Redefreiheit Menschenrechte Migration © «Surprise»

Tötet Roger Köppel? Töten wir?

Freie Rede für Köppel.Andersgläubige.Hassprediger.

Jürgmeier / 17. Mrz 2016 - «Der Theatermord findet statt, damit er in Wirklichkeit nicht stattfinden muss.» Ernsthaft? Ein Offener Brief.

Red. Der Performancekünstler Philipp Ruch lanciert seine PR-Kampagne für Roger Köppel & Co. neu. Mit der Website «Schweiz entköppeln». Und morgen Abend mit der Exorzismusaktion «Die grosse Austreibung» im Neumarkt-Theater Zürich. Damit hat er die programmierten Forderungen nach «Einstellung jeglicher Subventionen an das Theater Neumarkt» (SVP Stadt Zürich, «Tages-Anzeiger», 17.3.2016) provoziert. Deshalb stellen wir den Beitrag «Freie Rede für Köppel. Andersgläubige. Hassprediger.» vom 21. September 2015 noch einmal online. Dem damals Geschriebenen gibt es nichts hinzuzufügen.

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Liebe SurprislerInnen

Das war eine Überraschung. Eine böse. Ein «fiktiver» Aufruf zur Tötung?! Mit dem ihr euch, im schlimmsten Fall, zu MordkomplizInnen macht. Sicher aber, wenn auch ungewollt & ungefragt, zu WahlkampfhelferInnen von Roger Köppel. «Was braucht die Schweiz?», ist das Thema einer Sonderausgabe eures Strassenmagazins Surprise zu den bevorstehenden Wahlen. Was für eine Frage! Welche Schweiz? 41 Antworten von «Personen aus verschiedensten Bereichen der Gesellschaft» habt ihr ausgewählt & abgedruckt. Darunter auch die des Künstlers Philipp Ruch vom Zentrum für politische Schönheit. Mit dem Spiel auf den Menschen habt ihr euch (und vor allem ihm) Aufmerksamkeit verschafft, aber keinen Gefallen getan. Jetzt reden alle – die überhaupt über diese Nummer reden – nur noch über das «Tötet Roger Köppel!». Und niemand nimmt zur Kenntnis, was sonst an Bedenkenswertem in diesem Heft zu lesen wäre.

Daran ändert auch euer Rückzug in zwei Sprüngen nichts. «Die Publikation des Gastbeitrags des Künstlers Philipp Ruch zu Roger Köppel war ein Fehler. Sie passt nicht zum publizistischen Stil von Surprise ... Wir verurteilen jede Art von Gewalt in aller Form.» Heisst es in eurer aktuellsten Erklärung, die im nächsten ordentlichen Heft vom 25. September auch noch SchwarzaufWeiss (oder Rot?) veröffentlicht und von den Surprise-VerkäuferInnen unter die Leute gebracht werden soll. Hat sich euer publizistische Stil oder der Text von Philipp Ruch zwischen Annahme des Beitrags, Drucklegung und öffentlicher Debatte verändert? In einer ersten Stellungnahme nach Erscheinen der Sondernummer hiess es noch: «‹Tötet Roger Köppel!› ist Fiktion. Hätten wir Anlass gehabt, von etwas anderem auszugehen, hätten wir den Beitrag nicht publiziert.» Geht ihr jetzt von etwas anderem aus?

Tötet Köppel Roger? Töten wir?

Philipp Ruchs «Tötet Roger Köppel! Köppel Roger tötet!» über dem historisch belasteten Symbol einer zerbrochenen Brille ist aufgemacht als blutrotes Werbeplakat für die Première des Theaterstücks «2099» im Theater Dortmund, das nicht nur eure LeserInnen nicht kennen. Die Provokation hat zwar kaum und hoffentlich nicht das lebensbedrohliche Gewicht der Fatwa des damaligen iranischen Staatspräsidenten Khomeini gegen den Schriftsteller Salman Rushdie, aber es als Schutzmassnahme für Roger Köppel auszugeben, wie ihr das in Stellungnahme Nummer Eins tut, ist doch einigermassen bauernschlau oder blauäugig. «Der Theatermord findet statt, damit er in Wirklichkeit nicht stattfinden muss.» Der Ruf nach einem Asylmoratorium – auch nur Fiktion, nur künstlerische Intervention?

