Laternensujet der Basler Clique «Sans-Gène», 1923 © «B wie Basel», 1997
Fasnachtslaterne der Clique «Sans Gène», 1923 © «B wie Basel», 1997

Die jüdischen Herren der Welt als Fasnachtssujet

David Klein / 24. Feb 2015 - Die Basler FasnächtlerInnen sollen 2015 keine religiösen Gefühle verletzen. So zimperlich waren sie nicht immer.

Laut dem Basler Comité-Obmann Christoph Bürgin sollen aus Respekt vor dem Islam und den hiesigen Muslimen, an der diesjährigen Fasnacht «keine religiösen Gefühle beleidigt werden». Auf Mohammed-Karikaturen mögen die Fasnächtler «doch bitte verzichten».

Deutlich weniger rücksichtsvoll war man seinerzeit den Basler Juden gegenüber. An der Fasnacht des Jahres 1923, Hitler war nach seinem gescheiterten Putschversuch noch nicht mal eine historische Fussnote, paradierte die Clique «Sans-Gène» unter dem Sujet «Die Herren der Welt» eine Laterne durch Basels Strassen, die dem im gleichen Jahr gegründeten antisemitischen Hetzblatt «Der Stürmer» alle Ehre gemacht hätte.

Unter der Aufschrift «Die Juden und ihr Geld regier'n die ganze Welt» tanzen auf der einen Seite der kunstvoll gestalteten Laterne übel karikierte Juden mit fettem Wanst und überdimensionierten Judennasen auf einer Weltkugel, davor sitzen unter dem Judenjoch ächzende Büezer «Die Erd' umspannen sie/ein engeschlossner Kranz/in Kunst&Wissenschaft/in Industrie/in Handel&Finanz». (siehe Bild oben)

Sujet der Basler Clique «Sans-Gène», 1923 , © «B wie Basel», 1997

Auf der anderen Seite räkeln sich in einander verschlungene Schlangen mit krummnasigen Judenköpfen, die kauernde Gestalten mit eisernem Würgegriff zur Unterzeichnung von Schuldscheinen nötigen. Über diesen Szenen thronen jeweils zwei geflügelte, hakennasige und hohläugige Fabelwesen, dazwischen zwei krallenartige Hände, die mit knorrigen Fingern und langen Nägeln gierig nach der Weltherrschaft greifen.

Ein klein wenig antisemitisch

Gemalt hatte das Prachtstück der bekannte Basler Maler Burkhard Mangold (1873-1950), Begründer der künstlerischen Plakat-Lithographie in der Schweiz, Erneuerer der Glasmalerei und Antisemit, was ihn jedoch nicht massgeblich von seinen Zeitgenossen unterschied.

In einem Sonderdruck der «Schweizerischen Zeitschrift für Geschichte» von 2005, mit dem Titel «Wir waren alle ein klein wenig antisemitisch», analysiert Heiko Haumann, emeritierter Professor für Osteuropäische und Neuere Allgemeine Geschichte, den weit verbreiteten Antisemitismus in Basels Honoratiorenkreisen am Beispiel des Basler Gelehrten Jacob Burkhardt (1818-1897), der sich in seinen Schriften gegen das «Judenpack» wandte. Sein Neffe Jacob Oeri (1844-1908) schwadronierte in Briefen an seinen Onkel vom «schmutzigen polnischen Judenthum».

Andere Exponenten des Basler «Daig» engagierten sich für das Schächtverbot von 1893, nach dessen Annahme eine Menschenmenge auf dem Basler Marktplatz «Tod den Juden» skandierte, oder unterstützten die seit 1904 erscheinende vulgär-antisemitische Basler Kulturzeitschrift «Der Samstag».

