F/A-18 der Schweizer Luftwaffe: Nur in der Luft, wenn es der US-Navy passt. © serveimage/cc
Nicht neutral: Amherds Kampfjet-Berater Claude Nicollier © Wikipedia/cc

Technisch verblendete Schweizer Kampfjet-Politik

Niklaus Ramseyer / 24. Mai 2019 - Beim Kampfjet-Kauf ist die Typenwahl politisch zentral: Es drohen gefährliche Abhängigkeiten. Doch dazu soll das Volk nichts sagen.

Die Rechnung werden am Ende wir alle bezahlen, wir, die steuerpflichtige Bevölkerung der Schweiz. Und das nicht zu knapp: Satte sechs Milliarden Franken für 30 bis 40 neue Kampfjets budgetieren die Rüstungseinkäufer im Departement VBS (Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport), das von der neuen CVP-Bundesrätin Viola Amherd geführt wird. Es wird das teuerste Rüstungsgeschäft in der Geschichte unseres Landes – nach dem Kampfpanzer Leopard 2, bei dem die Räte Ende 1984 für 380 Stück 3,39 Milliarden Franken bewilligten. Der neue Flieger soll pro Stück mindestens 150 Millionen Franken kosten.

Fünf Flugzeugtypen stehen in der engeren Wahl und werden derzeit in Payerne bei der Schweizer Luftwaffe getestet:

  • Der «Eurofighter» von Airbus, Deutschland
  • Der «F/A-18 Super Hornet» von Boeing, USA
  • Der «Rafale» von Dassault, Frankreich
  • Der «F-35 A» von Lockheed-Martin, USA
  • Der «Gripen E» von Saab, Schweden

Diese fünf Kampfjets hat die Schweizer Luftwaffe bereits im Simulator eingehend geprüft – und auch die jeweiligen Kosten für Unterhalt sowie Logistik abgeklärt. Bis spätestens Anfang 2020 könnte also theoretisch der Typenentscheid (unter Einbezug der Sicherheitspolitischen Kommissionen, SiK) gefällt werden, dann die entsprechende Vorlage mit allen Informationen zur konkreten Offerte zügig ins Parlament und Ende 2020 vors Volk gebracht werden.

Souverän soll Katze im Sack kaufen

Aber nein: Diesen normalen Ablauf in unserer direkten Demokratie wollen die Rüstungskäufer beim Bund auf den Kopf stellen. Zwar will der Bundesrat den Kampfjet-Kauf dem Volk unterbreiten. Aber anders als vor fünf Jahren die konkrete Vorlage zum Gripen, nur in Form eines Blankoschecks. Etwa so: «Wollt ihr sechs Milliarden Franken eurer Steuergelder für den Kauf irgendeiner Anzahl irgendeines Kampfjets von irgend einer Regierung oder Firma locker machen – Ja oder Nein?»

Welcher Flugzeugtyp für wie viel Steuergeld beschafft werden soll, darüber dürfe das Volk «unter keinen Umständen» abstimmen, hat zunächst Viola Amherds Sonderberater für den Kampfjet-Kauf, Claude Nicollier, in seinem Expertenbericht ausdrücklich geraten.

Der Bundesrat ist Nicolliers Empfehlung gefolgt. Im Klartext: Zuerst soll das Volk an der Urne den Blankoscheck über 6 Milliarden unterschreiben. Und dann zusehen, was die von Rüstungs-Lobbyisten umzingelten Funktionäre und Politiker in Bern damit einkaufen. Den «Typenentscheid» soll der Bundesrat (nach wie auch immer gearteten Kriterien) ohne Transparenz in der Diskretion seines Sitzungszimmers später fällen können.

Dabei ist dieser Entscheid politisch der wichtigste: Es geht dabei um die Frage, mit wem die neutrale Schweiz in den nächsten Jahrzehnten im Luftraum militärisch zusammenarbeiten soll. Mit einem Nachbarland (Frankreich oder Deutschland), mit dem neutralen Staat Schweden oder mit der US-Air-Force, der Luftwaffe des führenden Nato-Staates, der permanent weltweit mehrere Kriege führt – vorwiegend aus der Luft mit Kampfbombern.

