Wie ist die Wellenlänge der zweiten Welle?

Helmut Scheben © hs
Helmut Scheben / 14. Jul 2020 - Fragen eines medizinisch ungebildeten Zeitungslesers

Die Fallzahlen steigen wieder rapide. Den Satz hat man in den letzten Wochen in fast jedem Medium gelesen oder gehört – gefühlte tausend Mal.

Neue düstere Panik-Wörter machen die Runde: Superspreader. Und neue Berufe sind entstanden: Contact-Tracer. Der Zürcher Tages-Anzeiger schreibt «Die Schweiz lernt die Maske lieben» und stellt die neue Sommerkollektion der Maskenmode vor. Und in Neuenburg werden schon Flaggen gehisst, welche die tägliche Gefahrenstufe im Kanton anzeigen: gelb, orange, rot! Etwa wie die Sturmfahnen an den Nordsee-Stränden: Land unter.

Für die grossen Medien gab es kaum noch Zweifel: «Rollt gerade die zweite Welle auf uns zu?», titelte die Sonntagszeitung am 28. Juni. Wenn die Dimension der Welle an den journalistischen Schallwellen und Druckwellen zu messen ist, welche Radio, Fernsehen und Zeitungen überfluteten, dann war es eine La-Ola-Welle. Der Tages-Anzeiger schrieb am 3. Juli, man habe keine Zeit mehr, um den Ernstfall abzuwarten: «Exponentiell ansteigende Kurven sind heimtückisch.»

Wer aber am 11. Juli denselben Tages-Anzeiger aufschlägt, reibt sich die Augen. Da steht auf Seite zwei schwarz auf weiss: Die Epidemiologen «lagen falsch», als sie nach den Lockerungen der Corona-Massnahmen mit einem starken Aufflammen der Ansteckungen rechneten. Und noch verwirrender ist der Hinweis, es dürften Ansteckungen «hinzugekommen sein, die nur dank häufigerem Testen und intensiverem Contact-Tracing entdeckt wurden».

Ein medizinisch unbedarfter Zeitungsleser rechnet: Wenn man heute doppelt so viele Leute testet wie gestern, könnte das Resultat doppelt so viele «neue Fälle» ergeben. Was aber null aussagt über die Verbreitungsgeschwindigkeit des Virus in der Bevölkerung.

Am 27. Juni warnte der Moderator der SF-Tagesschau vor einer «beunruhigenden Entwicklung», der Trend gehe wieder nach oben: 69 Neuansteckungen in den letzten 24 Stunden. Matthias Egger, Chef der Covid-19 Science Task Force des BAG, bestätigte dann im Beitrag die «Befürchtungen». Ganz am Ende seines Statements entschlüpfte ihm aber ein Satz, der wohl in der allgemeinen Zweite-Welle-Panik unterging und beim grösseren Teil des TV-Publikums kaum hängen blieb: «Auf der anderen Seite sehen wir, dass wir jetzt sehr viel mehr testen (…) und es könnte auch sein, dass diese Zunahme eben damit zusammenhängt und nicht eine besorgniserregende zweite Welle ankündigt.»

Doch eine Woche später erklärt das Bundesamt für Gesundheit, die zweite Welle sei nun da: Ein starker Anstieg der Fallzahlen sei zu beobachten. Also müsse ab 6. Juli in öffentlichen Verkehrsmitteln eine Schutzmaske getragen werden. Da fragt sich das verunsicherte Publikum: Was stimmt denn nun? Zweite Welle oder keine zweite Welle? Bis zum 5. Juli 24 Uhr trugen die meisten jungen Leute, die von der Zürcher Party-Meile kamen, vorsichtshalber keine Maske. Die Maskenpflicht begann ja erst um null Uhr eins. Und im Magazin des Tages-Anzeigers weiss der Chefredaktor heute auch, wie das zu beurteilen ist: infantile Renitenz.

