Geheimarmist Hans-Rudolf Strasser (†) im ehemaligen Geheimbunker (2009/SRF Reporter) © srf

Geheimarmist Hans-Rudolf Strasser (†) im ehemaligen Geheimbunker (2009/SRF Reporter)

Letzte Gefechte der Geheimarmisten

Niklaus Ramseyer / 14. Jul 2016 - Neuer Wirbel um die 1990 enttarnte Geheimarmee P-26. Dabei wird verschwiegen: Diese entsprach geheimen Nato-Plänen in ganz Europa.

«Ein geheimer Widerstandskampf kann definitionsgemäss nicht vorbereitet werden», sagte der damalige Schweizer Verteidigungsminister Paul Chaudet am 25. September 1957 vor dem Nationalrat: «Wir haben die Widerstandsbewegungen im und nach dem letzten Krieg eingehend studiert, bevor wir zu diesem Schlusse kamen.» Und: «Sie waren eine Bestätigung des Volkswillens und haben unvorbereitet die für den Kampf nötigen Organisationsformen gefunden – über ihre Wirksamkeit besteht kein Zweifel.»

Chaudet, der später im Mirage-Skandal traurige Berühmtheit erlangte und gehen musste, fügte noch bei: «Eine – vielleicht erstaunliche – Erfahrung zeigt, dass es nicht möglich ist, von vornherein zu bestimmen, wer sich für die ganz besondere Aufgabe des geheimen Widerstandes eignet; es ist erstaunlich, wie Leute, deren Mut zuvor nicht besonders aufgefallen ist, oft auch Frauen und Minderjährige, eine grosse Risikobereitschaft gezeigt und schwere Verantwortung übernommen haben, während andere, anscheinend für Heldentaten vorbereitet, sich der brutalen Drohung der Besatzungsmacht beugten.»

Briten organisieren Schweizer Geheimarmee

Es ging damals um ein Postulat, das im Nachgang zum Einmarsch der Sowjetarmee 1956 in Ungarn eingereicht worden war. Der Bundesrat nahm es (ohne Diskussion) «mit Vorbehalten» (siehe oben) entgegen und 1961 wurde es abgeschrieben. Damit schien die Sache erledigt: Weder die Räte noch der Bundesrat oder die Militärkommissionen befassten sich in den nächsten 30 Jahren je wieder mit dem Thema «Widerstand nach einer Invasion» – auch 1968 nach dem Einmarsch der Sowjets in der Tschechoslowakei nicht.

Umso grösser die Überraschung dann, als 1990 im Nachgang zur Fichenaffäre in der Schweiz plötzlich eine leicht bewaffnete Geheimarmee namens P-26 mit 400 Mitgliedern und 400 Reservisten aufflog. Die Kader dieser P-26 rekrutierten sich vorwiegend (zu zwei Dritteln) aus aktiven oder ehemaligen Berufsmilitärs mittlerer Grade. Nur dem Armeechef (damals «Generalstabschef») war das ganze «Projekt 26» vollumfänglich bekannt. Organisiert und illegal mit Millionen aus der Bundeskasse finanziert worden war die Geheimtruppe hinter dem Rücken des Bundesrates, des Parlamentes und der zuständigen Kommissionen. Hinter dem Rücken des Schweizer Souveräns (Volk) sowieso: Eine kleine illegale und heimliche Privatarmee mitten in der Armee also.

Gute Kontakte hatten die P-26-Geheimarmisten hingegen zu Geheimdiensten des Nato-Landes Grossbritannien. Die Landesregierung hielt dazu am 14. Januar 1992 fest: «Es ist bedenklich, dass die britischen Dienste mehr über P-26 wussten, als der schweizerische Bundesrat.» In der Startphase der P-26 hätten «Know-how und Erfahrung der britischen Dienste dominiert». Und: «Vor allem in der Ausbildung war die Zusammenarbeit mit den Briten immer sehr eng.»

«Gefahr für die verfassungsmässige Ordnung»

Auch der fundierte und sehr informative Bericht der Parlamentarischen Untersuchungskommission (PUK-EMD) zu diesem Skandal vom 17. November 1990 hält auf seinen insgesamt 277 Seiten fest, «dass Angehörige der Organisation P-26 zum Teil im Ausland Ausbildungskurse besucht haben». Und: Umgekehrt seien ausländische Instruktoren an der Ausbildung der Geheimarmisten in der Schweiz beteiligt gewesen. Was Wunder kommt der Bericht, der unter der Leitung des allseits geachteten und respektierten Juristen, CVP-Ständerats und Milizobersten Carlo Schmid-Sutter redigiert worden war, zum Schluss: Die allenthalben illegale Geheimtruppe sei «an sich eine potentielle Gefahr für die verfassungsmässige Ordnung» unseres Rechtsstaates.

