Iwona Swietlik: «Zuwanderung ist auch Import von Erfahrungen, Perspektiven und Ideen» © zvg

«Du hast aber Glück, dass du hier leben darfst!»

Iwona Swietlik / 29. Dez 2014 - Warum die Schweiz Migrantinnen und Migranten braucht.

«Wie bist du in die Schweiz gekommen?» Seit über zwanzig Jahren wird mir diese Frage gestellt, kaum habe ich einen Satz fertig ausgesprochen. Manche brechen das eigentliche Gesprächsthema ab, um mir diese Frage zu stellen, manche warten immerhin das Gesprächsende ab.

«Mit dem Flugzeug», antworte ich meist.

«Es ist doch nur Neugier», schütteln meine Schweizer Freunde manchmal den Kopf.

«Gerade nicht», antworte ich darauf, «es ist eben keine Neugier dabei.»

Wäre Neugier dabei, würden sich andere Fragen besser eignen, zum Beispiel «Woher kommst du?» oder «Wieso kommst du?» und dann ein Gespräch darüber, wie ich gelebt und was ich erlebt habe, bevor ich in die Schweiz gekommen bin.

Aber für die meisten Menschen, die mir die Frage stellen, wie ich in die Schweiz gekommen bin, fängt mein Leben offensichtlich mit diesem einen Grenzübertritt an. Als hätte ich vorher nicht gelebt. Als wäre die Emigration nicht eine logische Folge dessen, was vorher stattfand. Als würde sich Interessantes und Bedeutungsvolles nur in der Schweiz zutragen.

Dabei ist doch die Welt gross und die Schweiz klein, wie jede Weltkarte beweist.

Wie bist Du gekommen?

«Wie bist du in die Schweiz gekommen?»: Diese Frage steht für mich für eine Ignoranz, die ganz typisch für den Umgang mit Einwanderern ist. Und ja, Ignoranz beleidigt, immer. Sie ist Ausdruck eines hierarchischen Denkens, in dem alles, was man selber nicht kennt, prinzipiell und pauschal nicht interessant oder wertvoll ist. Mit kaum einer anderen Frage schafft man es, in Windeseile den Unterschied zwischen sich selbst, dem Einheimischen, und mir, der Zugewanderten, so bewusst zu machen wie mit dieser Frage. Denn nun sind die Karten verteilt und die Rollen zugeteilt und ich darf dann nur noch eine Antwort liefern, die in eine der bekannten Schubladen passt, zum Beispiel in die Schublade «Arbeitsmigrantin» oder in die Schublade «Familiennachzug» oder vielleicht in sonst eine.

Auch höre ich oft: «Du hast aber Glück, dass du hier leben darfst.»

«Ja, das stimmt», antworte ich darauf. Und ich füge neuerdings hinzu: «Genauso, wie du das Glück hast, dass ich hier leben will. Denn ich kann auch woanders.»

Von wegen geschlossene Gesellschaft

Es erstaunt mich immer aufs Neue, wie sehr sich die Vorstellung von der Schweiz als einer Insel der Glückseligkeit verfestigt hat. Als hätten wir es mit einer geschlossenen Gesellschaft zu tun, zu der nur Privilegierte Zutritt haben. Ein fataler Fehlschluss: Es ist gerade die Schweiz, die das Glück hat – sich dieses Glück erarbeitet hat –, dass hierher Menschen ziehen wollen, die sehr viel mehr von sich und ihrem Leben erwarten als der Durchschnittsbürger. Sie hat das Glück, dass hier Menschen leben wollen, die Risiko nicht scheuen, die Scheitern in Kauf nehmen, die den Mut haben, ihr Leben von Grund auf neu aufzubauen. Sie hat Glück, dass hier Menschen leben wollen, die bereit sind, sehr viel auf sich zu nehmen, damit ihr Plan gelingt. Sie hat das Glück, dass Menschen hierherkommen, die auf sich allein gestellt sein wollen und können. 80'000 Menschen mit diesen Eigenschaften und Fähigkeiten sind in den vergangenen Jahren jährlich in die Schweiz gezogen: zum Glück! Man könnte die Sache nämlich auch so sehen: Die Schweizerinnen und Schweizer, die all dies nicht wagen, haben diese Fähigkeiten offensichtlich nicht.