Ich muss gestehen, dass ich hier und da der Versuchung zu ebensolcher Renitenz mit Mühe widerstehe. Denn wer zwei plus zwei gleich vier rechnen kann, der fragt sich bisweilen, welches Stück da eigentlich gespielt wird. In den Wochen vor dem 6. Juli bin ich fast täglich in ZVV-Bussen gefahren, die in der Rush Hour gerammelt voll von Passagieren waren. Nur sehr wenige Leute trugen eine Maske. Man hatte für solche Verhältnisse vor einem gewaltigen Corona-Ausbruch gewarnt. Aber es gab keinen. Nun wird uns gesagt, wir müssten ab sofort eine Maske tragen, denn «die Fallzahlen seien exponentiell gestiegen». Sie sind es aber nicht oder nur geringfügig. So genau weiss das offenbar niemand.

Ich suchte nach Erklärungen und schrieb eine Mail ans Bundesamt für Gesundheit, ob mir jemand die Systematik der Datenerfassung erklären könne. Als Antwort schickte man mir Links zu allgemeinen BAG-Verhaltensregeln und Vorsichtsmassnahmen bei der Pandemie.

Meine Fragen lauteten: Wer bestimmt, wann und wo und mit welcher Häufigkeit getestet wird? Wieviel wurde in den vergangenen Wochen getestet und wieviel heute? Inwiefern bildet die täglich gemeldete Zahl der Neuansteckungen (z.B. «gestern 47, heute 54») den Verlauf der Pandemie in einer Bevölkerung von achteinhalb Millionen ab? Von welcher Art von Sample wird da hochgerechnet, um auf eine exponentielle Steigerung zu schliessen, und wie hoch sind die Fehlermargen?

Man schickte mir allgemeine Links, die mir nicht weiterhalfen. Von dieser Seite war wenig Nützliches zu erfahren. Auf mein mehrmaliges Ersuchen um ein kurzes Informations-Gespräch mit einer der für Datenerfassung verantwortlichen Personen, kam keine Reaktion. Was verständlich ist. Das BAG wird wahrscheinlich überflutet mit entsprechenden Anfragen, und es kann ja nicht jedem verunsicherten Zeitungsleser einen Interview-Partner stellen.

Und verunsicherte Zeitungsleser gibt es zuhauf. Wenn fachkundige Leute wie Professor Pietro Vernazza, Chefarzt der Klinik für Infektiologie am Kantonsspital St. Gallen, darauf hinweisen, das Abflauen der Pandemie habe laut ETH-Statistik bereits vor dem Lockdown begonnen, so fragt sich der erstaunte Zeitungsleser, warum er das irgendwo im Internet suchen muss, aber in unseren grossen Medien nicht an prominenter Stelle finden kann. Und wenn Schweden weder Schulen noch die Gastwirtschaften geschlossen hatte, so liegt das, wie allenthalben selbsternannte Schweden-Experten sagen, am «schwedischen Nationalcharakter». Die Wikinger eben, man weiss ja, wie stur sie sind.

Die Leute, die aus Risikoländern kommen, sollen sich in Quarantäne begeben, doch von der Grenzwacht wird das nicht überwacht. Und wie viele Polizisten müsste man haben, um Quarantänefälle zu kontrollieren? Und so weiter. Aber es wäre sicher nicht sehr fair, nun alle Ungereimtheiten aufzuzählen, die derzeit Verwirrung stiften. Wie mit einem neuen und sehr gefährlichen Virus umzugehen ist, dafür gibt es vielleicht keine andere Methode als «learning by doing». Und das gilt dann auch für eine Regierung und eine Bundesbehörde. Finanzminister Ueli Maurer hält nicht viel von der Tracing-App. Und schon am 29. April sagte er: «Mir kommt es vor, als würden wir den Leuten sagen, sie sollen alle daheimbleiben, weil starker Regen zu erwarten ist. Vielleicht würde es reichen, wenn wir ihnen sagen, sie sollten einen Schirm mitnehmen und gute Stiefel anziehen.»