Das Eidgenössische Militärdepartement (EMD), das heute VBS heisst, gab gegenüber Schmids PUK am 13. August 1990 selbst zu, die P-26 sei «in Übereinstimmung mit ausländischen Organisationsmodellen bewusst ausserhalb der Armee angesiedelt» worden. Darüber und auch über die im Bericht erwähnten «ausländischen Instruktoren», die da heimlich und illegal in der Schweiz wirkten, hätten 38 Nationalräte am 12. Dezember 1991 noch mehr wissen wollen: Sie verlangten, Schmids PUK-Bericht EMD sei «noch in einigen Punkten zu ergänzen – namentlich bezüglich der Rolle der CIA und der USA beim Aufbau von P-26». Umsonst: Eine Mehrheit von 96 Volksvertretern (vorab rechts im Saal) wollte dazu nichts mehr sehen und hören.

Einmischung des Auslands bleibt geheim

Der Bundesrat liess die Einmischung ausländischer Agenten in den Aufbau einer illegalen Geheimarmee in der Schweiz dann doch noch durch den Neuenburger Juristen Pierre Cornu untersuchen. Daraufhin behauptete die Landesregierung in einer Verlautbarung: Die «europäischen Widerstandsorganisationen», die inzwischen nachweislich ab Mitte der 70er Jahre in mehreren Nachbarländern der Schweiz heimlich aufgebaut wurden, seien sich zwar «in punkto Strukturen, Ausbildung und Material sehr ähnlich gewesen». Doch «sollen sie institutionell keinen Bezug zur Nato gehabt haben». Die Schweizer P-26 habe sowieso nicht dazu gehört. Den gesamten Bericht Cornu vom August 1991 hält der Bundesrat jedoch weiterhin geheim. Begründung: Eine Publikation könnte «die Beziehungen der Schweiz zu mehreren befreundeten Staaten belasten».

Nato-Funkgerät statt SE 125

Bekannt wurde dennoch, dass die Schweizer Geheimarmisten mit dem Nato-Funkgerät «Harpoon» kommunizierten – und nicht etwa mit dem damals in der legalen und offiziellen Schweizer Armee weit verbreiteten SE 125, mit dem die P-26 nach einer Besetzung des Landes ja auch zu «versprengten Truppenteilen» hätten Kontakt halten können.

Wie falsch die bundesrätliche Darstellung des Cornu-Berichts ist, zeigt sich zudem in den Enthüllungen des mehrmaligen italienischen Ministerpräsidenten Giulio Andreotti: Er berichtete am 3. August 1990, dass unter dem Namen «Gladio» schon vor 1980 in mehreren Ländern Europas (Italien, Frankreich, Belgien) hinter den Rücken der gewählten Regierungen illegal ganz ähnliche Geheimarmeen wie die Schweizer P-26 aufgebaut worden waren. Gelenkt und orchestriert hätte dies das US-Militäroberkommando in Europa sowie die Geheimdienste CIA und MI-6. Genau jener britische Geheimdienst war da also am Werk, der gemäss Bundesrat auch «die Startphase der P-26» in der Schweiz «dominiert» hatte.

Hintergrund dieser Wühlarbeit war dabei weniger ein militärischer, als vielmehr ein politischer: Der Sowjet-Einmarsch in Prag hatte ja schon 1968 stattgefunden. Hingegen waren in Italien die Kommunisten nach 1970 immer stärker geworden (fast 40% Wähleranteil) und ab 1981 in Frankreich sogar an der Regierung beteiligt.

Auffallend: Auch die P-26 wurde erst in den Achtzigerjahren stark ausgebaut, was sich an den jährlich illegal aus der Bundeskasse abgezweigten Geldern zeigt: 1984 noch 1,4 Millionen Franken, 1986 schon 2,8 und 1989 gar über 10 Millionen. Diese Zusammenhänge hat der ausgewiesene Historiker Daniele Ganser in seinem international beachteten Buch «Nato-Geheimarmeen in Europa» (Orell Füssli 2005) solide aufgearbeitet.

Geheimhaltung schadet der Verteidigung

Dass es auch bei der Schweizer P-26 nicht nur um Widerstand nach militärischer Besetzung ging, steht schon in Schmids PUK-Bericht von 1990: Unter den «Einsatzszenarien» für die Geheimarmee, die der Generalstabschef allein definiert hatte, steht dort auch Punkt «5.4 Umsturz» und zwar «durch Erpressung, Unterwanderung und/oder dergleichen». Die Untersuchungskommission warnt: «Dieses Szenario schliesst nicht aus, dass die Organisation auch bei einem in demokratischen Formen zustande gekommenen Machtwechsel hätte eingesetzt werden können». Für einen gewalttätigen «Regime-Change» also etwa.

Der Bericht zeigt zudem, dass dies zusammen mit den dubiosen Kontakten zu britischen Agenten der Hauptgrund für die klandestin-illegale Organisation der P-26 und deren strikte Geheimhaltung auch vor der Landesregierung war: «Die PUK EMD ist der Ansicht, dass das Parlament und damit die Öffentlichkeit über die Tatsache, dass eine solche Organisation im Aufbau begriffen ist, hätten orientiert werden müssen», kann man da lesen. «Dies insbesondere deswegen, weil die Geheimhaltung dieser Tatsache im Interesse der Landesverteidigung keineswegs geboten war.» Ganz im Gegenteil: Die Bekanntgabe der Widerstandvorbereitung hätte zusätzliche «Dissuasionswirkung entfalten», einen möglichen militärischen Gegner also erst recht abschrecken können.

