Sperberauge

Schweizer Ruag folgt EU-Sanktionen

Urs P. Gasche © Peter Mosimann

upg /  Der Bundesrat kann lange erklären, die Schweiz mache beim Boykott von Russland nicht mit.

Ruag-Chef Urs Breitmeier gab vor wenigen Tagen bekannt, der Rüstungskonzern respektiere die Sanktionen der EU und der USA gegen Russland – obwohl der Bundesrat entschieden hat, dass sich die Schweiz den Sanktionen nicht anschliesst.
Die Ruag hoffe, schreibt die NZZ, dass der «freiwillige Verzicht», verschiedenste Produkte nach Russland zu verkaufen, unter anderem sogar Munition im Jagd- und Sportbereich, «sich eines Tages dank besseren Verkäufen in den USA auszahlen wird».

Unter dem Titel «Banken und Industrie boykottieren trotzdem» hatte Infosperber berichtet, dass der Bundesrat beim Boykott gegen Russland das Sagen weitgehend verloren hat. Grosse Teile der Wirtschaft müssen Boykotte befolgen.
Denn Grossbanken, Versicherungskonzerne und grosse Industriebetriebe sehen sich gezwungen, sich dem Boykott-Diktat von EU und den USA zu beugen und voll mitzumachen.

  • Die US-Justiz zwingt alle Unternehmen, die auch in den USA tätig sind, oder die Geschäfte weiterhin in Dollar abwickeln wollen, die US-Sanktionen 100-prozentig einzuhalten.
  • In der Schweiz wohnhafte EU-Bürger müssen sich als Manager und Verwaltungsräte von Schweizer Unternehmen nicht nur an die Schweizer Gesetzgebung, sondern ebenfalls an die EU-Sanktionsmassnahmen halten.

Das Staatssekretariat für Wirtschaft, Bildung und Forschung Seco schrieb in einer Antwort an Infosperber: «Darüber hinaus berücksichtigen insbesondere international ausgerichtete Schweizer Unternehmen aus Risiko- und Reputationsüberlegungen bei ihren Geschäftsentscheiden auch ausländisches Sanktionsrecht.»

Weiterführende Informationen


Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors

Keine

Zum Infosperber-Dossier:

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Die Sanktionspolitik der USA

US-Wirtschaftsboykotte gegen Iran, Venezuela oder Russland müssen auch die Europäer weitgehend befolgen.

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