Flugzeugabsturz Medien © «Focus»

«Massenmord» schreiben – und das ist ein Geschrei – Focus, Weltwoche und Spiegel.

Flug 4U 9525, Ostern oder die Angst

Jürgmeier / 06. Apr 2015 - Keine depressiven Piloten mehr. Arztgeheimnis lockern. Frauenquote im Cockpit – durchdachte Prävention oder magisches Ritual?

Können wir uns vorstellen, was die Menschen auf diesem «Todesflug 4U 9525» (Schweizer Illustrierte, 30.3.2015) in ihren kolportierten letzten acht Minuten empfunden, gedacht und getan haben?

Worüber hätten sie in Talkshows und anderen medialen Debatten der letzten zwei Wochen geredet, wenn der Co-Pilot diesen Airbus nicht mit allen PassagierInnen&KollegInnen, vermutlich vorsätzlich, in die Tiefe gesteuert hätte? Über all die vergessenen Toten? Zum Beispiel auf unseren Strassen, an die Christian Müller bereits erinnert hat und die von der Öffentlichkeit seltsam fatalistisch hingenommen werden? Oder an die Toten, die uns nicht mit eigener Zukunft drohen? Weil wir, fast sicher, nicht verhungern, an Malaria sterben, ausgebombt, im Rahmen ethnischer «Säuberungen» abgeschlachtet oder als Oppositionelle zu Tode gefoltert werden dürften.

«Daran haben wir gar nicht gedacht»

Wir leben im westlichen Europa in einigermassen gemütlichen Gegenden&Zeiten. Und das immer länger. Eigentlich, so scheint es manchmal, kann uns nichts mehr passieren. Könnte es immer so weitergehen mit Schoggihasen und Ferien in Thailand. Wir drohen im alltäglichen Busy&Easy zu vergessen, wie zerbrechlich menschliches Leben ist. «Daran haben wir gar nicht gedacht.» Sagte mir vor Jahren ein alter Mann bekümmert, nachdem seine Frau gestorben war. Wir beginnen zu glauben, die statistische Lebenserwartung stehe uns allen zu, das mindestens, und könne, im Ernstfall, eingeklagt werden. Der Tod werde, dank physischer, psychischer und sozialer Früherkennung&Prävention, zum Ausnahmefall, das (ewige) Leben zur Normalität.

In diesem Kontext wird jeder Tod zum Spielverderber&Partykiller. Er zerstört innert Sekunden alle Gemütlichkeit und klatscht uns ins Gesicht, was wir sind: «Ausgeliefert!» (Spiegel-Titel nach dem Absturz von Flug 4U 9525). Der Endlichkeit und Versehrbarkeit des eigenen sowie des Lebens der anderen ausgeliefert. Das macht Angst. Und um diese Angst geht es. Die realen Toten von 4U 9525 sind, seien wir ehrlich, für die meisten von uns ohne Namen, bedeutungslos. Nicht vertrauter als die Opfer eines Bergwerkunfalls in China, der Kriege in Syrien und der Ukraine, die Verhungerten in der Sahelzone und die AIDS-Toten im südlichen Afrika. Wir nehmen sie nur im Vorübergehen zur Kenntnis, als abstrakte statistische Grösse oder Nachrichtenstoff.

In der grenzenlosen Ohnmacht gegenüber den vielfältigen Toden bliebe uns nur die bare Verzweiflung, die wortlose Trauer. Aber Schweigen macht Angst. Deshalb verschaffen sich viele mit Schreien Luft. Suchen die meisten nach unbeholfenen Worten. Meine Mutter hatte immer Angst, sie könnte das ihr nicht geläufige «Ich kondoliere» mit dem ihr vertrauteren «Ich gratuliere» verwechseln. Die Stille erinnert an den verdrängten Tod. Hektisches Reden&Handeln, so hoffen wir, bringt uns – wie das ritualisierte Wehgeschrei und die bezahlte Totenklage – die Kontrolle zurück, ausgerechnet in Zeiten hilfloser Trauer.

