Neue Meta-Studie: Masken reduzieren schwere Erkrankungen

Urs P. Gasche © Peter Mosimann
Urs P. Gasche / 02. Aug 2020 - Masken reduzieren nicht nur das Risiko, dass Infizierte andere anstecken, sondern sie schützen auch die Maskentragenden selber.

Eine neue Auswertung von Tier- und Beobachtungsstudien zeigt, dass die Schwere des Krankheitsverlaufs stark von der Menge der Viren abhängt, mit denen jemand angesteckt wird. Auch Maskentragende können sich infizieren, jedoch mit einer deutlich geringeren Menge an Viren. Das führt dazu, dass häufig keine oder nur sehr milde Krankheitssymptome auftreten.

  • Frühere Tierversuche haben bereits gezeigt, dass grössere Mengen an Viren zu schwereren Symptomen führen.
  • Bei einem Ausbruch in einer Fischfabrik in Oregon, wo alle Masken trugen, steckten sich zwar viele an, doch über 90 Prozent der positiv Getesteten zeigten keine Symptome.
  • Im Gegensatz zum Kreuzfahrtschiff «Diamond Princess», auf dem niemand Masken trug, spürten auf einem Kreuzfahrtschiff in Argentinien, wo nach einem bestätigten Fall alle Masken trugen, nur 20 Prozent der später positiv Getesteten Symptome.

Die Meta-Studie von Monica Gandhi, Infektiologin an der University of California, erschien im «Journal of General Internal Medicine».

Die ausgewerteten Daten erhärten die Vermutung, dass die Menge der Viren, mit denen man angesteckt wird, einen grossen Einfluss auf den Krankheitsverlauf hat. In ihrer Studie kommentiert Gandhi, dass selbst nur leicht Angesteckte das Virus zwar weiter verbreiten können, dass sich jedoch auch viel mehr Menschen eine erwünschte Immunität aneignen, ohne krank zu werden.

Das Risiko

Beim nahen Begegnen einer infizierten Person kommt es also darauf an, wie nah man ist, wie lange man nah ist, ob dieser singt oder laut redet, ob eine Luftzirkulation herrscht – und ob man selber eine Maske trägt. Im Freien ist das Ansteckungsrisiko ungleich kleiner als in geschlossenen Räumen. Aber Masken können das Risiko nur dort reduzieren, wo sich überhaupt Ansteckende befinden.

Zu einem Interview mit Monica Gandhi.

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18 Meinungen

Unglaublich, wie lange das bei Euch Journalistinnen und Journalisten brauchte, bis dieses medizinische Grund- und Allgemeinwissen in der Öffentlichkeit nun endlich ankommt!!!

Aus meiner ehemaligen medizinischen Forschungstätigkeit ist es aber eben leider so, dass medizinisches Wissen in der Regel eben mind. 15 Jahre braucht, bis es über medizinisch fachfremde Journalistinnen und Journalisten endlich der Öffentlichkeit unterbreitet wird.

Die aktuelle Pandemie hat nun sehr schön aufgezeigt, zu welchen katastrophalen Informationsstreitereien diese Maskentragepflicht je nach wirtschaftlich vorliegendem Eigennutz führte und noch immer führt! Längst ist das Maskentragen so leider zur «Glaubensfrage» verkommen, wird sich wohl kaum mehr vernünftig durchsetzen lassen, obwohl das Wohl der Wirtschaft letzten Endes auch mit dem Wohl des Menschen zusammenhängt, beides voneinander abhängig ist.

Die Vernunft zwischen Medizin und Wirtschaft wiederherzustellen, dürfte nun wohl zu einer wahren Sisyphusarbeit heranwachsen!

Denn mit Vernunft Glauben zu bekämpfen ...