Der Basler Carl Jacob Burkhardt (1891-1974), ein weiterer Verwandter von Jacob Burkhardt, war ebenfalls «ein klein wenig antisemitisch». Er vertrat die Ansicht, die Juden treffe an der Verfolgung durch die Nazis «eine Schuld» sowie dass ein «bestimmter Aspekt des Judentums unsittlich und verderbt» sei und von einem «gesunden Volk bekämpft werden muss». Das war wohl auch der Grund, weshalb Burkhardt, ein häufiger Gast bei Adolf Hitler, sich während des Zweiten Weltkriegs weder als Völkerbundshochkommissar, noch als IKRK-Präsident für die europäischen Juden einsetzte.

Brunnenvergifter

Dass vor allem den Baslern derartiger Antisemitismus so leicht von der Hand geht, kommt nicht von ungefähr. Die Israelitische Gemeinde Basel (IGB) ist historisch die dritte jüdische Gemeinde der Stadt. Die erste und älteste auf dem Gebiet der heutigen Schweiz fand während der Pestepidemien von 1348 bis 1350 ein schreckliches Ende. Nachdem man die Juden als Verursacher der Pest diffamiert hatte, wurden die Basler Juden im Januar 1349, noch bevor die Pest in Basel ausbrach, als «Brunnenvergifter» in einem eigens dafür gebauten Holzhaus auf einer Rheininsel verbrannt. Alle Schuldner der Basler Juden wurden von ihren Verpflichtungen freigesprochen und man schwor, 200 Jahre keine Juden mehr aufzunehmen.

Nach dem verheerenden Erdbeben von 1356 brauchte Basel jedoch dringend finanzielle Mittel für den Wiederaufbau der verwüsteten Stadt und die finanzkräftigen Juden von einst, die sich damals schon massgeblich an der Finanzierung der ersten Rheinbrücke aus Stein beteiligt hatten, wurden schmerzlich vermisst. Der erst vor wenigen Jahren ausgesprochene Schwur war schnell vergessen, und es entstand ab 1362 eine zweite Gemeinde. Als im Elsass aufgrund von Seuchen erneut eine judenfeindliche Atmosphäre entstand, sahen sich die Basler Juden 1397 zur Flucht gezwungen. Erst 400 Jahre später, im Jahr 1805, entstand die heutige IGB.

Obwohl der italienische Chronist Gabriel de Mussis bereits 1347 schrieb, die Pestkranken «verströmen mit jedem ausgesprochenen Wort Gift aus ihrem Mund», die Pest also als Ansteckungskrankheit bekannt war, bestand die Schweiz auf der Kolportage der Brunnenvergifter-Legende und trug so massgeblich zu deren weltweiten Verbreitung bei. Im September 1348 fand im waadtländischen Schloss Chillon ein Prozess statt, der den Boden für die zahlreichen Judenpogrome bereitete und «allen späteren Judenverfolgungen den rechtlichen Schein verlieh», wie Justus Friedrich Curt Hecker schon 1832 in seinem Buch über den «Schwarzen Tod im vierzehnten Jahrhundert» festhielt (Peter Kamber: «Pogrome und Schwarzer Tod, wie die Schweiz im 14. Jahrhundert ein Verfolgungsschema exportierte»).

Rabbiner oder Hassprediger

Heute noch werden Juden in der Herzl-Stadt Basel gesondert behandelt. So wurde der scheidende Rabbiner der IGB, Yaron Nisenholz, bei seinem Amtsantritt vor einigen Jahren bei der Fremdenpolizei vorgeladen. Da er aus einem «gefährlichen Land» komme (damit meinten die hiesigen Beamten vermutlich die pluralistische Demokratie Israel), wollte man ihn bezüglich seiner «Einstellung gegenüber der Schweiz» und den «Themen seiner Predigten» vernehmen. Einen jüdischen Mann, der in Basel im Gefängnis einsass, musste er im allgemeinen Besuchersaal betreuen, während der katholische Priester dafür einen gesonderten Raum zugewiesen bekam. Das für die christlichen Seelsorger selbstverständliche Privileg, musste sich Nisenholz per Anwalt erstreiten.