Maulwürfe und gutgläubige Mitläufer

Dies alles zeigt, dass es in der P-26, die der damalige FDP-Bundesrat Kaspar Villiger dann rasch aufgelöst und abgewickelt hat, durchaus gutgläubige Mitläufer gab. Sie meinten effektiv etwas für zusätzliche Sicherheit des Vaterlandes zu leisten, weil sie die dubiosen Hintergründe nicht kannten. Andere jedoch verhielten sich wie Maulwürfe: Sie sassen teils in Vorzimmern der Bundesräte – und täuschten diese über ihre Doppelrolle als Geheimarmisten arglistig. Konkret heisst dies: «Du bist zwar der Chef. Aber über wichtige Sachen rede ich eher mit ausländischen Agenten, als mit dir.»

Dass etwa Verteidigungsminister Villiger solche Leute nach deren Auffliegen rasch aus seinem Umfeld entfernte, ist völlig logisch. Ein Bundesrat kann gut bezahlte Funktionäre, die heimlich zahlreiche Bundesgesetze brechen und übertreten und zudem noch Millionen illegal aus der Bundeskasse abzweigen ja wohl kaum in seinem Stab dulden. Mehr noch: Die führenden Geheimarmisten sollten sich glücklich schätzen, dass sie für ihre zahlreichen Gesetzesbrüche und Übertretungen nie rechtlich belangt wurden.

Posthume Proteste und Reinwaschungen

Das alles hindert ehemalige Mitglieder der dubiosen Organisation und ihre Freunde nicht, weiter an der durchsichtigen Legende von den P-26-Geheimarmisten als standhaften Patrioten zu stricken. Auch posthum in Todesanzeigen noch (siehe Infosperber: «Todesanzeige greift Alt-Bundesrat an»): «Mit seinem jahrzehntelangen Wirken zugunsten der geheimen Widerstandsvorbereitung hat Franz für unser Land mehr geleistet, als die meisten von uns je zu leisten vermögen», konnte man in einem Nachruf auf das ehemalige P-26-Mitglied Hans-Rudolf Strasser v/o «Franz» in mehreren Zeitungen lesen.

Zuvor schon hatte der Basler Journalist Martin Matter, ein guter Bekannter von Franz, in einem Buch versucht, die P-26 reinzuwaschen. Doch schon der Titel ging daneben: «Die Geheimarmee, die keine war» (Verlag hier + jetzt). Ja, was ist denn eine Truppe von bis zu 800 Mann, die über Maschinenpistolen, Präzisionsgewehre, Sprengstoff und panzerbrechende Infanteriewaffen mitsamt Munition verfügt, anderes als eine «Geheimarmee», wenn weder die Landesregierung, noch die eidgenössischen Räte oder deren zuständige Kommissionen etwas von ihr wissen?

Matter behauptet zudem keck: Die P-26 wäre «das letzte Mittel in der Hand des Bundesrates gewesen, die sowjetische Besatzungsmacht mürbe zu machen und die freiheitlich-demokratische Ordnung wiederherzustellen». Eben gerade nicht «in der Hand des Bundesrates», sondern hinter seinem Rücken, musste Schmids Kommission 1990 feststellen: «Der Chef von P-26 gestand ein, dass der Bundesrat weder einen Schlüssel zur Aktivierung von P-26 noch einen zur Desaktivierung der Organisation besitzt», schreibt sie in ihrem Bericht. Zwar führe die Geheimarmee «den Widerstand auf Befehl», fanden die parlamentarischen Untersucher heraus. Nicht aber auf wessen «Befehl» genau.

Die Antwort findet man dann eventuell im Bericht Cornu – wenn dieser nicht mehr geheim ist. So oder so warnte die PUK EMD: «Die faktische Beherrschung der P-26 durch die oberste Landesbehörde ist nicht gegeben.» Mehr noch: «Die Gefahr eines Missbrauchs durch Selbstaktivierung besteht.» Zum Glück hat Villiger dieses unheimliche Unding, das schon sein früher Vorgänger Chaudet eher unnötig fand, dann rasch entsorgt

Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

Milizoffizier aD der Panzertruppen in der legalen und offiziellen Schweizer Armee

Weiterführende Informationen

Zum Buch des Historikers Martin Matter: P-26
P-26: eine Geheimarmee – oder doch nicht?

