Buchautor Kurt Brandenberger mit Marco Camenisch im Gefängnis © zVg, Echtzeit Verlag
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«Du bist ein scheissbürgerlicher Schreiberling»

Urs P. Gasche / 09. Apr 2015 - Kurt Brandenberger war 20-mal bei ihm in der Zelle. Geschworene hatten Marco Camenisch zu 27 Jahren Gefängnis verurteilt.

Marco Camenisch schmiss das Gymnasium und jobbte als Kuhhirt auf der Alp. Er lebte in Kommunen, las anarchistische Traktate, wurde Vater – und zog in den bewaffneten Kampf für eine Welt ohne Herrschaft. Aus Protest gegen Atomkraftwerke und gegen Staudämme sprengte er Anlagen der Elektrizitätskonzerne. Er wurde drakonisch bestraft, konnte fliehen, tauchte ab. Ein Jahrzehnt später wurde in Brusio ein Grenzwächter erschossen – und Marco Camenisch in einem Indizienprozess als Täter verurteilt.

Kurt Brandenberger hat Camenisch während drei Jahren im Gefängnis besucht, seine Tochter und seine Ehefrau getroffen sowie mit Genossen und Gefährtinnen gesprochen. Jetzt ist Camenischs Biografie* erschienen.

Camenisch hat bisher jegliche Interviews über seine Vergangenheit und sein jahrelanges Leben in der Zelle verweigert. Wie war es Kurt Brandenberger möglich, eine ganze Biografie über ihn zu schreiben? Infosperber sprach mit ihm.

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Wie lange hast Du am Buch gearbeitet?

Brandenberger: Im Mai 2012 habe ich Marco Camenisch erstmals im Gefängnis besucht. Die Gespräche mit ihm, mit Komplizen, Weggefährten, Ehefrau, Tochter, Lehrern, Strafverfolgern, Gefängnisverantwortlichen etc., sowie das Studium von Gerichts- und Polizeiakten, die Einsicht in sein Tagebuch und in seine Briefe, und schliesslich das Schreiben des Textes, dauerten drei Jahre.

Wie oft warst Du bei Camenisch im Gefängnis?

Über zwanzigmal. Meist dauerten die Gespräche drei Stunden. Bei den ersten beiden Besuchen haben wir uns kurz «beschnuppert»: Hier der Journalist, der in jungen Jahren wegen Militärdienstverweigerung ein halbes Jahr im

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Knast sass und der empfänglich war für die Lehren von Marx und Engels, es sich dann aber im bürgerlichen Leben gut eingerichtet und sich in den Rahmen der geltenden Rechtsordnung eingepasst hat. Dort der Gewalttäter und Anarchist, der mit Sprengstoff und mit der Waffe in der Hand den Staat zu Fall bringen will und der seit 23 Jahren ununterbrochen hinter Gittern sitzt.

Wie verliefen die Gespräche? Wie war die Konfrontation mit einem Menschen, für den der bewaffnete Kampf erklärtermassen das Wichtigste ist im Leben?

Oft haben wir uns gut verstanden. Die Gespräche waren aber manchmal auch zäh und quälend. Wir haben auch gestritten. Und im November, nachdem ich ihm das Manuskript des Buches zum Gegenlesen überlassen hatte, wollte er mich nicht mehr sehen, hat mir weitere Besuche untersagt und mir geschrieben, aufgrund «unüberbrückbarer Widersprüche» müsse das Projekt «Biografie» abgebrochen werden, eine Publikation komme nicht in Frage. Es brauchte sehr viel Überzeugungskraft seines Anwaltes Bernard Rambert, damit Marco auf seinen Entscheid zurückkam und wir die Arbeit fortsetzen konnten.

Welche Inhalte hat Camenisch zensuriert?

