Ralph Nader fordert in seinem neusten Buch eine Allianz gegen die Macht der Konzerne © Nation Books
- © cc

«Rechte und Linke gemeinsam gegen Konzerne»

Red. / 30. Mrz 2015 - Konzerne seien heute mächtiger als Regierungen, Parteien oder Gewerkschaften, sagt der Pionier des Konsumentenschutzes Ralph Nader.

Immer mehr US-Amerikanerinnen und Amerikaner würden an ihrem Einfluss als WählerInnen und StimmbürgerInnen zweifeln. Grund sei «der immer stärker werdende Einfluss der grossen Konzerne auf die grossen Medien, die Wahlen und die Regierungen», schreibt Ralph Nader,

Konsumentenschützer der ersten Stunde in den USA und zweimaliger Aussenseiter-Kandidat bei US-Präsidentschaftswahlen. Als Präsidentschaftskandidat vertrat Nader die Meinung, es spiele in den USA keine entscheidende Rolle mehr, ob die Demokraten oder die Republikaner regieren. Beide grossen Parteien stünden mehr und mehr unter dem Einfluss der grossen Weltkonzerne.

In seinem neusten Buch ruft Nader zu einer Allianz zwischen Rechts und Links auf, um sich erfolgreich gegen den Machtanspruch der grossen Konzerne zu wehren. Das Buch trägt den Titel «Unstoppable: The Emerging Left-Right Alliance to Dismantle the Corporate State».

«Freiheit bedeutet Teilnahme an der Macht»

Bereits im Jahr 2012 hatte Ralph Nader den Schwund der Freiheit angeprangert. In einer auf Youtube zu verfolgenden Rede erinnerte Nader an das wichtigste Attribut der Freiheit: Die Teilnahme an der Macht. Doch die Möglichkeiten der Teilnahme würden stets geringer. Wir seien auf dem Weg zu einem «Konzern-Faschismus» und sollten die Zeichen rechtzeitig erkennen.

  • Internationale Konzerne könnten heute nationale Gesetze und Autoritäten umgehen;
  • Es sei nicht mehr durchschaubar, wer die Konzerne besitze oder kontrolliere.

«BIP-Wachstum irrelevant»

Das stets angestrebte Wachstum des Bruttoinlandprodukts BIP sei «irrelevant», wenn «die Früchte dieses Wachstums nur den obersten fünf Prozent der Bevölkerung zugute kommen». Das BIP der USA sei heute 25-mal grösser als im Jahr 1900. Doch es gebe immer noch viele Arme, Ungebildete und sogar Hungrige in den USA. Früher seien die höchsten Löhne 25-mal höher gewesen als die Durchschnittslöhne. Heute seien sie 400-mal höher. In den USA müssten sich heute 50 Millionen Menschen mit einem Stundenlohn von unter 10 Dollar begnügen.

80 Millionen US-Amerikanerinnen und -Amerikaner müssten in Armut leben. Dies laut offizieller Statistik des «Department of Labor», wonach eine 4-köpfige Familie erst als arm gelte, wenn sie weniger als 19'000 Dollar im Jahr verdiene.

65'000 Menschen würden laut offiziellen Statistiken jedes Jahr wegen der Luftverschmutzung vorzeitig sterben. 58'000 würden am Arbeitsplatz verunglücken.

«Warum reagiert niemand?», fragt Nader empört.

Forderungen

Damit das Volk wieder das Primat vor den Konzernen erhalte, fordert Ralph Nader radikale Massnahmen:

  • Parteien dürfen kein Geld von Konzernen mehr entgegen nehmen;
  • Lobby-Vertreter sind zu verbieten (allein die Pharmaindustrie beschäftigt laut Nader heute in Washington 500 Vollzeit-Lobbyisten).
  • Konzerne müssen als juristische Personen gleich bestraft werden können wie natürliche Personen.
  • Es darf nur noch ein nationales Aktienrecht geben und keine Sonderrechte wie zum Beispiel im US-Bundessstaat Delaware.
  • Die Welthandelsorganisation WTO muss ebenso wie das Nordamerikanische Freihandelsabkommen Nafta abgeschafft werden. Solche Abkommen hebeln Konsumentenrechte aus, umgehen eine demokratische Mitbestimmung und ermöglichen Importe von Produkten, die ausbeuterisch produziert werden.