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30 Meinungen

tja, da muss man/frau mal wieder infosperber lesen, um Hintergründe zu erfahren. Eine solche Einordnung der P-26 habe ich in der CH-Medienlandschaft nirgendwo gefunden. Bravo!
Helmut Scheben, am 14. Juli 2016 um 13:17 Uhr
Gut erinnert Niklaus Ramseyer bestens informiert und anhand des PUK-Berichts an die leidige Geschichte der Geheimarmee P-26. Aus Anlass der peinlichen Todesanzeige für einen Kadermann der P-26 erhielt leider der Reinwaschautor Matter eine unkritische mediale Plattform. Auf konstruierte Legenden um selbsternannte Patrioten, die die Demokratie sytematisch missachteten, um sie angeblich zu schützen, können wir verzichten. Ihr Geist hat via Soldaten- und Zivilverteidigungbuch allzulang einen wesentlichen Teil der politischen Kultur hierzulande bestimmt. Leider zeigen die Todesanzeige und die Stimmung am rechten Rand des Parteienspektrums, dass es Kräfte gibt, die die Erkenntnisse der PUK-EMD vergessen machen wollen. Umso wichtiger, dass Nik Ramseyer sie faktenkundige in Erinnerung ruft.
Rolf Zimmermann, am 14. Juli 2016 um 13:41 Uhr
Dichtung und Wahrheit über die P-26, mehr Dichtung als Wahrheit! Wo nimmt denn der Autor sein Wissen und seine Gewissheit her? In seinem Text finden sich zuviele Ungereimtheiten, so die Statements von Bundesrat Chaudet und die Verbindungen zur Nato und den USA. - Diesere Beitrag ist grottenschlecht und «Infosperber» absolut unwürdig! - Schuster «Infosperber» bleib bei deinen Leisten und berichte über Dinge welche du einigermassen verstehst, in Bezug auf die Schweizerische Sicherheitspolitik fehlt «Infosperber» schlicht und einfach das Know-How! Und haben Sie schon mal von einer nicht-geheimen «Gemeimarmee» gehört?
Beda Düggelin, am 14. Juli 2016 um 13:50 Uhr
Bravo! Ramseyers «Letzte Gefechte der Geheimarmisten» ist der bisher beste und sachkundigste Artikel zur trüben Geschichte der P-26.

Oswald Sigg
Informationschef EMD/VBS 1998-2004
Oswald Sigg, am 14. Juli 2016 um 14:34 Uhr
Es geht nicht nur um unsere Schweiz! - und auch nicht nur um vergangene Zeiten!!!

Vortrag: Dr. Daniele Ganser: GLADIO - NATO-Geheimarmeen in Europa
https://www.youtube.com/watch?v=jGG0ks0xwcg
Urs Lachenmeier, am 14. Juli 2016 um 14:48 Uhr
Vielen Dank, für diesen Artikel. Ich möchte alle Leserinnen und Leser an dieser Stelle bitten sich die Vorträge von Dr. Daniele Ganser im Internet anzusehen! Ein ''Muss'' um die aktuelle Weltlage etwas besser zu überblicken.

Freundliche Grüsse, Matthieu Chanton

https://www.youtube.com/watch?v=jGG0ks0xwcg
Matthieu Chanton, am 14. Juli 2016 um 17:20 Uhr
Bravo Niklaus Ramseyer! Und wer mehr über geheime Pläne von CIA und NATO erfahren will, dem/der empfehle ich den Krimi zum nie restlos aufgeklärten Bombenattentat auf das Oktoberfest von 1980: «München-Komplott. Denglers fünfter Fall» von Wolfgang Schorlau. Der Autor erwähnt und veröffentlicht darin ein geheimes «United States Army Field Manual». Wer das liest, wird in der nächsten Nacht wohl kaum schlafen.
Ruedi Signer, am 14. Juli 2016 um 19:42 Uhr
Was Geheimdienste für Gruppen gründen und was daraus werden kann,wird uns in Nizza gezeigt.Nur die P26 war ein Cabaretverein und keine Geheimarmee.Im Oktober 1979 war ich in Krattigen.Am Sonntag machten wir mit dem Kader einen Spaziergang ums Dorf,bei einem «Schürli» aus Beton wurde Halt gemacht und es hiess:Das ghört der UNA,da dörft dr im Manöver nid häre.Nun wenn ich nicht an der Strasse stand und kontrollierte ob der Brigadier Deschwanden wie die Foto in seinem Ausweis aussah,war ich im Des Alpes.Und wer sass an der Bar? Die käsigen Gestalten aus dem Bunker.Sagte ich zu so einem James Bond:Du bisch vor UNA. ER darauf:JA,aber Du weisch nid vo welere Abteilig.D'UNA het 7 Abteilige.Der Mann platzte beinahe ob seiner Wichtigkeit.Nun lieber Herr Düggelin,wie hätten die Invasoren den Unterschied zwieschen der normalen Armee und der Geheimen erkennen können.Das Ganze war völlig verzahnt.Die Kalkgreise aus dem EMD waren die Chefs und die plattfüssigen Kettenraucher im Des Alpes werden im Zivilleben auch in Bern Papier gewälzt haben.
Andreas Willy Rothenbühler, am 15. Juli 2016 um 10:48 Uhr
@Andreas Rothenbühler: Was wollen Sie uns nun mitteilen, dass Geheimdienste (siehe Nizza) wichtig sind, oder dass die «Geheimarmee» (wer spricht denn bei 400 Mann schon von einer Armee? - vielleicht das VBS, denn bald bleiben von der einstigen Schweizer Armee nur noch ein paar Mal 400 Mann übrig, zumindest im Kampfeinsatz...) Die P26 war eine Widerstandszelle, mit und ohne Des Alpes-Besuch. Selbstverständlich kann man alles belächeln, aber den Letzten beissen die Hunde!
Beda Düggelin, am 15. Juli 2016 um 13:32 Uhr
Danke für diesen Beitrag. Er geht nahtlos über in den Bericht von der unsägliche Todesanzeige des Geheimarmisten Hans-Rudolf Strasser. Ob man diesen klandestinen Geheimbund nun Armee nennt oder nicht, spielt eigentlich keine Rolle. Man könnte sie als Terrororganisation einstufen, ganz sicher nicht als Widerstandszelle. Sie unterhielt Waffenlager und Bunker. Ums Himmels willen! Es war eine illegale Gang mit unzweideutig hochverräterischem Einschlag. Vielsagend: Sie trieb vor allem in den 1980igern ihr Unwesen, zu der Zeit, als in der Sowjetunion der Reformer Antropow wirkte, der dann durch Gorbatschow ersetzt wurde. Damals gab es keine militärische Bedrohung mehr. Was sich in den Köpfen des P-26 abspielte, können wir nur ahnen. Sie hatten es auf jeden Fall auf die politische Linke in unserem Land abgesehen. Als sich die Wende im Osten abzeichnete, mussten die Herzen dieser Alpen-Reduit-Rambos höher geschlagen haben. Vielleicht würde sich bald die Gelegenheit ergeben, mit dem «inneren Feind» abzurechnen. Es kam zum Glück nicht dazu. Die Fichensammlung wurde entdeckt und dann flog auch noch das P-26 und mit ihm das P-27 auf. Mit der Fichensammlung, auf diese die P-26- «Kalkgreise» - treffender Ausdruck, habe ihn oben gelesen - Zugriff hatten, stand ihnen ein umfangreiches Register «subversiver Personen» zur Verfügung. Die P-26 war eine total durchgeknallte Seilschaft, sozusagen eine Synthese aus Paranoia und Einfältigkeit. Sie besass aber Waffen - und das machte sie gefährlich
Peter Beutler, am 15. Juli 2016 um 17:10 Uhr
Nick Ramseyer gehört in Sachen P-26 zu den Betonköpfen, die seit 25 Jahren alle negativen Klischees und all die Missverständnisse der PUK wiederkäut. Als Autor des bisher einzigen Buchs über die P-26 halte ich fest:

- die P-26 war eine geheime Organisation, die ausschliesslich im Falle der Besetzung unseres Landes nach Kapitulation von Armee und Behörden aktiv geworden wäre, um den Besatzern das Leben schwer zu machen und den Widerstandsgeist in der Bevölkerung wach zu halten. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

- die P-26 war nie eine Einheit, sie bestand vielmehr aus rund 80 Kleingruppen, die vollständig voneinander abgeschottet waren und keinen Kontakt untereinander hatten. Auch im Ernstfall wäre die Organisation nie als Einheit aufgetreten, schon gar nicht für bewaffnete Einsätze. Der Ausdruck «Armee» ist deshalb unsinnig.

- auch Ramseyer tut so, als wären alle Mitglieder der P-26 bewaffnet gewesen. Total falsch. Das normale Mitglied hatte NULL Waffen; die vielzitierten Spezialwaffen waren der Minderheit der sog.Genisten vobehalten, die gezielte Sabotageakte ausüben sollten und Waffen auch zur Selbstverteidigung benötigten. Die Genisten machten nur rund ein Viertel aller P-26-Mitglieder aus.

- die Organisation hatte tatsächlich das Harpoon-Funkgerät. Nur: Erst musste noch die Software für das Gerät produziert werden. Doch bevor die Geräte verteilt werden konnten, flog die Organisation auf. Im Klartext: die P-26 konnte Harpoon gar nie benutzen.
Martin Matter, am 16. Juli 2016 um 17:51 Uhr
- auch das Szenario mit dem Umsturz ist ein klares Missverständnis: P-26-Chef Cattelan dachte dabei an die Tschechei und den gewaltsamen Umsturz durch die minoritäre KP mithilfe der Roten Armee, und niemals an einen Umsturz in der Schweiz. Die P-26-Mitglieder waren Leute wie du und ich, mit normalem Familien- und Berufsleben, häufig in Kaderpositionen. Sie waren weder Umstürzler noch Rambos.

- die P-26 operierte in einer rechtlichen Grauzone, das ist unbestreitbar. Aber vom Mangel einer formellen ermächtigenden Gesetzesgrundlage aus zu «illegal» zu kommen und von «Illegal» zu «kriminell», ist absolut unzulässig. Der Bundesrat wurde anfänglich mehrmals über die P-26 ins Bild gesetzt, die EMD-Chefs und der Chef der Finanzkontrolle waren die ganze Zeit über informiert, und es gab eine geheime parlamentarische Begleitgruppe.

- die These, dass die ganze P-26-Sache von den Briten aufgezogen und nach ihrem Gusto geformt worden sei, ist blanker Unsinn und durch nichts zu belegen. Die Ausbildner der P-26 wurden teilweise auch durch englische Spezialisten geschult, um einen Vorsprung vor ihren Leuten zu gewinnen. Mehr als das gab es in Sachen Kooperation mit einer Nato-Macht nicht.