Migration ist einfach eine Erfahrung

Ein Leben in der sogenannten «Heimat» ist an und für sich nicht wertvoller als eines, das an einem fremden Ort gelebt worden ist. Und umgekehrt: Ein Leben, zu dem die Migrationserfahrung gehört, ist nicht wertvoller als eines ohne. Migration ist einfach eine Erfahrung – eher ein ganzes Bündel von Erfahrungen –, und stets kommt es auf die Person an, was sie damit macht. Gewollt und gewählt ist Migration ein Lebenskonzept, das – wie andere Lebensentwürfe – einen Menschen formt. Deswegen sehe ich den freien Personenverkehr, den die EU ihren Bürgerinnen und Bürgern ermöglicht, als eine gesellschaftliche Errungenschaft an, denn er bedeutet, dass der Staat der Individualität seiner Bürgerinnen und Bürger Raum gewährt – und sie nicht, wie neu die Schweiz, verhindert.

Deswegen bin ich über den Umgang vieler Schweizerinnen und Schweizer mit den Einwanderern enttäuscht. Offensichtlich sehen sie – trotz aller sorgsam kultivierter Mythen – die Freiheit der Selbstbestimmung und individueller Lebensgestaltung nicht als einen universellen Wert an, sondern nur als einen, der einzig für sie gilt. Ich frage mich schon seit langem, wie sich diese hierarchische – und deswegen diskriminierende – Haltung gegenüber Rechten und Werten eigentlich mit der direkten Demokratie verträgt.

Wer setzt die Grenzen der Freiheit?

Als ich vor gut zwanzig Jahren mein Land verliess, habe ich mich genau dagegen gewehrt: gegen hierarchisch – und nicht demokratisch – definierte Grenzen der Freiheit. Ich wollte die Freiheit, über mein Leben selbst zu bestimmen. Ich wollte mir meine Perspektiven selber schaffen. Ich wollte ausprobieren, ob ich mich in einer Fremdsprache heimisch fühlen kann. Ich wollte wissen, wie weit ich es alleine bringe ohne die Begrenzungen, Bequemlichkeiten, ohne den Schutz der Konventionen und Traditionen meines Landes.

Ich bin in den Siebziger- und Achtzigerjahren in Danzig aufgewachsen. Ich erlebte: das Kriegsrecht 1981 und was dieses im täglichen Leben an Angst und Begrenzungen bedeutet, die darauf folgende Zeit des Wirtschaftsembargos, das die USA und Westeuropa über Polen verhängt hatten und was dieses für die Zivilbevölkerung bedeutete, die Freiheitsbewegung und wie ihr Kampf die Stadt regelmässig lahmlegte, den Massenaufstand und Hunderttausende Menschen auf den Strassen, die sogenannte «Wende», eine – aus polnischer Perspektive – jahrelang dauernde Revolution, die allein schon deswegen eine historische Leistung ist, weil sie sich in Form von Friedensgesprächen vollzog und keine Blutspur hinterliess.

Was man aus Krisen lernt

Ich bin heute sehr glücklich darüber, dabei gewesen zu sein. Ich werde nie vergessen, wie sich gesellschaftliche Umwälzungen anfühlen, wie viele Menschen, jeder in seinem Bereich und jeder auf seine Art, beteiligt sein müssen, damit nachhaltige Veränderungen erreicht werden, wie fragil Übergangszeiten sind. Ich werde nie vergessen, dass während der Gespräche am runden Tisch, an denen 1988 und 1989 die Oppositionsbewegung Solidarnosc mit der kommunistischen Regierung über die Beteiligung am künftigen Parlament verhandelte, viele meiner Mitschülerinnen und Mitschüler, Söhne und Töchter der Solidarnosc-Aktivisten und der kommunistischen Apparatschiks täglich mit Polizei-Eskorte in die Schule gebracht und abgeholt wurden, um zu sichern, dass wir, die Jugendlichen, mit unserem Übermut und unseren Möchtegern-revolutionären Aktionen die Friedensgespräche nicht gefährden. Auch die Ratlosigkeit unserer Schuldirektion wird mir immer in Erinnerung bleiben, die nicht wusste, wie sie der neuen Zeit begegnen sollte. Das Fach Geschichte haben schliesslich zwei Lehrpersonen abwechslungsweise unterrichtet – eine aus dem Solidarnosc-Lager, die andere als Vertreterin der kommunistischen Partei. Sie konnte nicht anders, als ihre Position offenzulegen, wie am runden Tisch. Vor allem aber hat mich die Erfahrung geprägt, dass Wandel, auch ein radikaler, möglich ist. Dass man ihn herbeiführen kann, wenn man von seiner Richtigkeit überzeugt ist.