«Die Konzerne müssen statt unsere Herren wieder unsere Diener werden», fordert Nader. Man müsse allen Leuten sagen, dass sie nicht ohnmächtig seien, sondern Macht hätten, insistiert Nader in der alten Manier des erfolgreichen Konsumentenschützers. Bereits in den Schulen sollte gelehrt werden, wie man Nicht-Regierungsorganisationen (NGOs) gründen und führen kann. Pro Wahldistrikt würden 2000 Menschen genügen, um die Gewählten zu kontrollieren.

Schliesslich erinnert Nader daran, dass Präsident Franklin Roosevelt bereits im Jahr 1938 eine Untersuchung über die Macht der Konzerne verlangt hatte mit der Begründung «Wenn die Regierung von privaten wirtschaftlichen Mächten kontrolliert wird, dann handelt es sich um Faschismus.»

---

HIER NOCH EINIGE ORIGINAL-ZITATE

Question: What do you think is the main thing you’ve been wrong about?

Nader: Oh, a lot of things. Nobody goes through these kinds of controversies without making bad predictions. I underestimated the power of corporations to crumble the countervailing force we call government. We always knew corporations like to have their adherents become elected officials; that has been going on for a long time. But I never foresaw the insinuation of corporatism as a policy in one agency after another in government.

Franklin Delano Roosevelt foresaw some of this when he sent a message to Congress starting a temporary national economic commission (TNEC) to investigate concentrated corporate power. That was in 1938. In his message he said that whenever the government is controlled by private economic power, that’s fascism. Now, there isn’t a department or agency in Washington where anyone has more power—over it and in it, through their appointees, and on Congress—than corporate lobbyists and political action committees. There’s no organized force that comes close to the power daily to twist government in the favor of Wall Street and corporatism, and to disable government from adequately defending the health, safety, and economic well-being of the American people.

Let’s say we look at the U.S. corporate income tax as a measure of the power of these groups. The rate on paper is 35 percent, which is comparatively high. After various forms of maneuvering or evasion, corporations actually pay about 17–18 percent, which is more or less in the middle of the pack of OECD nations. So if corporations have so much political power in the United States, why is our corporate income tax still so high?

Because they can avoid it. They can protest that we have the highest corporate tax rates in the Western world, but everyone knows that they game the system to levels that are staggeringly disgraceful. For example, Citizens for Tax Justice regularly reports on corporations like General Electric and Verizon that make huge U.S.-based profits but pay no Federal income tax. One worker in either of those companies pays more in dollars to the U.S. Treasury than these companies do, year after year.

Furthermore, giant banks are paying less than 10 percent now. There are so many write-offs, deferrals, and deductions that they don’t have to worry much about the taxes on their U.S. profits. The large corporations are now moving toward tax exemption. They have divisions within their corporate structure devoted solely to finding loopholes, and their people get bonuses for diminishing their tax responsibilities.

And that doesn’t even account for the offshore tax shelters. The New York Times reported that a bunch of companies report making $147 billion in small islands like the Bahamas. But we know they’re just transferring the money from countries with little taxation to these deliberate tax havens.

Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

Keine

Weiterführende Informationen

Buch «Unstoppable» bei Amazon für 15 Dollar
Rede Ralph Naders im Jahr 2012 über die Machtübernahme der Konzerne
«Nationale Gerichte? Doch nicht für Konzerne» Infosperber vom 29.3.2015

Meinungen / Ihre Meinung eingeben

Ähnliche Artikel dank Ihrer Spende

Möchten Sie weitere solche Beiträge lesen? Ihre Spende macht es möglich:

Mit Kreditkarte oder Paypal - oder direkt aufs Spendenkonto für Stiftung SSUI, Jurablickstr. 69, 3095 Spiegel BE
IBAN CH0309000000604575581 (SSUI)
BIC/SWIFT POFICHBEXXX, Clearing: 09000

Ihre Spenden können Sie bei den Steuern abziehen.

Einzahlungsschein anfordern: kontakt@infosperber.ch (Postadresse angeben!)