- eine Frechheit ist Ramseyers Totschlags-Behauptung, ich sei ein «guter Bekannter» Strassers gewesen. Ich kannte ihn von früher, aber: In meinem Buch ist nachzulesen, dass Strasser sein Interview im Streit wieder zurückzog. Er wollte zuviel Einflussnahme auf meinen Text, was ich natürlich ablehnte.
Martin Matter, am 16. Juli 2016 um 17:51 Uhr
Der «Betonkopf» Ramseyer kaut also die Ergebnisse der PUK seit 25 Jahren immer wieder. Dafür bin ich ihm sehr dankbar.
Auch ich kaue seit 25 Jahren an einer Geschichte, und zwar an der eigenen: Jahrgang 45, seit jungen Jahren überzeugter Militärgegner, nie etwas verbrochen, erfahre ich 1990, dass über mich nicht nur eine Fiche sondern ein über hundertseitiges Dossier besteht und dass ich auf der Extremistenkartei geführt werde und somit im Falle eines Einmarsches der Russen nach Witzwil oder woandershin «versetzt» worden wäre. Mit juristischer Unterstützung konnte mir bis zum hinauf Bundesrat niemand darlegen, warum ich auf dieser Liste war. Und auf dieser Liste war ich wohl nur einer unter Tausenden oder mehr (?).
Deshalb, sehr geehrter Herr Matter: lieber ein «Betonkopf», der uns nach 25 Jahren die Ergebnisse einer PUK (immerhin eine PUK!) wieder in Erinnerung ruft, als ein «Betonkopf», der uns die Ungeheuerlichkeiten mit und in einer P-26 auch nach 25 Jahren (bezugnehmend auf ein selber geschriebenes Buch) immer noch als sachdienlich darstellen will.
Ruedi Signer, am 16. Juli 2016 um 22:04 Uhr
@Ruedi Signer: Jedem sein persönliches Outing......
Beda Düggelin, am 17. Juli 2016 um 10:06 Uhr
.. wie sich Eidgenossen gegenseitig bekämpfen, früher wie hier aktuell ....
Ich kann die Bedenken der «Betonköpfe» schon verstehen. Da gerät man auf eine Liste und selbsternannte Funktionäre lassen die Angeschwärzten in Krisen - am Rechtsstaat vorbei - einfach einkerkern. Wir sollten solche Menschen sehr ernst nehmen und sie nicht verunglimpfen!
Wer hat denn im kalten Krieg am schärfsten gegen die DDR gepoltert und hinendurch als Anwalt krumme Geschäfte mit dem kritisierten Staatsapparat gemacht?
Bekannt ist solches doch von einem ehemaligen Nationalrat aus dem Kt Zug, FDP natürlich, denn Geschäft ist Geschäft....
Urs Lachenmeier, am 17. Juli 2016 um 11:19 Uhr
Matters Freispruch für die P-26. Zitate az 21.04.2012. «Die P-26 ist eine «Gefahr für die verfassungsmässige Ordnung» des Landes. Insbesondere mit dem Einsatzszenario 4, dem Umsturz durch Unterwanderung (gemeint war die kommunistisch gesteuerte Machtübernahme durch Schweizer Linke) «wurde eine Einsatzmöglichkeit definiert, die unter demokratischen Gesichtspunkten nicht zumutbar ist», hielt die PUK EMD fest.» oder «Es ist aber nur schon aufgrund der Quellenlage an Einseitigkeit kaum zu überbieten. Ein ausgewogenes historisches Urteil sieht anders aus. Scharf fällt daher auch die Kritik von «Weltwoche»-Journalist Urs Paul Engeler aus. Er hatte damals den Kopf der P-26, Efrem Cattelan, enthüllt: «Wenn die Apologie den privaten Waffenbund rechtfertigt, gerät die nostalgische Darstellung zur revisionistischen Schrift», schrieb Engeler im «Sonntag». Auch wenn diese Patrioten keine Bösewichte waren, sie agierten unkontrolliert im rechtsfreien Raum.» Daniele Ganser, Nato-Geheimarmeen in Europa (Orell Füssli, 5. Aufl. 2012). Gansers Grundsatzstudie, in 5 Sprachen übersetzt, zeigt auf, dass die unter einander vernetzten Geheimarmeen, P26, P2 in Italien und andere, in den 60ern bis 80gern Anschläge inszeniert haben, die den Linken in die Schuhe geschoben wurden. Matter überschätzt sich masslos, wenn er sich mit seinem «bisher einzigen» Buch über die P26 unter den Scheffel stellt. An die Publikationen Gansers, der diese Problematik vernetzt behandelt, kommt er nicht annähernd heran.
Peter Beutler, am 17. Juli 2016 um 11:31 Uhr
@Urs Lachenmeier: Da scheinen Sie wohl über ein schlechtes Gedächtnis zu verfügen! Ich erinnere an die Reise der Genossen Hubacher und Vollmer zur Pilgerstädte Erich Honecker in die DDR! «Kalter Krieg und neue Ostpolitik von Willy Brandt: Helmut Hubacher, damals Präsident der SP und sein Vize Peter Vollmer reisten am 1. Juli 1982 mit dem Parteivorstand in die kommunistische DDR zum Chef Erich Honecker!"