Gefährliche Abhängigkeiten schon mit dem F/A-18

Doch durch die von allen fünf Anbietern mit im Gesamtpaket offerierte «Kooperation» mit ihren jeweiligen Luftwaffen drohen der neutralen Schweiz mehr oder weniger gefährliche (meist geheim gehaltene) Abhängigkeiten. Das zeigt sich seit Jahrzehnten schon bei den jetzt noch 30 in Diensten unserer Luftwaffe stehenden F/A-18 Hornet:

  • Die komplexe Computertechnik für die Avionik und das Feuerleitsystem dieses US-Marine-Kampfjets ist für Schweizer Soft- und Hardware-Fachleute teils versiegelt und unzugänglich. Sie wird von Spezialisten der US-Navy-Base China Lake in Kalifornien betreut.
  • Updates und Nachrüstungen für die F/A-18, die das Rüstungsbudget der Schweizer Armee auch schon mit mehreren 100 Millionen Franken belastet haben, werden bezüglich Zeitpunkt und Umfang nicht von der Schweiz bestimmt, sondern primär durch die US-Navy. Da heisst es dann ultimativ: «Take it, or forget it!»
  • Weil die US-Navy mit ihren F/A-18 von Flugzeugträgern aus weltweit fast permanent Kriege führt, werden die Ersatzteile zeitweise knapp. Dann gilt: «America first!» Und die US-Bomber auf der «Flight Line» werden prioritär bedient. Während grosse Teile der Schweizer F/A-18-Flotte teils wochenlang am Boden bleiben.

Amerikaner lassen Schweizer im Dunkeln

Weil die Schweiz als neutrales Land keine Bomber braucht, wurde der F/A-18 nur in der Abfangjäger-Konfiguration zur Überwachung und Sicherung des Luftraums beschafft – nicht aber für den Einsatz gegen Bodenziele. Aber auch so ist die Munition schon sündhaft teuer: Eine einzige vom F/A-18 aus gegen Flugzeuge einsetzbare Rakete vom Typ AMRAAM (Advanced Medium Range Air to Air Missile) kostet über eine Million Franken. Im scharfen Schuss kann man damit in der Schweiz nirgends üben.

Wenn dann (wie vor Jahren einmal) Schweizer F/A-18 nach Kalifornien ins US Naval Warfare Centre China Lake verlegt werden, um zwei oder drei der millionenteuren Raketen im scharfen Schuss zu testen, kostet das schnell einmal gegen 20 Millionen Franken. Doch die Erkenntnisse aus solchen Übungen sind für unsere Luftwaffe beschränkt: In den entsprechenden «Agreements» (wie auch in den Kaufverträgen für die Kampfjets generell) drücken die US-Militärs stets umfangreiche «Need-to-know»-Klauseln durch, in denen genau festgelegt wird, wie viel (oder eher wie wenig) die Schweizer «wissen müssen». Konkret hat die Schweizer Luftwaffe auf nur etwa die Hälfte der Auswertungsdaten ihrer millionenteuren F/A-18-Raketen-Tests in Kaliforniens Wüste Zugriff.

US-Aussenpolitik via Kampfjet-Verkauf

Solche Abhängigkeiten sind gewollt und Teil der oft übergriffigen US-Aussenpolitik. Ein Vertreter des US-Anbieters Lockheed Martin, der der Schweizer Armee den teuren Tarnkappenbomber F-35A verkaufen möchte und zu diesem Zweck in Bern auch schon ein Büro eröffnet hat, versprach kürzlich in den Medien als «Zusatzleistung» zum F-35-Kauf der Schweizer Luftwaffe explizit eine «Partnerschaft mit der US-Air-Force».

Dabei würde die Schweiz US-Kampfjets gar nicht direkt bei den Herstellern kaufen. Sondern von der US-Regierung – also eigentlich von Donald Trump: Geliefert wird nur, wenn der US-Präsident formal findet, die «Rüstungs-Zusammenarbeit» stärke «die Sicherheit der USA und befördere den Weltfrieden».

Zuständig ist dafür in Washington die «Defense Security Cooperation Agency». Die militärischen Auslands-Geschäfte der USA (Foreign Military Sales, FMS) werden vom dafür zuständigen US-Aussenministerium explizit als «grundlegendes Instrument der US-Aussenpolitik» deklariert («fundamental tool of US-foreign policy»). Für die Durchführung der FMS-Rüstungsprogramme ist der US-Verteidigungsminister zuständig.

