Professor Robert J. Shiller: Der Graben zwischen Reichen und Armen vergrössert sich weiter © Richard Borge

Professor Robert J. Shiller: Der Graben zwischen Reichen und Armen vergrössert sich weiter

«Ungleichheit kann zur Katastrophe führen»

Red. / 07. Sep 2016 - Der Wirtschafts-Nobelpreisträger Robert J. Shiller warnt vor den Folgen der steigenden Kluft zwischen Armen und Reichen.

Bereits heute würden wirtschaftliche Ungleichheiten Sorgen bereiten. Doch in den kommenden Jahrzehnten könnten sie regelrecht «zum Alptraum» werden, befürchtet Robert J. Shiller, Wirtschafts-Nobelpreisträger des Jahres 2013. Unter dem Titel «Die heutige Ungleichheit könnte sich leicht zur Katastrophe von morgen entwickeln», zählt er in der «New York Times» Gründe auf, weshalb sich die Kluft zwischen Reichen und Armen auf längere Sicht gesehen noch dramatisch vergrössern könnte:

  • Die Roboterisierung und der Einsatz künstlicher Intelligenz kann dazu führen, dass viele wenig qualifizierte Menschen keine Erwerbsarbeit mehr finden.
  • Eine Umweltkatastrophe wie zum Beispiel die Erwärmung des Klimas, Umweltverschmutzung oder Krankheits-Epidemien kann es für Menschen mit wenig Geld und Vermögen schwierig machen, in bestimmten Regionen zu (über-)leben.
  • In künftigen Kriegen könnten atomare, chemische oder biologische Massenvernichtungswaffen eingesetzt werden, die ganze Regionen unbewohnbar machen.
  • Politische Umwälzungen wie das Aufkommen von Rassismus oder andern ausschliessenden sozialen Strukturen könnten für weniger Privilegierte verheerende Folgen haben.

Er hoffe natürlich, schreibt Robert J. Shiller, keines dieser Szenarien werde eintreten. Aber selbst wenn die Wahrscheinlichkeit nicht so gross sei, sollten wir heute alles dafür tun, um solchen Eventualitäten zu begegnen.

Leider seien die stark steigenden Vermögen und Einkommen der Reichsten in der Vergangenheit nie stark besteuert worden, um die Ungleichheit zum bremsen, sondern meistens erst in Kriegszeiten, um einen Krieg zu finanzieren.

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Zum vollständigen Artikel des Nobelpreisträgers in der «New York Times»

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Keine

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2 Meinungen

die ursachen, warum die schere sich öffnet, hat er einfach weggelassen – typisch!

--- mit kapital kann man leistungslos «sein» geld exponentiell vermehren (leistungslose spitzeneinkommen)
--- zinsverbot aller monotheistischen religionen werden auch von theologen missachtet - sie glauben vom goldenen kalb mit-profitieren zu können
--- das private monopolgeld „dollar“ als global aufgezwungene leitwährung beutet alle/alles nach strich und faden aus (georg zoche: welt macht geld)

UND

kriege entstehen nicht zufällig - sie werden „von oben“ geplant: die usa hat im 2015 neue atomwaffen in büchel (brd) illegal stationiert. die nato-osterweiterung hat nicht erst gestern begonnen. aufrüstung im baltikum entstand nicht durch arm-gegen-reich - strassenkämpfe...
alec gagneux, am 07. September 2016 um 12:29 Uhr
Krokodilstränen zu vergiessen, wegen der Ungleichheit in dieser unserer globalisierten Wirtschafts- und Politordnung bringt gar nichts. Im kapitalistischen Wirtschaftssystem ist die Ungleichheit zwischen den Besitzern von Kapital und den Besitzern von Arbeitskraft eine Conditio sine qua non. Lohnsklaven arbeiten nur solange gegen Lohn, solange man sie dazu zwingen kann. Darum darf die Entschädigung (=Kosten für die Unternehmer) nur so hoch sein, dass es gerade zum Leben reicht. Die Lehrerinnenlöhne im Kt. Zürich z.B. wurden wieder gesenkt, nachdem sich die meisten Lehrpersonen eine Pensenreduktion leisten konnten.
Paul Jud, am 12. September 2016 um 15:57 Uhr

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