Kommentar

Sorgerecht: Die Väter-Lobby hat sich durchgesetzt

Barbara Marti © zvg

Barbara Marti /  Eine Reform des Unterhaltsrechts dagegen hat der Bundesrat verschoben. Das heutige kostet die Steuerzahler gegen hundert Millionen.

In der Schweiz soll bei Scheidungen das gemeinsame Sorgerecht zur Regel werden. Väterrechtsorganisationen haben lautstark und erfolgreich dafür lobbyiert, dass die Reform des Sorgerechts nicht direkt mit einer Reform des Unterhaltsrechtes verknüpft wird. Ihr Hauptargument: Frauen würden die Kinder als Druckmittel einsetzen. Solche Fälle mag es geben.
Doch umgekehrt kommt es wohl häufiger vor, dass Männer die Alimente als Druckmittel einsetzen. Sie tauchen ab oder geben vor, nicht oder nur teilweise zahlen zu können. Dann kommen die Steuerzahlerinnen und -zahler mit fast hundert Millionen zur Kasse, weil der Staat so viel für die Bevorschussung von Alimenten ausgibt. Nur ein Bruchteil davon kann der Staat bei den Vätern später wieder eintreiben. Denn im Unterschied zu anderen Ländern hat die Schweiz bisher wenig unternommen, um die Zahlungsmoral säumiger Unterhaltszahler zu steigern. Nachdem die Väter das gemeinsame Sorgerecht durchgesetzt haben, ist zu befürchten, dass beim Unterhaltsrecht in absehbarer Zukunft alles beim Alten bleibt.


Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors

Redaktorin und Herausgeberin der Zeitschrift «FrauenSicht»

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Eine Meinung zu

  • am 27.05.2011 um 10:39 Uhr
    Permalink

    "Solche Fälle mag es geben……» bzw. … kommt es wohl häufiger vor….". Wo blieben die wirklichen Fakten Frau Herausgeberin «FrauenSicht". Die meisten Ex.en wollen das Sorgerecht nur damit sie ihren Ex, mittels Alimenten, abzocken können. Ich kenne viele Beispiele wo das Sorgerecht nicht wirklich Wahr genommen wird und dies ist nicht damit getan wenn sie, z.B., den Kids Geld in die Hand drückt und sagt hole Dir einen Kebab.

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