Solche Ansichten wurden von der «Vierten Gewalt» vernichtend kritisiert. Die meisten grossen Medien zeigten während der gesamten Krise gegenüber dem BAG generell einen vorauseilenden Gehorsam, den der Ökonom Bruno S. Frey in der Neuen Zürcher Zeitung als «eine beinahe symbiotische Beziehung» beschrieb. Es ist nicht auszuschliessen, dass ein Ueli Maurer am Ende recht behält. Zumindest aber sollten Leute, welche die Meinungen grosser Medien nicht teilen, nicht als «Corona-Leugner» oder Volksverhetzer beschimpft werden, wie es allenthalben zu beobachten war.

Im oben zitierten Kommentar des Tages-Anzeigers heisst es am 11. Juli immerhin: «Der tägliche Blick auf die nackten Zahlen kann einem mehr Angst einjagen als nötig.» Viele Medien haben nun, so scheint es, fast fünf Monate gebraucht, um zu dieser Erkenntnis zu gelangen.

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22 Meinungen

Die notwendige Quelle, um fast alle gestellten Fragen zu beantworten, findet sich auf der BAG Seite «Neues Coronavirus: Situation Schweiz». Dort ein wenig runter scrollen bis zum Laborfläschchensymbol mit der Bezeichnung «Durchgeführte Tests». Wer das tut kommt auf folgende Seite vom BAG:
https://covid-19-schweiz.bagapps.ch/de-3.html.

Wer angesichts dieser Statistik von einer neuen Welle spricht, wie es viele Medien und das BAG taten, handelt unseriös, fahrlässig und verbreitet unnötige Panik.

Es heisst, im Krieg sei die Wahrheit das erste Opfer. Ich befürchte langsam, dass wir uns in einer Art Dauerkrieg befinden. Die obligatorische Maskenpflicht für Schüler, wie sie teilweise neu eingeführt wird, halte ich persönlich für ein institutionalisiertes Verbrechen an Jugendlichen.