Einige Passagen aus Briefen, weil ihm diese zu persönlich waren. Auch ein paar Einzelheiten über die Jahre auf der Flucht und im Untergrund, sowie Aussagen zu Attentaten in Italien hat er gestrichen, mit der Begründung, durch diese Informationen könnten Strafverfahren wieder aufgenommen und Komplizen gefährdet werden.

Gab es ein Thema, das Tabu war, über das er nicht sprechen wollte mir Dir?

Reden konnte ich mit ihm über alles, nachdem sein anfänglich starkes Misstrauen mir als «scheissbürgerlichem Journalisten» gegenüber kleiner geworden ist. Eine Ausnahme gibt es: Der Mord am Grenzwächter in Brusio. Dieses Tötungsdelikt, für das er in einem Indizienprozess 2004 schuldig gesprochen wurde, hat Camenisch von Anfang an als Gesprächsstoff ausgeschlossen, mit der Begründung: «Ich bin nicht der Täter». Auch bei andern Themen, insbesondere wenn es um Gewalt ging, haben wir uns manchmal kurz gefasst, weil wir gespürt haben, dass unsere Positionen zu weit auseinander liegen. Bei allen meinen Gesprächen mit Marco habe ich mich von einem Satz leiten lassen, den der persische Dichter Rumi im 13. Jahrhundert geschrieben hat: «Weit weg von unseren Vorstellungen über richtig und falsch ist ein Feld, ich treffe dich dort.» Auf einem solchen Feld bin ich Camenisch begegnet.

Warum hat Camenisch mitgemacht und ist an der Veröffentlichung des Buches interessiert?

Als das Bundesgericht Anfang 2012 die bedingte Entlassung nach zwei Dritteln der Strafzeit abgelehnt hatte, d.h. als klar wurde, dass er mindestens weitere vier Jahre eingesperrt bleibt und damit wahrscheinlich der am längsten einsitzende Sträfling in der Schweiz sein wird, wollten zahlreiche Medien mit ihm sprechen. Doch Camenisch blieb bei seiner Haltung: «Kein Gespräch mit Journalisten». Es ist seinem Anwalt Rambert dann gelungen, seinen Mandanten für eine Biografie zu gewinnen. Camenisch hat von Anfang an keinen Nutzen gesehen in der Veröffentlichung seiner Lebensgeschichte. Aber weil sein Anwalt und einige Genossen ihm immer wieder zugeredet haben, und er in mir – seinem Biografen – nicht nur den «scheissbürgerlichen Schreiberling» sah, habe er – wie er mir erklärte – «diese Pflichtübung» auf sich genommen, ohne einen Vorteil zu erkennen für sich persönlich oder für die Sache des bewaffneten Kampfes.

Kennen die Verantwortlichen des Gefängnisses und die Strafvollzugsbehörden den Inhalt des Buches?

Nein. Aber die Gefängnisdirektion von Lenzburg stand von Anfang an hinter dem Projekt. Vielleicht sahen sie in den Gesprächen zwischen Camenisch und mir einen kleinen Beitrag zur «Delikt- und Vergangenheitsbewältigung» für einen Sträfling, der sich als Anarchist jedem Gespräch mit Psychiatern, Psychologen, Sozialarbeitern oder andern Amtspersonen kategorisch verweigert.

Welches waren Deine Motive, dieses Buch zu schreiben?

Ich war als junger Journalist bei der linksliberalen Basler Nationalzeitung Korrespondent für den Kanton Solothurn und hatte in dieser Funktion über die Demonstrationen gegen das Atomkraftwerk Gösgen zu berichten. Es gelang mir als Journalist weitgehend, meine Sympathie für die AKW-Gegner zu verbergen, auch für den militanten Flügel des Widerstandes, deren Aktivisten zahlreiche Sabotagen verübten und nie erwischt wurden – anders als im Bündnerland, wo Marco Camenisch und sein Komplize René Moser als Sprengstoffattentäter von Anlagen der Elektrizitätswirtschaft überführt und vor Gericht gestellt wurden.

