Transparenz à la SP

Kurt Marti © ktm
Kurt Marti / 25. Jun 2016 - Der Berner SP-Gemeinderatskandidat Michael Aebersold will mehr Transparenz. Doch was ist mit ihm und seinem Arbeitgeber?

«Wes Brot ich ess‘, des Lied ich sing» heisst der Titel eines Artikels in der neusten Mitgliederzeitung «Link» der SP Schweiz. Der Autor des Beitrags, Michael Aebersold, propagiert darin die nationale Transparenz-Initiative der SP und drei Motionen «Transparenz jetzt!», welche die SP im Grossen Rat des Kantons Bern eingereicht hat.

Aebersold ist Fraktionschef der SP im Kantonsparlament und kandidiert für den Berner Gemeinderat. Auch den Infosperber-LeserInnen ist er kein Unbekannter: Der Leiter der Sektion Entsorgung radioaktive Abfälle im Bundesamt für Energie (BFE) war der Absender eines anonymen Briefes an Dominique Reber, Mitarbeiter des PR-Büros Hirzel.Neef.Schmid.Konsulenten. Der Brief enthielt BFE-interne Informationen über den Atomkritiker Marcos Buser und wurde wegen der fehlerhaften Adressierung von der Post irrtümlich an Buser weitergeleitet.

Als «Infosperber» das BFE fragte, ob Aebersold tatsächlich der Absender des ominösen Briefes sei, verzichtete das BFE auf eine Beantwortung dieser Frage. Auch zum Zweck des Briefes wollte sich das BFE nicht äussern. Erst gegenüber dem «Bund» gab das BFE zu, dass Aebersold der Absender des fehlgeleiteten Briefes war.

Frei nach dem SP-Motto «Transparenz jetzt!» verlangte «Infosperber» eine Untersuchung zu diesem Fall und generell die Offenlegung der bisherigen und zukünftigen Mandate des BFE an PR-Agenturen. Seither herrscht in dieser Sache nicht nur bei der SP Funkstille, sondern auch beim BFE, obwohl nicht nur Aebersold ein Genosse ist, sondern auch der oberste BFE-Boss Walter Steinmann.

Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

Kurt Marti war früher Geschäftsleiter, Redaktor und Beirat der Schweizerischen Energie-Stiftung (SES)

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2 Meinungen

Zugegeben, das ist sehr peinlich. ich bin selber ein SP-Genosse und erlebe immer wieder, dass diejenigen, die eigentlich eine Vorbildfunktion in der Parei ausüben sollten, nicht immer sozialdemokratische Grundsätze vorleben. Schade!! Ihr Verhalten ist auch nicht mit dem Argument entschuldbar, dass auf «höheren Leitungsebenen» teilweise Kompromisse angebracht sind. Und wenn schon, dann mit Erklärung und Transparenz ihres Tuns, sie sind es der Oeffentlichkeit schuldig. Es schleckt keine Geiss weg, solches Gebaren schaden dem Ansehen einer Partei.
Rolf Hurter, am 25. Juni 2016 um 12:14 Uhr
Lesen sie den sehr guten Kommentar von Rolf Hurter hier gleich über diesem Kommentar noch einmal. Truth be told… (und das tut weh, da auch ich mich, wenn, dann eher deutlich dem linken Lager zuordne)
Caio Gutzwiller, am 26. Juni 2016 um 11:13 Uhr

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