Ohne Evidenz, ohne Not werden tiefgreifende Massnahmen erlassen, die den Menschen und unsere Gesellschaft nachhaltig schaden. Die Informationspolitik der Regierung ist intransparent, verlogen und willkürlich. Wer glaub noch an den Rechtsstaat, wer glaubt noch an die Nationale Souveränität, wer glaubt noch an den Osterhasen?
Stöckli Marc, am 14. Juli 2020 um 11:35 Uhr
Es lohnt sich auf jeden Fall mal darüber nachzudenken...
Willi Fetzer, am 14. Juli 2020 um 12:05 Uhr
"Zumindest aber sollten Leute, welche die Meinungen grosser Medien nicht teilen, nicht als «Corona-Leugner» oder Volksverhetzer beschimpft werden, wie es allenthalben zu beobachten war.» Diese Empfehlung von Helmut Scheben ist enorm wichtig. Denn die Tendenz zur Ausgrenzung und Dämonisierung von Andersdenkenden nahm bisweilen einen totalitären Charakter an. Erschreckend auch bei den Leserkommentaren, die teilweise Zensur und Gefängnisstrafen für Leute, die sich nicht an die offiziellen Versionen halten, verlangten. In diesem «Live"-Experiment konnten wir feststellen wie schnell und wie leicht die Mehrheit der Bevölkerung durch eine angsteinflössende Medien-"Berichterstattung» nicht nur zur Akzeptanz von autoritären Obrigkeiten, sondern sogar zur Forderung von totalitärem Vorgehen gebracht werden kann.
Pedro Reiser, am 14. Juli 2020 um 13:07 Uhr
Vielen Dank, Herr Scheben, dass Sie, als aufmerksamer Leser, es wagen, endlich diese Ungereimtheiten ans Licht zu bringen. Wie lange noch wird die Presse diese einseitige und höchst zweifelhafte Berichterstattung weiterverfolgen? Diese in der Zwischenzeit offensichtlich erfolgreiche «Gehirnwäsche» lässt den Bürgern keine Möglichkeit zu, eine eigene Meinung darüber zu bilden, weil die Wissenschaftler, welche Corona und deren Folgen aus einer anderen Sicht beurteilen, bei der öffentlichen Presse gar nicht zugelassen werden. Das ist einer Demokratie unwürdig.
Margrit Lang
Margrit Lang, am 14. Juli 2020 um 13:40 Uhr
Ein deutlicher Hinweis, dass etwas nicht mit rechten Dingen zugeht, sind die weiterhin fehlenden repräsentativen Querschnitt- oder Kohortenstudien. Dass solche grundlegenden und etablierten epidemiologischen Untersuchungen seit Monaten weder in der Schweiz noch international durchgeführt werden, finde ich schlicht skandalös, auch lässt sich dies kaum mit Unwissen oder Überforderung erklären.
Politiker und deren medizinischen Beraterstäbe ignorieren diese Voraussetzungen einer seriösen Lageeinschätzung konsequent. Stattdessen werden auf fragwürdiger statistischer Basis Massnahmen verordnet, die gesundheitlich fragwürdig, sozial und wirtschaftlich aber bestimmt höchst schädlich sind.
Die meisten Medien verbreiten in einer beispiellosen Gleichschaltung täglich neue Schreckensmeldungen, bei denen gravierende Einzelfälle als Beleg für eine höchst gefährliche Epidemie herhalten müssen. Deshalb werde ich den Verdacht nicht los, dass die Gesellschaft in eine ganz bestimmte Richtung gelenkt werden soll. Stichworte dazu sind: Abbau von politischen Rechten, Zerschlagung des sozialen Zusammenhalts, Etablierung von digitalen Kommunikations- und Bildungsformen, Durchsetzung eines Impfzwangs, Überwachung mittels Handy-Tracing, weitere Umverteilungen zugunsten der Milliardäre, usw.
Ein Blick in die Geschichte der Machtpolitik zeigt, dass solche Befürchtungen nicht aus der Luft gegriffen sind. Gut möglich, dass Corona nur ein weiteres Schreckgespenst zur Lenkung der Massen ist.
Philippe Schaunig, am 14. Juli 2020 um 14:35 Uhr
Gratuliere Herr Scheben, es gibt also doch noch so etwas wie gesunder Menschenverstand, der bei den grossen Printmedien (gewollt/befohlen) nicht erwünscht/vorhanden ist. In der Primarschule lernt man das schon, das Verhältnis zweier Zahlen zueinander gibt die Vergleichsgrösse an: Positive Ergebnisse dividiert durch die Anzahl Test pro Tag ist die einzige valable Vergleichszahl ! Wenn mehr getestet wird gibt es mit 99,99% Wahrscheinlichkeit auch mehr 'Coronafälle' , wer etwas anderes 'berechnet' oder bekanntgibt ist entweder dumm oder viel (wahrscheinlicher) manipulativer Meinungsmacher, der im Auftrag handelt ! Das ist so klar, dass nur das zweite in Frage kommt, was wiederum zur Frage führt: Cui bono ?
Die prompte Reaktion der grossen Printmedien (+ Politikvertreter) darauf: Coronaverschwörer. Fragt sich nur wer ?
Alfred Egle, am 14. Juli 2020 um 15:02 Uhr
Danke für diesen sehr informativen und überlegten Beitrag!!
Ich hoffe er wird von vielen gelesen
und animiert dazu, seine Sichtweise einem breiteren Horizont zu öffnen!
Tom Misteli, am 14. Juli 2020 um 15:27 Uhr
Es ist immer das Gleiche: Mehr positiv Getestete heisst für sich allein gar nichts. Einerseits ergeben sich aus mehr Tests auch mehr positiv Getestete (und es wurde in den letzten Wochen sehr viel häufiger getestet). Und andererseits wird inzwischen eben nicht nur bei Verdachtsfällen getestet. Das alles beeinflusst die Werte. Wenn man wenigstens sagen würde, wie viele Prozent aller Tests positiv ausgefallen sind, hätte man wenigstens einen sinnvollen Anhaltspunkt. Aber die absolute Zahl allein ist nicht viel mehr als eine Null--Information. Wie weit das ein Versäumnis des BAG oder der Redaktionen ist, kann ich nicht beurteilen. Einer kritischen Redaktion müsste aber immerhin dieser Zusammenhang auffallen. Und sie müsste sich um eine Klärung des Sachverhaltes bemühen.
Ueli Custer, am 14. Juli 2020 um 15:36 Uhr
"Im oben zitierten Kommentar des Tages-Anzeigers heisst es am 11. Juli immerhin: «Der tägliche Blick auf die nackten Zahlen kann einem mehr Angst einjagen als nötig.» Viele Medien haben nun, so scheint es, fast fünf Monate gebraucht, um zu dieser Erkenntnis zu gelangen.»