Seit dieser Zeit, Ende der 70er-Jahre, habe ich den Weg des sogenannten Ökoterroristen Camenisch verfolgt: Das drakonische Urteil von 10 Jahren Zuchthaus, seine spektakuläre Flucht aus Regensdorf, bei dem ein Aufseher getötet wurde, die Ermordung des Grenzwächters in Brusio, die erneute Flucht, die Verhaftung nach einer Schiesserei mit Carabinieri in der Toskana und schliesslich der Geschworenenprozess in Zürich, wo Camenisch zu 27 Jahren verurteilt wurde, ein buchstäblich «irres», in der Schweizerischen Rechtssprechung beispielloses Strafmass.

Für wen ist das Buch besonders interessant?

Für alle, die gerne Schweizer Krimis lesen, die am Leben, den Taten und den Irrtümern eines politischen Aussenseiters interessiert sind, die eine Leidenschaft haben für tragische Liebesgeschichten, die Schilderungen schicksalhafter Fügungen und widersprüchlicher Menschen mögen, die wissen wollen, wie es ist, jahrein und jahraus in einer engen Gefängniszelle eingesperrt zu sein.

Interessant ist die Biografie auch für jene, die glauben, in der Schweiz gebe es keine politischen Gefangenen. Die Lebensgeschichte Marco Camenischs ist aber auch eine Chronologie der 70er- und der 80er-Jahre, mit ihren Anti-AKW-Kämpfen, den Autonomen Jugendzentren, den Krawallen und Kulturhappenings der Jugendbewegung, den Häuserbesetzungen, dem Trend, sich auf der Alp in Kommunen eine selbstverwaltete Existenz aufzubauen, der Verfilzung von Staat, Wirtschaft und Justiz und dem Widerstand gegen den Schnüffelstaat, gegen Isolationshaft, gegen Berufsverbote und gegen Umweltzerstörung.

Freut sich Camenisch auf seine Freilassung? Hat er Pläne?

Camenisch wird 66 Jahre alt sein und mehr als die Hälfte seines Lebens auf der Flucht und im Gefängnis verbracht haben, wenn er am 8. Mai 2018 entlassen wird. Freut er sich? Die Skepsis überwiegt. «Bleibe ich gesund? Werden sie mich doch noch verwahren? Wie wird es draussen sein? Wo werde ich leben? Mit wem? Was werde ich tun?» Das sind die Fragen, die ihn umtreiben. Pläne will er keine schmieden.

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*HIER das Buch kaufen: Kurt Brandenberger: «Marco Camenisch. Lebenslänglich im Widerstand», 208 Seiten. 29 CHF, Echtzeit-Verlag, April 2015

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Buchvernissage im Theater Neumarkt, Zürich

Donnerstag, 16. April, um 20 Uhr Im Gespräch: Kurt Brandenberger, Autor und Journalist, Bernard Rambert, Anwalt von Marco Camenisch. Moderation: Stefanie Hablützel, Radio SRF. Es lesen: Martin Butzke und Yanna Rüger. Ensemble Theater Neumarkt.

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Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

Der Interviewer ist mit Kurt Brandenberger befreundet. Brandenberger war Redaktor und Reporter bei Tageszeitungen, beim Schweizer Fernsehen SRF, bei Das Magazin, der Weltwoche und Facts. An der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften ZHAW und am Bildungszentrum für Erwachsene Bize lehrt er Reportage, Storytelling und Magazinjournalismus.

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15 Meinungen

Da lese ich :

… „Interessant ist die Biografie auch für jene, die glauben, in der Schweiz gebe es keine politischen Gefangenen. „ …

Politischen Gefangenen ? … Mit dieser „ Postum Verklärung“ bin ich nicht einverstanden. Es gibt andere Mittel als Gewalt, zweifacher Mord, und Terroristische Anschläge um für die eigene Anliegen und Überzeugungen zu kämpfen.

