Nutzer ziehen bei Google-Diensten ihre Hemden aus © Pierre LaScott/Fickr/CC

Nutzer ziehen bei Google-Diensten ihre Hemden aus

Tipps gegen Striptease von Usern auf Google

Mireille Mata / 18. Feb. 2012 - Die Stiftung Warentest kritisiert die neuen «Datenschutz»-Bestimmungen von Google scharf: Sie seien «schwammig» und «dehnbar».

Auf den 1. März führt Google neue Datenschutz-Bestimmungen ein. Von der versprochenen «höchstmöglichen Transparenz» könne keine Rede sein, kritisiert die deutsche Stiftung Warentest (Stiwa) und gibt Tipps, wie man sich verhalten kann.

In den neunseitigen Google-Bestimmungen «wimmelt es geradezu von äusserst dehnbaren Formulierungen». Die Stiwa hat 15 mal das Wort «möglicherweise», 10 mal das schwammige Wort «gegebenenfalls» gezählt.

Konkret heisst es im Google-Kleingedruckten zum Beispiel: «Unter Umständen verknüpfen wir personenbezogene Daten aus andern Google-Diensten». Damit wisse ein Nutzer nicht, ob und wann es zu einer Verknüpfung kommt, und ob er jemals etwas davon erfährt.

Die Konsumenten könnten sich nach deutschem Recht gegen solche schwammigen Formulierung wehren, stellt die Stiwa fest. Schweizer Google-Nutzer sind wieder einmal die Geprellten, weil die bürgerlichen Parteien im Parlament die Konsumenten gegen Missbräuche in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen nicht gleich gut schützen wollten wie dies die Konsumenten in Deutschland schon lange sind.

So wertet Google persönliche Daten aus

Wer sämtliche Google-Dienste wie Google-Suche, Google-Mails, den Google-Bilderdienst Picasa nutzt und erst noch beim sozialen Netzwerk Google+ mitmacht, liefert sich am meisten aus.

Ein Beispiel: Der 22-jährige Hans Müller feiert gerne Partys, wie er auf Google+ schreibt, Auf einigen Fotos bei Google-Picasa sieht man ihn mit einer Bierflasche in der Hand, auf andern Fotos sieht man ihn trinkend in einer Bar – und seine letzte Suchanfrage in der Suchmaschine Google betraf den Begriff «Suchtberatung». Google verknüpft alle diese Angaben zu einem Profil, woraus Google schliesst, dass die Sucht den Alkohol betrifft. Schnell weiss Google mehr über Hans Müller, als diesem lieb ist.

TIPPS DER STIFTUNG WARENTEST

Die Stiftung Warentest empfiehlt vorsichtigen Usern Folgendes:

1. Nicht für alle Internet-Aktivitäten Google-Dienste benutzen. Zum Hochladen von Fotos einen andern Anbieter wählen. Für gewissen Suchabfragen auf Yahoo oder andere Anbieter ausweichen.

2. Google-Nützer können – nach Angabe von Google – ihren Browser so einstellen, dass alle Cookies blockiert werden. Nur: Wer Cookies grundsätzlich blockiert, kann seinen Surf-Komfort deutlich einschränken. Manche Webseiten funktionieren dann nicht.

Man kann den Browser auch so einstellen, dass eine Meldung erscheint, sobald Google ein Cookie setzt, und dieses Cookie dann allenfalls löschen.

3. Falls Sie bei Google über ein Konto verfügen, können Sie kontrollieren, was Google alles über Sie weiss. Am Leichtesten erhalten Sie diesen Überblick über das Dashboard von Google.

Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

keine

Meinungen / Ihre Meinung eingeben

Ähnliche Artikel dank Ihrer Spende

Möchten Sie weitere solche Beiträge lesen? Spenden an unsere gemeinnützige Stiftung SSUI machen es möglich. Spenden Sie 5 CHF per SMS mit dem Keyword Infosperber 5 an 9889 («Infosperber 5» an 9889).

