Glauben wohl.

Frei nach dem Motto, wolhl, lasset uns werden, wie die Kinder...
Ernst Jacob, am 22. Mai 2016 um 14:22 Uhr
Gehe völlig einig mit Ihnen, es macht keinen Sinn. Mit nicht ausgebildeten, und nur mangelhaft denkfähigen Kindern, die zudem nie verantwortungsfähig werden, weil sie, aus wohl falsch verstandener Liebe einer sie alleinerziehenden Mutter, sich lieber auf Spielkarten und Beschwörungen greifbarer Götter verliessen, als zu versuchen, die reale Welt zu verstehen, so, wie sich existiert.

Vielleicht ist es wirklich nur der Grössenwahn, die ewige, infantil-egomane Meinung so Vieler, man wäre besser, als die Natur es für Einem vorgesehen habe. Und deshalb drehen wir an Ort, seit Anbeginn, und wohl auch auf ewig so weiter. Wie die kleinen Kinder...
Ernst Jacob, am 22. Mai 2016 um 19:12 Uhr
Kinder sind hilfebedürftig und brauchen die bedingungslose Liebe, die sie in den meisten Fällen und in der Regel von ihren Müttern bekommen. Das nenne ich real-irdische Liebe. Die religiöse Liebe ist nur Wunschdenken und ein Produkt der Fantasie. Jedenfalls ist sie irdisch nicht erfahrbar. Gäubigkeit hat mit erfahrbarem Wissen nichts zu tun.
Die Vertreibung aus dem Paradies ist gleichzusetzen mit der Vertreibung aus der matrisozialen Geborgenheit in ein Vater-Glaubens-System. Ein System, das nicht durch Liebe und Fürsorge zusammen gehalten wird, sondern durch Disziplinierung, Befehle, Fremdbestimmung und Bekenntnis-Rituale zur Obrigkeit.
Jetzt den alleinerziehenden Müttern, die Schuld für das Versagen der Männer und Väter, zuzuschieben, das ist der Gipfel der Verantwortungslosigkeit. Was ist mit den Kindern der alleinerziehenden Mütter, deren Erziehung gelingt, deren Kinder eine berufliche Laufbahn aufweisen und noch dazu freundlich und menschlich sind? Kinder, die gelernt haben zu verzichten? Die Macho-Familien sind das Problem, weil dort das Anspruchsdenken gezüchtet wird. Was war/ist z. B. mit den Männern, die ihre Kinder und Familien im Stich gelassen haben/lassen, weil sie in den, von Männern erfundenen, Krieg gezogen sind/ziehen. Die soziale Verantwortungslosigkeit der Väter und die Diskriminierung der Mütter ist die Ursache für das soziale und emotionale Defizit aller patriarchalen Gesellschaften. Religion war/ ist Krieg gegen Mütter und Mutterschaft.
Gisela Weber, am 22. Mai 2016 um 22:57 Uhr
Neid und Hass beginnt immer zuhause, in der eigenen Familie, und es sind die eigenen Eltern, die ihren Kindern das vorleben, was für dieses später als Normalität empfunden, und auch so erlebt und gelebt wird. Erklärt auch die Statistik, die eindeutig belegt, dass Scheidungskinder selber eine erheblich grösse Scheidungsrate aufweisen als solche, die in MACHO-regierten haushalten ihre Kindheit verbringen durften.

Es sind aber weder die Mütter, noch die Väter, es sind immer die ELTERN, die es nicht schafften. Und das Anspruchsdenken manifestiert sich doch nirgendwo besser, als wenn mann/frau, sich während einer, irgendwann, aus welchen Gründen immer, beschlossenen, und so bestehenden Ehe plötzlich findet, der eigene Partner, oder die Partnertin, genüge den Ansprüchen halt einfach nicht mehr. Und all das, nachdem man auch noch Kinder zeugte, die dann, als Konsequenz dieses wohl plötzlichen Anspruchsdenkens, als Halbwaisen dastehen, sich womöglich auch noch schuldig fühlen, weil Mami es mit Pappi nicht mehr kann.
Diese soziale Verantwortungslosigkeit dann aber auch noch den kriegslüsternen Männer zuzuschieben, wäre wohl mehr als nur Diskriminierung, es ist eher doch der Versuch, die Verantwortung der Frau auch noch den Männern übertragen zu wollen, mit Reden, über Männerkriege, gepeinigte Mütter, und die, für Manche am liebsten noch unbefleckte Mutterschaft.