Ja, Herr Scheben. Sie haben offenbar genau soviel Zeit gebraucht, um zu diesen Erkenntnissen zu gelangen. Was soll`s !
G. Kauffmann, am 14. Juli 2020 um 16:30 Uhr
Die R-Faktor-Argumentation ist so ziemlich das dümmste, was wir in den letzten Monaten zu hören und zu sehen bekamen. Immerhin ist richtig, dass in den letzten Tagen die bestätigten Fälle wieder «exponentiell» zugenommen haben, v.a. bei Männern der Altersgruppe 20-30. In absoluten Zahlen sind diese Werte aber immer noch sehr klein und es gab praktisch auch kaum entsprechende Hospitalisierungen. Es gab auch keine Todesfälle in dieser Gruppe. Der Teufel wirft zwar seinen Schatten an die Wand. Aber im Vergleich zu März/April handelt es sich doch immer noch um einen sehr kleinen Teufel und «exponentiell» bezieht sich auf einen Sturm im Wasserglas.

Wenn es auch vernünftig ist, vorsichtig zu bleiben, ist Panikmache fehl am Platz und das Geschwätz um die «zweite» Welle ist zumindest stark verfrüht. Die Schweiz ist nicht die USA und das könnten sich ja auch Medienleute zu Gemüte führen. In der Schweiz Massnahmen zu verlangen, welche vielleicht in Los Angeles, Miami oder Sao Paolo angebracht erscheinen mögen ist schlimmster Saure-Gurkenzeit-Journalismus.

Ich habe eben eine statistische Zusammenstellung der wichtigsten Covid-Statistiken gemacht und trotz steigender Quarantänezahlen in verschiedenen Kantonen noch kein Anzeichen einer solchen Welle gesehen.
Josef Hunkeler, am 14. Juli 2020 um 17:04 Uhr
Vielen Dank und volle Zustimmung.
Benjamin Kilchör, am 14. Juli 2020 um 23:25 Uhr
Vielen Dank für diesen Bericht!

Ich frage mich das seit Beginn der Pandemie (oder was es auch immer ist), warum man sich alles selber zusammensuchen muss und warum die meisten Medien nur nakte Zahlen präsentieren die keinen Bezug haben.

Ich frage mich auch seit Beginn der Pandemie, warum es renommierte Fachleute gibt, die nicht angehört werden wie:
- Dr. Wolfgang Wodarg (spielte eine grosse Rolle bei der Schweinegrippe und der Vogelgrippe. Siehe: www.wodarg.com)
- Prof. Sucharid Bhakdi (Facharzt f. Mikrobiologie u. Infektionsepidemiologie. Emeritierter Professor der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und ehem. Leiter Instituts f. Medizinische Mikrobiologie und Hygiene. Er hat ein Buch geschrieben: Corona Fehlalarm?)
- John P. A. Ioannidi (Professor f. Medizin und Professor f. Epidemiologie und Bevölkerungsgesundheit, professor by courtesy für biomedizinische Datenwissenschaft an der Stanford University School of Medicine
- und viele mehr welche sich schon lange versuchen zu Wort zu melden!

Irgendwas läuft hier falsch und ich frage mich, was die Medien, allen voran die, welche man gratis erhält, hier für eine manipulative Rolle spielen.