Die Fehler-Fiktion

Der Dreisprung «Warum? – Wer ist schuld? – Was können wir machen, damit das nie mehr passiert?» soll Trauer&Angst vertreiben wie das Zürcher Sechseläuten den Winter. Es sind magische Gebärden, mit denen wir den Tod oder, zumindest, die Erinnerung an ihn zu bannen versuchen. Sei es, zum Beispiel, mit dem christlichen Auferstehungsmythos, der den Tod vom Karfreitag – «Nur noch zwei Tage schlafen» – schon an Ostersonntag überwindet. Sei es die scheinbar rationale Jagd nach dem Fehler und den Verantwortlichen. Wenn wir, so die Fiktion, alle Fehler&Schuldigen gefunden, wenn künftig alle so zuverlässig, aufmerksam, kompetent, friedlich und berechenbar sind wie wir – es gäbe keine Unfälle, keine Amokläufe, keine Toten mehr.

Können wir uns vorstellen, was die Menschen auf diesem «Todesflug 4U 9525» in ihren kolportierten letzten acht Minuten empfunden, gedacht und getan haben? Zwischen dem Moment – in dem sie erkannten, sie würden diesen Flieger nicht mehr lebend verlassen – und dem Augenblick, in dem die Schwerkraft diesem und allen anderen Gedanken beziehungsweise Gefühlen ein Ende machte und ihren Körper in kaum mehr identifizierbare Teile auseinanderriss?

Wir brauchen für jeden Tod einen Schuldigen. Sonst wären die Toten noch am Leben. Der Arzt oder die Ärztin, die den Tumor übersehen. Der oder die Verstorbene selbst. Weil sie nicht alle Vorsorgeuntersuchungen absolviert. Nicht sämtliche Ernährungsempfehlungen befolgt. Die KESB, welche die Mutter zum Kindsmord getrieben. Oder, im aktuellen Fall, das Arztgeheimnis, das den Co-Piloten gedeckt und ihm 149 Menschen ausgeliefert habe. «Massenmord» schreiben – und das ist ein Geschrei – Focus, Weltwoche und Spiegel. Die Fixierung auf Schuldige zaubert Tote weg. Ersetzt Ohnmacht durch Handeln. Verwandelt Trauer um die Opfer in Wut auf die TäterInnen. Und deren Tod erscheint uns als gerechter.  

Die lehrende Katastrophe

Nach dem mit grosser Sicherheit bewusst herbeigeführten Absturz eines Passagierflugzeugs in den französischen Alpen ist, noch bevor die Toten begraben, in allen Öffentlichkeiten lautes Gerede und grosse Betriebsamkeit. Vermutlich auch, weil dieser «tödliche Sinkflug» beklemmend deutlich macht, «dass nicht nur jeder zum Opfer hätte werden können… Sondern dass, unter unglücklichen Umständen, jeder zu einem Täter werden kann» (Spiegel, 4.4.2015). Wenn überhaupt, werden in dieser «schweren Stunde» Comedy- oder Blödelsendungen abgesagt. Nicht aber der seriöse Talk. Jetzt kann, jetzt darf nicht geschwiegen werden. Die Stunde der Angst, das ist die Stunde der BeruhigerInnen. Sie wissen in verzweifelten Zeiten, was getan werden muss, damit nie mehr geschieht, was passiert ist.

Keine depressiven Piloten mehr. Arztgeheimnis lockern. Frauenquote im Cockpit erhöhen. (Diese Forderung der Feministin Luise Pusch provoziert den empörten Reflex «Das ist nun wirklich keine Frage des Geschlechts».) Weg mit der KESB. Keine Frauen mehr auf Freigang mit Gewalttätern.

Jetzt wissen plötzlich viele, was immer schon hätte getan werden müssen. Als sei der Absturz des Airbus eine «erhellende Katastrophe», wie es Peter Sloterdijk in anderem Zusammenhang einmal formuliert hat. Als hätten sie vorher nicht darüber nachgedacht, was passieren könnte. Als hätten sie sich das bis zu diesem Moment nicht vorstellen können. Was einen eklatanten Mangel an Phantasie verriete. Das müsste uns mit Blick auf andere Gefahrensituationen in Panik versetzen. Sind wir sicher vor depressiven Elektrikern, die Leitungen in Atomkraftwerken verlegen? Vor psychotischen GenforscherInnen? Und was, wenn unsere Pizza von einer Köchin mit Borderline bedeckt wird?