«Man stelle sich mal den umgekehrten Fall vor», schreibt Michèle Binswanger im Tages-Anzeiger online am 16.9.2015: «Die ‹Weltwoche› würde einem Neonazi-Kunstkollektiv Raum geben für ein ‹Tötet Simonetta Sommaruga›-Plakat. Der Aufschrei wäre gross, und er wäre richtig.» Ganz ehrlich – wo sie recht hat, hat sie recht. Wir würden ganz anders reagieren (obwohl wir ihre Flüchtlingspolitik regelmässig kritisieren) als die SVP, die ihrem Köppel nicht einmal wirklich zu Hilfe eilt. Verstehen die Rechtskonservativen doch mehr von moderner Provokationskunst, als wir ihnen (und sie sich selbst) unterstellen? «Theater ist immer eine Möglichkeitsform der Wirklichkeit», erklärt ihr. «Die Kunst hält solche Möglichkeitsformen bereit: Es ist möglich, Szenarien zu denken, die in der Realität nicht umsetzbar sind und auch nicht zwingend umsetzbar sein sollten.» Ob es ein «Aufruf zum Mord» oder zumindest eine Aufforderung zur Gewalt ist, wie Michèle Binswanger schreibt, «eine Handlungsanweisung, insbesondere, wenn sie nicht im Theaterraum oder im Museum geäussert wird, sondern in einen Kommunikationsmedium», das werden Gerichte klären.

Sicher ist: Das «Tötet Roger Köppel! Köppel Roger tötet!» – das nicht «zwingend umsetzbar sein» soll – steht in eurem Magazin nicht in einem künstlerischen Kontext, ist nicht Teil eines Kammerspiels oder klassischen Dramas, da werden keine Realitäten und denkbare Ausgänge geprobt. So wie Albert Camus in seinem Theaterstück «Les Justes» die moralischen Konflikte rund um den Tyrannenmord durchspielte. In eurer Zeitschrift stehen nur die beiden Schlag-Sätze. Stehen nur da. Mit Ausrufezeichen. Ohne Frage. Ohne Einwand. Interessant wäre, wenn schon und allein, die Frage: Tötet Köppel Roger? Töten wir? Mit unseren Reden & Politiken gegenüber Flüchtlingen beziehungsweise ihren Herkunftsstaaten?

Die Angst vor dem Fremden

Gewalt- und Ausgrenzungsphantasien liegt entweder die Angst um die eigene Welt & Kultur oder aber der Wunsch zugrunde, die Welt in eine andere, den eigenen Vorstellungen entsprechende und damit (vermeintlich) bessere & humanere zu verwandeln. Das heisst – eine Welt ohne Köppels, Andersgläubige und andere Hassprediger. Köppel, so befürchten einige, bedroht die eigene Vision einer offenen & gerechten Schweiz. Wer, umgekehrt als ihr, Angst vor Fremden und ihrer Kultur hat beziehungsweise schürt, vertraut den eigenen kulturellen Identitäten nur wenig. «Die Mehrheit der gegenwärtigen Flüchtlinge stammt aus dem arabischen Raum», schreibt Michèle Binswanger unter dem Titel «Wer wir sind» im Tages-Anzeiger vom 15. September 2015 und verweist darauf, der dortige Islam habe sich «nicht etwa säkularisiert, sondern sich radikalisiert und einen Backlash erlebt: zurück ins unaufgeklärte Denken, zurück zu patriarchalen gesellschaftlichen Strukturen. Natürlich betrifft das nicht jeden einzelnen Flüchtling – aber genug von ihnen, um sich Sorgen zu machen.» Das liest sich, als hätte die Autorin Angst, Flüchtlinge, die aus islamisch-patriarchalen Kulturen kommen, könnten die, offensichtlich, noch wacklige Gleichheit der Geschlechter bei uns bedrohen.

