Doppelt so viele Antidepressiva wie vor 15 Jahren

Urs P. Gasche © Peter Mosimann
Urs P. Gasche / 29. Jan 2017 - Seit die Psychiatrie- und Pharma-Lobby viele neue Gemütszustände als Krankheiten definierten, nimmt die Pillen-Abgabe stark zu.

Ärzte und Ärztinnen in den Industriestaaten der OECD verschrieben im Jahr 2014 im Durchschnitt doppelt so viele Antidepressiva wie noch im Jahr 2000. Das geht aus einer neuen Studie des OECD-Sekretariats hervor (Seite 76).

Grafik: So viele Tagesdosen wurden im Jahr 2000 (grau) und heute (blau) pro 1000 Personen abgegeben. Die Schweiz hat der OECD keine Zahlen geliefert:

In grosser Auflösung hier. Quelle: OECD Health Statistics

Viele dieser Behandlungen seien unzweckmässig, erklärt die OECD. Die massive Steigerung der Abgaben von Antidepressiva führt die OECD – unter anderem – auf zweimal erneuerte Richtlinien und Definitionen psychischer Krankheiten zurück. Demnach werden heute viel mehr Menschen als «krank» und «behandlungsfähig» eingestuft als früher.

Ein Vergleich der Jahre 2014 mit dem Jahr 2000 zeigt, dass sich die Verschreibung von Antidepressiva verdoppelt hat.

Infosperber hatte über die neuen fragwürdigen Definitionen psychischer Krankheiten informiert: «Ärzte misshandeln Trauernde mit Psychopharmaka».

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