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23 Meinungen

Jacob Burckhardts Antisemitismus ist meines Wissens hauptsächlich aus seinen Briefen belegt, so weit ich weiss nicht aus seinen Hauptwerken, was doch im Hinblick auf die Einschätzung für das 19. Jahrhundert einen Unterschied ausmacht. Man muss einen herkömmlichen, sozusagen geläufigen Antisemitismus vom offensiven und missionierenden Antisemitismus unterscheiden, mindestens in der damaligen Zeit. Herkömmlichen Antisemitismus findet man auch bei Johann Peter Hebel, Pestalozzi und Gotthelf, erstaunlicherweise sogar bei den Juden Heine und Marx. Sonst aber guter Artikel von David Klein, der meist in «die etwas andere Kritik» Artikel in dieser Richtung schreibt, die ich keineswegs als überflüssig einschätzen würde, im Gegenteil.
Pirmin Meier, am 24. Februar 2015 um 10:47 Uhr
Dieser Film, die erste ev. auch die zweite Publikation sind auch von Juden:

„Die Verleumdung – Die Wahrheit über den Antisemitismus“
https://www.youtube.com/watch?v=OR-aPeOAtG0

Der 91jährige Publizist Uri Avneri ist weltweit bekannt und geachtet.
„Anti–Was?“
http://www.tlaxcala-int.org/article.asp?reference=14232

Dieser beachtenswerte Artikel ist eine gute Ergänzung zu obigem von Uri Avneri. Jedoch nichts für Leute die sofort Weltverschwörungstheorie wittern.
„Wiederholt sich die Geschichte in Paris & Kopenhagen?
http://www.neopresse.com/politik/naherosten/wiederholt-sich-die-geschichte-paris-kopenhagen/
Beat Wick, am 24. Februar 2015 um 14:41 Uhr
Geld regiert die Welt - genauer gesagt, die Besitzer des Geldes regieren. Dass das grosse Geld sich in den Händen weniger vereinigt, ist unbestreitbar, ebenso wenig, dass es sich vor allem durch Zins und Zinseszins vermehrt.

Wer nun sind die Besitzer?

Da es leider so ist, dass eine weltweite Offenlegungspflicht nicht existiert und die Superreichen sich überaus bedeckt geben, muss man in der Geschichte graben, um den Besitzern auf die Spur zu kommen.

„Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“ weiss der weise Volksmund. Und wenn man dazu noch weiss, dass im Mittelalter für die Christen, nicht jedoch für die Juden ein Zinsverbot galt, liegt auf der Hand, wer in Sachen Geldbesitz und entsprechendem Know-how die Nase vorne hat.

Natürlich wird man mit einer solchen Aussage sofort als Antisemit und Verschwörungstheoretiker verschrien. Das kann mich keinesfalls daran hindern, meine freie Meinung zu äussern, wobei für mich allerdings unerheblich ist, dass nun ausgerechnet die Juden punkto Geld Spitzenpositionen besetzen.

Hätte nämlich für die Christen kein, wohl aber für die Juden ein Zinsverbot gegolten, würden heute die Christen genauso skrupellos die Macht des Geldes missbrauchen und würden sie mich, weil ich sie deswegen abstrafte, als Antichrist vermarkten.
RA Edmund Schönenberger, am 24. Februar 2015 um 16:46 Uhr
eine kleine Korrektur:

...Das kann mich keinesfalls daran hindern, meine freie Meinung zu äussern, wobei für mich allerdings unerheblich ist, dass nun ausgerechnet die im Geschäft tätigen Juden punkto Geld Spitzenpositionen besetzen.