Frauen sind unschuldig, und zwar aus Prinzip. Und jede für sich Allein dazu. Und wer's nicht glaubt, wird halt gehasst
Ernst Jacob, am 22. Mai 2016 um 23:22 Uhr
Der Krieg ist patriarchal, von Männern erfunden. Wo ist Hass, Gewalt und Grausamkeit am stärksten vertreten im Krieg. Krieg wird als Vater aller Dinge bezeichnet! Mittels Krieg wurden alle ursprünglichen und friedlichen Mutterländer überfallen um sie zu Vaterländern zu machen - siehe Deuteronomium. Um sich die Leibesfrüchte der Frauen anzueignen, deren Land, deren Wissen und Weisheit. 80% der Straftaten werden von Männern begangen und 90% der Gewalttaten. Bei der, von Männern erfundenen unbefleckten Empfängnis geht es darum die selbstbestimmte Freiheit der Frauen zu zerstören und sich die Sexualität und Fruchtbarkeit der Frauen anzueignen zwecks Etablierung der männlichen Genealogie (Erbfolge). Die naturgegebene, schwangerschafts- und geburtsbedingte weibliche Genealogie soll zerstört werden, was in den Religionen manifestiert ist. Was dabei herauskommt, sehen wir in allen Patriarchaten. Gewalt, Kriminalität, Prekarisierung, Menschenhandel, Verwahrlosung, Umweltzerstörung, Krieg und Unterdrückung zugunsten einer Machbarkeits-Ideologie, die die Überlegenheit des Mannes beweisen soll. Das ist bittere Realität und hat mit Neid nichts zu tun. Mit der Mutter beginnt die Menschwerdung und sie endet ohne sie. Mit den religiösen Allmachtsfantastereien wird die Welt zugrunde gerichtet. Frauen lieben und sorgen für matriarchale Männer. Aber, patriarchale Be-Herrscher und Unterdrücker kann frau nicht lieben.
Gisela Weber, am 23. Mai 2016 um 00:13 Uhr
nur, ist nicht die Mutter, es ist das Weibchen, ganz generell, in der erdlichen Natur. Es existieren sogar Solche, die sich auch weitervermehren, wenn's grad keine Männchen zu haben gibt. Aber es macht wohl wenig Sinn daher verweise ich gerne nur noch auf ein paar weibliche Ausdrücke, wie die Sünde, Unzucht, Strafe, Ungerechtigkeit, Ungleichheit, Sühne, Uneinsichtigkeit, Gewalt, Unterdrückung, und die Verwahrlosung, Maskierung und Verschleierung, einfach um auch ein paar matriarchale Begriffe zu erwähnen.

Aber dass die unbefleckte Empfängnis auch noch von Männern erfunden worden sein soll, ist mir wirklich neu, bei uns wenigstens versuchen die Männer sonst doch immer genau das Gegenteil davon zu tun.

Aber daran, dass es wohl Frauen gibt, die trotzdem und sogar freiwillig daran glauben, sind doch die Männer sicher auch nicht noch schuld !?

Sie hassen wohl auch, unglaublich sogar. Und wären Sie ein Mann, gabe es wohl auch irgendwo deswegen Krieg. Aber mit dieser bitteren Wahrheit müssen Sie selber leben. So wie zum Beispiel ich, seit 42 Jahren mit der Gleichen, auch wenn sie eigentlich bis heute noch nicht meinem Anforderungsprofil entspricht. Und ich dem Ihrem wahrscheinlich auch nicht. Aber sicher immer noch besser, als eine|n andere|n Occasion zu suchen, der|die dann den eigenen Ballast, wie das ewige mein|e EX, auch noch mitbringt.