Umtriebige «Amerikaner-Fraktion» im VBS

Die «Beförderung des Weltfriedens» erscheint dabei angesichts der umfangreichen US-Rüstungs-Kooperation etwa mit Saudi-Arabien oder mit Israel als eher zynisches Kriterium. Der «Weltfrieden» ist ganz offensichtlich das Letzte, was die US-Rüstungs-Agentur im Aussenministerium kümmert: Ihr geht es darum, über Waffenlieferungen geostrategisch Einfluss zu nehmen und die entsprechende Kundschaft einzubinden. Der illusorisch tiefe Preis von 80 Millionen US-Dollars pro Stück für den Tarnkappen-Bomber F-35A, den ein Lockheed-Vertreter nennt, ist ein aussenpolitisch motiviertes Lockangebot. Dass angesichts dieser Fakten überhaupt US-Jets in die engere Auswahl der Schweizer Luftwaffe kamen, ist erstaunlich bis erschreckend. Da haben einige hohe Funktionäre im VBS aus den bitteren Erfahrungen mit dem F/A-18 eher wenig gelernt.

Was Wunder auch: In diesem Departement (und besonders in der Luftwaffe) gibt es seit Jahrzehnten eine starke, informelle «Amerikaner-Fraktion». Es sind schweizerisch beamtete Bewunderer der kriegserprobten US-Militärs und «Fighterpilots». Es sind Schweizer Militärs und Funktionäre in Nato-Partnerschafts-Programmen. Aber zum Teil auch nur Leute, die zwecks Rüstungsbeschaffung halt lieber in die USA fliegen, als «nur» per Zug nach Frankreich oder Deutschland zu fahren. Kürzlich (NZZ vom 16. Dezember 2018) wurde bekannt, dass sogar ehemals führende Schweizer Militärs für US-Kampfjet-Anbieter in Bern aktiv weibeln. Neutralitätspolitik und Eigenständigkeit der Schweiz ist diesen Leuten ganz offensichtlich egal.

Amherds Fehlgriff mit Nicollier

Bundesrätin Amherds Berufung von Claude Nicollier als ihren Kampfjet-Kaufberater ist so gesehen ein peinlicher Fehlgriff. Denn Nicollier ist alles andere als neutral. Er gehört zwar nicht zur Departements-internen Amerikaner-Fraktion. Er ist aber als erster und bisher einziger Schweizer 1992 mit und dank den Amerikanern in den Weltraum geflogen. Nicollier ist Testpilot bei der NASA, der «National Aeronautics an Space Administration» der US-Regierung. In den USA sagt man da: «He ows 'em.» Zu Deutsch: «Der steht in ihrer Schuld.»

Nicht neutral: Amherds Kampfjet-Berater Claude Nicollier (Foto Wikipedia)

Dass der NASA-Mann in Bern dem Bundesrat zum Kauf des neutralitätspolitisch wenig bedenklichen Schweden-Jets Gripen raten würde, wäre darum eher erstaunlich. Gar nicht erstaunlich ist hingegen, dass Nicollier partout keine öffentliche Debatte über die politisch entscheidende Typenwahl führen – und das Volk nur «blind» entscheiden lassen – will: In Hinterzimmern des VBS, das den Entscheid vorbereitet, können Lobbyisten weit mehr Wirkung erzielen, als in der breiten Öffentlichkeit.

Lobbyisten wollen keine öffentliche Debatte

Diese Lobbyisten haben es bereits jetzt geschafft, dass nicht über politische Abhängigkeiten rund um den Kampfjet-Kauf diskutiert und informiert wird, sondern vorab über technische Leistungs-Details der fünf Aspiranten. Mit Ausnahmen: Beni Gafner etwa hat in der «Berner Zeitung» vom 18. Mai eine sehr gute Übersicht (kostenpflichtiger Artikel) über die fünf angebotenen Kampfjet-Modelle geliefert. Er weist auch explizit auf neutralitätspolitische Probleme, insbesondere bei den beiden US-Modellen, hin: Der F-35 wäre «nur im Verbund mit Lockheed Martin und den USA maximal nutzbar», warnt Gafner. Er stellt fest: «Die Abhängigkeit von den USA» dürfte beim F/A-18 Super Hornet «ein Thema werden». Denn: «Wie beim F-35 würden Teile der Pilotenausbildung in den USA stattfinden.» Mehr noch: Wie schon beim jetzigen F/A-18 müssten bei den beiden US-Fliegern «auch geheime Blackboxen negativ ins Gewicht fallen, zu denen nur US-Befugte Zugang hätten».