Hätte nämlich für die Christen kein, wohl aber für die Juden ein Zinsverbot gegolten, würden heute die im Gschäft tätigen Christen genauso skrupellos die Macht des Geldes missbrauchen und würden sie mich, weil ich sie deswegen abstrafte, als Antichrist vermarkten.
RA Edmund Schönenberger, am 24. Februar 2015 um 17:11 Uhr
..... würden heute die im Geschäft tätigen Christen genauso skrupellos die Macht des Geldes missbrauchen.
"würden"?? Sind etwa all die Spitzenbankster, die das Schweizer Bankensystem korrumpiert haben Juden?
Also seien wir fair: Wo das grosse Geld ist, wird dessen Macht oft skrupellos missbraucht und zwar von Menschen jeglicher religiöser Provenienz.
Ueli Ganz, am 24. Februar 2015 um 18:11 Uhr
@RA Edmund Schönenberger. Über die Geschichte des Zinsverbotes sollte man sich nicht so stark frei von Grundwissen äussern wie das Herr Schönenberger tut. Das Zinverbot wurde ausgerechnet vor 600 Jahren, beim und nach dem Konzil von Konstanz (hängt noch mit der Eroberung des Aargaus durch die Eidgenossen zusammen) durch Papst Martin V. zugunsten der christlichen italienischen Bankiers massiv gelockert. Dieser Massnahme waren schlimme Judenverfolgungen vorausgegangen. Dabei kennen sowohl die Juden wie auch die Muslime (vgl. islamisches Banking) ein Zinverbot und ist die ganze Sache, besonders wenn man an die Zinsen von Grundstücken und Häusern denkt, im Mittelalter schon seit eh und je weit komplizierter gewesen als es Herr Schönenberger andeutet. In Luzern konnte man schon in 14. Jahrhundert Hauskredite aufnehmen bzw. mit diesen handeln ohne dass dafür Juden notwendig gewesen wären. Wer sich durch besonders dümmlichen Antisemitismus auszeichnen will, soll nur auf diese Weise argumentieren. Bei der Zahl der Bankfachleute standen allerdings auch nach der Lockerung des Zinsverbotes die Katholiken etwa den späteren Protestanten und zumal den Juden während Generationen um einiges nach. Am Bösen in der Welt sind im Prinzip weder das Geld noch etwa die Waffenfabrikation schuld, sondern hauptsächlich die ideologischen Verblendungen der Menschen. Dabei ist der Antisemitismus wie auch das Ressentiment gegen alle, die von Geld etwas verstehen, ein regelmässig gepflegter Teilfaktor.
Pirmin Meier, am 24. Februar 2015 um 19:32 Uhr
@Ueli Ganz - genau das habe ich zum Ausdruck bringen wollen. Was die Geld- und Machtgier anbelangt, möchte ich nicht die Hand zwischen Menschen jeglicher religiösen Provenienz drehen.

@Pirmin Meier wäre ich dankbar, wenn er mir statt langer Vorträge die Frage klärt, wer nun - Juden, Christen oder wer auch immer - im Geldgeschäft das Szepter schwingt.
RA Edmund Schönenberger, am 24. Februar 2015 um 20:27 Uhr
@die Frage «Wer?» ist eine Frage, die meist mit Ressentiments verbunden ist, man müsste schon Strukturanalysen wagen. Und im Ernst: mit plumpem Antisemitismus blamiert man sich heute.
Pirmin Meier, am 24. Februar 2015 um 21:23 Uhr
„ES IST ANTISEMITISCH, DARAUF ZU BESTEHEN, DASS ISRAEL IN DEUTSCHLAND NICHT KRI-TISIERT WERDEN DARF“
(Uri Avneri: Jude, Israeli, Autor)

Hier noch weitere weltweit bekannte Persönlichkeiten die Sie, Herr Pirmin Meier, wohl auch als Antisemiten beschimpfen. Auch sie Juden und darüber hinaus auch noch Israeli:

Amira Hass, Jüdisch-israelische Journalistin, Ramallah:
„Grünes Licht aus Europa, um Gaza zu töten, zu zerstören und zu pulverisieren“
http://sicht-vom-hochblauen.de/gruenes-licht-aus-europa-um-gaza-zu-toeten-zu-zerstoeren-und-zu-pulverisieren/

