Der Tages-Anzeiger hatte als erste Zeitung darüber berichtet © tamedia

Der Tages-Anzeiger hatte als erste Zeitung darüber berichtet

Beznau: Plötzlich nicht mehr «ältestes Kernkraftwerk der Welt»

Urs P. Gasche / 19. Mrz 2018 - Jahrzehntelang galt das AKW Beznau 1 als ältester Atommeiler der Welt, der noch in Betrieb ist. Das soll nicht mehr gelten.

Spätestens seit dem Abstimmungskampf über die Atomausstiegsinitiative war bekannt: Beznau I im aargauischen Döttingen ist der älteste Atomreaktor der Welt. Mit diesem Argument hatten die Befürworter der abgelehnten Initiative für ein Ja geworben. Niemand hatte diese Aussage bestritten.

Doch dieses Etikett des «ältesten Kernkraftwerks der Welt», das noch in Betrieb ist, war der Axpo als Betreiberin des Atomkraftwerks ein Dorn im Auge.

Die Aufsichtsbehörde Ensi hatte Einsehen und verschob das Datum der offiziellen Inbetriebnahme von Beznau 1 vom 1. September 1969 nach hinten auf den 9. Dezember 1969. Diese Verschiebung um gut drei Monate hat zur Folge, dass Beznau 1 jetzt nur noch das fünftälteste AKW ist – nach Tarapur 1 und Tarapur 2 (Inden 28.10.1969) sowie Oyster Creek und Nine Mile Point 1 (USA 1.12.1969).

Als erste Zeitung hatte der «Tages-Anzeiger» im letzten Oktober darüber berichtet. Das Ensi begründete die Datumsverschiebung damit, dass die Schweizer AKW-Betreiber den Begriff der «Inbetriebnahme» nicht einheitlich verwendet hätten. Beznau sei vor dem 9. Dezember nur «versuchsweise» am Netz gewesen. Erst am 9. Dezember sei es «kommerziell» angelaufen.

Das Ensi sorgte dafür, dass das Startdatum von Beznau 1 in der Datenbank der Internationalen Atomenergieorganisation IAEA entsprechend geändert wurde. Weil die IAEA-Datenbank öffentlich zugänglich sei, habe das Ensi die Öffentlichkeit über die Datumsänderung nicht informiert.

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4 Meinungen

Und wieder wird von Infosperber versucht, die Kernenergie in irgend eine Schmuddelecke zu bugsieren. Tatsache ist, dass das ENSI unter einem Reputationsrisiko steht. Es kann es sich nicht leisten, parteiische Massnahmen zu ergreifen. Anders verhält es sich bei Infosperber. Er versteht sich klar als parteiisch, was sein gutes Recht ist. Es ist jedoch gescheiter, auf die Infos des Ensi abzustellen, als auf Infosperber.
Christian von Burg, am 19. März 2018 um 12:02 Uhr
Vielleicht einfach ein paar Dosen NIVEA auf den Reaktor auftragen, das hilft mindestens ebensogut wie zurückdatieren zwecks Verjüngung ...
Urs Scherler, am 19. März 2018 um 14:31 Uhr
Wie wohlgefällig von der Aufsichtsbehörde ENSI gegenüber den Betreibern. Kein Trick ist zu plump um besser dazustehen. Welche Gefälligkeiten des ENSI gibt es sonst noch. Wahrscheinlich einige, die aber weniger offensichtlich sind.
Jürg Schmid, am 19. März 2018 um 19:17 Uhr
Wenn das zählt, bin ich sofort 5 Jahre jünger, da mein Alter dann erst ab Kindergarten gerechnet wird.
Jan-Martin Mächler, am 20. März 2018 um 14:40 Uhr

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