Antibiotikaresistenzen: Der Markt kann es nicht richten

Daniela Gschweng / 16. Sep 2019 - Resistente Bakterien stellen eine zunehmende Bedrohung für die Menschheit dar. Dennoch forscht kaum eines der grossen Pharmaunternehmen mehr an neuen Antibiotika. Warum? Ein Team des Norddeutschen Rundfunks ist der Frage nachgegangen und hat sich bei den Pharma-Riesen Bayer und Novartis umgehört.

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3 Meinungen

Ich war von 1954 an Bürger der DDR. Was Medikamente betrifft, waren wir nicht unbedingt auf dem höchsten Stand, aber eines war gewiß. Alles was produziert wurde, diente nur der Gesundung der Menschen.

Heute kann ein Medikament noch so gesund sein, wenn es nicht genug Profit bringt, wird es nicht produziert. Sollte bei laufender Produktion durch Beimengung anderer Bestandteile, diese billiger werden, werden Nebenwirkungen gern in Kauf genommen. So funktioniert Pharma-Industrie im privatkapitalistischen gewinnorientierten System.

Es kommt hinzu, dass die Politik Konzernhörig ist, sonst würde der Einsatz von Antibiotika in der Fleischproduktion lange verboten - aber das ist ja eine profitträchtiger Bereich für die Pharmaindustrie

Marktwirtschaft und Humanismus schließen sich gegenseitig aus !!
Günther Wassenaar, am 16. September 2019 um 14:04 Uhr
'Ein Team des Norddeutschen Rundfunks ist der Frage nachgegangen und hat sich bei den Pharma-Riesen Bayer und Novartis umgehört.'

Ma hätte sich dieses Team vollständig sparen können. Die Frage lässt sich, wie fast alle Frage dieser Welt und erst recht der Politischen Ökonomie, theoretisch beantworten:

Ein privatwirtschaftliches Unternehmen stellt keine bedürfnisbefriedigenden, sondern nur bedürfnisaufschiebende Produkte her. Heilende Medikamente zerstören die Kundenbindung, weil der Patient danach dieses Medikament nicht mehr braucht. Also werden heilende Medikamente nicht mehr beforscht und hergestellt. Das gab es nur in der Phase einer noch nicht selbstbewussten Pharmaindustrie. Seit 2000 gibt es nur noch Innovationen, welche bei Dauermedikation lebensverlängernd wirken und das nicht unter 20'000 Fr./ Jahr.

Es war den Verfassern des Corpus Hippocraticum bereits vor 2'400 Jahren klar, Medizin duldet keine wirtschaftlichen Interessen. Wenn der Raubtierkapitalismus diesen zentralen Lehrsatz der Medizinischen Ethik ignoriert, kostet das Menschenleben. Eine Pharmaindustrie hätte es nie geben dürfen, wie es auch alle anderen privatwirtschaftlichen Teilnehmer an Medizin niemals hätte geben dürfen.
Ralf Schrader, am 16. September 2019 um 16:02 Uhr
Der Raubzug an der Bevölkerung geht also weiter. Der Konsens ist also, der Staat wirds schon richten? Nachdem Jahrzehntelang gigantische Gewinne gemacht wurden und es sich nun nicht mehr lohnt?
Nach dem Finanzsektor, dem Energiesektor beginnt nun also die Pharma die Menschen zu erpressen (ehrlich: haben wir eine Wahl?).

Es ist endlich an der Zeit dieses Misanthrope Gebilde namens Neo-Liberalismus zu zerschlagen. Oder ist es am Ende ein unverrückbares Naturgesetz? Die Natur ist unerbittlich. Der Mensch als Teil der Natur auch, weshalb er es trotz seiner Intelligenz, Empathie und (vermeintlicher) Nächstenliebe nicht wirklich schafft, seinen nächsten zu lieben. Niemand kann gegen seine Natur.
Marc Mingard, am 17. September 2019 um 15:09 Uhr

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