26 Meinungen

Ob sich denn Rechte und Linke zusammenraufen müssen ist denn eine Frage der Qualität. Ich weiss zwar nicht genau um die US-Verhältnisse bescheid, in Europa (inklusive nicht-EU-Staaten) indes ist eine derartige Mesalliance zumindest problematisch.
Die Rechtsaussen von Anti-TTIP sind meistens einem kruden nicht so klar zu ortenden oder einzugrenzenden , oft esoterisch durchsetzten - mit einer Putinbewunderung verlinkten Antiamerikanismus und EU-Hass zugetan.
Die Linke - der ich zugehöre - allerdings scheint das Thema (vorab in der Schweiz) wieder mal grossartig zu verschlafen und wähnt aus dem eifrig gehegten und gepützelten Kokon heraus, dass ihre Illusion, den Weltuntergang über Genderfragen, Kitas und Energiewende verhindern zu wollen, tatsächlich den Nerv im Sorgenzentrum des Volkes getroffen zu haben.

Na denn Prost
Charles-Louis Joris, am 30. März 2015 um 12:35 Uhr
Wer auf Kosten der anderen lebt und sich bereichert
wird emotionsarm sterben
und in der Ewigkeit die Schuhe der Armen putzen.

Hansruedi Bolliger Arch. ETH SIA
Hansruedi Bolliger, am 30. März 2015 um 14:01 Uhr
Und was hat das jetzt mit dem Thema zu tun, Herr Bolliger?
Charles-Louis Joris, am 30. März 2015 um 17:55 Uhr
Das Problem mit Konsumentenschützer ist dieses, dass die sich am Missbrauch nicht interessieren so lange der Preis dabei fällt.
Hansjörg Bracher, am 30. März 2015 um 18:13 Uhr
Ralph Nader hat den Problem-Kern erkannt: es geht um «Reich gegen Arm» weltweit. Und weil die USA (Weltmacht) da in sehr fortgeschrittenem Krankheitsstadium sind, entscheidet das über uns alle. Was tue ich als Einzelner, wenn mir Unrecht geschieht? Das soll mir mal einer sagen! Gehe ich zum Rechtsanwalt? Zu den Medien? Zu einer Partei (Volks-Vertretern)? Keiner hilft mir. Und erst recht in den USA ist das so! Die Reichen erkannten, dass Sie nur die Medien zu beherrschen brauchen und so die Demokratie aushebelnd die ganze Macht erringen. Die CIA und Frau Hillary etc. nennen das «Info War» (Informationskrieg). Leider stimmt das Zitat von Warren Buffet: «Die Reichen werden den Kampf gegen die Armen gewinnen.» Friedrich Dürrenmatt: «Wer in der Demokratie schläft, erwacht in der Diktatur.» Aus einem alten Spielfilm: «Wer Revolution macht, muss zuerst die Radiostationen besetzen.» Prinzip: «Die Vierte Gewalt ist Grundlage der Demokratie, denn wem gezielt Falsch-Informationen gefüttert bzw. Richtig-Informationen vorenthalten werden, der wird falsch abstimmen bzw. wählen an der «demokratischen» Urne.
Wolfgang Reuss, am 01. April 2015 um 00:02 Uhr
Wie krank (unterwandert) die Medien auch in Europa inzwischen sind, zeigt die «Berichterstattung» über USA-EUSA-U(SA)kraine-Russland. Die Definition von «Journalismus» vom quasi Schweizerischen Aufsichtsorgan presserat.ch ist eher «lauwarm» gehalten, aber nicht einmal diese sehe ich in der Schweiz verwirklicht (zumindest in den «volkbestimmenden» Mainstream-Medien), und erst recht nicht Investigativ-Journalismus à la Woodward, Bernstein, Wallraff.
Auch ich glaubte an die «Ehrlichkeit oder zumindest Ausgewogenheit» der Medien. Dass die EU sein Friedensprojekt, die NATO ein Verteidigungspakt, die USA für Frieden weltweit sei. Nun, durch Geschichtsstudium und das Internet weiss ich inzwischen: Die USA praktizieren seit ihrem Bestehen nonstop Raub(mord), die EU ist inzwischen eine US-Kolonie und die NATO ist ebenfalls US-gesteuert ein Angriffsbündnis. - Das mag für Menschen, die auf meinem «früheren Level» noch sich befinden, krass/unglaublich klingen, und glauben Sie mir, ich habe mehr als genug faszinierende praktische Lebensinhalte, dass ich mir nicht noch unnötig Überflüssiges aufhalsen muss, aber was ich hier schreibe ist das Ergebnis nüchterner Analyse und es hat keinen Wert dass wir Geschichte als «Schulfach» diminuieren und nebenbei uns fragen, warum beispielsweise so wenige (Dritte Personen) etwas gegen das Dritte Reich unternahmen, wenn wir selber (Erste Personen) zu träge faul oder dumm oder ich weiss nicht was sind, hier und jetzt im Heute etwas präventiv zu TUN.