Zwar bieten auch Frankreich und Deutschland die Ausbildung der Schweizer Piloten mit ihrem Dassault Rafale oder dem Eurofighter auf ihren Luftwaffenbasen an. Dennoch sind die neutralitätspolitischen Implikationen bei diesen Nachbarländern um ein Vielfaches unproblematischer, als bei einer «Kooperation» mit der Kriegs-Airforce der USA. Mit den ebenfalls neutralen Schweden sowieso. Kommt hinzu: Das US-Aussenministerium schreckt nach Waffenverkäufen auch vor schnöder Erpressung nicht zurück. Die Türkei musste dies gerade schmerzlich erfahren: Sie war daran, von den USA 100 Kampfjets F-35A zu beschaffen, bestellte aber auch russische Luftabwehrraketen. Worauf die Amerikaner die Kampfjet-Lieferungen umgehend einstellten.

Eigenen Luftraum sichern, statt weltweit Dörfer zerstören

Die meisten «ExpertInnen» und Kommentatoren in Bundesbern ergehen sich rund um das grösste Schweizer Rüstungsgeschäft dennoch fast nur in technischen Details. Dabei übersehen sie aus strategischer, taktischer oder historischer Ahnungslosigkeit auch, dass die Luftwaffe der neutralen Schweiz (zum Glück) ganz andere Aufgaben hat als etwa jene Frankreichs oder erst recht die US-Air-Force.

Von Letzterer können unsere Piloten kaum etwas lernen. Oder sollen sie aus der Luft Bauernhöfe und Dörfer in Syrien oder im Jemen und Fahrzeuge in Afghanistan zerstören lernen? Müssen sie im Tiefflug über dem Meer russische U-Boote oder chinesische Landebahnen auf künstlichen Inseln erkunden? Sicher nicht! Aber bei der Pilotenausbildung im Ausland wird es kaum Sonderprogramme für die besonderen Aufgaben der Schweizer Militärflieger geben.

Aus der Geschichte der Schweizer Luftwaffe lernen

Luftpolizei und Luftraumsicherung – das war und ist fast ausschliesslich die Aufgabe der Schweizer Luftwaffe seit ihrer Gründung vor gut 100 Jahren (1914). In dieser Zeit hat dieser Teil der Schweizer Armee nie einen Luftkrieg führen müssen. Die Luftwaffe hat damit ihre Aufgabe optimal erfüllt. Diese heisst: nicht Kriegsführung, sondern Kriegsverhinderung. Sie hat zwar im Zweiten Weltkrieg den Luftraum über unserer Nord-Ost-Grenze teils verteidigen und dabei vereinzelt auch Luftkämpfe (meist erfolgreich) ausfechten müssen. Nie aber einen Luftkrieg, bei dem bewaffnete Luftfahrzeuge en masse in unseren Luftraum eingedrungen wären.

Und seit über 70 Jahren hat diese Luftwaffe kein einziges Mal mehr gegen ein bewaffnetes Flugzeug aufsteigen müssen. Sie flog hingegen öfters Luftpolizeieinsätze gegen unbewaffnete Zivilflugzeuge, die sich in den Schweizer Luftraum verirrt hatten. Oder sie sicherte den Luftraum über internationalen Konferenzen (Davos, Evian).

Die Schweiz braucht keine Kampfbomber

Aus dieser Geschichte lernen wir:

1. Einen Kampfbomber, der vorab der weltweiten invasiven Kriegsführung aus der Luft dient, braucht die Schweiz ganz sicher nicht. Unser Land lebt seit Jahrzehnten sehr gut und sicher ohne solches Kriegsgerät. Wenn Schweizer Piloten dennoch Bomber (Erdkämpfer) vehement einfordern, dann nur aus einem einzigen Grund: Sie wollen bei Nato-Übungen, an denen sie sich (in erstaunlich leichtfertiger Verletzung neutralitätspolitischer Grundsätze bis weit in den Osten Europas an die Grenze zu Russland hinaus) ganz gerne «beteiligen», auch Erdkampf-Elemente (Air to Ground) mitfliegen können. Es gebe ja gar keine reinen Abfangjäger mehr, behaupten sie unbedarften PolitikerInnen gegenüber dazu stets vorlaut – nur noch «Multirole-Kampfjets». Nur: Das war schon beim Kauf der F/A-18 so. Und doch hat die Schweiz diese Jets nur in der Luftkampf-Version beschafft – und viel Geld gespart.