Der ungarische Premierminister Viktor Orban offenbart in einem Interview des Tages-Anzeigers am 19.9.2015 (übernommen von der Welt) seine Angst vor einem «Wettbewerb der Kulturen», wie er es nennt: «Es ist offensichtlich, dass die Christen diesen Wettbewerb verlieren werden, wenn man viele Muslime nach Europa lässt.» Und konkretisiert: «Ich rede von Kultur. Da geht es um Lebensstil, Freiheit, sexuelle Gewohnheiten, Gleichheit von Mann und Frau, unsere christliche Kultur. In der Hinsicht ist die muslimische Gemeinschaft stärker als unsere.» Denn: «Sie legen mehr Gewicht auf Familie, Kinder, Zusammenhalt in der Gemeinschaft. Und deswegen werden sie am Ende mehr sein als wir. Das ist simple Mathematik…»

Im Roman mit dem bezeichnenden Titel «Unterwerfung» – ursprünglich «Bekehrung» –lässt der französische Schriftsteller Michel Houellebecq einen Moslem französischer Präsident werden, «woraufhin die gesamte Elite flugs zum Islam konvertiert» (Alex Rühle im Vorspann zu einem Interview mit Houellebecq, Süddeutsche Zeitung, 22.1.2015). Denn der Islam, so suggeriert Houellebecq, stillt zwei in aufgeklärten Gesellschaften nicht oder nur ungenügend befriedigte Bedürfnisse. Zum einen das Bedürfnis nach Gott. «Die Aufklärung hat den Menschen die Religion genommen. Und es geht nicht ohne Religion.» Sagt einer, dem es nicht gelingt zu glauben. Aber: «Das Leben ist ohne Religion einfach so über alle Massen traurig.» Zum anderen bedient der von Houellebecq skizzierte Islam uralte männliche Sexualphantasien. Der Hauptfigur wird gegen Ende des Buches als Lohn für die Konversion versprochen, «dass Sie ohne grosse Probleme drei Frauen haben könnten». Ein geradezu sadomasochistisches Spiel mit dem Islam als Domina.

Hier wird – ähnlich wie beim «Tötet Roger Köppel!» – die Angst vor dem anderen, vor der Verführbarkeit durch das Fremde sichtbar. Und das ist immer auch ein Mangel an Vertrauen in die eigene Kultur & Vision.

«Nicht einmal ignorieren»

Es ist für mich selbst überraschend & selbstverständlich, dass ich Redefreiheit für Roger Köppel – dessen Mundwerk sich mehr und mehr zum Messer verformt – fordere. Obwohl (oder gerade weil) ich seine Rede auf Infosperber schon mehr als einmal kritisiert habe und es, bestimmt, wieder tun werde. Aber wer mit Tötungs- und Ausgrenzungsphantasien auf irgendwelche (Hass-)Reden antwortet, bedroht Menschen, verrät einerseits die eigene gewaltfreie Utopie und macht andrerseits das Bekämpfte stärker. Bestätigt im konkreten Fall die paranoische Klage des Vielschreibers und –redners Köppel, er könne seine Sätze nicht fertig machen (obwohl er den grössten Teil der Sendezeit für sich zu beanspruchen versucht) und dürfe unbequeme Wahrheiten (für wen unbequem?) nicht sagen. Der «fiktive» Versuch, ihn mund-tot zu machen, steigert die Köppelsche Inszenierung ins Grandiose. «Die Menschheitsgeschichte lehrt uns», schreibt ein Georg Schneider, der euer Magazin womöglich gar nicht gesehen hat, auf der Website der Weltwoche zum jüngsten Editorial des Chefs, «dass Menschen, die die Wahrheit gesprochen haben, schon immer verfolgt, bekämpft, ja zum Teil sogar umgebracht wurden. Seien Sie also bitte vorsichtig, Herr Köppel.»

