Ein glückliches Leben hängt nicht vom Bruttoinlandprodukt ab © BfS

Ein glückliches Leben hängt nicht vom Bruttoinlandprodukt ab

Wirtschaftswachstum heisst nicht Lebensqualität

Red. / 16. Aug 2011 - Ein höheres Bruttoinlandprodukt heisst nicht ein besseres Leben. Das ist längst klar. Jetzt reagiert das Bundesamt für Statistik.

Fast täglich wird uns vorgegaukelt, dass unser Glück davon abhänge, ob das Wirtschaftswachstum nur ein halbes Prozent oder zwei oder sogar drei Prozent im Jahr wächst. Dass ein höhere Bruttoinlandprodukt BIP unsere Lebensqualität kaum mehr erhöht oder diese sogar verschlechtern kann, ist von Wirtschaftswissenschaftlern schon längst belegt. Je mehr Abfall, je mehr Wegwerfprodukte, je mehr Kranke, je mehr Zweit- und Drittwohnungen die Landschaften verschandeln, desto stärker steigt das Bruttoninlandprodukt.

Abholzen von tropischem Regenwald

Jetzt endlich will auch das Bundesamt für Statistik die Lebensqualiät erfassen. Um die Grenzen des BIP zu illustrieren, zitiert das BfS ein Beispiel aus dem Ausland: «Wird zum Beispiel in Borneo der tropische Regenwald abgeholzt, geht natürliches Kapital unwiederbringlich verloren. Dennoch steigt dort das Bruttoinlandprodukt (BIP).» Der unerwünschte Verkauf und die Verarbeitung des Tropenholzes beeinflusse das BIP positiv.

«Geld alleine macht nicht glücklich. Fachleute wissen dies, doch die Entwicklung des BIP widerspiegelt definitionsgemäss nur die Wirtschaftskraft, nicht aber die sozialen und ökologischen Entwicklungen oder die individuellen Befindlichkeiten», erklärt Sébastien Morard vom BfS.

Gesundheit, Bildung, Wohnen, Wohlbefinden

Für das BfS hat das BIP zwar noch lange nicht abgedankt, es will jedoch zusätzliche Indikatoren zum Erfassen der Lebensqualität entwickeln. Das BFS arbeitet konkret an Messgrössen, welche die Bereiche Soziales, Ökonomie und Ökologie verbinden. Das BfS möchte internationale Kriterien übernehmen, damit auch Vergleiche der Schweiz mit dem Ausland möglich werden.

Die vorgesehenen Indikatoren betreffen vor allem die finanzielle Situation, Gesundheit, Bildung, Stellung im Arbeitsmarkt, Wohnen, soziale Integration und das subjektive Wohlbefinden. Diese Bereiche würden sich aus den Sozialzielen der Bundesverfassung ableiten (Art. 41 BV).

Zum Thema «Wohlstand und Lebensqualität» gibt das BfS ein neues halbjährliches Magazin mit Namen «ValeurS» heraus, dass man gratis abonnieren kann (info@bfs.admin.ch).

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keine

Weiterführende Informationen

Die erste Ausgabe von «ValeurS» des BfS über die Messung der Lebensqualität

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