2. Jeder Anbieter ist noch so gerne bereit, der Schweiz eine günstigere, leichtere und einfachere «Nur-Abfangjäger-Version» ohne Erdkampf-Kapazitäten zu liefern.

3. Was hingegen nottäte, wäre der Wiederaufbau der Aufklärungskapazitäten, welche die Schweizer Luftwaffe verloren hat mit der Ausmusterung der Mirage 3S. Dies umso mehr, als alle modernen Kampfjets «online» nach Satellitenaufklärung fliegen, was die Abhängigkeiten der «satellitenfreien» Schweiz von den ausländischen Anbietern gleich nochmals verschlimmern würde.

Der Schwede wäre wohl doch der beste

Fazit: Statt sich über technische Leistungsdetails auszulassen, die bei allen fünf Modellen für die speziellen Bedürfnisse der Schweiz bei Weitem ausreichen, würden Medien und PolitikerInnen gescheiter über neutralitätspolitische Implikationen und Fallstricke der Kampfjet-Beschaffung nachdenken und diskutieren. Und da dürfte der kleinere und leichtere Gripen (in einer reinen Abfangjäger-Version) aus Schweden halt letztlich doch der am besten passende Kampfjet sein. Mehr noch: Manche Linken und Grünen, die der hiesigen «Fighterpilot-Community» vor fünf Jahren wacker geholfen haben, die erste Gripen-Vorlage an der Urne zu bodigen, dürften sich doch etwas grämen, wenn sie dereinst erfahren müssten, dass Schweizer Militärpiloten «übungshalber» in Kampfjets der US-Airforce auf Bombenmissionen in den Nahen Osten mitgeflogen seien – oder mit der französischen Armée de l'Air bis nach Afrika hinunter.

Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

Der Autor ist Milizoffizier a.D. der Schweizer Armee, Stimmbürger und Steuerzahler.

Meinungen / Ihre Meinung eingeben

Ähnliche Artikel dank Ihrer Spende

Möchten Sie weitere solche Beiträge lesen? Ihre Spende macht es möglich:

Mit Kreditkarte oder Paypal - oder direkt aufs Spendenkonto für Stiftung SSUI, Jurablickstr. 69, 3095 Spiegel BE
IBAN CH0309000000604575581 (SSUI)
BIC/SWIFT POFICHBEXXX, Clearing: 09000

Ihre Spenden können Sie bei den Steuern abziehen.

Einzahlungsschein anfordern: kontakt@infosperber.ch (Postadresse angeben!)

13 Meinungen

Der Autor bleibt die Antwort schuldig, wie eigene Bodentruppen aus der Luft geschützt werden können wenn nicht mit entsprechenden Mitteln aus der Luft! Luftverteidigung und Raumschutz allein genügen nicht, es braucht auch die Unterstützung aus der Luft mit Luft-Boden Waffen.
Peter Bosshard, am 24. Mai 2019 um 12:32 Uhr
Vielen Dank! Genau so sehe ich es auch und wundere mich, dies noch in keinem anderen Medium gesehen zu haben. Wenn schon, kommt nur der Schwede in Frage, alle anderen Länder führen Krieg und/oder sind Atommächte. Deren Kriegswirtschaft sollte ein neutrales Land keinesfalls unterstützen.

Für mich persönlich wäre allerdings am wichtigsten, den leisesten Jet zu nehmen, aber Information darüber habe ich noch nirgends gesehen.
Theo Schmidt, am 24. Mai 2019 um 14:22 Uhr
General Guisan hatte 1940 (und bis 1943) Luftkämpfe über schweizerischem Hoheitsgebiet verboten. Das war ein weiser Entscheid.