Prof. Nurit Peled-Elhanan, Jüdin, Israelin, Jerusalem:
„Israel ist die Fortsetzung des europäischen Kolonialismus“
http://sicht-vom-hochblauen.de/israel-ist-die-fortsetzung-des-europaeischen-kolonialismus/

Miko Peled, Jude, Israeli:
„Miko Peled – Ein jüdischer Israeli und Friedensaktivist über die Wahrheit in Israel“
https://www.youtube.com/watch?v=WF_AsxQLijY
Beat Wick, am 24. Februar 2015 um 21:40 Uhr
"Weimar wiederholt sich in Israel"

...Avnery zur Entdemokratisierung Israels:

http://www.heise.de/tp/artikel/35/35913/1.html


Und am Sonntag haben die einfach mal ein paar Hundert Palästinenser obdachlos gemacht, indem ihre Häuser geflutet wurden:

http://www.gegenfrage.com/israel-ueberflutet-wohnviertel-im-gazastreifen/

http://antikrieg.com/aktuell/2015_02_24_hunderte.htm

Unsere Presse? Hat auf jeden Fall nichts mitbekommen - ist wahrscheinlich bei einem Cüpli-Treffen in einem Nato-Aussenquartier.
Olivier Bregy, am 25. Februar 2015 um 06:27 Uhr
A propos Karikaturen und Sujets: Wer darf wo was karikieren? Das ist doch die Frage.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/israel-und-iran-benjamin-netanjahu-bauschte-gefahr-der-atombombe-auf-a-1020116.html
Olivier Bregy, am 25. Februar 2015 um 06:55 Uhr
Geld regiert die Welt... und wenn ich jetzt Goldman Sachs, G.Soros, I.Kolomojskij benenne, bin ich dann Antisemitin?
Elisabeth Tymoshenko, am 25. Februar 2015 um 10:04 Uhr
Ach ja, der jüdische Theatermann Peter Zadek sagte einmal über Israel: Die Opfer wurden zu Tätern. War er dann auch Antisemit?
Elisabeth Tymoshenko, am 25. Februar 2015 um 10:06 Uhr
@Frau Tymoshenko, ich glaube nicht, dass Ihnen jemand Antisemitismus unterstellt. Das sind Diskussionen, die in Israel ebenfalls vehement geführt werden. Selbstverständlich haben nicht nur Juden das Recht, Israel zu kritisieren, und muss die Kritik auch keineswegs mit Samthandschuhen erfolgen. Der eigentliche Antisemitismus verrät sich gewöhnlich durch ressentimentgeladene, persönliche und klischeehafte angeblich gattungscharakterisierende Sprache. Persönlich finde ich antisemitische Ressentiments nicht schlimmer als z.B. antichristliche Ressentiments, es kann auch ebenso primitiven Antikommunismus geben. Auch der Islam verdient faire Analyse, wiewohl heute das Wort «islamophob» viel zu schnell gebraucht wird, um Kritik abzublocken.
Pirmin Meier, am 25. Februar 2015 um 10:21 Uhr
Wäre ich ein Antiantisemit, würde ich meine Gesinnungskumpane mit gleichem Eifer wie Pirmin Meier decken. Seine Diffamierungen erweisen sich nichts als plumper Versuch, die Tatsache zu vernebeln, dass gewisse Juden im Geldgeschäft eine führende Rolle spielen.

In meinen Veröffentlichungen taucht der Begriff Jude nicht ein einziges Mal auf. Ich spreche von den „Geldherren“, den „Plutokraten“ und meine damit eben nicht nur eine Spezies dieser geld- und machtgierigen Gattung, sondern alle.

