Die Pflegefachfrau riskiert 5 Jahre Gefängnis oder eine Busse bis 250'000 Dollar. © cc/montage is
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Sie verschrieb fast immer gleiches Krebsmedikament

Red. / 23. Jul 2015 - Jetzt gab Pflegefachfrau Heather Alfonso zu, von der Pharmafirma bestochen worden zu sein. In den USA drohen ihr 5 Jahre Gefängnis.

Für über eine Million Dollar verschrieb die Pflegefachfrau immer das gleiche Krebsmedikament – auch an viele Patienten, die nur unter Schmerzen litten, aber nicht krebskrank waren. In den USA dürfen entsprechend ausgebildete Pflegefachfrauen zugelassene Arzneimittel verschreiben.

Als Gegenleistung kassierte die 42-jährige Heather Alfonso von der Pharmafirms Insys Therapeutics Inc. in Arizona von Anfang 2013 bis März 2015 insgesamt 85'000 Dollar. Über eine Anklage des US-Justizdepartements vom Juni 2015 berichtet die Informationsplattform Pro Publica.

Niemand anderer im ganzen US-Bundesstaat Connecticut verschrieb ähnlich viele Packungen dieses Krebsmedikaments. Die Herstellerfirma Insys zahlte die Kickbacks nicht plump auf ein Konto der Pflegefrachfrau, sondern entschädigte sie offiziell für «Vorträge» an 70 von der Firma organisierten Dinners. Pro Auftritt flossen je 1000 Dollar. Die Anklageschrift hält fest: «Die Teilnehmenden an diesen Informations-Dinners bestanden häufig ausschliesslich aus Frau Alfonso und einem Vertreter der Firma Insys.» In andern Fällen hätten an solchen Dinners noch einzelne Freunde und Bekannte teilgenommen – keine Ärztinnen und Ärzte, die Medikamente verschreiben. «An den meisten dieser Dinners sagte Alfonso kein Wort über die Behandlung des Krebsmedikaments», erklärt das Justizdepartements.

Die Entgegennahme von Kickbacks innerhalb der staatlich subventionierten Gesundheitsversorgung wird in den USA mit bis zu fünf Jahren Gefängnis oder mit Busse bis zu 250'000 Dollar geahndet. Das Gericht stellt ein Urteil am 17. September 2015 in Aussicht.

Bis zur Verurteilung gilt die Unschuldsvermutung.

  • In den USA müssen Pharmafirmen und Hersteller von medizinischen Geräten ihre Zahlungen an Ärzte und Ärztinnen melden. Die Regierung veröffentlicht sie im Internet.
  • Hier zum Beispiel, welche Summen die Novartis-Tochter Novartis Vaccines and Diagnostics Inc. für die Promotion von Impfstoffen und Diagnostica an welche Ärzte und welche Spitäler ausgegeben hat.

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Keine

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Eine Meinung

Wenn Novartis auch in der Schweiz die Summen für die Promotion von Impfstoffen usw. publizieren müsste, würde manche Impfkampagne des BAG nachvollziehbar. Aber das bleibt ein Traum. Schliesslich sind auch die Parteispenden geheim...
Jürg Schmid, am 27. Juli 2015 um 17:02 Uhr

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