Heute wird immer wieder die Flugpolizei hervorgehoben. Das wäre selbst mit einem F-5E/Fs Tiger möglich. Denn was kann ein geflügelter Luftpolizist überhaupt machen? Mit den Flügeln wackeln, durchs Cockpit mit dem Finger drohen, dem verfolgten Flugzeug imperative (ignorierte) Funkbefehle erteilen, Leuchtraketen abfeuern (Flaires) und als ultima ratio das Flugzeug abschiessen. Bei den heutigen Fluggeschwindigkeit ist der Eindringling bis zu diesem humanitär heiklen letzten Entscheid längst über die Landesgrenze oder hat seine Fernlenkwaffen abgefeuert.

Notwendig ist die Luftaufklärung z.B. mit Flugzeugen E-2D Advanced Hawkeye AWACS für eine Ûbersicht bis 700 km, ein dreimal grössern Gebiet als heute. Das heutige System besteht im Westlichen aus vier auf Bergspitzen in den Alpen verbunkerten Radar-FLORAKO Stationen (z.B. Scopi GR am Lukmanierpass 3190 m). Diese würden im Kriegsfall als Erstes pulverisiert. Die Stationen von Boden-Luft-Abwehrraketen müssen früher alarmieren werden, als es das heutige System vermag (welches auch dem zivilen Flugverkehr dient). Mit AVACS können Flugobjekte erfasst werden, die sich der Schweiz im Radarschatten von FLORAKO nähern. Aber eine Luft- oder erdkampfähige AirForce braucht die Schweiz nicht. Konventionelle Luftkämpfe sind Geschichte. Heute ist es airfight beyond visual sight.
Andreas Speich
Milizoffizier a.D.
Andreas Speich, am 24. Mai 2019 um 16:30 Uhr
Eine ausgezeichnete Analyse und eine Empfehlung - von Journalisten leider sehr selten zu erhalten. In einer waren Demokratie muss das Volk aufgrund von Fakten entscheiden, nicht Politiker und schon gar nicht Lobbyisten.
Michel Mortier, am 24. Mai 2019 um 18:15 Uhr
Es ist zu vernehmen, dass die USA die Weiterentwicklung von Kampfflugzeugen eingestellt haben, zumal Drohnen deren Aufgaben billiger, mit grösserer Kampfkraft (weil kein Pilot und Schleudersitz mitgeführt werden müssen) und risikoärmer erfüllen. Mag sein, dass für Luftpolizeiaufgaben zu Bürozeiten ein bemannter Abfangjäger erforderlich ist, aber dazu genügen 4 bis 6 Stück bei weitem. Weiter bin ich überzeugt, zumal heute jeder Personenwagen vom Hersteller per Internet stillgelegt werden kann, dass die eingebauten Blackboxes es dem Hersteller jeglichen Kampfjets (und wohl auch jeglicher Drohne) erlauben, sein Produkt per Funksignal kampfunfähig zu machen. Nicht umsonst reissen die Israelis jegliche Elektronik aus importierten Rüstungsgütern heraus, um sie durch eigene zu ersetzen. Dazu ist die Schweiz unfähig, wer 30 Jahre braucht, um ein Truppenfunkgerät zu entwickeln, der kann das nicht. Für diesen zweifelhaften Schrott dem Volk enorme Kosten, Überschallknalle und Fluglärm zuzumuten, ganz abgesehen von der Umweltbelastung, ist in keiner Weise gerechtfertigt. Daher sollte die Übung abgeblasen werden, das Geld zur Sanierung der Sozialwerke und für zur Lösung des Pflegenotstandes verwendet werden.
Urs Lauper, am 24. Mai 2019 um 19:07 Uhr
Auf Grund persönlicher Kontakte mit Personal der Flugzeugwerke in Emmen, welches vor Jahrzehnten die Beschaffung des F/A-18 durchzuführen hatte, kann ich nur bestätigen, dass die Schweiz von den USA die Software für die Avionik und den Waffeneinsatz unserer heutigen F/A-18 nicht vollständig erhalten hat. Die USA könnten ihren Einsatz deshalb jederzeit beeinflussen.
Wenn die Schweiz das nächste Militärflugzeug wiederum in den USA beschaffen will, sind Presse und Bevölkerung über diese Abhängigkeit zu informieren, damit sie darüber berichten und mitentscheiden können, ob sie bereit sind, ihre Verteidigungsmöglichkeit weiterhin in amerikanische Abhängigkeit zu legen.
Ueli Feller, am 24. Mai 2019 um 23:04 Uhr
Zwar ist die GRIPPEN naheliegend, weil aus einem - offiziell noch - nicht NATO-Staat stammend. Allerdings hat Schweden am letzte NATO-Manöver an Russlands Grenze teilgenommen, weshalb es mit Schwedens «Neutralität» auch nicht mehr weit her ist. Und dass die modernsten russischen Kampfjets allen anderen überlegen - und gleichzeitig auch noch preiswerter - sind, soll sich bei Gefechten über Syrien gemäss Aussagen russischer Piloten bereits mehrfach gezeigt haben! Aber DIE kommen für die Schweiz, egal wie billig oder leistungsfähig, schon gar nicht in die Auswahl. Weshalb eigentlich?
Rolf Schmid, am 25. Mai 2019 um 00:10 Uhr
Ich habe mich immer gefragt, was die CH-Luftwaffe zu tun gedenkt, wenn eine Cruise-Missile das Rhonetal hochfliegt mit potentiellem Ziel das Bundesratszimmer in Bern an einem Mittwoch morgen.

