Soja-Ernte © arpatt/cc

Magere Resultate mit Gen-Soja und Gen-Baumwolle

Red. / 30. Dez 2015 - Brasilien und Pakistan: Genverändertes Saatgut macht abhängig, kostet viel und die Erträge halten nicht, was versprochen wurde.

In Brasilien sind Bauern unzufrieden mit den Ernten von gentechnisch veränderten Sojabohnen. In Pakistan beklagen sich Landwirtschaftsexperten, dass die gentechnisch veränderten Baumwoll-Saaten von Jahr zu Jahr weniger Ertrag bringen.

Den Bauern wurde das Blaue vom Himmel versprochen. Sie müssten zwar jedes Jahr bei Monsanto neues Saatgut kaufen, dafür aber bräuchten sie weniger Pestizide und könnten erheblich grössere Ernten erwarten. Eine Win-Win-Situation also für Monsanto und de Bauern. Doch die Rechnung geht für viele nicht auf.

Enttäuschungen in Brasilien

Nach Informationen von gmwatch ist der Anbau von gentechnisch veränderter Soja in Brasilien heute sogar weniger ertragreich als der Anbau vergleichbarer konventionellen Sorten. Das habe eine Studie der brasilianischen Wirtschaftszeitung Valor Econômico Ende November ergeben. Wissenschaftler der Universität Sao Paulo hätten die Erträge von Monsantos herbizidtoleranter Roundup-Ready-Soja (3144 Kilo pro Hektar) sowie deren zweite Generation Intacta (3288 Kilo) mit den Erträgen konventioneller Sorten (3426 Kilo) verglichen.

Auch finanziell hatten die Anbauer konventioneller Sorten mit einem Verdienst von umgerechnet 91 Euro pro Hektar einen Vorteil. Mit Roundup-Ready wurden durchschnittlich 31 Euro und mit Intacta 82 Euro verdient.

Der wissenschaftliche Leiter der Studie erklärte das Ergebnis damit, dass beim Anbau von Intacta viel Geld in Pestizide investiert werden müsse, was – gemeinsam mit den höheren Saatgut-Kosten von gentechnisch veränderten Sorten – die Rentabilität schmälere.

Das neue Intacta ist nicht nur, wie Roundup-Ready, gegen das Herbizid Glyphosat resistent, sondern enthält zusätzlich ein Gen, das einen bestimmten Soja-Schädling vergiften soll.

Sinkende Ernten in Pakistan

Bereits seit 2005 wird in Pakistan von Monsanto gentechnisch verändertes Baumwoll-Saatgut angepflanzt, das Insekten töten soll. Pakistans Regierung hatte den Einsatz dieser GV-Sorten in der Annahme bewilligt, dass damit viel grössere Ernten eingefahren werden können.

Tatsächlich aber seien die Ernten seither kontinuierlich gefallen. Die englischsprachige pakistanische Tageszeitung Dawn habe Ende November enttäuschte pakistanische LandwirtschaftsexpertInnen zitiert.

Im Jahr 2015 soll die Ernte nur gut halb so gross sein wie eigentlich ursprünglich versprochen. Die Monsanto-Sorten seien für die lokalen Bedingungen nicht angepasst, kritisieren die ExpertInnen. Die schädlichen Insekten, gegen welche die GV-Sorten giftig wirken, seien für den Baumwoll-Anbau in Pakistan nicht das grösste Problem. Am meisten zu schaffen mache eine Virus-Krankheit, gegen welche die Monsanto-Sorten nichts ausrichten können. Die Bauern litten zudem an ständig steigenden Kosten für nötige Pestizide und Düngemittel.

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Dieser Beitrag stützt sich auf Informationen des Gen-ethischen Informationsdienstes vom Dezember 2015.

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