In Deutschland haben nun 4 Rechtsanwälte einen eigenen Corona-Ausschuss aufgesetzt um zu untersuchen, warum die Bundes- und Landesregierungen beispiellose Beschränkungen verhängt haben und welche Folgen diese für die Menschen hatten. www.corona-ausschuss.de. Sämtliche Sitzungen werden live gestreamt. Heute, 14.07.2020 war die Erste.
Cornelia Mori, am 14. Juli 2020 um 23:52 Uhr
Man sollte allerdings erwähnen, dass der prozentuale Anteil von positiven Tests von 0.5% im Juni auf jetzt über 2% gestiegen ist (vgl. Tagi). Es ist wirklich schade, dass momentan wieder weniger getestet wird (abflauende Sommergrippe?).
So kann sich das Virus unbemerkt verbreiten.
Die exponentielle Entwicklung ist am Anfang eben sehr langsam, nimmt dann aber rasch Fahrt auf (März). Wenn wir das vermeiden wollen, müssen wir schon bei kleinen Fallzahlen das Verhalten korrigieren.
Stefan Forster, am 15. Juli 2020 um 08:55 Uhr
@ Marc Stöckli
Bei der angegebenen Quelle fehlt u.a die Angabe der Anzahl der falsch Positiven und ob es sich bei den asymptomatischen Krankheitsbildern nicht einfach nur um Messfehler (falsch positive) handelt.
Wie auch die Validierung des RT-qPCR Tests.
Man kann genau so gut Kaffeesatzlesen, die Ergebnisse sind derselbe Mühl wie vom BAG
Peter Herzog, am 15. Juli 2020 um 21:03 Uhr
Guten Tag Herr Herzog, Ihre Kritik ist nicht ganz unbegründet. Trotzdem lässt sich, mit ein wenig Zusatzwissen, sehr viel aus dieser Statistik raus lesen.

1. Der Bundesrat und das BAG stützen sich auf eben diese Statistik um die Massnahmen recht zufertigen. Wer die Statistik aber zu interpretieren versteht, der weiss, dass die Zahlen dem BR und BAG wiedersprechen. Alleine mit dieser Statistik ist der Nachweis erbracht, dass BR und BAG nicht seriös und wahrheitsgetreu informieren und das Narrativ vom sich ausbreitenden Virus falsch ist.

2. Die Testpositivitätsrate ist seit über zwei Monaten um die 1% (in eben jener Statistik einsehbar). Der PCR Test hat jedoch eine falsch-Positivenrate von bis zu 1.8%. Wir wissen also gar nicht, ob wir neue Fälle finden, oder ob Bund und Kantone lediglich die tägliche Anzahl an Falschmessungen publiziert. Mit einer zweiten Messung, bei positivem Befund, könnte diese Frage geklärt werden. Wieso dies vom BAG nicht als Richtlinie rausgegeben wird, wirft weitere, unangeneheme Fragen auf.

Das sind zwei zentrale Punkte um die aktuelle Situation einordnen zu können, für die die obere Statistik fundamental ist.

Dass der PCR Test nicht validiert ist, und wir somit gar nicht wissen, ob nur das neuartige Coronavirus zu einem positiven Test führt oder alle Coronaviren, ist richtig und ebenso weitere Fragen auf.