Wolfgang Reuss, am 01. April 2015 um 00:33 Uhr
Nader vergisst, dass im Schlepptau der Gesetze zum Konsumentenschutz der Konsument sich selbst an seinem Arbeitsplatz schädigt.
Hansjörg Bracher, am 01. April 2015 um 07:34 Uhr
@Wolfgang Reuss.
Sie lesen wohl nur das heraus, was in Ihr verschwörungstheoretisches Konzept passt; die geschickt gemachte Desinformation von Wladimir Putins RT nehmen Sie als Wahrheit, nichts als die reine Wahrheit an. Die kranken Medien haben sehr wohl differenziert zu den Aufständen in Kiew berichtet. Und auch die miese Untergrundarbeit der CIA angeprangert. Hier Artikel zu verlinken erspar ich mir, so wie Sie sich das auch ersparen.
Ihr angebliches Geschichtsstudium stammt wohl auch nur aus dem Internet. Dass die EU, das Deutschland des skrupelarme machtversessenen Helmut Kohl, die Clinton-Administration und vor allem die internationalen Rohstoffkonzerne die Schwächen von Jelzins Russland schamlos zu einer scheinbar rechtmässigen Plünderung von Russland Tafelsilber ausnutzten und dass das verbrecherisch-verlogene Bush-Cheney-Rumsfeld-Regime jegliche Abmachungen der 2+4-Gespräche bezüglich NATO-Erweiterungen zynisch ignorierten ist die direkte Ursahce des (un-)aufhaltsamen Aufstiegs des Autokraten Wladimir Putin.
Sie und Ihresgleichen, Wolfgang Reuss, fallen nun aber auf die Schalmeineklänge der russischen Desinformationswalze herein, wie weiland der Westen auf die schwrzweiss gestaltetet Desinformation der USA bezüglich Arbenz' Guatemala, Allendes Chile und Torrijos' Panama, des Kosovo - um nur schon diese zu nennen.
Charles-Louis Joris, am 01. April 2015 um 12:57 Uhr
An die Redaktion Infosperber: Betreffend Ihren Hinweis «Die Redaktion behält sich vor, beleidigende, rassistische oder nicht sachbezogene Beiträge zu entfernen.» fordere ich Sie auf das in die Tat umzusetzen. Ich lasse mich nicht als Verschwörungstheretiker verunglimpfen, auch nicht von einem der offenbar so verwirrt ist, dass er in den USA und Putin und mir gleichzeitig Böses ortet - im Ergebnis aber nur gegen Putin torpediert statt die für Europa einzige Rettung «USA raus aus Europa (so wie dies Russland 1990 samt Warschauer Pakt vormachte» zu forcieren.
Wolfgang Reuss, am 01. April 2015 um 20:22 Uhr
Wolfgang Reuss, ich habe - wie Sie dem letzten Abschnitt (so Sie denn lesen) entnehmen können, sehr wohhl einige gewaltige Skepsis an der Redlichkeit der USA geäussert; auch habe ich der Europäer Trampelpfade nachgezeichnet (wenn auch nicht vollständig, was allerdings auch nicht Sache eines auf 1200 Anschläge beschränkten Blogdiskussionsbeitrages ist ).
Also ist Ihre Abmahnung der Redaktion wohl obsolet oder ein dem Datum entsprechender Scherz. Ansonsten rate ich Ihnen zu vergrätzten Rosinen und geistgetränkten Dörrpflaumen, die sehr gut die Leberwurts beleidigen, deren Geniesser Sie offensichtlich sind.
Charles-Louis Joris, am 01. April 2015 um 23:04 Uhr
"Verschwörungstheoretiker» ist ein Schimpfwort von enttäuschten Utopisten, die Verschwörungspraktikern auf den Leim gekrochen sind. Es besteht für diese aber eine Chance auf Heilung, wenn sie die Wutphase hinter sich bringen und ihre Realität neuordnen.
Olivier Bregy, am 02. April 2015 um 21:05 Uhr
Halleluya – Verschwörung zumindest in Lausanne.
Hansjörg Bracher, am 02. April 2015 um 22:00 Uhr
Halleluja in der Pressekonferenz der UEFA (Union europäischer Frontalanarchisten):