Damit im Gepäck konnte ich gar nicht anders als in die Welt hinaus.

Migration: Import von Erfahrungen und Ideen

Auf dem Weg begegnete ich Menschen aus aller Welt. Bis heute interessiert mich nicht, wie sie in die Schweiz gekommen sind – eine schrecklich öde Frage –, sondern, woher und warum sie kommen. Sie bringen, im Durchschnitt, sehr viel mehr mit als ihre Arbeitskraft, und leisten mehr als den Beitrag zu den Sozialwerken der Schweiz. Sie bringen Erfahrungen, Erinnerungen, Ideen und Perspektiven ein, die hier sonst gar nicht vorhanden wären.

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PRÄZISIERUNG

upg. Bei den erwähnten 80'000 Menschen, die in den vergangenen Jahren jährlich in die Schweiz gezogen sind, handelt es sich um die Netto-Zuwanderung (Auswanderung minus Einwanderung). Effektiv zugewandert sind in den letzten Jahren jährlich etwa 150'000 Menschen, darunter auch Leute mit Schweizer Pass, die ihr Glück wieder in der Schweiz suchten.

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Dieser Text von Iwona Swietlik ist im Sozialalmanach 2015 «Herein. Alle(s) für die Zuwanderung» erschienen. Caritas Schweiz und die Paulus-Akademie präsentieren das Jahrbuch zur sozialen Lage der Schweiz am 8. Januar 2015 im Volkshaus Zürich.

Hier können Sie das Buch bestellen (CHF 34.–)

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Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

Die Autorin Iwona Swietlik ist in Danzig, Polen geboren. Sie kam 1993 in die Schweiz, wo sie erfolgreich als Zeitungs- und Fernsehjournalistin sowie als Buchautorin gearbeitet hat. Heute ist sie Herausgeberin im Caritas Verlag.

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8 Meinungen

Die Perspektiven würden auch für Auswanderer gelten. Wahr ist, dass ein Bengale in der Schweiz als Pfarrer vielleicht mehr verdient wie in seinem Heimatland als Minister, gilt weniger für Afrikaner, weil dort wenigstens Politiker vielfach gut bezahlt sind und vorbildlich für ihre Familien sorgen können. Bei aller kulturellen Bereicherung durch hochqualifizierte Ausländer wird in der Schweiz der Befund zum Problem, dass etwa auch Dozenten, so an den Universitäten, von der einheimischen Kultur oft ein nur bescheidenes Wissen haben. Von Polen könnten wir, besonders in der Deutschschweiz, lernen, dass man das einheimische Volksliedgut an den Schulen wieder stärker pflegen müsste. Die Abschaffung von Schweizergeschichte an der Uni ZH hängt auch damit zusammen, dass man mit diversen Hochschul-Historikern heute über die Schweiz mangels Wissen keine differenzierten Gespräche mehr führen kann. Von Micheli du Crest, der an Format und vor allem demokratischer Substanz Mandela eigentlich übertrifft, kennt man nicht einmal den Namen, geschweige denn dass man als Rechtsprofessor der Uni LU etwa die vierbändige Rechtsgeschichte des Kantons LU von Segesser gelesen hätte. Eines der grössten Probleme der Schweiz ist, dass sie sich ungenügend kennt. Das ist unter anderem auch ein Problem der Lehrerausbildung und Lehrerfortbildung, am wenigsten ein Problem der grössten Einwanderungswelle aller Zeiten, welche u.a. auch mangelnde Geburtenquote und vermeintlich optimale Bildung kompensieren muss.
Pirmin Meier, am 29. Dezember 2014 um 11:48 Uhr
Ich empfinde einige der Stellen im Text als arrogant. Ich war mal ein «arroganter Migrant», lebte in England und der Schweiz, da wo es mir gerade passte. Ein Mal fragte mich der Beamte der britischen Passkontrolle, wehalb ich einreisen wolle. Ich sagte schnippisch: «Weil es mir hier gefällt». Ausserdem beschrieb ich meine Arbeit (dieses Mal war es ein Vortrag an einem Kongress) als wichtig. Er bestrafte mich mit Dienst nach Vorschrift: ein kleines Verhör, Kontrolle meiner Aussagen, erneutes Antraben am nächsten Tag, und einer minimalen Aufenthaltsbewilligung genau auf den Tag meiner geplanten Abreise drei Wochen später, statt den üblichen sechs Monaten.