Camenisch sitzt leider zu recht im Gefängnis.
Frau Carmey Bruderer, am 09. April 2015 um 14:06 Uhr
Mein Dank an den Buchautor.
Die Absicht, unser Gegenueber zu verstehen ist immer, ausnahmslos immer ein Schritt in die richtige Richtung.
Sehr gut, das!

Mich laesst es wieder mal bedenken: Frau Bruderer betont, wie wichtig es sei, einen Marco Camendisch im Gefaengnis zu wissen. Dabei ist es unwahrscheinlich, dass sie die Rechtmaessigkeit des Urteils des Gerichtes beurteilen kann.
Indes faellen liebe Leute in weissen Haeusern und anderen Burgen taeglich 10101Todesurteile, ohne einem einzigen hinzurichtene Menschen in die Augen zu schauen.
Interessant dabei ist die Tatsache, dass diese Schwerstverbrecher nicht nur frei rumlaufen, sondern auch von Horden von Polizisten geschuetzt werden, wenn sie in kugelsicheren schwarzen Benzen rumgeblocht werden oder irgendwo auf der Welt ihre Luegen ausscheiden.
Thomas Ramdas Voegeli, am 09. April 2015 um 14:26 Uhr
Mag sein dass ich als Frau jegliche Gewalt Anwendung ablehne.
Männer sehen es leider anders, in ihnen steckt noch der Jäger der überall der Feind sieht der ihm die Beute (oder das Weib), streitig machen kann, ... voll Testosteron geladen, eben, voll im Eifer.

Nein, wir sollten solche Leute nicht auf ein Altar stellen und sie als „Politische Gefangene“ bezeichnen.
Es mag als Biographie interessant zu lesen sein, aber eine absichtliche «Verklärung» sollte unbedingt vermieden werden. Zu viele Leute lassen sich von solchen Geschichten beeinflussen und meinen sie «müssen auch so eine Heldentat tun» ... Gerade in der heutigen Zeit (IS Kämpfe, Jungs die nach Syrien reisen um für eine „Idee“ zu kämpfen, usw.), Brand gefährlich, meiner Meinung nach !
Frau Carmey Bruderer, am 09. April 2015 um 14:47 Uhr
Ich selbst bin frei von jeglichem Fanatismus und habe auch ehrlich gesagt kein Verständnis für all diese „subversive“ Tätigkeiten.
Möchte eigentlich mein Leben in Friede leben (so wie bestimmt viele andere), werde aber immer wieder „gestört“ von „militante und rabiate Gruppierungen“ die, weiss Gott, was für ein Weltbild im Kopf haben.

Die machen mir Angst !

Ob 1. Mai Chaoten (für was stehen die denn ?), fantasielose gewalttätige Atomkraft Gegner, Hulligans bei Fussballspiele, und natürlich alle Dummköpfe die sich auf der Welt bekriegen verabscheue ich.
Was wollen die mit Gewalt, Terror, Anschläge, Morde, Bomben und Zerstörung von Material und Menschen, was haben solche Vorgehensweisen schon anderes als Verluste und Leid hervorgebracht ?
Sieht ihr nicht wie lächerlich es ist zu „Zerstören“ und hinterher kommt einer der wieder alles repariert und aufräumt. Auch mit den Kriege dasselbe. Männer töten einander, dann kommt das Rote Kreuz und liest die halbtoten auf.
So, und was hat dies alles gebracht ?
Habt ihr schon mal ein Tier gesehen welches sich so verhält ? Alles was er aufgebaut hat zerstört, kaputt macht, um es hinterher wieder instand stellen zu müssen.
So idiotisch kann nur der Mensch sein, und daher werde ich mir lebenslänglich die Finger Wund schreiben und so was immer wieder anprangern und ins lächerliche ziehen.
Jawohl, es ist einfach nur LÄCHERLICH !

