«The Desert Sun» recherchierte, wie Nestlé Wasserreserven in Kalifornien fürs Geschäft nutzt © Michael Snyder «Desert Sun»
«The Desert Sun» recherchierte, wie Nestlé Wasserreserven in Kalifornien fürs Geschäft nutzt © Michael Snyder Desert Sun

Kalifornien verdurstet – Nestlé nutzt das Wasser

Red. / 17. Aug 2014 - Der US-Bundesstaat leidet unter einer Rekorddürre. Nestlé soll in «unethischer» Weise profitieren, kritisiert Umweltschutzverband.

Kalifornien erlebt eine Wasserkrise. Die bisherigen Verluste der Landwirtschaft werden auf über eine Milliarde Dollar geschätzt. Der Staat hat die Einwohner aufgefordert, ihren Wasserverbrauch um 20 Prozent zu verringern. «Doch das ist dem Nestlé-Konzern offensichtlich egal», kritisiert die «League of Conservation Voters» (Vereinigung umweltbewusster Wähler) und sammelt 50'000 Unterschriften. Nestlé solle keine Gesetzeslücken mehr ausnützen, um aus der Rekorddürre Profit weiter zu schlagen. Denn Nestlé könne nur deshalb kalifornisches Wasser abzapfen, weil ihre Anlage in einem indianischen Reservat liege.

Die Umweltorganisation erinnert Nestlé-Verwaltungsratspräsident Peter Brabeck an dessen eigenen Worte: Der Welt gehe das Wasser aus und Wasserknappheit sei schlimmer als Klimawandel: «Wir sind stolz darauf, unsere Geschäftstätigkeit verantwortungsbewusst auszuüben und den Schutz von Wasser und Energie im Fokus zu haben.»

«Wir dürfen das nicht so stehen lassen, wir müssen Nestlé stoppen, bevor der Konzern das wenige verbleibende Wasser in Kalifornien auch noch für sich nutzt», erklärt die «League of Conservation Voters». Sie ruft dazu auf, eine Petition an Nestlé zu unterzeichnen und hofft, mit 50'000 Unterschriften Nestlé zum Handeln zu veranlassen.

Im vergangenen Jahr haben mehr als 45'000 Wählerinnen und Wähler der «League of Conservation Voters» zusammen mit Aktivisten aus dem ganzen Land erreicht, dass die Detailkonzerne «Target» und «Walmart» gefährliche giftige Chemikalien aus ihren Verkaufsstellen entfernen mussten. «Wir wissen dass diese grossen Konzerne, immer mit Blick auf ihre Gewinne, die Meinung ihrer Kunden beachten, vorausgesetzt genügend viele von uns erheben ihre Stimme.», zeigen sich die «League»-Aktivisten überzeugt.

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Hier kann man die Petition unterschreiben

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Siehe:

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Übersetzung aus dem Englischen von Barbara Stiner

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Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

Keine

Weiterführende Informationen

Recherche im «The Desert Sun» vom 22.7.2014

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18 Meinungen

Jetzt ist, Nestlé, seit 45 Jahren ein Lieblingsfeindbild, sogar an der Not in Amerika schuld. In Kalifornien, it never rains in Southern California, bekanntlich mehr Öl als Wasser. Nestlé soll sich bei Obama entschuldigen.
Pirmin Meier, am 17. August 2014 um 11:41 Uhr
Das hat nichts mit «Feindbild» zu tun, sondern mit Ethik. Also, unterschreiben und Nestlè produkte lenks stehen und liegen lassen.
Gabriella Broggi, am 17. August 2014 um 18:02 Uhr
Ich verstehe Sie, Gabrielle Broggi, aber zwischen der Sahelzone und Kalifornien, wo aufgrund des US-Potentials niemand verdursten muss, ist ein Unterschied. Der Titel war journalistisch unangemessen.
Pirmin Meier, am 17. August 2014 um 18:33 Uhr
Die Thematik ist ja nicht neu, aber sie ist meistens aus Peripherieländern berichtet worden. In Indien haben sich halt die Bauern am Schluss dann umgebracht.
Nun kann es auf ein Schlammringen CH-Multi gegen US-Richter hinauslaufen.
Schadenfreude ( US-Übersetzung ist das Lehnwort «Schadenfreude» - aber das Konzept ist auch in dieser Kultur bekannt) ist ja die schönste Freude.

