Eine Mutter trauert um ihren 19-jährigen Sohn, im nordsyrischen Anadan © FreedomHouse/Flickr/CC

Syrien-Krieg über Schweizer Bankkonto finanziert

Urs P. Gasche / 25. Jan 2016 - Saudische Kriegsgelder für Rebellen flossen über ein CIA-Konto in der Schweiz. Das enthüllt die «New York Times».

Seit 2013 arbeiten Saudiarabien und der US-Geheimdienst CIA zusammen, um verschiedene Rebellengruppen in ihrem Kampf gegen die reguläre Regierung von Baschar al-Assad mit Waffen, Munition und Geld zu versorgen und die Rebellen an den Waffen auszubilden. Es soll sich inzwischen um «mehrere Milliarden Dollar» handeln, schreibt die «New York Times».

Weil es saudisches Geld war, habe das Schweizer Bankkonto keine Zinsen abwerfen dürfen. Der Journalist George Crile habe in seinem Buch «Charlie Wilson's war» beschrieben, wie man es deichselte, dass die Erträge nicht als Zinsen verbucht wurden, die nach islamischem Recht verboten sind.

Es habe wiederholte Deal dieser Art gegeben: Saudiarabien zahlte den grössten Teil und lieferte (zum Teil in den USA gekaufte) Waffen, und der CIA übernahm die Logistik und Ausbildung der Rebellen mit AK-47 Sturmgewehren und mit Raketen zum Zerstören von Panzern.

Als Quellen gibt die «New York Times» ein halbes Dutzend US-Beamte an sowie diverse Aussagen von hochrangigen Leuten aus den Golfstaaten. Sprecher der CIA und Saudiarabiens hätten die Informationen der «New York Times» weder bestätigen noch dementieren wollen.

Diese langjährige intensive Zusammenarbeit zwischen CIA und Saudiarabien erkläre, weshalb die USA zu den Menschenrechtsverletzungen im Königreich und zur Verbreitung des extremen Wahabismus weitgehend schweigen. Das offizielle Amerika habe selbst die kürzliche Enthauptung eines hohen schiitischen Geistlichen nicht öffentlich kritisiert.

Die Interessen von Saudiarabien seien klar: Sie wollten mitreden, wer am Verhandlungstisch sitzt und über welche Traktanden Friedensgespräche geführt werden sollen, erklärte Bruce Riedel gegenüber der «New York Times». Riedel war früher Analyst bei der CIA und ist heute bei den Brookings Institution.

Das Argument, die USA bräuchten Saudiarabien als Partner gegen den Terrorismus sei nicht besonders überzeugend, solange private saudische Millionäre und Institutionen IS-nahe Gruppieren finanzieren, erklärte William McCants, ein früherer Terrorismus-Berater im State Department.

Weitere Gelder habe der CIA von Katar, Jordanien und der Türkei erhalten. Die CIA führe ihre «Operationen» unabhängig von den Aktivitäten des Pentagons in der Region durch.

Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

Keine

Weiterführende Informationen

Originalartikel in der «New York Times» vom 23.1.2016
DOSSIER: «Der Bürgerkrieg in Syrien»

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3 Meinungen

Dazu ein Bericht von Mariya Petkova (in deutscher Fassung auf «derStandart.at"):

http://derstandard.at/2000029328805/Bulgarische-Nahrung-fuer-den-Krieg-in-Syrien

über solch Waffenlieferungen in die BürgerkriegsRegion Syrien kann man seit Jahren international sehr gut/umfangreich recherchierte Berichte lesen. Betr. unter Anderm als Lieferant Bulgarien und Kroatien, finanziert durch USA und arabische Staaten.
In unserer täglichen Berichterstattung (das was 90% des Volkes überhaupt nur mitbekommt) scheinen all diese Erkenntnisse keine Rolle zu spielen?!
Florian Frey, am 26. Januar 2016 um 15:40 Uhr
Die Amerikaner instabilisieren Europa mit Absicht und nehmen den dritten Weltkrieg auf unserem Territorium billigend in kauf !!!
Ein Imperialist den die Welt noch nie gesehen hat !!
Helmut Uedelhoven, am 29. Januar 2016 um 10:15 Uhr
Die USA sehen ihre Felle wegschwimmen, also agierien sie mehr als aggresiv!
Sie denken, der 3.Weltkrieg wird sich nur in Europa abspielen...Aber sie irren!
Elisabeth Tymoshenko, am 05. Februar 2016 um 11:18 Uhr

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