Spionage-Skandal: Die UBS-Hintermänner

Lukas Hässig © lh
Lukas Hässig / 06. Mai 2017 - Ein Ex-Direktor der CS, ein Ex-Chef der Zürcher Polizei, ein Juristen-Intimus im Private Banking – sie zogen die Fäden.

Trump wollte mit seinem militärischen Kraftakt die Medien-Erregung über «Russiagate» zum Schweigen bringen, die Neokonservativen beruhigen und den Absturz seiner Umfragewerte stoppen. Dass er den Luftangriff wenige Stunden nach dem Giftgasvorfall befahl, legt den Schluss nahe, dass er blindlings drauflos bombardieren liess, ohne die Faktenlage im syrischen Ort Khan Sheikoun genau zu kennen. So hätte man denken können.

Haushaltszucker oder Saccharose besteht aus Glucose (links) und Fructose

Nicht jeder wird süchtig und krank, wenn er viel Zucker isst. Gehirn und Muskeln brauchen Zucker wie ein Fahrzeug Benzin, sonst können sie nicht arbeiten. Aber bekanntlich macht die Menge das Gift. Über den empfohlenen 6 Teelöffeln Zucker (25 Gramm), die Erwachsene laut der Weltgesundheitsorganisation WHO täglich zu sich nehmen sollten, liegt aber fast jeder. Schon, wer beim Frühstück einen «süssen Zahn» hat, hat die Tagesdosis bereits intus, fand der Fernsehkoch Tim Mälzer für das ARD heraus (Infosperber berichtete). Zucker zu vermeiden sei so gut wie unmöglich, sagt er.

[[Warum Schweizer Verbraucher noch Glück haben]]

Seit 2015 gibt es zwischen dem russischen Militär in Syrien und der US-Armee eine Art Sicherheits-Telefonlinie, die dazu dient, unbeabsichtigte Konfrontationen im syrischen Luftraum zu vermeiden. Truth-out zitierte bereits am 13. April einen namentlich nicht genannten Geheimdienst-Offizier, der sagt, die Russen hätten 24 Stunden vor dem Angriff ihre amerikanischen Ansprechpartner auf dem üblichen Kommunikationsweg informiert, dass ein Luftangriff auf Khan Sheikun stattfinden werde und dass es dort ein Waffenlager der Dschihadisten gebe, in dem hochgiftige Chemikalien vermutet würden.

Der Kreml hält bis dato an dieser Darstellung fest und verdächtigt die Weisshelme sowie andere Aktivisten, die auf Seiten der syrischen Opposition stehen, den Luftangriff benutzt zu haben, um eine «False Flag Operation» zu montieren. Indem der Regierung in Damaskus die Schuld am grausamen Tod von Männern, Frauen und Kindern in die Schuhe geschoben wurde, habe man einen Vorwand geschaffen, der einen amerikanischen Erstschlag gegen Assad rechtfertigte. Die Regierung Trump hat dies zwar vehement als völlig falsch zurückgewiesen. Es gibt aber laut Truth-out ein internes Papier der Trump-Regierung, in dem von einem «regime airstrike on a terrorist ammunition dump in the eastern suburbs of Khan Sheikoun» die Rede ist.

Dass diese Beschreibung zutreffen könnte, lässt sich auch einem Bericht der New York Times entnehmen, in dem eine Augenzeugin aussagt, sie sei an einem einstöckigen Gebäude vorbeigegangen, als ein Flugzeug eine Bombe auf dieses abgeworfen habe. Daraufhin habe sich eine pilzförmige Rauchwolke ausgebreitet. Sie sei nach Hause gerannt und habe gesehen, wie Leute, die zu Hilfe kamen, von der vergifteten Luft getötet worden seien.

Auch der emeritierte MIT-Professor Theodore Postol, spezialisiert auf Waffentechnik und internationale Sicherheitspolitik, hat den Fall Khan Sheikoun äusserst gründlich untersucht und kommt zum Ergebnis, die Freisetzung von toxischen Chemikalien könne nicht aus Raketen oder Granaten erfolgt sein, die aus der Luft abgefeuert wurden.

[[Das Weisse Haus spielt ein falsches Spiel]]

UBS-Mann schwärzt Daniel M. bei der Bundesanwaltschaft an

An dieser Stelle kommt der Spitzenjurist der UBS ins Spiel. Er heisst Oliver Bartholet und beginnt im Jahr 2014, Ex-UBS-Ermittler Daniel M. bei der Bundesanwaltschaft anzuschwärzen. Bartholet händigt den Schweizer Strafbehörden immer wieder neue Dokumente aus, ohne jedoch Strafanzeige zu erstatten.