Der moderne Mensch hat doch andere Mittel um für eine Sache zu kämpfen !
Frau Carmey Bruderer, am 09. April 2015 um 19:02 Uhr
@ Bruderer,
"Zerstören...» ja eben...
Aber wer zerstört denn was? und was am meisten?
Und wie können wir uns dagegen wehren? - wie gegen die Tyrannen, welche alles für menschenverachtende Geschäfte tun?
Geschichte oder Mythos, Willhelm Tell hatte das Problem mit einem Tyrannenmord gelöst. Ob das gut war oder nicht? - wohl eher nicht.
Das ist aber die anerkannte Doktrin, unser Epos.
Tyrannenmord als Lösung.
Oeko-Tyrannen hebeln die demokratische Entscheidungsfindung aus, riskieren Leute und Land mit unbeherrschbarer Technik. Das gekaufte Parlament verabschiedet Schonprogramme für die Tyrannen-Technik...
Willhelm Tell hätte getan, was die Basken wirklich taten, diese töteten die AKW-Promotoren und sind deshalb frei von AKW. Eine unrechte und sehr fragwürdige «Lösung».
Camenisch hatte nur Sachschaden gemacht, das Strafmass war aber politisch und möglicherweise Anlass zu Radikalisierung.
Und dann ein Indizienprozess mit Geschworenen...
Sie glauben doch hoffentlich nicht, dass wir auf die Leistungen unsres «Rechtsstaates» stolz sein können? Nur dass es noch schlimmer sein könnte, ist kein Argument für eine euphorisch urteilende Nabelschau!
Wer wo und weshalb Gewalt anwendet ist ziemlich unklar. 9/11, Charly Hebdo, IS etc. wir wissen nicht, wer wirklich dahinter steckt, niemand kann Geheimdienste mit Sicherheit ausschliessen!
Urs Lachenmeier, am 09. April 2015 um 22:18 Uhr
Camenisch wurde nicht «nur» für Sachschaden verurteil. Das Strafmass ist bemessen an seine angriffe aufs fremde Leben, die Zwei Tote hätten nicht sein müssen.
Bequem ist es indes sich hinter vermeintliche «edle politische Anliegen» zu verstecken und dabei noch auf mildernde umstände zu hoffen. Die Bader Meinhof Bande meinte selbst auch «edle» Absichten zu haben …
Gewalt bleibt Gewalt, Punkt.
Heute mit nichts mehr zu entschuldigen.