Damals nervte ich mich natürlich, aber heute denke ich, dass ich die Behandlung verdient hatte, da ich mich als wichtigtuerischer Schnösel und nicht als Gast benommen hatte.

Was ich damit sagen will? Natürlich ist die weltweite Personenfreizügigkeit anzustreben. Trotzdem ist man immer und überall ein Gast auf dieser Erde und sollte dafür dankbar sein selbst an Orten, wo der Aufenthalt ein juristisches Recht darstellt, und sich nicht zu sehr über die Behandlung durch Leute aufregen, welche die eigene Berechtigung höher bewerten, und hier unbedingt Fremdenfeindlichkeit oder Diskriminienierung vermuten.
Theo Schmidt, am 29. Dezember 2014 um 13:29 Uhr
DANKBAR
Dankbar musste ich als Kind immer wieder sein - auch wenn ich gar nicht begriffen habe warum. Dankbarkeitsbezeugungen festigen die Hierarchie. Eine allgemeine Dankbarkeit, hier gut leben zu dürfen, ist in Ordnung. Aber das ist eher Zufriedenheit als Dankbarkeit.
Grosse Geldströme fliessen von ärmeren Ländern immer noch ungebremst in die Schweiz und trocknen diese aus. Sind wir ihnen wenigstens dankbar dafür? Sind wir der Immigrantin dankbar, dass sie etwas frischen Wind bringt und unsere AHV mit bezahlt?
Maja Beutler-Vatter, am 29. Dezember 2014 um 15:05 Uhr
Dankbar ist in meinem Falle z.b. nicht ganz richtig. Froh hier zu sein eher. War 1961 in Ferien in Lugano (wohnte im dreckigen Kohlenpott, Essen) Mal versuchsweise an 10 Ing.- und Arch.-Büros geschrieben. 10 positive Antwort - davon 2 per Express. Mai '62 war ich hier, und man war dankbar, dass ich das Büro unterstützte, was sich finanziell wiederspiegelte. Sollte für 1 Jahr sein... Sehr gut gefühlt hier, trotz Italianità schnell und bestens assimiliert/integriert. Hängen geblieben. Nie jemandem den Job weggenommen, im Gegenteil, etliche «Stifte» ausgebildet. Heute sieht's anders aus. Wenn ich so lese, wie ungern Deutsche von vielen CHlern gesehen werden - NIE würde ich herkommen oder bleiben wollen. Bin aber nicht mit BAFÖG-Unterstützung vom deutschen Staat studiert und anschliessend hier her gekommen. Würde mich schämen.
Das ist eine Geschichte von «Es war einmal» - Nicht mit heute vergleichbar, aber vielleicht mal interessant für die deutschen Immigranten. Saluti da Lugano, J.Becker
jürg becker, am 29. Dezember 2014 um 16:48 Uhr
Grossartig, wie Sie den SchweizerInnen die Kappe waschen! Grossartig?

Nach Ihnen müssten wir ja untertänigst zufrieden sein, dass die Einwanderer zu uns kommen, uns zeigen wie man arbeitet und dankbar sein, dass sie überhaupt, vielleicht noch in selbstloser Absicht?, kommen! Sie ignorieren die Bürger dieses Landes und erwarten, dass wir Alle die da kommen mit offenen Armen empfangen!? Das ist Arroganz! Wenn Sie die Schweizergeschichte etwas besser kennen würden, nicht nur Willi Tell mit Walterli und dem Apfel auf dem Kopf und vielleicht gerade noch Gotthelf, bekämen Sie vielleicht auch eine andere Sichtweise über die Schweiz, dessen Entwicklung und Bewohnerinnen/Bewohner. Einwanderung in die Schweiz gab es immer und wird es wahrscheinlich immer geben.