Wann reisen Christian Levrat und Bundesrätin Simonetta Sommaruga in die DDR?
Beda Düggelin, am 17. Juli 2016 um 14:41 Uhr
Die Diskussion um die Widerstandsvorbereitungen im Rahmen des Projekts 26 erinnert mich an die Diskussionen um die Rolle der Schweiz im Zweiten Weltkrieg. Krampfhaft hält ein Teil der durch den Fichenskandal zu Recht Empörten heute noch an ihrem durch die damaligen Ereignisse geprägten Geschichtsbild und Deutungsmuster fest und setzt sich damit stoisch über neue Erkenntnisse hinweg.
Der Artikel von Niklaus Ramseyer blendet nicht nur Vieles aus, sondern enthält auch zahlreiche Fehler:
1.) Der Bericht der GPK 1981, hielt fest, dass „Aufgabe und Stellung der Widerstandsorganisation […] den Anforderungen entsprechen, die vom Standpunkt des Rechtsstaates und der Demokratie zu stellen sind.“
2.) 1979 wurde der Gesamtbundesrat von Generalstabschef Senn über die Widerstandsvorbereitungen informiert. Ebenso waren die zuständigen EMD-Vorsteher grundsätzlich im Bild.
3.) Der Zusatzbericht der Finanzdelegation von 1991 widerlegte die Kritik der PUK EMD betreffend Finanzierung. Allen Ausgabenposten stimmte das Parlament zu. Die Höhe der Beträge war aber so gering, dass sie niemand genau für den Verwendungszweck interessierte.
4.) Die Finanzierung erfolgte ausschliesslich aus Bundesmitteln und abgesehen von „Rico“ waren alle vollamtlichen Mitglieder Beamte. Da ist es schwer, von einer „Privatarmee“ zu sprechen.
5.) Jedes Infanteriebataillon ist mit stärkeren Waffen ausgerüstet und wäre aufgrund seiner Ausbildung besser in der Lage, gewaltsame Aktionen durchzuführen als P-26.
Titus Meier, am 17. Juli 2016 um 23:50 Uhr
Herr Düggelin, das ist doch ein alter Hut, das mit Hubacher und Vollmer. Sie besuchten Honegger, nicht um ihn zu stützen, sondern eine Hinwendung zur Demokratie in der DDR zu erreichen. Eine Änderung von Innen heraus, eine Fortsetzung der Friedenspolitik von Willi Brandt. Was dann mit dem Fall der Berliner Mauer auch tatsächlich dazu kam. Auch der rechte F. J. Strauss, bayrischer Ministerpräsident, besuchte zur gleichen Zeit Honegger und bot ihm sogar Kredite an. Diktatorenbesuche waren übrigens auch bei bürgerlichen Politikern aus der Schweiz in. Sie gaben sich am Amtssitz des Massenmörders und Gewaltherrschers Pinochet in Santiago de Chile geradezu die Türklinke in die Hand, aber nicht um diesen Kalkschädel zum Demokraten zu bekehren, sondern um ihm Waffen zu verkaufen, bitte! Das nicht nur einmal. Und das Techtelmechtel mit den Apartheidverbrechern in Südafrika. Diese menschenrechtsverletzende Rassistenbande wurde von unserer Wirtschaft und Finanz bis zum Geht-nicht-mehr gestützt. Gegen die Apartheidschergen und Pinochet war Honegger noch ein Hirtenknabe. Herr Düggelin, hören sie doch endlich auf mit diesem einfältigen Kalter-Krieg-Gesaber.
Peter Beutler, am 18. Juli 2016 um 08:37 Uhr
@HSG-Düggelin
Die Verlogenheit ist nicht Spezialität eines bestimmten Lagers.
Bitte werden Sie sachlich, und lassen Sie es bitte, Bedenken über mein Erinnerungsvermögen öffentlich zu äussern!
http://www.schweizamsonntag.ch/ressort/wirtschaft/die_buergerlichen_helfer_der_ddr/
Urs Lachenmeier, am 18. Juli 2016 um 11:13 Uhr
An alle Blogteilnehmer: In der Schweiz herrscht nach Art. 16 BV Meinungs- und Informationsfreiheit. Es gibt allerdings genügend Stimmen und Meinungen, auch auf höchster politischer Stufe, welche sich keinen Deut um die Verfassung scheren!....
Ich verzichte auf Beispiele, es gibt mehr als genügend.
Also bitte meine Herren, lassen Sie diese dummen unagebrachten Kommentare und Zurechtweisungen im Interesse der Meinungs- und Informationsfreiheit! «Infosperber» tut sich mit der Aufnahme solcher Berichte selbst auch keinen Gefallen. Aber «Infosperber» ist selbstverständlich für unbedachte Kommentare auch nicht verantwortlich.
Beda Düggelin, am 18. Juli 2016 um 13:14 Uhr
@HSG Düggelin
a propos «dummen und unangebrachten Kommentaren und Zurechtweisungen»: siehe Ihren obenstehenden Kommentar vom 17. Juni, 10.06 Uhr.
Ruedi Signer, am 18. Juli 2016 um 13:45 Uhr