Die Stunden der Katastrophe und der Krise sind selten Stunden der wirklichen Erkenntnis. Der Psychiatrieprofessor Ulrich Hegerl weist im Spiegel darauf hin, dass die Zahl der Suizide in Deutschland «in den vergangenen 30 Jahren … von 18‘000 auf 10‘000 gesunken» sei. Dies, weil «psychisch erkrankte, und insbesondere depressive Menschen sich eher trauen nach Hilfe zu fragen, und diese Krankheiten deshalb besser erkannt und behandelt werden. Neue Gesetze, häufigere psychologische Tests, Berufsverbote: All das, was jetzt diskutiert wird, würde die Stigmatisierung wieder verstärken. Am Ende haben wir noch mehr Tote zu beklagen. Wir müssen leider akzeptieren, dass absolute Sicherheit nicht zu erreichen ist.»

Vom Pfeifen im Walde

Das fast manische Reden und Schreiben über diese sowie andere Katastrophen wirkt auch für den Kommentator des Tages-Anzeigers Walter Jäggi «oft wie Aktionismus.» Aber, rechtfertigt er letzteren, auch wenn der «Erfolg aller neuen Massnahmen nicht völlig sicher» sei: «Die Passagiere haben ein Recht darauf, dass ihre Angst ernst genommen wird.» Deutlicher kann der magische Charakter von Sofortmassnahmen nicht illustriert werden.

Das Palaver unserer Mediengesellschaft mag als moderne Form der Totenklage Sinn machen, um öffentlich TrauerAngstOhnmacht wegzureden, wegzuschreien, wegzuagieren. So wie einigen das Pfeifen gegen die Angst in dunklen Wäldern hilft. Aber es sollte als das benannt werden, was es ist – Trauergesang, Totenklage, magisches Ritual. Aber kein erkenntnistheoretisches Seminar beziehungsweise durchdachtes Präventionsprogramm. Vor dem Absturz ist real nur sicher, wer nicht in einen Flieger steigt. Der Tod ist damit nicht aus der Welt geschafft. Nur aufgeschoben.

Können wir uns vorstellen, was die Menschen auf diesem «Todesflug 4U 9525» in ihren kolportierten letzten acht Minuten empfunden, gedacht und getan haben? Zwischen dem Moment – in dem sie erkannten, sie würden diesen Flieger nicht mehr lebend verlassen – und dem Augenblick, in dem die Schwerkraft diesem und allen anderen Gedanken beziehungsweise Gefühlen ein Ende machte und ihren Körper in kaum mehr identifizierbare Teile auseinanderriss? Und können wir wirklich mitempfinden, wie es seither denen geht, die sie geliebt haben? – Ich kann es nicht.

Aber irgendwann ... Und dann bleibt nur das ohnmächtige oder ewige Schweigen …

Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

Keine

Weiterführende Informationen

Detektoren statt Psychiater: Blicke in die Zukunft (auf Infosperber)

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11 Meinungen

<Der Psychiatrieprofessor Ulrich Hegerl weist im Spiegel darauf hin, dass die Zahl der Suizide in Deutschland «in den vergangenen 30 Jahren … von 18‘000 auf 10‘000 gesunken» sei. Dies, weil «psychisch erkrankte, und insbesondere depressive Menschen sich eher trauen nach Hilfe zu fragen, und diese Krankheiten deshalb besser erkannt und behandelt werden.">

Wahrheit oder Fake?

Wenn man weiss, dass dieser Professor von Pharmariesen gesponsert wird (Link siehe nachfolgend) und er in seinen Statements unermüdlich betont, dass Depressionen auch mit Medikamenten behandelt werden können, ist davon auszugehen, dass mit solchen Äusserungen vor allem eines bezweckt ist: Eine sprunghafte Steigerung des Absatzes von „Antidepressiva“.

Selbst wenn die Suizidrate gesunken ist, müsste die andere Frage gestellt werden, wieviele Menschen durch die Einnahme von Psychopharmaka ihre Gesundheit ruiniert haben und vorzeitig ins Grab befördert worden sind.