Dafür braucht es jedoch ein neues Team. Bundesrat, Gesundheitsbehörden und Parlament haben mehrheitlich bewiesen, dass diese aufgrund der vorliegenden wirtschaftlichen Interessenspolitik anstelle von Sachpolitik dazu gar nicht mehr fähig sind.
Andreas Keusch, am 02. August 2020 um 12:27 Uhr
Das ist unwahrscheinlich. Durch Stoffmasken wird die Virenkonzentration eher noch erhöht, jedenfalls bei der häufig zu beobachteten Handhabung (in die Tasche stopfen, den ganzen Tag wieder verwenden) Die Beispiele taugen auch nichts. Dass 80 bis 90% der Gesunden keine Symptome zeigen ist ziemlich normal. War ja sogar in Ischgl so. Da ist Herr Gasche für einmal der Masken-PR auf den Leim gegangen.
Michael Javav, am 02. August 2020 um 12:33 Uhr
Trau keiner Studie, die du nicht selbst gefälscht hast. Chirurgen tragen Masken, damit keine für gesunde Menschen unbedenkliche Keime in eine offene Wunde gelangen.

A propos Studien:
https://www.eike-klima-energie.eu/2020/07/25/nutzloser-und-gesundheitsgefaehrdender-mund-nasen-schutzmasken-sind-weder-wirksam-noch-sicher/
Werner Furrer, am 02. August 2020 um 12:48 Uhr
Ein interessanter Ansatz, zu zeigen, dass Masken zwar wenig effektiv sind, um Ansteckungen zu verhindern (z.B. im Beispiel des Schiffes, wo alle 217 Personen an Bord Masken trugen, wurden trotzdem 128 davon positiv getestet), aber die Schwere der Infektion vermindern (nur 24 der positiv Getesteten bekamen überhaupt Symptome).

Das Problem mit dieser und ähnlichen Studien ist die starke Voreingenommenheit der Autoren, die offensichtlich zeigen wollen, dass eine Maskenpflicht nützt, und sie zitiert viele andere Studien, wo dieselbe Voreingenommenheit schon im Titel erkennbar ist.

Umgekehrt scheint die «Gegenseite» genau so voreingenommen zu sein in umgekehrter Richtung (z.B. https://corona-transition.org/der-maskenzwang-ist-verantwortlich-fur-schwere-psychische-schaden-und-die).