Wird man Frankreich anfragen, das Ding abzufangen, oder gar selber die CH-Luftwaffe irgendwo über Lyon in Einsatz bringen ? Wie wäre ein Abschuss über Genf oder Lausanne.

Aber hat die CH-Armee überhaupt die Möglichkeit von so einem Angriff Kenntnis zu erhalten ?

Zu den Luft-Bodenwaffen-Bedürfnissen des Herrn Bosshard. Um CH-Truppen aus der Luft unterstützen zu können, müsste der «Feind» wohl schon Truppen am Boden in der CH haben. Oder wollen wir die eigenen Soldaten abschiessen ?
Josef Hunkeler, am 25. Mai 2019 um 09:55 Uhr
Ich möchte mich dem Beitrag von Rolf Schmid anschliessen. Die NATO wird von Washington befehligt und ich denke die Schweiz würde es sich eventuell mit dem Imperium verscherzen wenn sie sich diese zweifellos hoch effektiven und erst noch preiswerten Kampfjets holen würde. Obwohl wir ja theoretisch eigentlich neutral sind könnte ich mir vorstellen, dass sich die russische Technik nicht so einfach in den NATO-Verbund integrieren lassen würde weshalb die russischen Flieger schon gar nicht in Frage kommen dürften. Ist aber reine Spekulation. Bundesrättin Amherd oder auch hohe Militärs könnten da sicher für Aufklärung sorgen.
Fred Berger, am 25. Mai 2019 um 18:37 Uhr
Die Beschaffungsdebatte in der Schweiz dreht sich um Irrelevanzen, befeuert von Männern, die wahrscheinlich in ihrer Kindheit Plastikflugzeuge zusammen geklebt haben. Die einzige sinnvolle Aufgabe für bemannt fliegende Elemente der Schweizer Luftwaffe ist eine Polizeifunktion: Das heisst, abfangen und abdrängen von Flugzeugen übergriffiger Mächte in Spannungszeiten oder von Terroristen gekaperter Zivilflugzeuge. Das typische Ziel im ersten Fall ist ein Transportflugzeug der USAF. Hier braucht es ein relativ leichtes Flugzeug mit exzellenter Steigleistung, möglichst unabhängig von US Sensortechnik. Russland hat dafür geeignetes Gerät für gute Preise im Angebot. Für den zweiten Fall ist die Beschaffung optional, die Schweiz kann die Aufgabe wie bis anhin an unsere Nachbarländer delegieren. Dies offiziell oder wie bis heute rein faktisch. Die Typwahl ist damit offensichtlich, es sind Rafale oder Eurofighter. Geflogen entweder von Schweizern, oder von Italienern, Franzosen und Deutschen.
Matthias Vogelsanger, am 26. Mai 2019 um 09:42 Uhr
... Zitat von oben: «Aber eine Luft- oder erdkampfähige AirForce braucht die Schweiz nicht. Konventionelle Luftkämpfe sind Geschichte. Heute ist es airfight beyond visual sight.» - Andreas Speich, Milizoffizier a.D.

