Ein langjähriger Kontakt mit Pestiziden kann im Alter zu Alzheimer führen © Flickr/Greencolander/CC

Ein langjähriger Kontakt mit Pestiziden kann im Alter zu Alzheimer führen

Pestizid-Exposition führt zu Alzheimer

Red. / 24. Feb 2014 - Wer Pestiziden direkt ausgesetzt ist, hat ein erhöhtes Alzheimer-Risiko. Das zeigt eine Studie aus den USA.

Die im «Journal of the American Medical Association» JAMA im Januar veröffentlichte Studie ist brisant, kommen doch in den USA nach Angaben der US-Umweltbehörde EPA jedes Jahr mehr als 900'000 Tonnen Pestizide im Getreideanbau, in Haushalten, Schulen, Pärken und Wäldern zur Anwendung.

Im «New England Medical Journal» fasst Jaime Toro die neue Studie wie folgt zusammen.

DDT-Metaboliten im Gehirn gemessen

Die neue Studie im JAMA bestätigt eine frühere Studie aus dem Jahr 2010. Auch weitere Studien hatten Indizien für ein erhöhtes Risiko von Alzheimer oder Parkinson aufgezeigt. Deshalb entschlossen sich Forscher zu einer Fallstudie, wobei sie Serumproben von Patienten mit Alzheimer untersuchten, die in den Staaten Texas und Georgia zwischen 2002 und 2008 entnommen worden waren. Insgesamt wurden 165 Proben von 79 Kontrollen (vergleichbare Menschen ohne Alzheimer) und 86 Alzheimer-Fälle untersucht. Darunter waren 94 Frauen und 71 Männer. Die Probanden wurden einem Mini-Mental-Test (MMSE) unterzogen. Im Gehirn der Probanden massen die Forscher die Menge von DDE, das sind Abbauprodukte oder Metaboliten von DDT.

Der mittlere DDE-Spiegel im Serum war bei Alzheimer-Patienten um 3,8 mal höher als bei den Kontrollen. Jene im höchsten Drittel der DDE-Spiegel hatten ein 4 mal höheres Risiko Alzheimer zu bekommen und auch signifikant niedrigere MMSE Werte. Träger eines bestimmten APOE-Genotyps hatten ein noch erhöhtes Demenzrisiko.

Die Autoren der im JAMA veröffentlichten Studie schlossen daraus, dass erhöhte Werte von DDE ein erhöhtes Risiko für eine Alzheimer-Erkrankung darstellen, und dass Patienten mit einem APOE Gen-Strang bedeutend empfänglicher sind für die Wirkungen von DDE. Die Studie hat die bisher grösste Mengen Daten ausgewertet.

Ihre Resultate belegen, dass Umweltfaktoren, insbesondere die Pestizid-Exposition, einen signifikanten Risikofaktor für eine spätere Alzheimer-Erkrankung darstellen.

Jaime Toro schliesst mit einem Appell: Epidemiologische Studien sollten zukünftig auch spezielle Pestizide oder andere giftige Chemikalien untersuchen, denen Menschen ausgesetzt sind.

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Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

Keine. Übersetzung durch Jessica Kehl.

Weiterführende Informationen

Neurology 2010: «Occupational exposure to pesticides increases the risk of incident AD: the Cache County study»

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Eine Meinung

Ein Grund mehr für Bio! Weg mit dem giftigen Zeug!!!
Auch dies könnte interessant sein:
http://renegraeber.de/alzheimer_report.pdf
Urs Lachenmeier, am 24. Februar 2014 um 21:50 Uhr

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