@ Düggelin: Ihre unsachliche Rhetorik hier spricht komplett gegen Sie, da frei von Vernunft. Was spricht gegen eine Reise von Hubacher und Vollmer in die damalige DDR? Es ging um Entspannung, Willy Brandt machte es vor.
Und dass BR Schneider-Ammann zu den Parteibonzen des staatskapitalistischen bzw. kommunistischen China fliegt und sogar ein Freihandelsabkommen aushandelt, scheint Sie ja auch nicht zu stören. Es geht Ihnen offensichtlich um die Diskreditierung der SP und nicht um die Sache selbst.
Alois Amrein, am 19. Juli 2016 um 09:55 Uhr
@Herr Amrein, ich könnte Sie ja auch einfach Amrein nennen: Natürlich stört mich die Reisediplomatie Schneider-Ammann des schöden Mammons wegen aber noch weit mehr stört mich, dass unsere Politiker unser Land und unsere Neutralität billig verkaufen und die Armee längst kalt abgeschafft haben. Und ist ja wohl die SP mitverantwortlich, eine Regierungspartei?, welche dank der Konkordanz für ihr Tun keine Verantwortung übernehmen muss. Dann muss ja Ihnen das Parteiprogamm der SP mit der Armeeabschaffung geläufig sein, andernfalls können Sie es ja nachlesen.
Wer diskreditiert nun wen, Herr Alois Amrein???
Beda Düggelin, am 19. Juli 2016 um 11:56 Uhr
Herr Düggelin, leiden Sie an Realitätsverlust? Die Armee bekommt (unnötige) 500 Mio. und Sie reden von kalter Abschaffung der Armee. Unsere Neutralität billig verkauft bzw. verraten hat die Geheimarmee P-26, die in die NATO integriert war und dem englischen Geheimdienst hörig war, das alles hinter dem Rücken von Bundesrat und Parlament. Und die Partei, die partout keine Verantwortung übernehmen will, kennen wir auch bestens: auch sie am rechten Rand, wie P-26, die SVP.
Alois Amrein, am 19. Juli 2016 um 14:28 Uhr
Trotz der hitzigen Diskussion, die sich im Kern nicht um den Artikel dreht, muss festgehalten werden, dass P-26 weder in die NATO integriert noch dem britischen Nachrichtendienst hörig war. Im Übrigen war der Gesamtbundesrat 1979 über die Vorbereitungen und die Ausbildungsbeziehungen zu England informiert, danach jeweils der EMD-Vorsteher. Dieser befand es offenbar nicht für nötig, seine Kollegen zu informieren, weil eine Zusammenarbeit mit anderen Ländern im Bereich der Ausbildung und des Knowhows auch in weiteren Bereichen gang und gäbe war (Auslandkommandierung, Auswertung ausländischer Kriegserfahrungen, ausländisches Kriegsmaterial etc.).
Es scheint mir aber, dass es aktuell weniger darum geht, aufgrund neuer Fakten sich eine neue Meinung zu bilden, als vielmehr eingeschliffene Argumentationsmuster in immer wieder neuen Varianten zum besten zu geben.
Titus Meier, am 19. Juli 2016 um 15:05 Uhr
Herrn Titus Meier ist recht zu geben, Herr Amrein wünsche ich gutes Kopfanschlagen.
Beda Düggelin, am 19. Juli 2016 um 15:33 Uhr
Was hat denn die Abschaffung der Armee mit dem P-26 zu tun? Das zur verlangen, stösst, anders als das P-26, nicht gegen unsere Gesetze. Weder Hubacher noch Vollmer wollen die Armee einstellen. Ich, als SP-Mitglied, wie die meisten Mandatsträger dieser Partei, auch nicht. Aber diese Forderung ist ebenso legitim wie die Aktivitäten des (unfreiwillig kabarettistischen) Bleisoldatenvereins Giardino, ein echt belustigender Farbtupfer in der helvetischen Rechtsaussenszene, übrigens weltweit die erste Adresse für den eidgenössischen Schlachtfeldertourismus. Nur so nebenbei ein Link zur ideologischen Heimat dieser Top-Patrioten: https://www.woz.ch/-438f. Ein Name daraus steht auch oft in den Kommentarspalten dieses Forums. Das erklärt vieles. Der Oberhäuptling dieser illustren Gesellschaft, nun in die ewigen Jagdgründe entschwebt, war mir zwecks beruflichen wie „landesverteidigerischen“ Aktivitäten bestens bekannt. Kein böser Mensch und noch weniger gefährlich. Sowieso: Die Giardino Vaterlandsverteiger mussten sich nie dem Vorwurf ausgesetzt sehen, zur von Blocher gegeisselten Elite anzugehören. Ganz sicher nicht zur geistigen …
Peter Beutler, am 19. Juli 2016 um 15:54 Uhr
Repsekt und grossen Danke für diesen überaus informativen und ehrlichen Artikel, auf den ich leider erst jetzt gestossen bin.
Tom Streit, am 27. Februar 2017 um 11:29 Uhr
Korrektur: Respekt
Tom Streit, am 27. Februar 2017 um 11:30 Uhr

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