Herr Lachenmeier, dass sie wieder mit dem Verschwörungswahn anfangen, lässt mich nur kopfschüttelnd milde lächeln.
Vermutlich zu viele Science Fiction Filme angeschaut.
Warum zweifeln sie nicht auch noch im gleichem Atemzug den Absturz der Germanwings Maschine an ? ... da steckte doch bestimmt die CIA dahinter, nicht wahr ! ….
Ich nehme an es war nur ein kleiner Unterlassungs-Fehler den ich hier freundlicherweise korrigiert habe.
Frau Carmey Bruderer, am 10. April 2015 um 01:14 Uhr
@Bruderer,
Bitte erklären Sie ihren Begriff «Verschwörungswahn».
Bader-Meinhof hatte ich gar nicht angesprochen und die Germanwing habe ich nicht mit einer CIA-Aktion verbunden.
Diffamierungen sind keine Argumente.
Gerne empfehle ich Ihnen das ein Buch von Prof. Daniele Ganser (Historiker Uni Basel) NATO - Geheimarmeen in Europa - inszenierter Terror und verdeckte Kriegsführung. orell füssli, ISBN 978-3-280-06106-0
Sie haben insofern recht - Gewalt bleibt Gewalt. Ich füge an, wahrscheinlich kann Gewalt gar nicht mit Gewalt beendet werden. Es gibt Probleme, welche weder mit Gewaltlosigkeit noch mit Gewaltanwendung gelöst werden können.
Das Gewaltmonopol gehört dem Staat, dazu gehört aber eine grosse Verantwortung! Tricksereien, Unterwanderung, Korruption und Lügen dürfen (dürften) nicht sein.
Urs Lachenmeier, am 10. April 2015 um 08:57 Uhr
Frau Bruderer ich gebe Ihnen recht! Gewalt ist nicht die Lösung. Aber leider haben Sie noch Scheuklappen an und wagen nicht den Blick über den Tellerrand hinaus. Was Sie machen, ist alles nachzuplappern, was die Massenmedien uns eindoktrinieren. Sie machen keinen Unterschied zwischen Ursache und Folge. Sie suchen genauso blind nach einem Schuldigen, den wir verurteilen können, wie die vielen anderen, die eben wie Sie selbst sagen «eigentlich das Leben in Friede leben möchten - ungestört». Das wollen wir alle, innigst. Doch leider gönnen wir es den anderen nicht und wollen es nur für uns allein.
Gewalt ruft meistens Gewalt hervor. Besonders einfach klappt diese Sache, wenn diese Gewalt den «Mars» in uns weckt. Doch wer begeht den ersten Akt der Gewalt und wer wird verurteilt? Die Gesellschaft bringt Camenischs und Depro-Piloten sowie eine ganze Reihe von gewaltbereiten Hools, Rebellen, militanten Umweltschützern etc. hervor, weil sie dazu gedrängt wird und das Potenzial dazu hat. Die Quelle: Ungerechte Besitzverhältnisse und das Gefälle zwischen Habenden und Leistenden.
Gandhi hatte bewiesen, dass es anders geht. Doch wurde er von den Machthabern eliminiert. Glauben Sie wirklich, dass etwas ändern wird, solange die Menschheit «Geld» als Ihren Gott anbetet und damit die Macht jener zementiert, die es kontrollieren. Ich hoffe Sie wären bereit für «Ihre Ruhe» zu sterben. Denn nichts wird ändern, wenn nicht erst die Funktionsweise des Geldes geändert wird. Und das wird weh tun!
Eugen Öffner, am 10. April 2015 um 09:25 Uhr
Herr Öffner, den ersten Teil ihren Posts lasse ich unkommentiert, ich bleibe leider bei meiner Ansicht.
Was Geld anbelangt (ist es hier der richtige Ort ?), da bin ich bei ihnen. Wir sollten dringendst das System welches «sich verselbständigt hat», ändern. Das «Geld» dient nicht mehr dem Menschen sondern ist eine selbständige Industrie geworden. Aber wie und wer fängt an ? Da bin ich sogar dabei.
Frau Carmey Bruderer, am 10. April 2015 um 11:25 Uhr
Danke den drei «Akteuren» dieses Artikels, Marco Camenisch, Kurt Brandenberger und Urs Gasche, für dieses wichtige Zeitdokument. Schuld, Unschuld oder Fehler sind hier doch gar nicht die Frage, sondern wie geht unsere Gesellschaft mit Menschen um, die nicht ins Schema des Mainstreams passen.
Sehen wir sie als Chance? Was ist ihr Anliegen? Wo liegt der Mainstream falsch? Statt wichtige Fragen zu stellen und uns selber zu bewegen, wurde hier eine drakonische Strafe verhängt und Marco Camenisch jede Strafmilderung verweigert. Sollen damit Ansätze für zukünftige Querdenker schon im Keim erstickt werden? oder was erwarteten die Verantwortlichen?
Zu allem Übel laufen gleichzeitig gesellschaftlich tolerierte «Kriminelle», «übelste Profiteure und Spekulanten», «Korrupte und Korrumpierende», «Waffenhändler» und «potentielle Mörder, via ihre Hochrisikotechnologien» frei herum und geniessen z.T. höchste gesellschftliche Anerkennung.
Hoffentlich kommt Marco Camenisch vor dem 8.5.18 frei.
Heini Glauser, am 10. April 2015 um 14:26 Uhr
Frau Caramey Bruderer, Sie sagen es selbst: «Leider» halten Sie an Ihren Ansichten fest. Tönt für mich, als ob Sie nicht mit Ihrem Leben für Ihre Überzeugung einstehen würden. Schade, denn wir teilen ja in der Zwischenzeit alle die Gewissheit, dass wir permanent «gesteuert» werden. So auch durch das Mass dieser Verurteilung.
Der «Anfang», den wir zusammen machen müssen, wird uns alle aber enteignen, denn es muss ein globaler Schuldenschnitt erfolgen. Auf allen Ebenen: Banken, Staaten, Private, Firmen... alles müsste bei 0 neu anfangen und Geld zu 100% mit echtem Gegenwert belegt sein. Keine Zinsen, keine faulen Kredite. Dann schauen wir weiter, wie Mensch und Natur wieder zum obersten Profiteur von Wirtschaft, Wissenschaft und Glaube werden. Die weltweiten Schulden belaufen sich auf eine Summe, die mit den Ressourcen der Erde nicht zurückbezahlt werden können. Das ist alarmierend genug, nicht?