Werner T. Meyer
Werner Meyer, am 17. August 2014 um 21:06 Uhr
Der Artikel scheint mir etwas dürr - Wassermangel? Was genau ist das Problem mit Nestlé? Sie füllen Wasser in Flaschen ab? Und dieses Wasser fehlt anderswo? Oder was oder wie?
War nicht letzthin zu lesen, dass der Aufruf, Wasser zu sparen, Null Wirkung zeigte? Ich mag Nestlé ja auch nicht besonders: Aber ist das jetzt etwa auch noch deren Schuld?
Felix Rothenbühler, am 17. August 2014 um 23:48 Uhr
@Rothenbühler. Nestlé nutzt das Grund- und Trinkwasser, welches auch die Landwirtschaft braucht.
Ulrich Gasser, am 18. August 2014 um 08:42 Uhr
@Gasser: Naja, soweit kann ich auch noch denken. Allerdings kann ich mir nicht vorstellen, dass Nestlé dort in dermassen grossen Mengen Wasser abfüllen kann, dass es die Landwirtschaft trifft. Und ich vermute, dass die Leute dort auch nicht Hahnenwasser trinken, sondern ... Nestlé-Flaschen-Wasser? (Hahnenwasser trinken scheint eine lediglich Schweizer Untugend zu sein.)
Aber wie gesagt: Nichts Genaues weiss man nicht und der Artikel erhellt es uns leider auch nicht. Er erzählt uns lediglich, dass Konsumenten ihre Macht entdeckt haben und sie jetzt mal auch an Nestlé testen.
Und vielleicht hätten diese Konsumenten, die ja auch Staatsbürger sind, besser vorher darauf geachtet, dass Wasser per Gesetzt kein privates Gut sein kann?
Felix Rothenbühler, am 18. August 2014 um 08:59 Uhr
@So ist es, Herr Rothenbühler. Wasser und Luft galten einst als «freie Güter", aber nicht im Sinn einer Monopolisierung durch eine Firma, bestimmt nicht. Über alles gesehen, schliesse ich nicht aus, dass der Nutzen, den Nestlé weltweit angerichtet hat, sogar eher grösser sein könnte als der Schaden. Das Schlagwort «Nestlé tötet Babies» war vor allem für die innerpsychische linke Bewusstseinsbildung wichtig vor 43 Jahren, obwohl wie bei fast jedem Schlagwort noch ein Rest Wahrheit dran war. Selber bin ich vielleicht relativ Nestlé-freundlich gesinnt, weil ich vor 60 Jahren Schoggibildli von berühmten Schweizern sammelte, so von Paracelsus (unterdessen 6. Auflage) und Klaus von Flüe (3. Auflage). Auch Zwingli, Albrecht von Haller, Salomon Gessner, Kleinjogg, Rousseau, Vincenzo Vela, Louis Favre bis Giuseppe Motta. Heute müssten es Fussballer oder Popstars sein.
Pirmin Meier, am 18. August 2014 um 09:18 Uhr
In vielen Peripherieländern (Pakistan beispielsweise) trinkt man jetzt nur noch Wasser aus der Flasche, falls man jemand ist. Falls nicht, ist man mit oft mit einer vergammelnden öffentlichen Wasserversorgung oder mit einem Ende des freien Wasserbezugs konfrontiert.

Verlangen wir in der Beiz doch Hahnenwasser, das hat an den meisten Orten mehr Mineralien als das «Mineralwasser» H.

Werner T. Meyer

Werner T. Meyer
Werner Meyer, am 18. August 2014 um 09:33 Uhr
@Meyer: Man kann durchaus auch über ein Verbot von Flaschenwasser nachdenken, denn es ent-solidarisiert eine Gesellschaft. Für eine funktionierende Trinkwasserversorgung braucht es die Zusammenarbeit der Bevölkerung. Um eine Flasche Wasser zu kaufen hingegen lediglich genug Geld.
Felix Rothenbühler, am 18. August 2014 um 09:42 Uhr
Das Verbot von Flaschenwasser setzt totalitäre Kontrolle der Gesellschaft voraus, Vorsicht beim visionären Nachdenken.
Pirmin Meier, am 18. August 2014 um 09:47 Uhr
@Meier: So ernst meinte ich das natürlich nicht. Denkbar ist aber auch, dass eine Gesellschaft selber ein Verbot ausspricht und umsetzt - ganz demokratisch halt. (Was selbstverständlich auch nicht viel weniger visionär ist.)
Felix Rothenbühler, am 18. August 2014 um 10:41 Uhr
Zu «@Meyer: Man kann durchaus auch über ein Verbot von Flaschenwasser nachdenken"
Wo habe ich denn ein Verbot gefordert? Ich habe nur dazu aufgerufen, selber Hahnenwasser zu trinken und damit zu wissen, wie das schmeckt. Wenn am Roten Meer in den Touristenghettos nur Flaschenwasser getrunken werden darf, wie ist es dann ausserhalb? Und Ägypten ist noch weit weg von den gefählichsten Gebieten, wo sich regelmässig Cholera und Ebola ausbreiten.