Ich finde, man sollte jeweils eine Kosten/Nutzen Rechnung machen. Auf dem Höhepunkt einer Epidemie überwiegt wohl der Nutzen. Aber bei niedrigen Infektionsraten wie z.B. aktuell im schweizerischen ÖV, muss man wahrscheinlich viele tausend Mal eine Maske anziehen, um eine einzige Ansteckung zu verhindern oder zu reduzieren. Das bedeutet Tausende Franken Kosten, viel Mühe und Stress. Ich finde das völlig unverhältnismässig. Persönlich reise ich im Speisewagen oder esse und trinke dauernd, um - bei genügend Abstand, der ausserhalb der Pendlerzeiten fast immer gegeben ist - die Maske nicht anziehen zu müssen, habe aber eine *richtige* Maske mit Gummidichtung dabei, falls es doch längere Zeit eng würde.
Theo Schmidt, am 02. August 2020 um 12:59 Uhr
Das ist nichts Neues und für jedermann logisch nachvollziehbar.
Unverständlich aber ist, dass die Presse - wie auch Infosperber - die Regierung bzw. das BAG bis heute in Schutz nimmt, weil diese Stellen im März behauptet hatten, dass Masken nichts bringt. Zum ersten Mal stellt heute der Blick fest, dass wir von Bern angelogen wurden. Das sind Tatsachen Herr Gasche.
Robert Mosimann, am 02. August 2020 um 14:52 Uhr
Sehr geehrter Herr Gasche,
wie Sie wissen, herrscht in Sachen «Corona» ein publizistisches und wissenschaftliches Chaos - und kritische Aufmersamkeit diesbezüglich ist daher unerlässlich. Zu der neuen Studie von Frau Gandhi, die Sie zitieren, frage ich daher: Wie passt das zusammen mit nachfolgend zitiertem Artikel aus den NachDenkSeiten?
Andreas Schell, NachDenkSeiten vom 27. Juli 2020: Die meisten Menschen tragen, wo vorgeschrieben, brav anstelle der weißen FFP2/3-Schutzmaske einen mehr oder minder modischen Mund- und Nasenschutz, dessen Material und Schnittform seltsamerweise nach wie vor frei wählbar sind. Die Porenweite der verwendeten, luftdurchlässigen Textilien dürfte in sehr vielen Fällen im Bereich 10 bis 100 Mikrometer liegen. Das Coronavirus ist gute 100 Nanometer groß, also 100 bis 1000 mal kleiner. Werfen Sie doch mal einen Tischtennisball (5 cm) durch einen Filter mit 5 bis 50 Meter großen Poren und testen Sie so experimentell, ob der Tischtennisball im Filter hängen bleibt. Fangen Sie bei einem Fußballtor ohne Torwart an, testen Sie dann Größeres, z.B. die Durchfahrt einer Straßenbrücke. Passt der Ball durch eine Säulenhalle oder bleibt er aufgrund seiner Größe hängen? Ich weiß: Man schützt vor allem andere vor den eigenen Atem-Tröpfchen und die werden zurückgehalten. Aber haben Sie angesichts der beschriebenen Größenverhältnisse wirklich nicht die geringsten Zweifel?
Erich Becker, am 02. August 2020 um 16:31 Uhr
@Becker. Sie haben natürlich recht. Wie viele Viren eine Maske filtert, hängt auch davon ab, um welche Masken es sich handelt – das steht auch in der Meta-Studie –, und ob man die Schutzmaske richtig verwendet.
Urs P. Gasche, am 02. August 2020 um 16:45 Uhr