Herr Glauser: Sie treffen den Nagel auf den Kopf. Ein Mensch wie Camenisch, der um jeden Preis gegen etwas kämpft, das uns alle umbringen soll, sollte als Vorbild dienen. Der Grenzwächter war ein Teil des Systems, das ihn daran hindern wollte und er hat «alles» seiner Überzeugung untergeordnet. Ich danke ihm für sein festhalten an seiner Überzeugung. Nicht für die Gewaltakte.
Eugen Öffner, am 10. April 2015 um 15:01 Uhr
@ Eugen Öffner

Sie sprechen das Thema Geld, Banken und Finanz Casino an.

Ihre Vision wie sie die Finanz Welt wieder ordnen könnten ist zu radikal, nirgends mehrheitsfähig, Utopistisch, ergo untauglich.
Man müsst klein anfangen, hier meine Idee der kleinen Schritte.

1. Jeder soll sein Bank Konto auflösen und eines bei der Post eröffnen (ich bin schon mehrere Jahrzehnte dabei und war stets zufrieden), dort kostet das führen des Konto nichts wenn sie stets ein Grund guthaben von 7500.- fr. drauf haben. Können ALLES online erledigen und bekommen nicht berge von Papier zugestellt die jedes Mal Gebühren kosten.

2. Wir wissen dass Banken einem dauernd faule Papiere andrehen wollen weil der einzelne „Verkäufer“ daran verdient. Also mal da anfangen zu streiken, KEINE einzige Anlage mehr kaufen. Alles auflösen was abläuft, nichts erneuern. Ich meine Fonds (die versteckte Gebühren fressen die Rendite auf), Obligationen (die sowieso nichts mehr abwerfen), und Aktien sowieso.

3 Und dann ein Langzeit Projekt, eine Bundeskasse.
Das wäre eine sichere Institution nicht gewinn orientiert (nur leicht über Spesen deckend), die das Geld der Schweizer Bürger hortet oder verwaltet. Ohne spekulative Papier-Handel. Und hat nichts zu tun mit der National Bank, MUSS NEU erschaffen werden.

Ich weiss nicht wie gebildet Herr Camenisch ist, oder willig bis zu seiner Entlassung etwas zu lernen, denn er könnte nach 2018 sich für so was einsetzen.

