Wenn das Brot wichtiger würde als das Geld

Hanspeter Guggenbühl © bm
Hanspeter Guggenbühl / 02. Jan 2012 - Stellen Sie sich vor, es gäbe kein Geld mehr und Sie müssten sich statt von Geld von Kartoffeln und Brot ernähren.

Wüssten Sie, wo der Weizen wächst? Oder wo die Kartoffeln herkommen? Nein, nicht mehr aus der Migros. Denn wenn der Finanzmarkt zusammen bricht, wird Geld wertlos, und ohne Geld gibt es bei der Migros keine Kasse und keine Kartoffeln.

Die heute als Subventionsempfänger geschmähten Bäuerinnen und Bauern mutierten plötzlich zur hoch angesehenen Oberschicht. Das Gastgewerbe – heute ebenfalls eine Branche mit tiefer Wertschöpfung – könnte an Wertschätzung massiv zulegen. Devisen- und Derivatehändlerinnen kämen an den Bettelstab. Millionärinnen und Milliardäre würden ihre Aktienpakete für ein Linsengericht im Hotel Barmherzigkeit verschenken.

Müssten wir uns von Kartoffen und Getreide ernähren, litten unsere Masttiere bald an Hunger. Benzin- und maisbetriebene Autos stünden still. Die Afrikaner blieben in Afrika, und Schweizer Familien würden auswandern – zum Beispiel nach Südamerika, wo die Natur noch mehr hergibt als die Menschen verbrauchen. Georg Kreisler stiege aus dem Grab und sänge «im Warenhaus international ist alles ausverkauft», und die Kolumnisten tanzten mit den Kolumnistinnen Tango.

Schluss jetzt – die Realität im Jahr 2011 war absurd genug. Prosit Neujahr!

Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

keine

Noch keine Meinungen

Ihre Meinung

Loggen Sie sich ein. Wir gestatten keine Meinungseinträge anonymer User. Hier können Sie sich registrieren.
Sollten Sie ihr Passwort vergessen haben, können Sie es neu anfordern. Meinungen schalten wir neu 9 Stunden nach Erhalt online, damit wir Zeit haben, deren Sachlichkeit zu prüfen. Wir folgen damit einer Empfehlung des Presserats. Die Redaktion behält sich vor, Beiträge, welche andere Personen, Institutionen oder Unternehmen beleidigen oder unnötig herabsetzen, oder sich nicht auf den Inhalt des betreffenden Beitrags beziehen, zu kürzen, nicht zu veröffentlichen oder zu entfernen. Über Entscheide der Redaktion können wir keine Korrespondenz führen. Zwei Meinungseinträge unmittelbar hintereinander sind nicht erlaubt.