Man schliesse seine Maske mal mit den Händen so dicht ab, dass NUR durch die Maske ein- und ausgeatmet werden kann. Ergebnis: Da geht nur wenig Atemluft durch, es braucht viel Druck - je nach Maskentyp und körperlicher Anstrengung empfindet man bei dieser Totalfilterung schnell Atemnot. Das heisst: Wenn sich mit Maske einigermassen unbeschwert atmen lässt, so nur deshalb, weil ein Grossteil der Atemluft nicht durch die Maske strömt, sondern ungefiltert durch all die Ritzen an deren Rand. (Brillenträger kennen das: Die am oberen Maskenrand austretende Atemluft beschlägt die Gläser.) Beim Aufnehmen und beim Verbreiten von Aerosolen via Atemluft schützen Masken also offensichtlich wenig. Ihr einziger Nutzen liegt darin, dass mit Maske keine gröberen Tröpfchen aus dem Mund ins Umfeld gelangen (die bleiben innen an der Maske hängen). Das schützt die Anderen und ist ein guter Grund, um eine Maske zu tragen. Die Nase braucht sie dabei aber - entgegen allen dringlichen Empfehlungen - kaum zu bedecken, denn es wird sowieso grossteils ungefilterte Luft ein- und ausgeatmet. Ausser vielleicht wenn man niesen muss. Aber wann niest man schon in der Nähe von anderen Personen? Und sonst kann man immer noch - alte Regel! - in die Armbeuge niesen. Fazit: Masken ja - aber ohne deren Wirkung zu überschätzen: Wieso soll die Nase nicht guten Gewissens draussen bleiben und frei atmen dürfen? Dies würde wohl auch die Akzeptanz fürs Maskentragen steigern.
Toni Koller, am 02. August 2020 um 18:34 Uhr
Klar, im Moment werden Masken wieder forciert, denn es herrscht Überfluss. Im Herbst wird das wieder umgekehrt sein. Grund: die riesigen Überschwemmungen, von denen man in der Schweiz nicht eben viel mitbekommt, haben die Fabriken zerstört, wo praktisch der weltweite Bedarf an PPE hergestellt wird. Wir werden sehen!
Elisabeth Heer, am 02. August 2020 um 18:53 Uhr
Aus meiner Sicht müsste immer mit dazu gesagt werden, von was für Masken eigentlich die Rede ist. Soweit ich sehe, beziehen sich alle Studien, die in neuerer Zeit für den Nutzen von Masken angeführt werden, auf medizinische Masken, während für die schicken Stoffaccessoires, mit denen immer mehr Menschen ihr Gesicht verhüllen, bisher keine wissenschaftliche Evidenz für irgendeinen Nutzen vorliegt.
Benjamin Kilchör, am 02. August 2020 um 21:51 Uhr
Komisch, jetzt plötzlich taucht wieder eine Studie auf. Mittlerweile haben sich viele Fachpersonen gegen das tragen einer Maske ausgesprochen, wie z.B. Herr Koch oder Herr Drosten (https://www.youtube.com/watch?v=J7Ic_bbRkXQ), weil das keine gute Idee sei! Manchmal habe ich das Gefühl, dass solche Studien von bestimmten Interessengruppen beeinflusst wird. Dabei ist es nicht ganz unwichtig, wo das betreffende Forschungsinstitut eingebunden ist und von welcher “Hand” es gefüttert wird. Was mich betrifft, so halte ich mich an die Fachkompetenz von Herrn Bhakdi (Facharzt für Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie). Er war bisher der einzige, welcher die ganze Virusthematik einfach und verständlich erklären konnte. Nach seiner Meinung wurde noch nicht einmal ansatzweise darüber gesprochen, welche negativen Einflüsse das Maskentragen mit sich bringt (Atemprobleme, seelische Schäden, traumatische Wirkung). Er hat über 300 wissenschaftliche Arbeiten auf den Gebieten der Immunologie, Bakteriologie, Virologie und Herz- und Kreislauferkrankungen veröffentlicht. Kommt aber leider nicht zu Wort...
Peter Fehlmann, am 03. August 2020 um 00:48 Uhr
Das ist logisch, und um das zu verstehen braucht es keine Wissenschaftler oder Mediziner. Die JournalistInnen hätten das schon längst publizieren und drucken können:

1. wenn eine Maske nur ein Tröpfchen auffängt, kann das für den eigenen Schutz schon dienlich oder eben gar massgebend sein. Weil genau dieses eine (1) Tröpfchen könnte einen oder den anderen infizieren.

2. Als Vergleich 1: man(n) verwendet auch einen Gummi, um sich und den anderen zu schützen.

3. Oder man trägt beim Autofahren auch einen Gurt, dies immer für den schlimmsten Fall, auch wenn der Gurt ja im Alltag gar nicht notwendig wäre.

4. Denken und Hirnzellen einschalten schadet wirklich niemandem ...
Marco Zürcher, am 03. August 2020 um 10:27 Uhr
Laut der dt. Lungenärzte, «knapp 14 Prozent der Betroffenen entwickeln schwere Symptome wie Atemnot ... «
https://www.lungenaerzte-im-netz.de/krankheiten/covid-19/symptome-krankheitsverlauf/
10%-20% liegen also im normalen Bereich.

Zuerst sind in einem komplizierten/komplexen Sachverhalt möglichst alle Elemente/Einflussfaktoren zu ermitteln, zu erfassen, wie bei Covid-19.
Dann sind nicht nur die einzelnen Elemente 'empirisch' zu untersuchen, sondern auch die vielfachen Wechselwirkungen zwischen den ermittelten Einflussfaktoren.
Woher kommt der Riesenunterschied (10/20%) zwischen den Koherten im Fall 'Oregon' u. 'Kreuzfahrtschiff' ?
Die Theorie mit einer grösseren Ladung stelle ich in Frage, weil die Vermehrung der Viren im Körper geschieht in umprogramierten Körperzellen. Das Immunsystem erkennt u. bekämpft ja nicht die Viren direkt, sondern die umprogrammierten Körperzellen.
Jeder Fachexperte kennt sich nur in seinem spezial/spezial Fach aus, aber die Übersicht geht zunehemd verloren.
Ich weiss, was ich nur 'mehr oder weniger' weiss, worüber man sich weiter vergewissern muss, wenn sich empirisch widersprüchliche Phänomene zeigen.
Ursprünglich sollten ja die Masken den Träger vor Feinstäuben schützen. Jetzt sollen dieselben Masken die noch nicht Infizierten vor den Infizierten schützen ?
Um sich ein qualifiziertes Urteil bilden zu können, bedarf es noch viel systematisch gewonnen Erkenntnissen.
Ludwig Pirkl, am 03. August 2020 um 14:09 Uhr
Masken wirken wohl einerseits, indem sie die gröbsten Tröpfchen aufhalten. Ein beträchtlicher Anteil der Wirkung könnte aber auch indirekt sein: Mit Maske machen Unterhaltungen keinen Spass mehr. Man sitzt im Zug also hin und verschanzt sich hinter einer Zeitung, einem Buch oder seinem Handy. Kommunikation wird auf das Nötigste reduziert.

In einer akuten Krisensituation ist die Wirkung entscheidend, egal auf welchem Weg sie zustande kommt. Aber sind wir noch in einer akuten Krisensituation, wenn seit längerer Zeit eine Unter- und nicht eine Übersterblichkeit zu beobachten ist?