Wer angesichts der Migrationsbewegungen in einer globalisierten Welt Zäune gegen Menschen fordert & baut, vertraut so wenig auf die oft beschworenen «europäischen Werte» wie jene, die HasspredigerInnen welcher Couleur auch immer ihrerseits bedrohen wollen. Wer aber gelassen auf die Ausstrahlungskraft von Menschenrechten beziehungsweise eigenen Visionen und sozialen Utopien setzt, lässt ein, zwei, drei, viele Köppel reden, macht so aus HeldInnen & MärtyrerInnen «gemeine» PolemikerInnen und hundsgewöhnliche SchwätzerInnen, die mit Wasser und nicht mit magischen Tränken kochen. Unsere Kultur muss sie alle vertragen, ohne dass Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit bedroht sind. Aufklärung müsste jedem Fundamentalismus standhalten können.

Deshalb freie Rede für Köppel. Damit ihm weiterhin in (fast) jedem Punkt widersprochen werden kann. Menschenrechte gelten auch für Andersdenkende, -gläubige und HasspredigerInnen aller Art. Aber wie ein verstorbener Freund von mir gesagt hätte: «Nicht einmal ignorieren sollte man sie.»

In diesem Sinne & mit gelassenem Gruss

Jürgmeier

Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

Keine.

Weiterführende Informationen

Urlaub von Flüchtlingen & anderen Unbilden (auf Infosperber)
Die Natur- und Mutter-Mythen des Roger K. (auf Infosperber)
SVP: Inszenierung einer Ausgegrenzten & Verfolgten (auf Infosperber)

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11 Meinungen

Scheint ein interessanter Text zu sein, aber wohl nicht absichtlich vermischt mit Abschnitten aus dem Artikel von Philipp Löpfe über Tesla. Kapier ich etwas nicht?
Markus Mauchle, am 22. September 2015 um 22:20 Uhr
Ursache für die Vermischung der Texte war mein Android-Browser. Am Mac mit Firefox kommt der Text richtig.
Und ja: Die SVP versteht sehr viel von Provokationskunst. Die Kampagne für die Nationalratswahlen ist sehr schlau gemacht. Sie verwenden den Stil der Linken der 70er und 80er Jahre mit dem Ziel, deren Errungenschaften wieder rückgängig zu machen.
Dagegen erscheint der Aufruf von Philipp Ruch zur Tötung von Köppel schon sehr sehr plump.
Markus Mauchle, am 23. September 2015 um 08:24 Uhr
Jürgmeier macht schnurstraks aus allen, die Bedenken gegen die muslimische Einwanderung tragen, Schwatzmäuler. Auf ihn trifft voll zu, was das Urgestein der Immigrationsforschung in Deutschland (Name leider nicht zur Hand) gesagt hat: «Immigrationsromantiker...!"
Jürg Schoop, am 23. September 2015 um 16:47 Uhr
Wie kommen Sie da drauf? Das Wort Schwatzmaul finde ich gar nicht im Text von Jürgmeier.
Markus Mauchle, am 23. September 2015 um 19:51 Uhr
Die Hassprediger spielen sich gegenseitig in die Hand mit ihren hohlen Eitelkeiten. Schande über das Theater am Neumarkt, das offenbar Kot und Kultur nicht mehr auseinander halten kann.
Michael Husmann, am 17. März 2016 um 22:15 Uhr
Zur Erhabenheit der Kulturschaffenden