https://www.youtube.com/watch?v=zfqVzJ-dCYw
Olivier Bregy, am 02. April 2015 um 23:08 Uhr
Herr Bregy
Sie reagieren wie die Pseudopsychologen der NLP-Fraktion. Typsivh ist, dass Sie meinen Namen nich t direkt nennen mögen.
Charles-Louis Joris, am 03. April 2015 um 00:06 Uhr
Sehe da keine Notwendigkeit, wenn Sie sich auch so angesprochen fühlen. :-)
Olivier Bregy, am 03. April 2015 um 00:13 Uhr
...zudem habe ich immer noch ein schlechtes Gewissen, weil ich einen Kollegen vor Jahren nicht daran hinderte, Ihren roten Göppel zu klauen. Aber Sie fanden ihn wieder - am Bahnhof, oder?
Olivier Bregy, am 03. April 2015 um 00:18 Uhr
Keinen Grund vor mir zu schämen - ich hatte kein rotes Velo.
Charles-Louis Joris, am 03. April 2015 um 13:51 Uhr
Sie schrieben noch einen Artikel im WB: «Wo ist mein alter (roter!?) Göppel» oder so - herrlicher Artikel - wir haben uns fast zu Tode gelacht.
Er hatte eine Adressetikette mit Ihrem Namen, was meinem Kollegen allerdings erst nach dem Zurückstellen auffiel. Es ist lange her...90er :-)
Olivier Bregy, am 03. April 2015 um 14:10 Uhr
Es war ein gelber alter Göppel , der von der PTT verkauft worden war und auf dem ich dem Dieb Zehennagelwuchs an die Rosette wünschte. Es war sogar breit drauf auf dem schrägen flachen Holm geschrieben.
Der wurde mir insgesamt zwei mal gegripst. Das letzte mal definitiv.

PS - am 12. März und gestern Gründonnerstag hatte ich auch Glossen im WB; am 12. März über die Zuger Affäre (Eigenwerbung) :-D
Charles-Louis Joris, am 03. April 2015 um 14:15 Uhr
! :-) Der Zehennagelwuchs an besagter Stelle beim Kollegen blieb wohl aus - müsste ihn allerdings erst fragen. Als er merkte, wer der Beklaute war, reute es ihn wohl so sehr, dass das Schicksal ihm gnädig war :-)
Olivier Bregy, am 03. April 2015 um 17:13 Uhr
Es waren nicht Konzerne, die plötzlich einfach reich+übermachtig wurden, es war, unter Anderem, das Schweizerische Pensionskassen-Gesetz, das dafür sorgte, dass immer grössere Mengen von Frischgeld den Markt zu fluteten begannen, verbunden mit dem Auftrag, das den Arbeitnehmern gesetzlich abgezockte Geld zweckdienlich gewinnbringend am Weltmarkt anzulegen.

Damit mussten die Aktienpreise explodieren, dass den Unternehmen genügend Liquidität zur Verfügung stand, die emerging Markets zu bedienen, und was nicht investierbar war, wurde dazu benutzt, um sich Wissen anzukaufen, mit ungezählten Uebernahmen, was früher einmal 100 Millionen wert war, kostete plötzlich 8 Milliarden, wer früher zweistelliger Millionär war, wurde zum Milliardär. In der gleichen Zeit, als die realen (kleinen) Löhne, in 10 Jahren, vielleicht 5-12 Prozent stiegen, und sich der Pegel der Arbeitslosen im 100+ tausender Bereich anzusiedeln begann. Aufgrund verlorener Jobs, zu hohen Alters, und anderer Realitäten

Entstanden auch deshalb, weil die damaligen CH-Konzerne und Unternehmen, die bereits eine eigene PK hatten, Grossteile dieses Geldes fast wie anderes 'AKTIVA' behandelten, also gar nicht in der Lage gewesen wären, das PK-Kapital 'Anderen', z.B. staatlichen, zur 'Verwaltung' zu übergeben, ohne so Konkurs zu gehen.

Die Roten aber war einfach damit zufrieden, überhaupt eine Regelung zu haben. Die Zahlen überstiegen sowieso ihr Vorstellungsvermögen. Damals schon, sonst hätte man längst schon reagiert.
Ernst Jacob, am 04. April 2015 um 03:31 Uhr
Hätte nämlich das angesammelte Kapital der Staat erhalten, verbunden mit einem klaren und nicht abänderbaren Auftrag, was damit zu tun sei, sässe die Schweiz heute auf einem Volksvermögen, welches selbst die Norweger neidisch machen würde.