Depressionen haben Ursachen – ein Blick in die heillosen Missverhältnisse in den als Demokratien vermarkteten Plutokratien liefert die Gründe.

http://www.adfd.org/wissen/Finanzielle_Verbindungen_von_Experten
RA Edmund Schönenberger, am 06. April 2015 um 12:46 Uhr
Mortalität durch Neuroleptika

http://www.psychiatrie.de/fileadmin/redakteure/dgsp/Artikel_Soziale_Psychiatrie_als_PDF/sp_118_5_Mortalitaet_durch_Neuroleptika__Aderhold_.pdf

Weiterführende „Literatur“…

http://edmund.ch/more/1/FundamentalkritikZwangspsychiatrie.pdf
RA Edmund Schönenberger, am 06. April 2015 um 13:08 Uhr
@Schönenberger ... ich möchte dem noch beifügen, dass über die letzten 100 Jahre betrachtet die Suizide bei Frauen stetig gestiegen sind (je nachdem wie man den Zeitraum definiert, können Fakten verbogen werden, da gerade die Suizidraten starken Schwankungen unterworfen sind, die aber mehr mit der politischen, wirtschaftlichen Lage zu tun hat als mit Behandlung durch die Psychiater) ... Frauen konsumieren zudem weitaus mehr Psychopharmaka als Männer und der Konsum dieser Produkte, die Spatzen pfeifen es schon längstens vom Dach, ist auch stetig gestiegen ... die Preise übrigens auch, aber überproportional ...
Eliane Schneider, am 06. April 2015 um 13:10 Uhr
Das Geschrei, das hier auf einem Nebengeleise weitergeführt wird, denn im Kern des Artikels geht es ja nicht um Psychopharmaka, dieses Geschrei also als ein magisches zu beschreiben, das hat mir in meinen Gedanken weitergeholfen. Danke.
Dagmar Bach, am 06. April 2015 um 14:27 Uhr
Klar ist es höchste Zeit, dass psychisch erkrankte Menschen sich trauen, nach Hilfe zu fragen, auch wenn nicht alle dieser Krankheiten behandelt werden können.
Was heisst schon psychisch? Das Hirn, in dem die Prozesse ablaufen, ist auch ein Organ! Und Umwelteinflüsse ziehen auch andere Organe u.U. unerkannt in Mitleidenschaft -man sieht in keinem Organ richtig gut hinein! Es ist höchste Zeit, dass über die Entstehung und Entwicklung solcher Prozesse tiefgründiger geforscht wird und im Alltag das Stigma fällt. Wenn ich mir das Bein breche, habe ich keine Hemmungen, mich behandlen zu lassen und der Arbeitgeber anerkennt die Zeitlücke zur Heilung...
Martin Alven c/Neuroni, am 06. April 2015 um 15:46 Uhr
Seit Jahrzehnte wird der Mensch „bombardiert“ mit schlechten News. Man hat sich inzwischen daran gewöhnt vorwiegend mit Kriegsmeldungen, Gefechtabläufe, Attentate, Morde, Katastrophen und sonstiges alles schlechte, berieselt zu werden.
Inzwischen verlangt „Mensch“ danach, nach dem Kribbeln in den Glieder beim lesen / hören einer neue Tragödie !

Aber wie reagiert gefühlsmässig der Mensch auf solcher steter, täglicher Zermürbung ?
Um sich zu schützen, um nicht in Trauer oder gar Depression zu fallen, stumpft er ab, lässt nichts mehr an sich ran, schütz sich (sogar) mit Sarkasmus.
Nach 50 Jahre Beregnung mit solche Meldungen legt man die Scheuklappen etwas enger an den Kopf ran und sagt sich, bei den neusten Kriegsreportagen …

„… sollen die sich doch die Köpfe einschlagen, wenn sie doch nichts besseres zu tun haben ! …“

Oder man wird dauernd an hungernde Kinder erinnert (wie wenn die vom Himmel fallen würden, blendet aus dass jeder sexuelle Kontakt nachwuchs hervorbringen kann !), man soll für dies oder jenes spenden, Mitgefühl für Asylanten haben (ob verfolgt oder nicht), … Irgendwann reicht es einem.

Und das Resultat nach all den Aktivitäten ? Nichts ist besser geworden auf dieser Welt, im Gegenteil, ich prophezeie dass mit Zunehmender bevölkerungsdichte es nur noch schlimmer wird !
Schade können WIR nicht in die Zukunft blicken, ich hätte gerne gewusst wie es in 100 Jahre aussieht !
Frau Carmey Bruderer, am 07. April 2015 um 00:43 Uhr
sehr wichtiger, sehr richtiger Bericht, gibt zu denken, in seiner Wahrhaftigkeit, danke!
marianne erni-stiner, am 07. April 2015 um 08:33 Uhr
Man sollte auch nicht unerwähnt lassen, dass die Männer sich ja wegen den Frauen umbringen.
Olivier Bregy, am 08. April 2015 um 05:10 Uhr
@Schönenberger: Nicht jeder Psychopharmaka-Konsument läuft Amok, aber jeder Amokläufer konsumiert Psychopharmaka. Oder nur 60%?