edmund.ch
RA Edmund Schönenberger, am 25. Februar 2015 um 10:41 Uhr
Regen Sie sich bitte ab, unterscheiden Sie allenfalls zwischen «Antisemit» und «antisemitischer Formulierung», wobei auch das mit den Geldherren und den Plutokraten selbstverständlich Feinbildpublizistik und nicht Analyse ist. Es ist aber klar, dass man je nach Formulierung sehr schnell als Antisemit zu verdächtigen ist, was man meistenteils selber zu verantworten hat.
Pirmin Meier, am 25. Februar 2015 um 11:34 Uhr
Da kommen sie wieder aus allen Löchern gekrochen. Der Artikel geht um Judenverfolgungen im Spätmittelalter in Verbindung zur (aus meiner Sicht gerechtfertigten) Selbstzensur der Basler Fasnacht.
"Ich bin kein Antisemit, ein Jude hat mal gesagt, dass der Holocaust so ganz ja gar nicht stattfand, haben sie schon mal was von Zündel gehört?»
Die Youtube-Universität lässt grüssen, Links mit Anonymous Masken in den Ecken und Aussagen wie «ich nenne sie Geldherren, nicht mehr Juden». WOW. Da kommt wirklich alles zusammen. Dass man die gleiche Erfolgsgeschichte von Juden auch von Jesuiten, Exilkubaner, Chinesen und vielen anderen in einer Diaspora lebenden Volksgruppe erzählen kann scheint nicht wichtig. Die Krake der Juden ist noch immer präsent. Sorry, aber die meisten von Euch wären mit grosser Freude dem Herr Hitler gefolgt. Dann kommt natürlich Danzig, Hitler wurde in den Krieg getrieben, die Juden wollten das, Cui Bono? Ich möchte nur, dass andere Leser hier verstehen, an was ihr Leute so glaubt.
Grundlegend bleibt wohl die Zinskritik. Dass Silvio Gesell (oder Feder) alles andere als Antikapitalist war ist egal, die meisten kennen die Zinskritik ohnehin nur aus einem von einem Scientologen gedrehten Video des Kompost-Verlags. 30 Minuten und ich habe das Geldsystem verstanden. Mehrwert, Konkurrenz, Profit, Ausbeutung, alles egal, es ist der Zins! Jetzt wird mir wohl mit x Links geantwortet, «kritische Denker». Aber woher ihr eigenes denken stammt wird nicht kritisiert. Komisch
Lars Herzer, am 26. Februar 2015 um 13:46 Uhr
@Herzer. Ihre Ausführungen sind etwas wirr. Jedes Thema ist für sich selber zu untersuchen und man sollte nie alles in einen Eimer werfen, nicht mal die verschiedenen Arten des Antisemitismus und der Gruppenressentiments, z.B. was Sie über die Chinesen und Exilkubaner schreiben. Silvio Gesell ist noch mal ein Extrathema, eigentlich faszinierend, es gab bei jeder Richtung auch mal einen Antisemiten usw., was im übrigen nichts beweist. Die Geschichte des Zinsverbotes ist die Geschichte seiner Umgehung. Noch interessant sind die innerislamischen und innerjüdischen Geldgeschäfte, für die spezielle ethische Ansprüche erhoben wurden bzw. werden.
Pirmin Meier, am 26. Februar 2015 um 14:41 Uhr
@schoenenberger. Es geht doch nur ums Geld. Keine Ahnung, warum dieses Hauptproblem der Neuzeit wieder mal auf den seit jeher beliebten religiösen/ethnischen/rassistischen Neben-Kriegsschauplatz verlagert wird. Fakten sind, dass weniger als 2% der Menschen mehr Geld besitzen als die restlichen 98%, dass heute 800 Millionen Menschen mangelernährt und dass 57 Millionen auf der Flucht sind. Diese himmelschreienden Tatsachen zu ändern ist die Aufgabe und nicht die Klärung, ob Soros Jude, Ungar, oder Rom ist und weshalb er im Geld schwimmt.