Die Einwanderung ab 1950 in die Schweiz war so hoch, wie in keinem anderen Land in Europa! Zum Beispiel hätte Deutschland statt 80 Mio Bürger inkl. Ostteil, heute deren 113Mio. bei gleicher Pro Kopf-Entwicklung (0.78%pA, DS seit 1950 - 2013).

Natürlich hat die Zuwanderung auch Positives gebracht, aber eben nicht nur! Noch mehr Firmen in die Schweiz holen, für die wir in der Folge ohnehin zu wenig eigene, ausgebildete Leute haben, (diese holen wir einfach im Ausland) macht auf die Dauer keinen Sinn. Ein Schneeballsystem, immer mehr, mehr, noch mehr, ob es den Bewohnern passt oder nicht, obwohl der Boden knapp und die Infrastruktur zu eng ist! Müssen sich zuerst die Schweizer Bürgerinnen und Bürger einschränken?
Willy Brauen, am 29. Dezember 2014 um 19:39 Uhr
"Wie bist du in die Schweiz gekommen?» Zu behaupten, diese Formulierung stehe typischerweise fü Ignoranz drück eine Ignoranz aus, nämlich jene, das nicht die Art der Fragestellung im Vordergrund stehen sollte, sondern die Geschichte, die eine Chance bekommt, dadurch erzählt zu werden. Nicht alle Menschen sprechen so perfekt, als hätten Sie deutsche Literatur und Linguistik studiert um alle Zweifel, was zwischen den Wörtern gelesen werden kann (möchte), zu tilgen. Sorry, aber das ist auch eine Form von Arroganz, die Leute deshalb zu tadeln.
Jürg Weingärtner, am 02. Januar 2015 um 10:06 Uhr
Da nimmt sich jemand ziemlich wichtig; Iwona Swietlik sagt zwar richtig, dass wir hierzulande auf Ausländer angewiesen sind. Diese Ausländer kommen aber nicht, damit es uns Schweizerinnen und Schweizern besser geht, sondern weil sie selber zumeist aus einem kaputten, korrupten Elendsland kommen und versuchen, ihr Leben besser zu leben. Polen war da gewiss keine Ausnahme. Von diesem Standpunkt aus gesehen ist Frau Iwona Swietliks Beitrag an Arroganz kaum zu übertreffen. Ja, ein bisschen Dankbarkeit dürfen wir von Ihnen schon erwarten.
Sie sagt, Zitat: «Ich frage mich schon seit langem, wie sich diese hierarchische – und deswegen diskriminierende – Haltung gegenüber Rechten und Werten eigentlich mit der direkten Demokratie verträgt.»
Unglaublich arrogant, so etwas im Gastland auch noch niederzuschreiben, finden Sie nicht auch, Frau Swietlik? Wo Sie doch in Polen damals wie auch heute keine Direkte Demokratie kennen...

Als langjähriger Auslandschweizer in Asien würde ich nach der Veröffentlichung einer solchen Klageschrift binnen 48 Stunden ins Flugzeug hinein- und in die Schweiz abgeschoben. Soviel zum Reality-Check für Frau Iwona Swietlik. Willkommen in der Schweiz.
Renato Stiefenhofer, am 08. Januar 2015 um 02:01 Uhr
Seltsame Gesprächspartner hat Frau Iwona Swietlik ! Also wenn ich mit ihr reden würde, würde ich bestimmt nicht DIESE Frage als erste stellen.
Da Frau Iwona für die Caritas arbeitet (schreibt ?), hat nicht SIE persönlich diese Frage gestellt bekommen sondern die von der Caritas betreute Asylanten.
Da diese alle auf abenteuerliche weise (übers Meer), in die CH einreisen, ist es bei „den hiesigen“ die meist gestellte Frage:

WIE (also auf welchem Wege), bist du hierher gekommen ?

Die Autorin schreibt in der „ich Form“, benutzt diese Formulierung um uns Schweizer subtil die „Leviten zu lesen“. Macht mehr Eindruck als wenn dieser Satz (zu offensichtlich), von den Migranten käme.

Also ein etwas unglücklicher Artikel und wie immer aus diesen Kreisen, leicht polemisch. Schade, gewinnt nicht unbedingt an Sympathien !
Frau Carmey Bruderer, am 13. Januar 2015 um 01:02 Uhr

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