Werner T. Meyer
Werner Meyer, am 18. August 2014 um 11:47 Uhr
Das Verbot postulierte nicht Werner T. Meyer, sondern Felix Rothenbühler, der es auch bereits nicht mehr so gemeint haben will. Es ist klar, dass man bei vordergründigen Verbotsforderungen betr. Unerwünschtem auch hintergründig die Strukturfragen bedenken muss, will man nicht «das Kind mit dem Bade ausschütten". Herr Rothenbühler hat es sehr wohl verstanden. Wo ich meine Arbeits-"Zweitwohnung» habe, war das Leitungswasser wegen den sommerlichen Überschwemmungen zunächst verschmutzt, dann mit Chlor behandelt, also kochte man mit Flaschenwasser und trank auch Flaschenwasser zum Essen. So etwas zu Verbieten wäre absurd, auch wenn unsere Lebenserwartung deswegen «ungerecht» höher ist als in gewissen Weltarmenhäusern.
Pirmin Meier, am 18. August 2014 um 12:32 Uhr
Schon erstaunlich, welch zahlreiche, teils sogar erhellende Reaktionen so ein mieser substanzarmer Bericht hervorrufen kann!
Henri Leuzinger, am 18. August 2014 um 13:26 Uhr
Mein Gedanke an ein Flaschenverbot soll die Zusammenhänge aufzeigen zwischen dem Konsum von Flaschen- oder eben Hahnenwasser, einer funktionierenden (oder eben nichtfunktionierenden) öffentlichen Wasserversorgung und dem Zusammenspiel zwischen Firmen und Staat bzw. auch den Interessen von Bürgern und Konsumenten. Die Parallelen zwischen der Schweiz und den betroffenen Ländern liegt insbesondere darin, dass gewisse Exponenten hier nach mehr «Eigenverantwortung» schreien und dabei vergessen, dass sehr viele Errungenschaften nur Dank einer funktionierenden, solidarischen Gesellschaft erreicht werden konnten.
Sie, Herr Meyer, haben aufgerufen, mehr Hahnenwasser zu bestellen - und ich rufe auf, unserem Staatswesen, das auf Gemeinsinn und Solidarität beruht, mehr Sorge zu tragen, statt z.B. Firmen immer mehr Macht und Einfluss zu ermöglichen (ja, ich denke hier auch an Nestlé). Daran könnte sich dann auch Kalifornien ein Beispiel nehmen. Aber zuerst Nestlé die Abfüllanlage bauen zu lassen und danach zu merken, dass die dafür ja Wasser brauchen, ist, entschuldigen Sie meine Ausdrucksweise, etwas dumm. Und statt sich an die Stirn zu klatschen und die eigenen Dummheit zu bedauern nun auch noch einen Sündenbock zu suchen, ist doppelt dumm.
Wie auch immer: Ich würde immer noch gerne hier lesen, wie viele Kubikmeter Wasser Nestlé dort abfüllt und wie viele Prozente dies ausmacht zum Verbrauch der Landwirtschaft.
Felix Rothenbühler, am 18. August 2014 um 14:21 Uhr
Da gehen die Kommentare wieder mal am Thema vobei. Schauen Sie sich doch Filma an, die zeigen welche Mengen von Flaschen abgefüllt werden, und das im Verhältnis zu den nachkommenden
Wassermengen steht. Und wenn Dürre herrscht, so kommt wenig oder kein Wasser nach. das scheint logisch, oder?
Und wenn dann eine Firma das Wasser in Mengen abzapft und vekauft, so ist das Mundraub. Und wenn man dann noch in ein
Schutzgebiet geht, um Gesetze zu umgehen - wie nennen Sie das?
Elisabeth Schmidlin, am 18. August 2014 um 14:39 Uhr
Wir hängen da alle mit drin - dank unseren Pensionskassen sind wir alle Nestlé-Aktionäre.
Olivier Bregy, am 18. August 2014 um 16:26 Uhr

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