Selbst bei Soldaten muss wohl teilweise nachgeholfen werden:

http://www.sueddeutsche.de/kultur/drogen-reichungen-an-soldaten-schlaflos-in-battle-1.895268-2

http://www.heise.de/tp/artikel/25/25499/1.html
Olivier Bregy, am 08. April 2015 um 14:48 Uhr
Fazit: REST-RISIKO. Punkt.

Bei tausenden von Piloten muss das System einen Irren vertragen. Deswegen muss man, ja kann man nichts ändern. NICHTS.
Wer dieses Risiko nicht eingehen will, muss daheim bleiben.

Die Fliegerei ist grundsätzlich sehr sicher. Man muss schon fast von Glück sagen, dass der Copilot von Lufthansa für Germanwings angestellt wurde. Wäre es eine andere Billig-Airline gewesen, wäre das Geschrei gross gewesen.

Ein nützliches Geschrei, weil genau diese Billig-Fluggesellschaften an der Sicherheit sparen. Dafür gibt es erdrückend viele Beweise. Und trotzdem fliegen Sie damit nach Spanien. Oder mal schnell zum Shopping nach Paris. Muss man sich doch ab und zu mal gönnen. 30 Silberlinge...

Der Mensch denkt nicht rational. Er denkt gierig. Mehr von allem, und vor allem zum halben Preis.

Wir werden in Zukunft viele Abstürze zu beklagen haben, weil die Piloten schlecht ausgebildet, schlecht ausgesucht und schlecht bezahlt sein werden. Die Wartung der Flugzeuge wird bald von billigen Mechanikern mit wenig Erfahrung ausgeführt.
Junge Leute (mit reichen Eltern) bezahlen heute schon viel Geld, damit sie auf dem Copiloten Sitz ihre Flugerfahrung sammeln können. Kein Lohn! Mit Ihnen als Aldi-Passagier, hinten in der Economy Class.

So gesehen, geschieht hier, was man in der Natur als «survival of the fittest» nennt. Wer wenig zahlt bekommt wenig Sicherheit und stirbt letztlich den Aldi-Tod.

Deshalb fliege ich nie Billig-Airline.
Gruss aus dem Cockpit.
Renato Stiefenhofer, am 11. April 2015 um 03:46 Uhr
Die Chance die sich hier in diesem Blog bieten würde, ist gerade eben ein genaueres ‚Hinhören‘, damit der Unterschied zwischen Ballermann und Notruf wahrnehmbar wird, Frau Bach. Bevor Sie mit einem Paukenschlag auf dem «Nebengeleise» diesen Blog zur Abdankungshalle erklären, wo es anscheinend darum gehen soll eine Schülerübung 'Findet den Kern der Botschaft' zu absolvieren und am Schluss der Predigt nur zu applaudieren, mutet das etwas elitär, und halt etwas zu hörig, an. Auch wenn es ein Text wie dieser ist, der einfühlsam, gehaltvoll und Trost spendend ist, eine eiternde Stelle sollte man nicht unter dem Deckel des Friedens verbergen. Und deshalb: Psychopharmaka sind in diesem Zusammenhang sehr wohl ein Thema, und wie! Wenn beinahe im gleichen Atemzug von «Stunden der wirklichen Erkenntnis» mit einer Aussage, die nicht nur nicht stimmt, sondern auch einmal mehr eine Berufsgruppe aus der Verantwortung schleichen lässt, verquickt wird, dann ist es umso eigenartiger, wenn die Kritik von ‚Profis‘ nicht zugelassen wird. – und à propos Magie: die ist ja wohl eher das Instrument von Führungspersonen und Verführern, und nicht vom rummümmelnden Fussvolk, das immer noch nicht begriffen hat, dass der psychiatrische ‚Bordmechaniker’ ein technisches Problem hat.
Eliane Schneider, am 11. April 2015 um 11:10 Uhr

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