Ich bin als Kulturschaffender so dankbar, dass die Kleingeister, Erdmännchen, Erbsenzähler, bref all die Bünzlis mir mit der Herstellung aller zivilisatorischen Güter ein bequemes Umfeld schaffen. Dankbar bin auch meinen Eltern, den Steuerzahlenden und den Lottospielern für die Möglichkeit, meinen Lebensunterhalt zu bestreiten, ohne mich um die Mühseligkeiten des Alltäglichen und Banalen kümmern zu müssen. Als kleines Dankeschön bemühe ich mich, sie bei jeder Gelegenheit zu veräppeln.
Alex Schneider, am 18. März 2016 um 06:31 Uhr
Für einmal muss man dem heutigen Kommentar im Tagesanzeiger recht geben: Das Neumarkt-Publikum ist intelligent genug, um auf Distanz zu den dargebotenen Aktionen zu gehen. Offensichtlich traut uns das die politische Rechte mit ihrer selbsternannten Politischen Korrektheit und Erhabenheit nicht zu und beleidigt uns damit. Denn wer jetzt im Eifer des Gefechts die Stunde nutzt, um nach Subventionskürzungen zu schreien, offenbart so nur seine kulturfeindliche Haltung, die er/sie/es schon immer hatte. Sie besteht darin, dass man eine imaginäre Mehrheit konstruiert, die diese Subventionen direkt bezahlen. Es ist bei Subventionen jedoch die Regel, dass die Bezüger eine Minderheit sind, die sich nicht wehren können, wenn man sie mit dem Argument vom berühmten «Herrn Steuerzahler» in Frage stellt. Es geht dabei gerade der Zweck der Subventionierung vergessen, dass auch Minderheiten gegenüber den Marktmächten zu ihrem Recht kommen. M.a.W. wer wie bei der Causa Hirschhorn mit kollektivistischen Strafen droht, beleidigt ein Kulturpublikum, das sich seine Meinung selber bilden kann. Nicht nur Herr Köppel hat das Recht, uns Bürger in seiner Wochenzeitung im Namen der Meinungsfreiheit zu diffamieren.
Thomas Läubli, am 21. März 2016 um 18:25 Uhr
Es gab eine Zeit, in der Zürich Fluchtort war für Kultur- und insbesondere Theraterschaffende, denen andernorts der aus politischen Gründen Tod drohte. Heute gibt ein Zürcher Theater seine Bühne frei für jemanden, der sich mit infantilen Todeswünschen gegen den politischen Gegner in Szene setzt.
Gibts wirklich nur die Suventiohohohnsfrage durchzudenken?
Michael Husmann, am 23. März 2016 um 21:27 Uhr
Bevor wir über Subventionen reden, sollten wir uns die Frage stellen, ob Presseerzeugnisse wie 20Minuten überhaupt von uns Werbezahlern ausgehalten werden sollen. Denn in diesen Onlineforen wird - wie wir seit der Affäre Economiesuisse wissen, auch von bezahlten Schreibwerkstätten - Bürgerhetze auf unterstem Niveau betrieben. Da darf man bspw. ein mutmassliches Vergewaltigungsopfer symbolisch abschlachten, nur weil es einer bestimmten Partei angehört, die dem Tamedia-Konzern ein Dorn im Auge ist. Solange solcher Empörungsjournalismus betrieben wird, ist jede Empörung gegen Philipp Ruch reine Heuchelei.
Thomas Läubli, am 24. März 2016 um 22:26 Uhr
Was hat man denn erwartet? P. Ruch hat doch nur tapfer und mutig die intellektuellen Vorgaben der selbst ernannten Bessermenschen zum Besten gegeben, die bei seinem Publikum auch bestens ankam. Bräsig, spiessig, kenntnisfrei, populistisch...
Boris Kerzenmacher, am 25. März 2016 um 21:29 Uhr
Die selbst ernannten Bessermenschen sind jene, die einem Theaterpublikum vorschreiben wollen, was sie zu sehen haben und welche Satire die einzig lustige ist - wahrscheinlich die des selbsternannten Satirikers Andreas Thiel - , welche Zeitungen anständig informieren und keinesfalls frauenfeindlich oder rassistisch sind, welche Kunst und welche Kultur die einzig richtige ist - nämlich die Kulturindustrie, wo das Wort «fuck» möglichst viel erwähnt wird, populistische Gewaltorgien auf der Leinwand die Regel darstellen, frauen- und schwulenfeindliche Texte zur Ergötzung der Spiesser beitragen und am Ende möglichst viel Geld damit eingespielt wird, denn dies ist ja der einzige Zweck der Kulturindustrie.
Thomas Läubli, am 25. März 2016 um 22:03 Uhr

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