Sperberauge

Kritik an Syngentas Wachstumsplan

Kurt Marti © Christian Schnur

Kurt Marti /  Der «Good Growth Plan» des Basler Agro-Konzerns Syngenta ist laut der Erklärung von Bern «ungenügend».

In seinem «Good Growth Plan» verspricht Syngenta die Förderung eines verantwortungsvollen Wachstums. Die Ressourceneffizienz solle gesteigert, die Ökosysteme regeneriert sowie ländliche Gemeinschaften gestärkt werden. Syngenta-CEO Michael Mack erklärt: «Wir waren uns immer bewusst, dass unser Unternehmen nur wachsen kann, wenn wir für eine nachhaltige Landwirtschaft Sorge tragen.»

Die Erklärung von Bern (EvB) hat die Verpflichtungen, Ziele und Massnahmen des Syngenta-Waschstumsplan unter die Lupe genommen und kommt zum Schluss, dass der Plan «keine nachhaltigen, für Mensch und Umwelt ‹guten› Geschäftspraktiken hervorbringen» wird. Die Ziele und Massnahmen sind laut EvB «ungenügend» und ignorieren «die menschenrechtlichen Sorgfaltspflichten».

Der Weltagrarbericht von 2008 habe mit seiner Aussage «Weiter wie bisher ist keine Option» ein globales Umdenken eingeleitet: Der politische und wissenschaftliche Konsens, dass es einen Paradigmenwechsel in der Landwirtschaft brauche, wachse stetig. In Syngentas Nachhaltigkeitsplan suche man diese Einsicht aber vergeblich.

Beispielsweise propagiere Syngenta eine gewaltige Produktionssteigerung zur Ernährung der Weltbevölkerung und verkenne dabei, dass heute bereits genug Nahrung produziert werde, «um 12 – 14 Milliarden Menschen zu ernähren». Das Problem liege vielmehr darin, «dass die produzierten Nutzpflanzen einerseits nicht bedürfnisorientiert verteilt sind und nicht ausschliesslich und effizient als Lebensmittel eingesetzt werden (sondern als Agrotreibstoffe und Viehfutter)».

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