Ein fruchtbareres Thema wäre: Wie realisieren wir eine Finanztransaktionssteuer. Die wäre religiös, ethnisch und rassisch neutral, dafür effizient im Gegensatz zu dieser medievalen Diskussion.
Hans Ueli Ellenberger, am 26. Februar 2015 um 15:21 Uhr
@Meier , das Wirre ist Programm. Wollte mal als «dummes Schaf» die Argumentationslinien der «Aufgewachten» (Koppverlag/KenFM/Neopresse) wiedergeben (übrigens, was für faschistoide Begriffe und gleichzeitig sieht bei allen anderen den Faschismus). Was sie sagen ist völlig richtig, aber es ist ein wenig naiv zu glauben, dass man mit Leuten, die an eine «Verschwörung des internationalen Grosskapitals z.B. zur Bevölkerungsreduktion» glauben (Juden sagt man nicht mehr, sog. sekundärer Antisemitismus z.B. bei Herrn Schönberger) gelassen über die Historizität des Zinsverbots (wobei ich Ihre Ausführungen sehr interessant finde) diskutieren kann.
Mit dem Hinweis auf Chinesen und Exilkubaner wollte ich eine Verbindung zu Amy Chuas Theorien über das «Tripple Package» (eine absolut furchtbare Frau mit furchtbaren Ideen aber in dieser Hinsicht hat sie, so glaube einen Punkt) herstellen. Gesellschaftliche (organisierte) Minderheiten sind meistens nicht in der «normalverteilten» Mitte der Gesellschaft zu finden, sondern je nach sich selbst erfüllenden medialen Stereotypisierungen (und vielen anderen Faktoren) eher weiter rechts oder links zu finden. Den Hass, der diese Gruppen zu spüren bekommen, kommt aus einem chauvinistischen Identitätsverständnis. Das galt auch für die Juden im 19./20. Jhrd., jedoch waren sie die wohl am besten integrierte Volksgruppe die es je gab. Der von Schoppenhauer formulierte Gegensatz zwischen «Schein» und «Sein» erlaubte es aber, die Juden dennoch zu töten.
Lars Herzer, am 26. Februar 2015 um 15:22 Uhr
@Ellenberger Sie formulieren viel unaufgeregter und präziser als ich, was das grundlegende Problem ist. Vielen Dank.
Lars Herzer, am 26. Februar 2015 um 15:26 Uhr
@ellenberger - richtig, es geht ums Geld, die damit verbundene Macht und deren Missbrauch. Aber es ist doch auch ein Bisschen aufschlussreich, wie gewisse wie von Tarantel gestochen reagieren, wenn man Namen nennt. Jetzt weiss ich sogar, dass ich als sekundärer Antisemit ins Grab steigen werde. Da werden ja alle möglichen Thesen in Gang gesetzt, um das Deckeli übers Häfeli zu stülpen. Eine Heidenarbeit für die Veschleierer. Und obwohl zB. Pirmin Meier nicht weiss, wer im Geldgeschäft das Zepter schwingt, er logischerweise auch nicht weiss, ob meine Annahmen zutreffen oder nicht, schwingt er seinen Zweihänder gegen mich. Na ja, es haben schon zu viele vergeblich versucht, hinter mir her zu hecheln und ihr Mütchen zu kühlen…
RA Edmund Schönenberger, am 26. Februar 2015 um 18:13 Uhr
Juden, Antisemiten, Exilkubaner, gelbe, grüne, schwarze, Islamophobe, Christen, Faschisten, Moslems, usw.
Immer wieder werden wir „Zweibeiner“ in Kategorien eingeteilt, … meine Herren dies ist Rassistisch (mein Lieblingswort) … !

Nun mal ernst, wer verunmöglichte im MA den Juden die Ausübung eines Handwerkes ? Die Christen ! Gezwungenermassen mussten also andere „Tätigkeiten“ gewählt werden, und weil „Juden“ halt Klevere Leute (waren) sind, haben sie anstatt Häuser zu bauen (erfolgreich) mit Geld hantiert.
Und dies ist bis Heute so geblieben … in 800 Jahre wird man halt zum „Spezialist“ !
Frau Carmey Bruderer, am 27. Februar 2015 um 02:36 Uhr

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