Gegen Ende 2014 kommt es dann zum Deal zwischen UBS-Jurist Bartholet und dem zuständigen Bundesanwalt. Der Plan lautet: Bartholet macht offiziell Strafanzeige gegen Daniel M., damit die Bundesanwaltschaft zuschlagen kann. Gesagt, getan. Bartholet schickte zusammen mit der Strafanzeige das ganze Dossier mit verdächtigendem Inhalt gegen Daniel M. der Strafbehörde des Bundes nach Bern. Kurz darauf nahm die Bundesanwaltschaft Daniel M. in flagranti auf dem Zürcher Paradeplatz fest.

Ray McGovern, ein CIA-Analytiker, der über Jahrzehnte für den täglichen Bericht an den US-Präsidenten verantwortlich war, gehörte damals zu den Dutzenden von Geheimdienstleuten, die die offizielle Erzählung des Weissen Hauses in Frage stellten. Er kommt heute erneut zum Ergebnis: Das Weisse Haus spielt ein falsches Spiel. Da werden «Beweise» fabriziert, die nicht den Erkenntnissen der Geheimdienste entsprechen, sondern den Interessen von Donald Trump und seiner Entourage. Was Trumps Nahost-Politik angehe, sie sei inexistent. Er sei ein Spielball der Generäle, mit denen er sich umgeben habe (completely at the mercy of the generals with whom he has surrounded himself).

Das Fatale an der Situation, so Ray McGovern, sei der vorauseilende Gehorsam, mit dem die Medien dem offiziellen Washington folgten: «Die Vierte Gewalt ist tot. Das schwerwiegendste Problem ist, dass die Amerikaner nicht wissen, was auf der Welt passiert.»

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Dieser Bericht erschien am 5. Mai 2017 zuerst auf «Inside Paradeplatz».

Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

Keine. Der Wirtschaftsjournalist Lukas Hässig betreibt die Webseite «Inside Paradeplatz».

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2 Meinungen

Einmal mehr muss man sich bei dieser Spionageaktion des Nachrichtendienstes der Schweiz in Deutschland fragen: Wer regiert die Schweiz. Ist es das Volk, der Bundesrat? Sind es Gesetze oder sind es andere Kreise die die Strippen ziehen? Ist der Bundesrat in dieser Spionage-Affäre die Marionette von anderen Leuten die ihre Interessen durchsetzen wollen? Dass deutsche Steuerhinterzieher ihren Staat betrügen liegt nicht im Interesse von uns Schweizern. In den USA werden Kreise die im Verborgenen bestimmenden Einfluss auf die Regierung nehmen als «tiefer Staat» bezeichnet.

Auch in anderen Sektoren wird in der Schweiz in der Schweiz auf Entscheidungen Einfluss genommen, nicht einmal im Verborgenen: Seit Jahrzehnten ist es in der Schweiz verboten an Staaten Kriegsmaterial zu liefern» wenn das Bestimmungsland in einem internen oder internationalen bewaffneten Konflikt verwickelt ist»; Trotzdem werden seit Jahrzehnten Rüstungsgüter an Staaten geliefert die Kriege führen, an Nato Staaten, an Diktaturen im Nahen und Mittleren Osten, in Afrika und in Lateinamerika. Die Nationalbank, Grossbanken und unsere Pensionskassen investieren in ausländische Konzerne die Kriegsmaterial herstellen, die sogar verbotene Waffen, wie Atombomben, Streubomben und Antipersonenminen herstellen. Der Einfluss der Kreise die an diesen ekligen Geschäften verdienen ist anscheinend so gross, dass der bürgerliche, christliche und sozialdemokratische Bundesrat solche widerlichen Deals gutheisst. Gutheissen muss?
Heinrich Frei, am 06. Mai 2017 um 11:50 Uhr
Das Bankgeheimnis (Kundenschutz) wurde seit Jahrzehnten als Steuervermeidung - Marketing umgesetzt! Finanzplatz Schweiz ein verlässlicher Partner! Das Geld (nicht getilgte Schulden Dritter) ist bekanntlich Macht und sucht Rendite! Da spielen ethische Grundsätze fast keine Rolle!

Empörung ist für mich schon fast scheinheilig, weil diese Art Machenschaften gehören doch auch zum System?

Welche Erkenntnisse man daraus ziehen kann sind darum je nach Einstellung, sehr unterschiedlich! Die Machtverhältnisse werden sicher nicht verschoben?
Georg Bender, am 06. Mai 2017 um 15:16 Uhr

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