Um es mit den Worten eines Macho's auszudrücken, Einem, der Frauen nur braucht, um sie möglichst schändlich zu missbrauchen.
Dass wars.
Ernst Jacob, am 23. Mai 2016 um 01:49 Uhr
Sünde, Unzucht etc. sind alles Auswirkungen und Dogmen der Religionen und entspringen dem patriarchalen Dualismus. Entweder gut oder böse. Sie gehen von sich aus und übertragen es auf andere. Es hat nichts mit Hass oder Neid zu tun, sondern mit Tatsachen.

Zitat: : … „Der Gedanke, dass der Mann allein, mit seinem Munde, durch sein Wort, aus seinem Geist, lebendige Wesen schaffen kann, ist die widernatürlichste Phantasie, die nur denkbar ist;
sie verneint alle Erfahrung, alle Wirklichkeit, alle natürliche Bedingtheit.
Sie setzt sich über alle Schranken der Natur hinweg, um das eine Ziel zu erreichen: den Mann darzustellen als den schlechthin Vollkommenen, als den,
der auch die Fähigkeit besitzt, die ihm das Leben versagt zu haben scheint,
die Fähigkeit zu gebären.
Diese Phantasie, die nur auf dem Boden einer extrem patriarchalischen Gesellschaft erwachsen kann, ist das Urbild allen idealistischen, sich über die natürlichen Bedingungen und Gegebenheiten hinwegsetzenden Denkens.
Sie ist gleichzeitig der Ausdruck einer tiefen Eifersucht des Mannes auf die Frau,
des Gefühls seiner Minderwertigkeit durch den Mangel dieser Fähigkeit,
des Neides auf ihr Gebärenkönnen und
des Wunsches, diese Fähigkeit, wenn auch mit anderen Mitteln, zu erlangen“ … Erich Fromm
Erich Fromm

Vergessen sie nicht, dass auch Sie von einer Frau geboren wurden und nicht von einem Mann gemacht wurden. Die Mutterliebe ist eine realirdische Wahrheit und keine religiöse Fantasie.
Gisela Weber, am 23. Mai 2016 um 02:08 Uhr
Frau muss mit dem Aufziehen klarkommen. Nur sie erzieht ihre Söhne nicht zu Herrschern, sondern zu Menschen. Das ist doch das Probleem, was die Religionen verursachen. Sie errichten Herrschaft. Es gab keine innergesellschaftliche Entwicklung zur Herrschaft. Herrschaft wurde immer von außen, durch kriegerische Eroberung, Raub. Aneignung und durch Unterjochung errichtet. Religionen und der Gottesglaube waren die Rechtfertigung für kriegerische Eroberungen und Beherrschung der eroberten Völker - siehe Bibel. Abe, die Menschheit ist viel älter als die monotheistischen Religionen und älter als die Erfindung männlicher Götter. In vorpatriarchaler Zeit wurden immer Muttergottheiten verehrt. Dafür gibt es unzählige archäologische Befunde, die von den Patriarchen verschwiegen und verleugnet werden und in den Archiven Londons und in den ägyptischen Museen verstauben. In diesen Gesellschaften ging/ geht es auch den Männern gut (Es gibt auch heute noch bestehende herrschaftsfreie, herrschaftslose Gesellschaften). Die Männer werden dort geliebt, weil die Liebe und Fürsorge nicht durch HERR-schaft zerstört wurde/wird. Die sogenannten «heiligen Schriften» sind Herrschaftsinstrumente um, vor allem, Frauen zu beherrschen und damit wird die verantwortungsvolle Fürsorge und Liebe zerstört. Die Sehnsucht danach bleibt aber bestehen, kann aber nur durch einen gewaltfreien Paradigmenwechsel wieder verwirklicht werden. Herrschaft ist dafür ungeeignet.
Gisela Weber, am 23. Mai 2016 um 12:43 Uhr

Ihre Meinung

Loggen Sie sich ein, um Ihre Meinung unter Ihrem richtigen Namen zu äussern. Wir gestatten keine Meinungseinträge anonymer User. Hier können Sie sich registrieren.
Sollten Sie ihr Passwort vergessen haben, können Sie es neu anfordern. Achtung: Die Länge der Einträge ist beschränkt und wir erlauben nicht, zwei Meinungseinträge unmittelbar hintereinander zu platzieren. Unnötig herabsetzende Formulierungen ändern oder löschen wir ohne Korrespondenz.