Der Begriff «asymptopisch Krank» ist ein Oxymoron. Denn Krankheit ist ein Zustand der definitionsgemäs durch Symptome gekennzeichnet ist.
Stöckli Marc, am 16. Juli 2020 um 09:50 Uhr
In Taiwan gab es auch schone eine Miniwelle und führte zu 7 Todesfällen.
In Vietnam gab es noch keine Todesfälle durch Corona.
Dieter Gabriel, am 17. Juli 2020 um 12:49 Uhr
@Michael Schmidt
In Thailand gab es wohl noch keine Maskenpflicht.
Als ich am 22.1. ! nach Thailand reiste, trugen aber gefühlt alle Thais Masken und achteten auf Abstand.
Das 70 Millionen Volk, mit der Megastadt Bangkok, hat aktuell 58 Corona Tote zu beklagen.
Dieter Gabriel, am 17. Juli 2020 um 12:52 Uhr
@Dieter Gabriel
Mir persönlich ist als medizinischem Laien leider immer noch schleierhaft, wie man Coronatote zählt.
Das schöne Wort «Multimorbidität» wird definiert als Zustand, bei dem ein Krankheitssymptom (inkl. Tod) nicht einer Ursache kausal zugeordnet werden kann.
Dass ein bestimmtes Virus nachgewiesen wird, heisst also nicht, dass es die Todesursache war.
Das lässt viel Spielraum für Interpretationen.
Ursula Lerch, am 24. Juli 2020 um 21:23 Uhr
Auf der Website https://covid-19-schweiz.bagapps.ch/de-3.html fehlt jetzt nur noch die Zahl der DURCH (nicht MIT) COVID-19 Erkrankten und Gestorbenen, dann hätte man eine vernünftige Aussage. Diese Zahlen wären vermutlich so gering, dass schon die Stärke des Striches in der Grafik zu dick wäre. Wem diese ganze Panikmache dient, ist nun wirklich nicht schwer auszumachen, wenn man sieht, wer von den ganzen Spendenaktionen für Impfstoffe usw. profitiert. Die Medien haben sich als Hofberichterstatter geoutet, die ihre Funktion als 4. Gewalt völlig eingestellt haben.
Man könnte auch täglich berichten, wieviele Häuserdächer durch Regen nass geworden sind... Einem Haus mit einem gut gedeckten Dach mit einer guten Wasserabführung macht so ein Regen aber nun mal überhaupt nichts aus, so wie Corona den meisten Menschen nichts ausmacht. Nur wenn das Dach massive Schäden aufweist, wird Regen eindringen und zu Schäden führen, aber auch da sind die meisten gut zu beheben. Wer allerdings COVID19-Patienten invasiv beatmet (was die Lungen kaputt macht), handelt so, als würde man ein feuchtes Haus mit einem Düsentriebwerk trocknen wollen. Das dürften vor allem ältere Bauten mit Vorschäden dann erst recht nicht überstehen. Das Internet ist voll von Ärzteberichten über den Tod bei sinnloser invasiver Beatmung. Besser ist - ACE2-Expression reduzieren, Vitamin D und Zink und das Immunsystem stärken, antivirale Kräuter einsetzen (ggf COVID-Organic aus Madagaskar...56 Tote bei 26 Mio Menschen).
Viv Kapanke, am 25. Juli 2020 um 01:38 Uhr
Ergänzen möchte ich noch: Positiv getestet heißt noch nicht krank - ja, noch nicht einmal infektiös. Der PCR-Test misst keine Krankheit, sondern Moleküle (Sequenzen) im Zusammenhang mit dem Virus.
Eine Zunahme der Fälle sagt also noch nichts über das Virengeschehen aus.
Es wäre an der Zeit, endlich zu klären, inwiefern dieser Test überhaupt das misst, was er messen soll. Validiert wurde er nämlich nie. Aber darauf baut alles auf, nicht?
Nicole Chisholm, am 25. Juli 2020 um 07:23 Uhr
Auch ich habe beim BAG nach den Grundlagen ihrer Statistik gefragt, speziell wie die falschen Positive gewertet würden und ob die Anzahl Doppelmessungen ohne diesen Fehler bekannt seien. Ich bekam nur die Auskunft, dass keine individuelle Auskunft erteilt würde. Von der Covid-19 Science Task Force bekam ich gar keine Antwort.

Es ist klar, dass diese Fachleute zu wenig Zeit für alle Anfragen haben, aber mein Vertrauen in deren Expertise leidet doch langsam.
Theo Schmidt, am 28. Juli 2020 um 16:05 Uhr
Man spricht mir aus der Seele.
Für mich ist es einfach nur noch nervig wie berichtet wird, welche Massnahmen ergriffen werden und wer was zu Thema sagt.
Eine Zahl sagt alles aus:
Das Durchschnittsalter der «an Corona verstorbenen Mensch» liegt in etwa bei den durchschnittlichen Lebenserwartungen.
Christoph Speiser, am 29. Juli 2020 um 22:30 Uhr

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