Bei Corona habe ich mittlerweile den Eindruck, dass unsere Entscheidungsträger mehr von Angst getrieben sind als dass sie eine Strategie hätten. Was ist der Nutzen, wenn wir die Infektionszahlen jetzt von «tief» auf «sehr tief» senken? Wollen wir das Virus ausrotten? Ich denke, es war einmal allseitiger Konsens, dass dies nicht möglich ist. Wollen wir im akuten Krisenmodus verharren, bis eine Impfung da ist? Sollen wir die Risiken einer im Kurzverfahren getesteten Impfung ignorieren? Und: Wie lange wird das noch dauern? Es geht ja nicht nur um die Entwicklung. Produziert werden müsste das auch noch. Ein paar Milliarden Dosen müssten schon verfügbar sein, damit man die Weltbevölkerung wirklich impfen könnte
Daniel Heierli, am 03. August 2020 um 18:41 Uhr
Diese Studie bestätigt meiner Meinung die physikalische Eigenheit bei solchen Vorgängen, nämlich dass unser Immunsystem den Faktor Zeit benötigt um spezifisch auf neue Viren genügend aktiv zu werden und die Abwehr zu organisieren. Bei einer hohen Zahl gleichzeitig eindringender Viren dürfte es schwieriger werden rechtzeitig die Immunabwehr im gesamten Organismus sicherzustellen.
Andres Stäubli, am 04. August 2020 um 14:08 Uhr
@Heierli: Danke für Ihren Beitrag. Ich meine, Sie stellen die entscheidenden Fragen: Was wollen wir eigentlich, und wie soll es weitergehen? Das Virus lässt sich nicht ausrotten, auch mit den strengsten Massnahmen nicht (siehe China). Wir müssen vorläufig damit leben. Das heisst aber: Alle Massnahmen müssen durchdacht und erwiesenermassen wirksam sein - denn wir müssen unter Umständen lange durchhalten.
Ich bin nicht grundsätzlich gegen eine Maskenpflicht. Es ist aber so, wie Daniel Koch immer gesagt hat: Es gibt keine Evidenz dafür, dass eine solche Pflicht im öffentlichen Raum das Infektionsgeschehen massgebend beeinflusst. Wir haben Beispiele zur Genüge: Weder im ÖV noch im Kanton Waadt sanken die Zahlen nach einer Ausweitung der Maskenpflicht. (Im Kanton Jura sanken sie; es wurden gleichzeitig aber noch weitere erwiesenermassen wirksame Restriktionen verhängt.) Es gibt weitere Beispiele zuhauf. Mir ist hingegen kein Fall bekannt, wo eindeutig eine positive Wirkung erfahrbar war. Ich liesse mich gerne vom Gegenteil überzeugen.
Restriktionen sind meiner Meinung nach nur dann sinnvoll, wenn deren Wirksamkeit belegbar ist ; und zwar in der Praxis, nicht in irgendwelchen Studien und Gegen-Studien, die irgendwo aus den Tiefen des Internet hervorgekramt werden.
Denn wie Herr Heierli erwähnt hat: Wir sollten es uns nicht leisten, Freiheiten substantiell einzuschränken, wenn dies nicht erforderlich ist. Denn: Das Virus wird nicht verschwinden.
Markus Stadler, am 04. August 2020 um 19:08 Uhr
Das Interview mit Marcel Tanner zur Maskenpflicht (NZZ 4.8.20) ist aufschlussreich.
Die Aussage 'bei einer Ansammlung von 300 Personen wird eine Person angesteckt' ist nicht begründet sondern tendenziös. 0.3% der Schweizer Bevölkerung sind rund 25'800 Personen. In den letzten Tagen wurden täglich rund 200 'laborbestätigte Fälle' gemeldet. Nur mit einer riesigen Dunkelziffer werden daraus 25'800 aktuell infizierte Personen.
Und: Infiziert heisst nicht ansteckend – ansteckend heisst nicht zwingend, dass andere angesteckt werden – infiziert heisst nicht, dass man krank wird; es gibt da weitere relevante Faktoren wie Dauer, Distanz, Art des Ausatmens (Nase, Mund, sprechen, schreien, husten...), Rahmenbedingungen.
Die konkrete Erfahrung des Detailhandels besteht ja unter den genannten teils suboptimalen Verhältnissen. Herr Tanner ignoriert sie.
Maskenpflicht ist eine Zwangsmassnahme mit negativen Folgen auf die Gesundheit, auch wenn das immer wieder weggeredet wird. Zwangsmassnahmen stehen im Widerspruch zu unserem liberalen Rechtsstaat und bedürfen einer sorgfältigen Prüfung der Verhältnismässigkeit. – Angesichts der Erfahrungen im Detailhandel, im öffentlichen Verkehrs (vor der Maskenpflicht), der Volksschule wie auch der Zahlen des BAG zu den Ansteckungsorten besteht keine Grundlage für eine Maskenpflicht.
Adrian Meyer, am 04. August 2020 um 21:33 Uhr
Die Studie, die Werner Furrer empfiehlt, ist super! Leider ist sie auf einer Klimaleugner-Site, und das englischsprachige Original auf einer Pro Atom und Kohle Site.

Der Vorschlag von Toni Koller ist Spitze! Das würde das Maskenproblem ähnlich entschärfen wie wenn die Maskenpflichten nur bei ungenügendem Abstand verfügt würden. Freies Atmen und trotzdem Spuckschutz! Und eine FFP- oder Profimaske für wenn es wirklich eng ist und/oder für Risikopersonen. Profimasken haben Ventile, so dass das sie auch länger erträglich sind. Ich habe neuerdings einen Trick: ich platziere einen Korken in einer FFP-Maske, so dass ein grosszügiger Luftspalt entsteht und ich gut atmen kann, aber man sieht es nicht. In einer engen Situation (noch nie erlebt) nehme ich den Korken raus und atme durch die Maske.

Auch die meisten anderen Kommentare sind sehr wertvoll. Leider lesen die Behörden die «Panik-Presse» und nicht Infosperber und verfügen eine kontraproduktive Maskenpflicht nach der anderen, statt eine differenzierte, die wirklich etwas nützen würde.
Theo Schmidt, am 28. August 2020 um 15:54 Uhr

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