Ich stimme Andreas Speich zu. Eine Luftwaffe - wie überhaupt eine Armee - ist in der heutigen Zeit für ein neutrales oder vernünftig handelndes Land völlig unnötig.
Leider findet diese Diskussion im falschen Frame statt.

Die absolut beste sicherheitspolitische und bei weitem billigste Option für die Schweiz ist die unbewaffnete strikte Neutralität!
Viel zentraler als Kampfjets und Bodenluftabwehrraketen wäre die Aufhebung aller vor Waffen strotzenden Militärbasen um die Schweiz herum. Diese potentiellen Kriegsziele bedrohen unsere Sicherheit.
Die Schweiz müsste sich mit all ihren Kräften auf dem diplomatischen Parkett für Dialog, Mediation und Kriegs- und Aufrüstungsverhinderung einsetzen und für die Auflösung von Feindbildern und für eine multipolare Welt mit einem neutralen Europa der guten Nachbarschaft.
Mit Aufrüstung und Krieg können wir alles verlieren - und nichts mehr gewinnen!

Und mit welchem Geld bitte soll die Energie- und Mobilitätswende für das Erreichen der überlebensnotwendigen Klimaziele bezahlt werden?!
Wir müssen uns entscheiden.
Wir sollten an unsere Jungen und ihre Zukunft denken und NEIN sagen zu Schutzgeld-Zahlungen.

Wir arbeiten an einer glaubwürdigen Schweizer Friedenspolitik:
https://www.friedenskraft.ch/verein
Dr. med. Paul Steinmann, am 29. Mai 2019 um 13:26 Uhr
Der Verfasser hat leider keine Ahnung von der Technik und noch viel weniger wie man Geld effizient einsetzt. Ein Kampfflugzeug ohne Bodenangriffsfähigkeit zu kaufen, ist das Dümmste was man machen kann. In allen modernen Konflikten dominiert die Luftwaffe das Grossgerät am Boden. Je besser die Erdkampffähigkeit ist, desto höher ist der Kampfwert eines jeden 100 Mio. Jets, desto weniger Panzer müssen gekauft oder unterhalten werden. Deshalb setzen alle modernen Armeen wie USA und Israel immer auf Multirole-Kampfflugzeuge. 95% aller Kampfflugzeugeinsätze richten sich sowieso gegen den Boden, den nur dort kann man dem Gegner substanziell schaden/ihn zur Vernunft bringen. Eine Luftwaffe die nur die Luft bedient, schenkt mehr als 50% des investierten Geldes her.

Flugzeuge wie der Gripen die der Verfasser so toll findet,stammen auch zu 50% auch aus den USA. Sie unterliegen einfach nicht grösser Geheimhaltung, weil das technisch maximal mittelmässige Ware ist. Technische Geheimhaltung ist ein absolutes Muss für den Technologie-Leader, die Gefahr dass Betreiber Dinge verraten, ist leider eine latente Gefahr. Wir profitieren auch wenn nicht alles offengelegt wird. nur Hersteller die technologisch rückständige Ware anbieten, gewähren kompletten Zugang zur Technik. Umso schneller ist deren Ware auch nichts mehr Wert. Wenn man etwas für die Armee kaufen möchte, muss es zwingend Multirole sein, alles andere kann man heute auch mit überschallschnellen Jettrainern erledigen.
Andreas Gehrig, am 01. Juni 2019 um 15:02 Uhr
durch die hintertuer direkt in die NATO
paede morf, am 08. Juni 2019 um 08:13 Uhr

Ihre Meinung

Loggen Sie sich ein. Wir gestatten keine Meinungseinträge anonymer User. Hier können Sie sich registrieren.
Sollten Sie ihr Passwort vergessen haben, können Sie es neu anfordern. Meinungen schalten wir neu 9 Stunden nach Erhalt online, damit wir Zeit haben, deren Sachlichkeit zu prüfen. Wir folgen damit einer Empfehlung des Presserats. Die Redaktion behält sich vor, Beiträge, welche andere Personen, Institutionen oder Unternehmen beleidigen oder unnötig herabsetzen, oder sich nicht auf den Inhalt des betreffenden Beitrags beziehen, zu kürzen, nicht zu veröffentlichen oder zu entfernen. Über Entscheide der Redaktion können wir keine Korrespondenz führen. Zwei Meinungseinträge unmittelbar hintereinander sind nicht erlaubt.