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WAHLVERLIERER WARNT VOR NIEDERGANG ZÜRICHS

Jürg Lehmann / 22. Apr 2013 - Der gescheiterte FDP-Stadtratskandidat Marco Camin malt auf SRF für die Wirtschaftsmetropole ein Schreckensszenario an die Wand.

Der FDP-Mann hat den zweiten Sitz der Freisinnigen in einer Ersatzwahl an den links-alternativen Bewerber Richard Wolff verloren. Die Zürcher Stadtregierung besteht neu aus sieben Linken und Grünen, die Bürgerlichen besetzen noch zwei Sitze. In der Hauptausgabe der Tagesschau von SRF sagte Marco Camin zunächst den Satz, den jeder Unterlegene sagen muss: «Ich kann auch verlieren, das gehört dazu.»

So weit, so banal. Dann aber greift der in der Wahlkampagne als gemütlicher Bonvivant präsentierte Camin ungerührt zum Zweihänder und meint nach der Wahl Wolffs: «Jetzt gilt es ernst für Zürich. Ich sehe eine düstere Zukunft auch für Investoren, für unsere Arbeitsplätze, für unseren Steuerfuss – auch für unsere Sicherheit.»

In zehn Monaten, am 9. Februar 2014, wählen die Zürcherinnen und Zürcher den gesamten Stadtrat und das Stadtparlament neu. Bis dahin müsste es mit der reichen Metropole rasant abwärtsgehen, wenn sich Camins Prophezeihung erfüllen soll. Vermutlich wollte Camin im Wahlvolk einfach etwas Angst und Schrecken verbreiten, auf dass es im nächsten Jahr «richtig» entscheide. Besser wäre wohl, die FDP würde mit überzeugenden Kandidaten und Argumenten antreten, anstatt im Nachhinein einen gescheiterten mit dreisten Sprüchen hantieren zu lassen.

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