23'000 Tote wegen Schengen-Grenze

Urs P. Gasche © upg
Urs P. Gasche / 02. Apr 2014 - Der «Eiserne Vorhang» Europas fordert mehr Opfer als bisher bekannt. Das zeigt eine vorbildliche NZZ-Recherche.

Niemand hat bisher eine Statistik über die Migranten geführt, die auf dem Weg nach Europa umgekommen sind. Weder die «Internationale Organisation für Migration», der 131 Länder angehören, noch die «Frontex» der EU, welche die Aussengrenzen der EU überwachen soll.

Jetzt hat eine Gruppe europäischer Journalisten unter Beteiligung der NZZ erfreulicherweise etwas Licht ins Dunkel gebracht und eine detaillierte Aufstellung zu Todesfällen und Vermisstmeldungen der Öffentlichkeit online zugänglich gemacht*.

Das Resultat ist erschütternd:

Allein seit dem Jahr 2000 sind mindestens 23'000 Migranten auf dem Weg nach Europa umgekommen.

Diese Zahl, welche die «Migrants Files»* festhalten, ist laut NZZ eine «vorsichtige Schätzung». Die «wahre Anzahl» liege «ohne Zweifel höher als die hier erfasste».

Die Journalistengruppe stützte sich u.a. auf Daten der NGO «United for Intercultural Action» sowie auf das Projekt «Fortress Europe» des italienischen Journalisten Gabriele Del Grande, der die Zahl Toter und Vermisster auf dem Weg nach Europa protokolliert hat.

Bisherige Schätzungen gingen davon aus, dass seit Anfang der Neunzigerjahre bis zu 19'000 Opfer zu beklagen sind.

Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

Keine

Weiterführende Informationen

* «The Migrants Files»: Todesfälle und Vermisstmeldungen von Migranten

Meinungen / Ihre Meinung eingeben

Ähnliche Artikel dank Ihrer Spende

Möchten Sie weitere solche Beiträge lesen? Ihre Spende macht es möglich:

Mit Kreditkarte oder Paypal - oder direkt aufs Spendenkonto für Stiftung SSUI, Jurablickstr. 69, 3095 Spiegel BE
IBAN CH0309000000604575581 (SSUI)
BIC/SWIFT POFICHBEXXX, Clearing: 09000

Ihre Spenden können Sie bei den Steuern abziehen.

Einzahlungsschein anfordern: kontakt@infosperber.ch (Postadresse angeben!)

Eine Meinung

Ein empörend menschenrechtsverletzendes Versagen der europäischen und auch der Schweizer Migrationspolitik. Wir sollten alles daran setzen, humanitäre Lösungen zu finden und diese menschliche Tragödie auf der Schwelle unserer Haustür zu beenden.
Rolf Zimmermann, am 02. April 2014 um 12:03 Uhr

Ihre Meinung

Loggen Sie sich ein. Wir gestatten keine Meinungseinträge anonymer User. Hier können Sie sich registrieren.
Sollten Sie ihr Passwort vergessen haben, können Sie es neu anfordern. Meinungen schalten wir neu 9 Stunden nach Erhalt online, damit wir Zeit haben, deren Sachlichkeit zu prüfen. Wir folgen damit einer Empfehlung des Presserats. Die Redaktion behält sich vor, Beiträge, welche andere Personen, Institutionen oder Unternehmen beleidigen oder unnötig herabsetzen, oder sich nicht auf den Inhalt des betreffenden Beitrags beziehen, zu kürzen, nicht zu veröffentlichen oder zu entfernen. Über Entscheide der Redaktion können wir keine Korrespondenz führen. Zwei Meinungseinträge unmittelbar hintereinander sind nicht erlaubt.