Weg von der Faust ... hin zum Kopf, wie wäre es ?
Frau Carmey Bruderer, am 10. April 2015 um 17:20 Uhr
Wir kommen dem ganzen tatsächlich immer näher. Ihr Plan weist die richtige Richtung. Bin übrgens auch seit jeher bei der Post. Leider haben sehr viele Leute keine CHF 7500.- permanent auf ihrem Konto und bezahlen 5.- pro Monat. Bei einem aktuellen Zins von 0.01% würden bei 7500.- Guthaben pro Jahr 75 Rappen Habezins ausbezahlt. Das ist lächrlich, wenn man bedenkt, was die Post mit den 7500.- und mehr Guthaben machen darf und an Geld verdient.
Natürlich sind diese Massnahmen radikal und nicht mehrheitsfähig. Die Mehrheit ist ja noch geblendet von der Propaganda der installierten und institutionalisteren Mächte. Denken sie wirklich wir haben Zeit langsam Massnahmen einzuleiten, ohne dass wir daran gehindert werden? Mit Gesetzen, Gerichtsentscheiden (Schuldsprüchen), Kontensperrungen und weiteren Massnahmen, die uns Angst machen sollen und die Mehrheit der veränderungswilligen Minderheit abschrecken werden. Die restlichen werden verfolgt oder eliminiert. Sind wir bereit das in Kauf zu nehmen, um aufzuzeigen wo die echten Gewalttäter sind?
Ich denke nicht. Es braucht massiven zivilen Ungehrosam, gewaltfrei und dort wo's den Machthabern weh tut. Die Gesellschaft muss wieder raus auf die Strasse, dort wo sich die Wahrheit abspielt. Weg vom TV-Gerät und den propagandistischen Massenmedien.
Eugen Öffner, am 10. April 2015 um 23:06 Uhr
Ich weiss nicht ob wir diesen Artikel über Camenisch benutzen dürfen um über Geld zu reden, … aber ich weiss das Urs P. Gasche auch an diesem Thema interessiert ist und daher möglicherweise ein Auge zudrückt. Camenisch könnte sich neu Orientieren, die jugendliche Impulse sind bestimmt auch bei ihm verflogen, er findet vielleicht doch eine Aufgabe um sich nach der Inhaftierung zu engagieren um sich in die Gesellschaft positiv einzubringen; was bestimmt seine Absicht auch damals war, nur der Weg war falsch.

Das erstaunliche ist, dass zu viel Geld da ist, ich nehme an dass auch die Post darin schwimmt und nicht mehr weiss wohin damit. Eine ungesunde Entwicklung. Wenn sie den SMI Index anschauen, der war noch nie so hoch wie Heute, ein Zeichen dass die Leute tatsächlich nicht mehr wissen was tun mit dem Geld.
Das Schwimmbad damit füllen um darin herumzuschwimmen ist auch nicht das wahre. Der Immobilien Markt ist auch langsam gesättigt …

Die Post hat allerdings angefangen Hypotheken zu vergeben, was ne gute Sache ist wenn sie die nötige Vorsicht walten lassen, aber auch hier irgendwann ist Schluss mit lustig.
Ich denke der Moment für ein Radikales umdenken ist gekommen. Wenn nun kreative Köpfe sich etwas damit beschäftigen und neue Wege entwickeln, … wer weiss vielleicht ändert sich tatsächlich etwas auch in dieser Hinsicht.
Auf alle Fälle mit kleine Schritte, die Schweizer lieben keine grosse Revolutionen, das haben wir immer wieder feststellen dürfen.
Frau Carmey Bruderer, am 11. April 2015 um 00:18 Uhr
Spannend und ausgezeichnet geschrieben, ein wichtiges Zeitdokument. Ich hätte aber gerne in Anhang mehr Info über die Gespräche und die von Camenisch zensurierten Inhalte (siehe Infosperber Urs Gasche) lesen wollen. Aber dann hätte Marco Camenisch wahrscheinlich die Publikation nicht erlaubt. So bleiben für mich - bin auch ein 'scheissbürgerlicher Schreiberling' - leider viele dunkle Seiten. Ich hoffe dass das Buch so bald wie möglich auch auf Italienisch erscheint.
Werner Weick
werner weick, am 29. Juli 2015 um 07:50 Uhr

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