Grössere Spenden via PayPal oder direkt aufs Spendenkonto IBAN CH0309000000604575581 (SSUI)
BIC/SWIFT POFICHBEXXX
Clearing-Nummer 09000

Ihre Spenden können Sie von den
Steuern abziehen.

Spende von den Steuern abziehen

Sie können Ihre Spende von Ihrem steuerbaren Einkommen abziehen. Für Spenden über 5 CHF erhalten Sie eine Quittung zu Handen der Steuerbehörden. Die Spenden gehen an die gemeinnützige «Schweizerische Stiftung zur Förderung unabhängiger Information» SSUI, welche die Informations-Plattform «Infosperber» ermöglicht. Infosperber veröffentlicht Recherchen, Informationen und Meinungen, die in der grossen Presse wenig oder gar keine Beachtung finden. Weitere Informationen auf der Seite Über uns

Wir danken Ihnen herzlich für Ihre Spende!

schliessen

Noch keine Meinungen

Ihre Meinung

Loggen Sie sich ein, um Ihre Meinung zu äussern. Wir möchten Missbräuche anonymer User möglichst vermeiden. Hier können Sie sich registrieren.
Sollten Sie ihr Passwort vergessen haben, können Sie es neu anfordern.

 

Am meisten gelesen

Am meisten Reaktionen

Aktuelle Dossiers

Die Euro- und Währungskrise

Euro-Münzen

Noch mehr Geldspritzen und Schulden bringen die Wirtschaft nicht mehr zum Wachsen. Sie führen zum Kollaps.
Dossier anzeigen

Cartoons von Patrick Chappatte

Patrick Chappatte

Der Genfer Karikaturist Patrick Chappatte nimmt mit spitzer Feder die Politik im In- und Ausland aufs Korn.
Dossier anzeigen

Die Politik der Pharmakonzerne

Pillen

Sie gehören zu den mächtigsten Konzernen der Welt und haben einen grossen Einfluss auf die Gesundheitspolitik.
Dossier anzeigen

Alle Dossiers anzeigen

Newsletter

Newsletter

Kreuzen Sie Themen an, die Sie interessieren. Den Newsletter dazu senden wir täglich oder wöchentlich. Gratis bestellen

IN KÜRZE: STEUERHINTERZIEHUNG ALS DELIKT

Philosophencafé

Noch vor zehn oder zwanzig Jahre wäre der neue BDP-Präsident mit seiner Aussage in die linke Ecke gestellt worden.
weiter

IN KÜRZE: Medien als Sprachrohr der Finanzmärkte

zvg

Kritik an deutschen Medien, welche die Wahlergebnisse in Frankreich und Griechenland im Gleichklang mit den Banken kritisieren.
weiter

BEVÖLKERUNG IN DER SCHWEIZ: PLUS 82'400 MENSCHEN

James Crydland Flickr / Creative Commons

Die Umweltvereinigung Ecopop macht sich Sorgen, weil die Bevölkerung in der Schweiz im Jahr 2011 stark zugenommen hat.
weiter

HÖCHSTE AUSZEICHNUNG FÜR PATRICK CHAPPATTE

ss

Der in Genf lebende Karikaturist Patrick Chappatte bekam in den USA den renommierten Thomas-Nast-Preis verliehen. Wir gratulieren!
weiter

SWISS WIRBT FÜR FRESSTOUR NACH NEW DELHI

ToastyKencc/upg

Zum «Crazy Food Walk» nach Delhi ködert die Swiss Kunden für 839 CHF. Indische Restaurants bei uns bieten dasselbe – ohne CO2.
weiter

Wer weiss die Antwort?

Was kann ich tun, damit meine Firma möglichst keine Steuern zahlen muss?

Es ist bereits 1 Antwort eingegangen.

Die Qualität unserer gesundheitlichen Versorgung ist schlechter als im Durchschnitt Europas. Das zeigt eine Studie aus Schweden.
weiter

Eine Werbekampagne gegen die Gratis-Zeitungen. Leider ist sie nur von der Solothurner Zeitung ins Blatt gesetzt worden...
weiter

Diese Rubrik enthält noch keinen Artikel