Es gäbe klare Regeln, wieviel Strassen zu bauen und unterhalten seien, und Bahnen, und was auch immer, der Staat könnte Alles finanzieren, aus eigenen, ihm anvertrauten Mitteln, ohne irgend jemandem auch nur einen Stutz schuldig zu sein, oder gar Schuldzinsen zahlen zu müssen.

Der einzige Auftrag wäre, dafür zu sorgen, dass allen Bewohnern dieses Landes nach Erreichen der Altergrenze eine Rente auszuzahlen, die Deren Leben auch noch wirklich lebenswert macht.

Würde auch nur ein Einziger diesem Staat trauen. Man kennt und weiss es ja, wie käuflich Politiker|innen sind. Zumindest die, die sich als 'normale' Menschen bezeichnen. Grüne würden Alles daren setzen, die Strassenbau-Vorschrift zu kippen, Rote möchten dafür sorgen, dass Frührenten für Frauen noch früher bezogen werden könnten, nur um Beispiele zu nennen...,

...so schön und gut man es sich auch ausdenken würde, so bürokratisch und politisch zerfetzt würde es wohl enden. Wie so Viel Anderes doch auch, das aus eigentlich guten Gründen, und mit guten Vorsätzen, bereits so viele Male beschlossen wurde, und, als Ergebnis, plötzlich nur noch Unverständnis, Ablehnung und Frustration auslöste.

Man könnte Alles ändern, und würde es wohl auch, würden nicht so Viele daran verdienen...
Ernst Jacob, am 04. April 2015 um 03:53 Uhr
„There’s no organized force that …to disable government from adequately defending… safety, and economic well-being of the American people.“
Und wieder sind wir beim falschen Patriotismus: Denn diese Einstellung geht in erster Linie wie rings um den Globus auch bei Nader um seine Amerikaner. Und um dass es auch diesen besser gehe, gelten gemäss vieler Verfassungen zuerst Freiheiten und möglichst grosse Chancengleichheit zu verwirklichen. Die einzige Macht die Konzerne besitzen ist im Prinzip das Volk selbst und der Rest scheint nach Grundsätzen gediehen und soll in Anpassung an die jeweilige Situation und zum Rest der Welt in solidarität weiter „gedeihen“. Es gibt nur eine einzige dringliche Frage und die Wäre: Darf ein Staat eine Sache in umgekehrtem Sinn einsetzen, welche er vom - im Staat unternehmerisch agierenden Volk angewendet - als illegal bezeichnet.
Hansjörg Bracher, am 05. April 2015 um 08:36 Uhr
"Darf ein Staat eine Sache in umgekehrtem Sinn einsetzen"

und wie!:

http://www.handelszeitung.ch/politik/nationalrat-mehr-befugnisse-fuer-nachrichtendienst-755072
Olivier Bregy, am 05. April 2015 um 15:07 Uhr
Da geht es doch nur um die staatliche Ueberwachung des IS. Der IS überwacht den Staat doch auch.
Hansjörg Bracher, am 05. April 2015 um 16:00 Uhr
Also „unstoppable“ im Text. Denn nun muss zumindest ein Miserekern gewandelt sein.
<Lieferverweigerungsrecht des Eigentümers gegenüber Endverkäufern bei automatischem oder manuellem Leerangebot-Preisrunning in Vergleichspattformen.>
Denn andererseits könnte ein Verbot auch dem Staat als Einmischung in die freie Preisgestaltung vorgeworfen werden.
Hansjörg Bracher, am 06. April 2015 um 15:25 Uhr

Ihre Meinung

Loggen Sie sich ein, um Ihre Meinung unter Ihrem richtigen Namen zu äussern. Wir gestatten keine Meinungseinträge anonymer User, um Missbräuche zu vermeiden. Hier können Sie sich registrieren.
Sollten Sie ihr Passwort vergessen haben, können Sie es neu anfordern. Achtung: Die Länge der Einträge ist beschränkt und wir erlauben nicht, zwei Meinungseinträge unmittelbar hintereinander zu platzieren. Unnötig herabsetzende Formulierungen ändern oder löschen wir ohne Korrespondenz.