Arbeiter in einen Fukushima-Reaktor: Messgerät gibt bei zu hoher Strahlung «Error» an © ZDF

Arbeiter in einen Fukushima-Reaktor: Messgerät gibt bei zu hoher Strahlung «Error» an

Tepco behandelt Fukushima-Arbeiter wie Dreck

R. L. / 08. Okt. 2011 - Der Energiekonzern zahlt die Himmelfahrtskommandos schäbig. Verstrahlte Arbeiter müssen vertraglich auf Schadenersatz verzichten.

Reporter des ZDF-Magazins «Fontal» waren vor Ort und trafen skandalöse Zustände an: Die Arbeiter in den Katastrophen-Reaktoren von Fukushima mussten sich in den Arbeitsverträgen verpflichten, mit keinem Journalisten zu sprechen. Nur anonym und ausserhalb des Geländes berichteten einige Arbeiter übereinstimmend, wie mies sie behandelt werden und mit welchen Ängsten sie leben.

Die Messgeräte, die sie bei der Arbeit am Schutzanzug tragen, können hohe Strahlenbelastungen gar nicht messen. Wenn auf dem Gerät «Error» erscheint, wissen die Arbeiter nur, dass die Strahlung höher ist als das Gerät messen kann.

Die meist jungen Arbeiter haben Angst, dass ihre Kinder mit gentischen Defekten und geistig unterentwickelt zur Welt kommen – eine reale Gefahr, wie ein Professor in der Sendung bestätigt.

Für ihre lebensgefährliche Arbeit erhalten sie einen Tageslohn von 100 bis 120 Franken. Eine «Gefahrenzulage» von höchstens zwölf Franken pro Tag erhalten sie nur, wenn sie unterschreiben, dass sie für alle Zukunft auf jegliche Schadenersatzansprüche bei Gesundheitsschäden verzichten. Fast alle Arbeiter unterscheiben, weil sie auf das Geld angewiesen sind.

Tepco-Verantwortliche erklärten den ZDF-Reportern, dass ihr Konzern damit nichts zu tun hätte und die Arbeitsverträge nicht kennen würde. Denn Tepco habe eine Drittfirma mit den Arbeiten beauftragt, deren Geschäftspolitik sie nicht kenne – und offensichtlich auch nichts davon wissen will.

---

Es lohnt sich, den Beitrag der ZDF-Reporter anzusehen. Siehe unten «Weiterführende Informationen».

Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

keine

Weiterführende Informationen

Zur ZDF-Reportage über die Arbeiter in den Reaktoren von Fukushima
Zum Beitrag «Betroffene müssen die Radioaktivität selber messen»
Zum Beitrag «Nach gezielter Desinformation verstrahlt»
Zum Beitrag: «In Fukushima arbeitet Japans Strahlenproletariat»

Meinungen / Ihre Meinung eingeben

Ähnliche Artikel dank Ihrer Spende

Möchten Sie weitere solche Beiträge lesen? Spenden an unsere gemeinnützige Stiftung SSUI machen es möglich. Spenden Sie 5 CHF per SMS mit dem Keyword Infosperber 5 an 9889 («Infosperber 5» an 9889).

Grössere Spenden via PayPal oder direkt aufs Spendenkonto IBAN CH0309000000604575581 (SSUI)
BIC/SWIFT POFICHBEXXX
Clearing-Nummer 09000

Ihre Spenden können Sie von den
Steuern abziehen.

Spende von den Steuern abziehen

Sie können Ihre Spende von Ihrem steuerbaren Einkommen abziehen. Für Spenden über 5 CHF erhalten Sie eine Quittung zu Handen der Steuerbehörden. Die Spenden gehen an die gemeinnützige «Schweizerische Stiftung zur Förderung unabhängiger Information» SSUI, welche die Informations-Plattform «Infosperber» ermöglicht. Infosperber veröffentlicht Recherchen, Informationen und Meinungen, die in der grossen Presse wenig oder gar keine Beachtung finden. Weitere Informationen auf der Seite Über uns

Wir danken Ihnen herzlich für Ihre Spende!

schliessen

Noch keine Meinungen

Ihre Meinung

Loggen Sie sich ein, um Ihre Meinung zu äussern. Wir möchten Missbräuche anonymer User möglichst vermeiden. Hier können Sie sich registrieren.
Sollten Sie ihr Passwort vergessen haben, können Sie es neu anfordern.

 

Am meisten gelesen

Am meisten Reaktionen

Aktuelle Dossiers

Die Euro- und Währungskrise

Euro-Münzen

Noch mehr Geldspritzen und Schulden bringen die Wirtschaft nicht mehr zum Wachsen. Sie führen zum Kollaps.
Dossier anzeigen

Cartoons von Patrick Chappatte

Patrick Chappatte

Der Genfer Karikaturist Patrick Chappatte nimmt mit spitzer Feder die Politik im In- und Ausland aufs Korn.
Dossier anzeigen

Die Politik der Pharmakonzerne

Pillen

Sie gehören zu den mächtigsten Konzernen der Welt und haben einen grossen Einfluss auf die Gesundheitspolitik.
Dossier anzeigen

Alle Dossiers anzeigen

Newsletter

Newsletter

Kreuzen Sie Themen an, die Sie interessieren. Den Newsletter dazu senden wir täglich oder wöchentlich. Gratis bestellen

IN KÜRZE: STEUERHINTERZIEHUNG ALS DELIKT

Philosophencafé

Noch vor zehn oder zwanzig Jahre wäre der neue BDP-Präsident mit seiner Aussage in die linke Ecke gestellt worden.
weiter

IN KÜRZE: Medien als Sprachrohr der Finanzmärkte

zvg

Kritik an deutschen Medien, welche die Wahlergebnisse in Frankreich und Griechenland im Gleichklang mit den Banken kritisieren.
weiter

BEVÖLKERUNG IN DER SCHWEIZ: PLUS 82'400 MENSCHEN

James Crydland Flickr / Creative Commons

Die Umweltvereinigung Ecopop macht sich Sorgen, weil die Bevölkerung in der Schweiz im Jahr 2011 stark zugenommen hat.
weiter

HÖCHSTE AUSZEICHNUNG FÜR PATRICK CHAPPATTE

ss

Der in Genf lebende Karikaturist Patrick Chappatte bekam in den USA den renommierten Thomas-Nast-Preis verliehen. Wir gratulieren!
weiter

SWISS WIRBT FÜR FRESSTOUR NACH NEW DELHI

ToastyKencc/upg

Zum «Crazy Food Walk» nach Delhi ködert die Swiss Kunden für 839 CHF. Indische Restaurants bei uns bieten dasselbe – ohne CO2.
weiter

Wer weiss die Antwort?

Was kann ich tun, damit meine Firma möglichst keine Steuern zahlen muss?

Es ist bereits 1 Antwort eingegangen.

Die Qualität unserer gesundheitlichen Versorgung ist schlechter als im Durchschnitt Europas. Das zeigt eine Studie aus Schweden.
weiter

Eine Werbekampagne gegen die Gratis-Zeitungen. Leider ist sie nur von der Solothurner Zeitung ins Blatt gesetzt worden...
weiter

Diese Rubrik enthält noch keinen Artikel